Montag, 27. April 2020

Beruhigende Creme mit Zitronenmelisse gegen unreine Gesichtshaut

Schon jetzt treibt die Zitronenmelisse in unserem Garten so üppig aus, dass ich sie zurückschneiden muss. Aus einem Teil der zarten Blätter fertige ich in der Destille ein fein duftendes Hydrolat. Den anderen Teil verwende ich für einen Ölauszug. 

Rezept für einen Zitronenmelissen-Ölauszug  

Zutaten 

Zubereitung 

Die frischen Blätter säubern und klein schneiden. Zusammen mit 150 g kaltgepresstem Olivenöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist. 

Während der Ölauszug im Joghurtbereiter reift, entfaltet das Hydrolat im kühlen Keller sein Aroma. 


Der Ölauszug ist nun die Grundlage für weitere Produkte mit den vielfältigen Wirkstoffen der Melisse. Diese sind sowohl antiviral, als auch antimikrobiellen und fungizid. Je länger ist mich mit der Melisse befasst hatte, desto mehr Einsatzgebiete erschlossen sich mir. Daher werde ich in nächster Zeit weitere Rezepte online stellen, um das breite Anwendungsspektrum dieses so einfach zu kultivierenden Heilkrauts zu zeigen. 


Das Melissenhydrolat kann auch hier gekauft oder durch einen frischen Tee aus Melisse ersetzt werden. Hierfür werden die frischen Blätter zerkleinert und mit sehr warmen, aber nicht heißem Wasser übergossen. Nach 10 bis 20 Minuten wird der Sud gut gefiltert. Diese Zubereitung verkürzte jedoch die Haltbarkeit des fertigen Produkts erheblich, da sich kleine Pflanzenreste in der Wasserphase befinden.
  

Rezept für eine beruhigende Creme mit Zitronenmelisse gegen unreine Gesichtshaut

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

50 g Zitronenmelisse-Hydrolat  oder Tee
1/2 Teelöffel Honig

Zubereitung

Zitronenmelissenöl und Emulsan erwärmen, bis das Emulsan geschmolzen ist. 
Danach die Fettphase vom Herd nehmen und das Kokosöl dazugeben. 
Honig in der leicht erwärmten Wasserphase auflösen. 
Warme Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. 
Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist.

Mittwoch, 15. April 2020

Herzhafte Kekse mit Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke gehört zu meinen Lieblingskräutern, denn ich schätze ihre milde Würze und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Wildkräuterküche. Schon jetzt wächst sie üppig an Feldrainen und Waldwegen. Dort möchte ich sie aber nicht sammeln, daher habe ich sie vor einigen Jahren in meinem Garten ausgesät. Seitdem hat sich die Knoblauchsrauke einen Platz zwischen den Obstbäumen erobert, wo ich sie bedenkenlos frisch ernten kann. 

Rezept für herzhafte Kekse mit Knoblauchsrauke

Zutaten 

  • 150 g Mehl 
  • 110 g weiche Butter 
  • 100 g frisch geriebener Parmesan 
  • 4 bis 5 Stiele Knoblauchsrauke 
  • ½ Teelöffel Salz 
  • 1 Prise Pfeffer 


Zubereitung

Die Blätter der Knoblauchsrauke vom Stiel zupfen und ganz fein schneiden. 
Die Butter cremig rühren. 
Parmesan, fein geschnittene Knoblauchsrauke, Salz und Pfeffer hinzugeben und alles gut durchrühren. 
Zum Schluss noch das Mehl in die Schüssel sieben. Nochmals gut durchrühren, bis ein homogener Teig entsteht. 
Aus dem fertigen Teig eine Rolle von ungefähr 4 cm Durchmesser formen. Die Teigrolle im Kühlschrank für mindestens 1 Stunde ruhen lassen.  
Nach der Kühlzeit die Teigrolle in ungefähr 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. 
Die Scheiben mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 180°C Umluft (Ober- Unterhitze 200°C) für 15 - 20 Minuten backen bis die Kekse goldbraun sind.

Donnerstag, 9. April 2020

Gründonnerstagskräuter und Schwäbische Seelen

In diesem Jahr unterscheidet sich der heutige Gründonnerstag von jedem den ich bisher erlebt habe. Bei sommerlichem Wetter sitzen wir im Garten. Doch anstatt mit den Nachbarn ein Schwätzchen zu halten, müssen wir Abstand wahren. Eine meiner Nachbarinnen hatte Schwäbische Seelen gebacken und das noch warme Gebäck vor unsere Tür gestellt. Außen knusprig und innen zart, so lieben wir die kleinen Weißbrote aus Dinkel. Eine ganz wunderbare Geste für den Gründonnerstag, an dem das letzte Abendmahl gefeiert wird. Zur Entstehung der Schwäbischen Seelen gibt es mehrere Legenden. Eine davon besagt, dass die Bewohner der Stadt Ravensburg jedem Bettler ein Brot schenken wollten, wenn die Pest an der Stadt vorbeiziehen würde. Doch aus dem großzügigen Versprechen wurden aus schwäbischer Sparsamkeit heraus schließlich die doch etwas kleineren Brote für die „armen Seelen“ gebacken. 

 

Rezept für Schwäbische Seelen

Zutaten Vorteig 

100 g Dinkelmehl Type 630 
12 g Hefe 
125 g Wasser 
1 Teelöffel Honig 

Zutaten Hefeteig 

400 g Dinkelmehl Type 630 
225 g Wasser 
1 Teelöffel Salz 
10 g Sonnenblumenöl 
Sonnenblumenkerne, grobes Salz und Kümmel zum Bestreuen 

Zubereitung 

Für den Vorteig Mehl, Hefe, Wasser und Honig in eine Rührschüssel geben, verrühren und zugedeckt über Nacht stehen lassen. 
Am nächsten Tag Mehl, Wasser, Salz und Öl hinzufügen und zu einem glatten, weichen Teig verarbeiten. 
Den Teig in einer Schüssel zugedeckt für 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. 
Nun wird der Teig in der Schüssel mit nassen Händen gefaltet. Hierfür wird der Teigrand vorsichtig in die Höhe gezogen und in dann in die Mitte gedrückt. Dieser Vorgang wird rundherum an allen Seiten drei- bis viermal wiederholt. 
Den Teig nochmals für 30 Minuten gehen lassen. 
Dann daraus etwa 7 Seelen formen. Diese auf das Backblech legen, etwas langziehen und für weitere 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. 
Den Backofen auf 250 Grad (Umluft) vorheizen. 
Die Seelen vor dem Backen mit Wasser benetzen und mit grobem Salz, Kümmel und eventuell Sonnenblumenkernen bestreuen. 
In den vorgeheizten Backofen geben und auf 220 Grad (Umluft) herunterschalten. Für ungefähr 20 Minuten backen. Auf dem Kuchenrost auskühlen lassen. 

Zu den frischen Seelen schmeckt die Kräuterbutter besonders lecker. Für die Zusammenstellung dieses Rezeptes habe ich mich an den 9 Gründonnerstags-Kräutern orientiert. Bärlauch, Vogelmiere, Gundermann, Gänseblümchenblüten, Brennnessel, Löwenzahn, Schafgarbe, Spitzwegerich, Wiesenlabkraut, Taubnessel, Wiesenknopf, Sauerampfer, Brunnenkresse und Knoblauchrauke, all diese Wildkräuter können jetzt schon gesammelt werden. Auch einige Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel können schon geerntet werden. 
Die Zusammensetzung der Kräuter kann jeder nach seinem Geschmack gestalten. Bei unserer Kräuterbutter dürfen vor allem Gundermann, Knoblauchrauke und Petersilie nicht fehlen, die anderen Kräuter finden sich immer wieder neu in der Butter zusammen. 

 

Rezept Gründonnerstags-Kräuterbutter 

Zutaten 

250 g weiche Butter 
1 Esslöffel Olivenöl 
1 Bund frische Wild- und Küchenkräuter 
1 Prise Pfeffer 
1 Prise Salz 

Zubereitung 

Kräuter sehr fein schneiden. Die Butter mit dem Olivenöl cremig aufschlagen. Die Kräuter unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Verzehr die fertige Kräuterbutter kaltstellen.