Sonntag, 14. Februar 2021

Gesichtstonikum nach einem alten Rezept für Ungarisches Wasser

Eine dicke Schneedecke liegt über der Schwäbischen Alb - jetzt habe ich Zeit für Experimente und die Muse in alten Büchern zu schmökern. Zudem warten noch viele selbstgemachte Hydrolate, Ölauszüge und Tinkturen auf ihren Einsatz. 

Im Fachbuch „Die Moderne Parfümerie“ von 1904 hatte ich ein interessantes Rezept für Ungarisches Schönheitswasser gefunden, das mich zu inspirierte zum Ursprung und Hintergrund des Ungarischen Wasser zu recherchieren. Dabei stieß ich auf folgende Geschichte, die Königin Donna Isabella von Ungarn im Jahr 1652 in ihr Andachtsbuch geschrieben hatte: 

„Ich Donna Isabella, Königin von Ungarn, ward im Alter von 72 Jahren, da ich mich sehr unpaß befand, durch folgendes Recept geheilet, das ich von einem Einsiedler bekam, den ich niemals weder zuvor noch hernach mehr gesehen habe. Durch dessen Gebrauch gelange ich wieder zu meiner völligen Stärke. Es kann auch anderen zu Nutzen bringen. Der König von Polen war Willens mich zu heiraten. Ich schlug es aber aus, aus Liebe zu Gott und dem Engel, von dem ich dieses Recept bekommen habe.“ Nehmet Rosmarinblumen so viel ihr wollet, schüttet sie in eine gläserne Retorte und gießet so viel Weingeist hinein, dass die Blumen in sich ziehen können. Verklebet die Retorte wohl und lasset die Blumen sechs Tage lang durchziehen."

 Diese Geschichte darf getrost ins Reich der Legenden verbannt werden. Die einzige historische Persönlichkeit, die in Frage kommen könnte war die polnisch-litauische Prinzessin Isabella Jagiellonica. Sie wurde durch Heirat die Königin von Ungarn und lebte von 1519 bis 1559. Demnach wurde sie nur 40 Jahre alt. 

Dennoch ist die Zusammensetzung des Schönheitswassers interessant und es lohnt sich die Inhaltsstoffe genauer anzuschauen. Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd und regt die Haut zur Bildung von Kollagen an. Ebenso wohltuend wirken die antibakteriellen Eigenschaften der Minze auf die Haut. Das Rosenwasser, oder auch Rosen-Hydrolat, ist eine vortreffliche Zutat für feine, wohlriechende Pflegeprodukte, die der Hautalterung entgegenwirken. Orangenblütenwasser duftet lieblich fruchtig und weist entzündungshemmende Eigenschaften auf. 

Um das Ungarische Wasser herzustellen, muss zuerst diese Tinktur angesetzt werden: 


 

Rezept Rosmarin-Minze-Orangen Tinktur 

Zutaten

  • 100 g Weingeist 
  • 3 Zweige Rosmarin 
  • 2 Zweige Minze 
  • Schale einer Bio-Orange 

Zubereitung 

Die Orangenschalen und die Kräuter reinigen und zerkleinern. 

In ein Schraubglas geben und den Weingeist darüber gießen, so dass das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. 

Das verschlossene Glas 2 bis 3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 

Dann durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 

Die Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 

 

Diese Tinktur ist nun Bestandteil des nachfolgenden Gesichtswassers. 


 

Rezept für ein Gesichtstonikum „Ungarisches Wasser“ 

Die Herstellung dieses erfrischenden Gesichtswassers ist sehr einfach. Es spendet der Haut Feuchtigkeit und bereitet sie auf die nachfolgenden Pflegeprodukte vor. 

Zutaten 

Zubereitung 

Alle Zutaten in eine kleine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung 

Vor dem Gebrauch kurz schütteln. Ein Wattepad mit dem Gesichtswasser befeuchten und damit über die zuvor gereinigte Gesichtshaut streichen.

Statt dem Wattepad verwende ich selbst gehäkelte Kosmetikpads.

Sonntag, 7. Februar 2021

Bratäpfel mit einer Füllung aus selbstgemachtem Orangenmarzipan

 



Seit der reichen Ernte im letzten Herbst haben wir unsere Äpfel kühl gelagert. Sie gehen jetzt langsam zur Neige und werden auch zusehends schrumpeliger. Dennoch geben sie wunderbare Bratäpfel ab und mit der Füllung aus Orangenmarzipan schmecken sie unwiderstehlich. 

Orangeat mache ich immer selbst, denn Orangenschalen sind viel zu schade zum Wegwerfen. Sie können außerdem noch hervorragend zu einem ökologischen Orangen-Essig-Haushaltsreiniger verarbeitet werden. 

 

Rezept für selbstgemachtes Orangeat

Mandelmarzipan besteht im Grunde nur aus zwei Zutaten und ist leicht herzustellen. Durch die Feuchtigkeit des frischen Orangeats wird die Füllung für die Bratäpfel perfekt. 

Zutaten 

100 g Schalen von Bio-Orangen 

100 g Zucker 

Wasser 


 

Zubereitung 

Die ganzen Orangen waschen und trocknen. 

Danach die Früchte schälen und dabei darauf achten, dass keine Fruchtfleischreste oder schadhafte Stellen an den Schalen sind. Nun werden die weißen Innenschalen so gut wie möglich entfernt. 

Die nun gesäuberten Schalen auf die gewünschte Größe zerkleinern. Diese dann in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, aufkochen und anschließend absieben. 

Nun werden die Schalen nochmals zusammen mit dem Zucker und Wasser bei niedriger Hitze für ungefähr eine Stunde gekocht. 

Die Orangenstücke abseihen. – Die Flüssigkeit jedoch nicht wegschütten. Der aromatische Sirup ist die geschmacksgebende Zutat für einen Orangenkuchen. 

Die Schalen über Nacht auf einem Kuchengitter auskühlen und trocknen lassen. Sofern sie nicht gleich verarbeitet werden, können sie in einem verschließbaren Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden. 


 

Für die Weiterverarbeitung zu Orangen-Marzipan kann das Orangeat sofort frisch verwendet werden. 
 

Rezept Orangen-Marzipan

Zutaten

100 g Orangeat 

100 g gemahlene Mandeln 

50 g Puderzucker 

1 Esslöffel Wasser oder Amaretto 

Zubereitung Orangen-Marzipan 

Alle Zutaten in einen Zerkleinerer geben und häckseln, bis eine zähe Masse entsteht. Falls nötig noch etwas Flüssigkeit zugeben. Durch das feine Zerkleinern wird die Masse sehr homogen und es gibt keine störenden, harten Orangenstücke. 



Zubereitung Bratäpfel

Eine ofenfeste Form mit etwas Butter ausstreichen Äpfel waschen und das Kerngehäuse großzügig entfernen. 

Die Äpfel mit der Orangen-Marzipanmasse füllen. 

Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad (Umluft) ungefähr 30 Minuten backen. 

Am besten schmecken die Bratäpfel, wenn sie heiß aus dem Ofen mit Vanillesoße serviert werden.