Freitag, 28. Oktober 2022

Spitzwegerich und Lorbeer gegen entzündliche Haut

Der Spitzwegerich stellt nur geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Während des trockenen Sommers hat das widerstandsfähige Heilkraut die Wiesen für sich erobert. Ich stelle immer einen Ölauszug aus Spitzwegerich und Olivenöl her, um daraus eine Wundsalbe zu machen. Der Spitzwegerich wirkt antibiotisch und schützt bei Verletzungen vor Infektionen. Die enthaltenen Gerbstoffe beschleunigen die Blutgerinnung und lassen so kleine Wunden schneller heilen. 
Da ich sehr gerne in alten Kräuterbüchern lese, habe ich auch einmal bei Maria Treben nachgeschlagen. In ihrem Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ schreibt sie dem Spitzwegerich folgende Eigenschaften zu: „Die frischen Blätter zerrieben helfen bei Rissen, Schnitten und Wespenstichen. Ja selbst bei Bissen von wütenden Hunden, giftigen Tieren und Schlangen.“ Nun, bei Bisswunden würde ich einen Arzt aufsuchen und nicht mehr auf die Kraft des Spitzwegerich setzen! Die einzige Schlange, die ich in diesem Jahr beobachten konnte, war eine Glattnatter. Wir störten sie bei ihrem Sonnenbad unweit der Burgruine Niederhaus bei Hürnheim. 



Zurück zum Spitzwegerich - der eignet sich auch sehr gut zur Pflege empfindlicher sowie unreiner Haut. Ebenso klärend wirken fettes Lorbeeröl und das für den Ölauszug verwendete Olivenöl. Mit dem fetten Lorbeeröl hatte ich diese Seife gesiedet, die das Gesicht vor dem Eincremen sanft reinigt. 

Für die Herstellung eines Spitzwegerich-Ölauszugs werden folgende Zutaten benötigt: 

• 1 Handvoll frische Spitzwegerich-Blätter 
• 150 g kaltgepresstes Olivenöl 
 
Zubereitung 
Die frischen Blätter säubern und klein schneiden. 
Zusammen mit 150 g kaltgepresstem Olivenöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist. 
 
 
Da Spitzwegerich auch kleine Mengen ätherischer Öle enthält, habe ich ein Hydrolat destilliert. Während der Ölauszug im Joghurtbereiter reift, entfaltet das Hydrolat im kühlen Keller sein Aroma. So kann ich neben der Wundsalbe aus Spitzwegerich-Ölauszug, auch eine Creme anrühren. Zusammen mit dem kaltgepressten Kokosnussöl ergibt sich eine interessante Duftkombination, die ich als würzig-süß bezeichnen würde. 
Spitzwegerich-Hydrolat ist selten, daher kann stattdessen auch Hamamelishydrolat verwendet werden, denn die pflegenden Eigenschaft sind relativ ähnlich. 



 Für diese Gesichtscreme werden folgende Zutaten benötigt: 

Fettphase

Wasserphase 

  • 60 g Spitzwegerichhydolat (alternativ Hamamelishydrolat) 
  • 3 g Honig (optional) 
Zubereitung 
Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird. 
Emulsan im Spitzwegerich-Ölauszug und Lorbeeröl sanft schmelzen. 
Vom Herd nehmen und das Kokosnussöl dazugeben. Rühren bis diese geschmolzen ist. 
Den Honig im erwärmten Hydrolat auflösen. 
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist.