Sonntag, 27. Februar 2022

Selbst gemachter Quittensenf

Die ersten Tage des diesjährigen März sind warm und trocken. Der Waldboden ist von Märzenbechern und Leberblümchen bedeckt. Selbst die Küchenschelle blüht schon, ihre schönen, violetten Blüten heben sich von den trockenen, steinigen Heidewiesen ab. 



Nun ist es Zeit die Vorratsschränke und die Gefriertruhe aufzuräumen, damit einst sorgfältig eingelagerte Lebensmittel nicht verderben. In der Gefriertruhe fand ich noch Quittenmus, das bei der Herstellung von Quittengelee abfällt. Das friere ich immer vorportioniert ein, um daraus Quittenmus-Kuchen zu backen. Auf der Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten habe ich ein Rezept für Apfelsenf gefunden. Das habe ich dann so umgestaltet, dass daraus ein Quittensenf wurde. Der fruchtig-würzige Senf passt hervorragend zu herzhaftem Bergkäse oder gegrilltem Gemüse.



Quittensenf 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  •  250 g Quittenmus oder Quittenpüree 
  • 100 g gelbe Senfkörner 
  • 10 g schwarze Senfkörner 
  • 100 g Weißweinessig 
  • 3 schwarze Pfefferkörner 
  • 3 Esslöffel Honig 
  • 1 Teelöffel Salz 

Zubereitung: 

Senfkörner zusammen mit dem Pfeffer sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. 
Quitten mit einem trockenen Tuch abrubbeln, schälen und in Stücke schneiden. Dann mit etwas Wasser auf kleiner Flamme weichkochen. 
Oder 
Das fertige Quittenmus sanft erwärmen. 
Den Essig zum Quittenmus geben und mit erwärmen. 
Senfmehl in die warme Masse einrühren. 
Honig und Salz hinzufügen und alles nochmals gut mit dem Pürierstab durchmixen. 
Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er mindestens 2 Wochen reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder.

Sonntag, 6. Februar 2022

Wacholderbeeren für die Kräuterküche, Naturkosmetik und Haushaltsreinigung



Die Natur ruht noch – nun habe ich Zeit die eingelagerten Kräuter und Früchte zu verarbeiten. Bereits im späten Herbst hatte ich reichlich Wacholderbeeren gesammelt. Den größten Teil der blauschwarzen Beeren habe ich zum Trocknen aufgehängt. Dafür lege ich die Beeren in einen luftdurchlässigen Leinenbeutel und hänge diesen in einem trockenen Raum auf. Hin und wieder sehe ich nach den Beeren, damit sich kein Schimmel bildet. Nach drei bis vier Wochen lese ich die braunen aus und verwahre die makellosen Beeren in einem Glas. 



Die aromatischen Beeren verfeinern vor allem Fleischgerichte, aber auch Butter oder diesen herzhaft-scharfen Senf: 

Hausgemachter Wacholder-Honig-Senf 

Für dieses Rezepte werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 80 g gelbe Senfkörner
  • 20 g schwarze Senfkörner 
  • 10 Wacholderbeeren 
  • 20 g Honig 
  • 80 g Wasser 
  • 60 g Weißweinessig 
  • 1/2 Teelöffel Salz 

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Wacholderbeeren sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. 
Wasser und Essig erwärmen. 
Das feine Senfmehl mit dem warmen Essig und Wasser in ein Rührgefäß geben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. 
Honig und Salz in die Senfmasse rühren. 
Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er mindestens 2 Wochen reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder. 

In einigen alten Kräuterbüchern habe ich gelesen, dass die reifen Beeren erst nach dem Frost ihr volles Aroma entwickelt. Ich weiß jedoch nicht, ob dies so richtig ist. Doch einige frische Beeren ernte ich auch jetzt noch. Aus einigen destilliere ich ein Hydrolat, das dann zu Cremes und Salben weiterverarbeitet wird. 

Andere wiederum ziehe ich in Essig aus, um einen Hygienereiniger herzustellen. Auch als Zutat meinen Naturseifen tragen die ätherischen Öle des Wacholders und die fein gemahlenen Beeren zur Hautgesundheit bei. 



Da ich im Winter mehr Zeit mit Handarbeiten verbringe, habe ich passend zum Wacholder-Hygiene-Reiniger einige Putztücher gestrickt und Schwämme gehäkelt. Gestrickte Waschlappen, gehäkelte Kosmetikpads und Seifensäckchen sehen toll aus und tragen zu tragen zur Müllvermeidung bei.

Dienstag, 1. Februar 2022

Selbst gemachte Kaminanzünder und duftendes Brennholz

Die Landschaft der Schwäbischen Alb ist von einer dicken Schneedecke bedeckt. Vor allem an hohen Bäumen hat sich eine dicke Schicht Raureif gebildet. Bei der kleinsten Brise klirren die glasklaren Eiskristalle wie ein Windspiel. 



Die eisigen Temperaturen sind zwar kein Grund auf Wanderungen zu verzichten, doch die Vorfreude auf die geheizte Stube ist groß. Ein mit Holz befeuerter Kachelofen spendet uns im Winter gemütliche Wärme. 

Bereits im August nach der Blüte hatte ich unsere Lavendelbüsche kräftig gestutzt. Die abgeschnitten Zweige hatte ich gebündelt im Holzschuppen aufgehängt. Als Beigabe zum Brennholz im Kamin erzeugen sie einen wunderbar duftenden Rauch. Diese Anregung hatte ich vor einigen Jahren in Mrs Beeton's „Book of Garden Management“ unter dem Titel „Fragrant Firewood“ gefunden. Seither sind immer neue „Kräuterabfälle“ mit eingebunden worden. In diesem Jahr bekamen vor allem Rosmarin und der Salbei einen Rückschnitt. Die verholzten Triebe hatte ich ebenfalls aufbewahrt, um sie jetzt mit dem Brennholz zu verfeuern. 



Im späten Herbst haben wir dann noch die Zutaten für die Anzünder gesammelt. Dafür eignen sich allerlei Zapfen und kleine Stöckchen. Leere Nüsse liegen reichlich unter unseren Haselsträuchern, die werden auch gleich noch mitverwendet. Sehr gut können getrocknete Schalen von Zitrusfrüchten mit eingebunden werden. Zimtstangen und Nelken, ebenso wie Rindenstücke. Noch etwas Naturbast oder Reste von Paketschnur und Hobelspäne. Eierkartons und Toilettenpapierrollen halten die Anzünder zusammen. 

Die Nachbarin hat noch etwas ungereinigtes Wachs von ihren Bienen übrig, das ist für die Kaminanzünder hervorragend geeignet. Da wir keine konventionellen Kerzen aus Paraffin oder Stearin verwenden, haben wir davon auch keine Reste. 



Mit all diesen Zutaten konnten unsere Enkelkinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die kurzweilige Bastelarbeit hatte ihnen viel Spaß gemacht. Die trockenen Zutaten können nach Lust und Laune in den leeren Kartons arrangiert werden. Ein Stück gewachste Schnur ergibt einen wunderbaren Docht zum Anzünden.

Zum Schluß gieße ich ein wenig geschmolzenes Bienenwachs darüber, damit die Anzünder gut zusammenhalten. Die Arbeit mit dem heißen Wachs erfordert etwas Vorsicht, damit sich niemand verletzt. Aus dem übrigen Wachs habe ich in einer Seifenform noch eine Kerze gegossen.

Unsere selbst gemachten Kaminanzünder funktionieren hervorragend und machen zusammen mit den getrockneten Kräuterbündeln das Anschüren zum Dufterlebnis.