Donnerstag, 21. Mai 2020

Grießpudding mit natürlichem Waldmeistergeschmack


In diesen Tagen erobert der Waldmeister die lichten Laubwälder der Schwäbischen Alb. Das frische Grün gedeckt den Waldboden und der einzigartige Duft erfüllt die Luft. 
Ob nun in der Küche oder in der Körperpflege, die Einsatzmöglichkeiten des Waldmeisters sind vielfältig. Die Erntezeit des Waldmeisters ist zwar sehr begrenzt, jedoch lässt er sich gut einfrieren und trocknen. Beide Lagerungen bewahren das Aroma. Der natürliche Geschmack lässt sich sehr gut in Zucker und Milchprodukten extrahieren. In alten Kochbüchern finde ich immer wieder Anregungen, die ich gerne ausprobiere. Wie dieser Grießpudding, der mit echtem Waldmeisteraroma ist und nicht mit künstlichem Geschmack, der durch giftgrüne Färbung unterstrichen wird. 


Rezept Waldmeister-Grießpudding

Zutaten 

  • 10 Stängel Waldmeister 
  • ½ Liter Milch 
  • 50 g Zucker oder Waldmeisterzucker 
  • 50 g Weichweizengrieß 
  • 1 Ei 

Zubereitung 

Den Waldmeister reinigen und für ein paar Stunden antrocknen lassen, damit er sein typisches Aroma entfalten kann. 
Die Milch zum Kochen bringen und den Waldmeister damit überbrühen. Für ein bis zwei Stunden ziehen lassen, danach durch ein feines Sieb filtern. 
Das Ei trennen. Eiweiß zu Eischnee steif schlagen. 
Aromatisierte Milch mit Zucker in einem Topf zum Kochen bringen. Grieß unter Rühren einstreuen, zum Kochen bringen und etwa 1 Minute. unter Rühren kochen lassen. 
Den Topf vom Herd nehmen und das Eigelb zügig unterrühren. 
Eischnee unter den heißen Pudding heben. 
Den heißen Grießpudding in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Form füllen. Den Grießpudding für mindestens 2 Stunden kaltstellen. 
Vor dem Servieren den Pudding vorsichtig aus der Form lösen und auf einen Teller stürzen.


Weniger aufwändig ist es, wenn der Grießpudding heiß in verschließbare Gläser gefüllt wird. Darin bleibt er länger frisch, kann transportiert oder auch im Glas serviert werden.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Beinwell- Pfitzauf mit Gundermann und Knoblauchsrauke

 Die Knoblauchsrauke in meinem Garten steht schon in voller Blüte. Jetzt muss ich mich mit der Ernte sputen, bevor die zarten Blätter bitter werden und ihr sanftes, unaufdringliches Aroma verlieren. 
Obwohl ich im Herbst reichlich Beinwell-Wurzeln ausgegraben hatte, um daraus Salbe zu fertigen, sind binnen weniger Tage reichlich frische Blätter aus der Erde gesprossen, so dass ich mit der Ernte beginnen kann. 
Für das nachfolgende Rezepte wurde ich von Mrs, Beeton inspiriert. Im antiken, britischen Kochbuch „'Everyday Cookery“ finden sich einige interessante Rezepte mit Beinwell. Überhaupt ist der Comfrey, wie er im englischen heißt, ein fester Bestandteil der traditionellen, britischen Küche. 
Für die Schwäbische Pfitzauf-Form habe das ursprüngliche Rezept etwas angepasst. Selbstverständlich kann anstatt der Pfitzauf-Form auch jede andere Muffin-Form verwendet werden. 
Das Zusammenspiel von Beinwell, Knoblauchsrauke und einigen Gundermannblättern verleihen dem herzhaften Gebäck einen einzigartigen Geschmack. 


Rezept Beinwell- Pfitzauf mit Gundermann und Knoblauchsrauke 

Zutaten 

  • 10 bis 12 junge Beinwellblätter 
  • 1 Handvoll Knoblauchsrauke 
  • 3 bis 5 Gundermannblätter 
  • 100 g herzhafter Cheddar oder Bergkäse 
  • 200 g Frischkäse 
  • 3 Eier
  • 200 g Mehl 
  • 100 g Butter 
  • 1 Teelöffel Backpulver 
  • 1 Prise Salz 
  • Etwas Butter und Semmelbrösel für die Form 

Zubereitung

Beinwell, Knoblauchsrauke und Gundermann waschen, mit einem Tuch trocken tupfen und grob hacken. 
Käse grob reiben. 
Butter zerlassen. Eier mit Frischkäse und einer Prise Salz gut verrühren. 
Die zerlassene Butter unterrühren. 
Mehl mit Backpulver mischen und einrühren. 
Nun den geriebenen Käse und die gehackten Blätter in den Teig rühren. 
Die gebutterte Form mit Semmelbrösel ausstreuen, dann die Masse gleichmäßig verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft für 25 Minuten backen.