Dienstag, 21. Juli 2020

Seifenkraut-Creme - reichhaltige Pflege für reine Gesichtshaut

 

Vor einigen Jahren hatte ich einen kleinen Ableger des Seifenkrauts in meinem Garten kultiviert. Seitdem wächst und wuchert es wie Unkraut. Doch wegen der rosa Blütenpracht und dem angenehmen, süßlichen Duft lasse ich die ausdauernde Pflanze bis zur „Ernte“ gewähren. Jedoch wird nichts davon kompostiert, denn getrocknet können alle Pflanzenteile über Monate hinweg zur Körper- und Wäschereinigung verwendet werden. Das Seifenkraut ist reich an Saponinen, das sind waschaktive Substanzen, die einen natürlichen Schaum bilden. Zudem ist ein Flavonglykosid enthalten, dem bakterien-, pilz- und virenhemmende Eigenschaften zugesprochen werden. Dies ist wohl auch der Grund, warum In historischen Kräuterbüchern das Seifenkraut gegen allerlei Hautkrankheiten wie Ekzeme, Furunkel und Unreinheiten empfohlen wird. Sogar ein geringer Anteil ätherischer Öle sind im Seifenkraut enthalten. Diese sind, wie auch das Flavonglykosid wasserlöslich und daher ein klarer Fall für meine Destille. Das Seifenkrauthydrolat hatte den gleichen lieblichen Duft, wie das Kraut selbst und wurde sofort zu einer Creme verarbeitet. 

 


Rezept für eine hautklärende Seifenkrautcreme 

Der milde Eigengeruch der Sheabutter nilotica passt sehr gut zum zarten Duft des Seifenkrauthydrolats. Sie gibt der Creme zudem eine wunderbare Konsistenz, so dass sie schnell einzieht und die zarte Gesichtshaut pflegt. Jedoch wird Seifenkraut-Hydrolat nicht angeboten, zumindest konnte ich kein käufliches finden. Die Creme kann dennoch mit jedem Hydrolat oder Wasser angerührt werden.

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zubereitung 

Den Emulgator Xyliance im Aprikosenkernöl schmelzen. Danach die Fettphase vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben. 

Hydrolat leicht erwärmen und Honig darin auflösen. 

Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis Handwärme erreicht ist und eine stabile Emulsion entstanden ist. 

Anwendung 

Morgens und Abends in die frisch gereinigte Gesichtshaut sanft einmassieren.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Lindenblüten-Pfitzauf



Schon beim Öffnen der Haustür umschmeichelt der süße Duft von Lindenblüten meine Nase. Das emsige Summen der Nektar sammelnden Insekten durchdringt die Luft. Jetzt kann ich in den Mittagsstunden die Blüten der Lindenbäume ernten, die vor unserem Haus stehen. In jedem Jahr finde ich weitere Möglichkeiten. Für die Körperpflege wird ein Teil der Blüten wird in Öl ausgezogen, um damit wundheilende Cremes und Deos herzustellen. Weitere Blüten werden in der Destille zu Hydrolat verarbeitet, das die Basis für ein wohltuendes Gesichtswasser ist. 
In der Kräuterküche sind Lindenblüten eine kulinarische Bereicherung. In Sirup oder Gelee kann das Aroma lange bewahrt werden. Ich finde, dass getrocknete Blüten keineswegs so lecker wie frische sind. Vor allem Lindenblüten verlieren beim Trocknen viel Aroma. Frau Löffler lobt in ihrem Kochbuch „Die sparsame Löfflerin“ die wunderbaren Eigenschaften des kostenlosen Geschmacksgebers. Sie schlägt vor das Aroma in Milch auszuziehen. Mit dieser Methode hatte ich bereits leckere Waldmeister- und Holundermilch hergestellt, daher war auch die Lindenblütenmilch ein wahrer Genuss. 


Rezept Lindenblütenmilch 

Zutaten 

  • 1 Handvoll frische Lindenblüten 
  • 250 g Milch 

Zubereitung 

Die Lindenblüten nicht waschen, sondern nur ausschütteln und gut verlesen, damit sich keine Insekten mehr in den Blüten befinden. 
Die Milch auf ungefähr 70 Grad erwärmen und über die Lindenblüten gießen. 
Die Lindenblüten für mindestens 30 Minuten in der Milch ziehen lassen und dann absieben. 


Rezept Lindenblüten-Pitzauf 

Die Lindenblütenmilch ist die geschmacksgebende Zutat für das typisch schwäbische Gebäck. Das Grundrezept habe ich dem „Neuen Stuttgarter Kochbuch“ von 1918 entnommen. 
Das Gebäck ähnelt einem Soufflé und kann sehr gut in den entsprechenden Formen oder in Tassen gebacken werden. 

Zutaten 

  • 250 g Lindenblütenmilch 
  • 3 Eier 
  • 50 g Zucker 
  • 1 Teelöffel Vanillezucker 
  • 125 g Mehl 
  • 1 Prise Salz 
  • 50 g Butter 
  • Etwas Butter für die Formen 

Zubereitung 

Den Backofen vorheizen und darin die leere Pfitzaufform erwärmen. Die Form aus dem Ofen nehmen und mit Butter ausstreichen. 
50 g Butter schmelzen. 
Eier, Vanillezucker und Zucker schaumig schlagen. 
In einer separaten Schüssel Mehl, Salz und Lindenblütenmilch verrühren. 
Die zähe Zucker- Ei-Mischung unterrühren. 
Geschmolzene Butter unterziehen. 
Die einzelnen Förmchen bis zur Hälfte mit Teig füllen. Im vorgeheizten Backofen für 25 bis 30 Minuten bei 180 Grad (Umluft) goldbraun backen. 
Die Pfitzauf sind fertig, wann sie ihr Volumen mindestens verdoppelt haben und „aufpfitzen“. 
Mit etwas Lindenblüten-Zucker bestäuben und sofort servieren. .