Sonntag, 11. Juli 2021

Putztücher aus Bäckergarn und Leinenzwirn – die stabile Alternative zu Microfaser

Die Idee Putztücher aus Flachsbindfaden und Paketschnur zu fertigen, hatte ich vor einigen Jahren in der „Gartenlaube“ aufgegriffen. Seither habe ich mit immer neuen Materialien experimentiert und dabei sind schöne, preiswerte Putztücher mit hohem Gebrauchswert entstanden. 

In meiner Kindheit waren Küchengarne aus Naturfasern in jedem Haushalt zu finden. Mit den lebensmittelechten Fäden wurden Rollbraten oder Rouladen gebunden oder Wild bardiert. Böhmische Knödel wurden bei uns nicht etwa mit dem Messer, sondern mit einem feinen, geschmacksneutralen Leinenzwirn in Scheiben geschnitten. So behielten die Knödel ihre Form und wurden nicht „latschig“. 

Hausgemachte Würste wurden mit Metzgergarn abgebunden. Auch wenn in vielen Einsatzbereichen die Küchengarne aus Naturmaterialien durch Plastik ersetzt wurden, kann man sie noch kaufen. Das gezwirnte Wurst- oder Schinkengarn fand ich im Fleischerei- und Metzgereibedarf. Es besteht aus hitzebeständiger Baumwolle und ist extrem reißfest.

 


Diese stabilen Putztücher habe ich mit Noppenmuster gehäkelt. Sie eignen sich hervorragend zum Reinigen grober Verschmutzungen. Putztücher aus Wurstgarn lassen sich problemlos bei 60 °C waschen und haben eine lange Lebensdauer. Zum Häkeln des Noppenmusters genügen Grundkenntnisse. 

Für diese Putztücher habe ich 20 Maschen angeschlagen.

Die 1. Reihe mit festen Maschen gehäkelt. 

In der 2. Reihe zuerst 2 feste Maschen häkeln. Für die Noppe wird mit einem Stäbchen begonnen, das jedoch nicht abgemascht wird. In die selbe Masche werden ebenso zwei weitere Stäbchen begonnen, Auf der Häkelnadel liegen nun drei Schlaufen, durch die das Garn gezogen wird. So werden alle drei Stäbchen auf einmal abgemascht und es entsteht die Noppe. Danach folgt eine feste Masche. Die Reihe wird im Wechsel fortgeführt. 

Die 3. Reihe wird mit festen Maschen gehäkelt. 

In der 4. Reihe zuerst eine feste Masche häkeln. Dann die erste Noppe häkeln und die Reihe im Wechsel fortführen. 

Das etwas feinere Bäckergarn wurde ursprünglich zum Fixieren der Papierverpackung verwendet. Die Spültücher habe ich mit einem einfachen Muster aus linken und rechten Maschen gestrickt. 


 

An dieser Stelle möchte ich den Youtube-Kanal "English Heritage -How To Cook The Victorian Way" empfehlen. Hier verwendet Mrs Crocombe ihre selbst gefertigten Putztücher für "Fashionable Apple Dumplings".


Freitag, 9. Juli 2021

Aromatisches Lindenblütengelee - Sommerduft im Glas

Es summt und brummt über uns im Lindenbaum, dazu weht uns ein feiner, süßer Duft um die Nase – die Lindenblüte hat eingesetzt. In den warmen Mittagsstunden können nun die aromatischen Blüten gepflückt und gleich verarbeitet werden. 
Die Verwendung von Lindenblüten in der Kräuterküche ist sehr vielfältig. Doch auch als Weichspüler ist ein Essigauszug aus Lindenblüten eine Wohltat für die Wäsche.
Im Bereich der Kosmetik fertige ich in jedem Jahr einen Ölauszug und ein Hydrolat, die dann die Grundzutaten für Cremes, Bodylotions oder Deos sind. 
 
 
Heute möchte ich mein 

Rezept für Lindenblüten-Gelee 

vorstellen. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  • ½ Litermaß frische Lindenblüten 
  • 1 Liter naturtrüber Apfel-Direktsaft 
  • 333 g Gelierzucker 1:3 
  • 1 Bio-Zitrone 

Zubereitung 

Zuerst werden die Blüten mit dem Tragblatt geerntet. Die Blüten schütteln, um sie von Insekten zu befreien – nicht waschen! 
Die gereinigten Blüten in einen Topf geben. 
Den Apfelsaft leicht erwärmen und über die Blüten gießen. 
Die Zitrone in Scheiben schneiden und auf die Blüten legen. 
Den Topf schließen und das Gemisch über Nacht ziehen lassen. 
Am nächsten Tag durch ein feines Sieb filtern. 
Den Sud mit dem Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen. 
Das heiße Gelee in gut gespülte Gläser füllen und sofort verschließen. 
 
 Lindenblüten-Gelee schmeckt nicht nur lecker als Brotaufstrich, sondern ist auch eine köstliche Zutat für diesen klassischen Streuselkuchen.

Donnerstag, 1. Juli 2021

Rosen und Holunderblüten - Glanz und Duft für mein Haar aus meinem Garten

Es ist Sommersonnenwende, die wohl schönste Zeit im Jahr. Auch wenn ich weiß, dass ab jetzt die Tage immer kürzer werden, so liegen die wärmsten Wochen vor uns. 

Die Rosen und der Holunder in unserem Garten stehen gerade in voller Blüte. Diese beiden Pflanzen bieten mir fast alles, was ich für meine Haarpflege brauche.
Aus den Blütenblättern der wunderbar duftenden Gallica-Rose konnte ich reichlich Rosenwasser  destillieren.

Ich habe meine Frisur über die Jahrzehnte immer wieder der Mode angepasst, jedoch hatte ich noch nie kurzes Haar. Während ich mein Haar früher gerne offen trug, stecke ich sie jetzt lieber hoch. 

In den letzten Jahren habe ich meine Haarpflege immer weiter „minimiert“, das heißt nur noch zweimal wöchentlich mit einfachen, selbst hergestellten Shampoos waschen und danach das Haar mit einer Spülung oder Kur behandeln. Auf chemische Behandlungen verzichte ich schon seit meiner fernen Jugend. Mein einstmals roter Farbanteil ist nun weiß und ergibt mit den noch blonden Haaren eine lebendige Farbmischung. Mein silber-blondes Haar lässt mich nicht älter erscheinen, vielmehr sorgt der gesunde Glanz für eine vitale Ausstrahlung. 


 

Rosenblüten-Shampoo 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

Für die Zubereitung 

alle Zutaten in einer Flasche mischen und schütteln. 

Das Tensid Coco glucoside ist relativ dickflüssig, so dass das Shampoo eigentlich ohne Verdicker auskommt. Wer es gerne noch dickflüssiger mag, der sollte eine Messerspitze Xanthan in Glycerin auflösen und in die Mischung geben. Alternativ ist Agaragar oder Agartine ein sehr guter veganer Eindicker. 

Anwendung 

Die Menge des Shampoos ist von der Haarlänge und der Wasserhärte abhängig. Ungefähr einen Teelöffel des Shampoos auf dem gut befeuchteten Haar verteilen, einmassieren und gut ausspülen. 


 

Saure Spülung mit Holunder- und Rosenblüten 

Holunderblüten hellen das Haar sanft auf. Rosenblüten duften nicht nur herrlich, sondern pflegen das Haar und lassen es glänzen. Der Honig spendet Feuchtigkeit, kräftigt das Haar und wirkt Haarbruch entgegen. Apfelessig schenkt dem Haar gesunden Glanz, denn die enthaltene Säure glättet und schließt die äußere Schuppenschicht der Haare. Auch für die Kopfhaut ist Apfelessig eine Wohltat. Die Essigsäure hat eine antiseptische Wirkung und verhindert so das Ausbreiten infektiöser Keime. Zudem wirkt Apfelessig entzündungshemmend und regt die Heilung an. Ergänzt wird die Spülung mit Zitronensaft. Die Säure löst nach dem Waschen mit Leitungswasser die im Haar verbliebenen Kalkreste und verhindert so ein allmähliches Abstumpfen. 

Diese Menge genügt für 2 bis 3 Anwendungen bei mittellangem Haar. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 1 Liter Wasser 
  • 5 bis 6 Holunderblüten-Dolden
  • 1 Handvoll frische oder getrocknete Rosenblüten 
  • 50 g Apfelessig 
  • 1 Zitrone 
  • 1 Esslöffel Honig 

Für die Zubereitung 

Holunder- und Rosenblüten in eine Schüssel geben. 
Wasser erwärmen und damit die Blüten übergießen. Das Wasser sollte nicht heiß, sondern nur etwa 60 Grad warm sein, damit die Blüten nicht verbrennen. 
Den Honig einrühren und ziehen lassen, bis der Sud erkaltet ist. 
Die Flüssigkeit durchsieben, dass keine Pflanzenreste in der Spülung sind. 
Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit dem Apfelessig einrühren. 
In Flaschen abfüllen und gut verschließen. 

Die Anwendung 

ist sehr einfach. Nach jeder Wäsche wird die Spülung über Kopfhaut und Haare gegossen. 
Ein weiteres Nachspülen mit Wasser ist nicht mehr nötig. 

 

Rosen-Sprühkur gegen trockenes Haar 

Diese Sprühkur ist im Handumdrehen hergestellt und wird einfach ins feuchte oder trockene Haar gesprüht. 

Es werden nur diese Zutaten benötigt

Herstellung 

Alle Zutaten in eine Sprühflasche oder Zerstäuber füllen – schütteln – fertig. 

Anwendung 

Vor jedem Gebrauch kurz schütteln und je nach Bedarf aufsprühen.