Samstag, 21. März 2020

Der Frühling beginnt mit Schnee


Während der Winter mild und fast schneefrei war, hat sich zum Frühlingsanfang eine Schneedecke über das frische Grün gelegt. 
Dem Huflattich kann der Kälteeinbruch nichts anhaben, seine Blüten kämpfen sich auch durch Eis und Schnee. Das ausdauernde, genügsame Kraut wächst dennoch überaus üppig. Daher sammle ich immer ein paar Blüten mehr, um diese zu trocknen. Die getrockneten Huflattichblüten kann ich noch monatelang für Gesichtsdampfbäder verwenden. Das Gesichtsdampfbad mit Huflattichblüten öffnet die Poren, regt den Hautstoffwechsel an und bereitet die Haut auf die nachfolgende Pflege vor. Zudem hilft das Inhalieren von heißem Dampf bei Erkältungen oder Atembeschwerden. Es lässt die Nasenschleimhaut abschwellen und fördert den Schleimausfluss. Die schleimlösenden Eigenschaften des Huflattichs unterstützen diese Wirkung. Benötigt werden lediglich eine Schüssel, kochendes Wasser, ein Handtuch und frische oder getrocknete Huflattichblüten. 

Rezept für ein hautklärendes Huflattich-Dampfbad 

Zutaten 

  • 1 Tasse frische oder getrocknete Huflattichblüten 
  • Kochendes Wasser 
  • Handtuch 

Anwendung 

Huflattichblüten in eine Schüssel geben und mit einem Liter kochendem Wasser übergießen. Kopf und Schüssel mit einem Handtuch bedecken und den aufsteigenden Dampf tief einatmen. Danach die Haut sanft abtupfen und eincremen.

Dienstag, 17. März 2020

Fußbalsam mit Fichtenharz und Weidenrinden

Das sonnige Wetter der vergangenen Tage haben wir genutzt, um die die reizvolle Landschaft rund um Hechlingen zu erwandern. 



Unser Weg führte uns von der Steinernen Rinne hoch zur Ruine der Katharinenkapelle bis zum Hechlinger Hohlweg, der als malerische Schlucht zurück ins Tal führt. 


Ich habe noch reichlich Fichtenharz und Weidenrinden-Tinktur zur Verfügung. Beides sind hervorragende Zutaten für einen Fußbalsam, der schnell und unkompliziert hergestellt werden kann. 

Rezept für einen Fußbalsam mit Fichtenharz und Weidenrinde 

Zutaten 

Zubereitung 

Fichtenharz mit dem Mörser zerkleinern. Fichtenharz, Bienenwachs, Lanolin und Sonnenblumenöl in ein sauberes Glas geben, das nicht mehr gebraucht wird, denn die Harzreste lassen sich sehr schlecht vom Gefäß lösen! 
Das Glas in ein Wasserbad stellen und erwärmen, bis sich das Harz im warmen Gemisch aufgelöst hat. 
Zum Schluss den Weidenrinden-Tinktur und Honig einrühren.

 

Anwendung

Ein vorangegangenes Bad aus Weidenrindensud reinigt und erfrischt die Füße. 
Die anschließende Pflege durch den Fichtenharz-Weidenrinden-Balsam weicht die Haut auf und glättet sie. 
Nach dem Eincremen ziehe ich mir Baumwollsocken an und lege die Beine hoch. Die Füße sind von der Bewegung, dem Bad und der Creme wohlig warm und gut durchblutet. Ein wunderbares Gefühl!

Sonntag, 15. März 2020

Weidenrinde und Hamamelis für reine Gesichtshaut

hrend der Hamamelisstrauch im Sommer zwischen den anderen Pflanzen kaum auffällt, ist er in den Wintermonaten eine wahre Pracht. Die duftenden Blüten heben sich von den kahlen Ästen ab wie Bernsteine. Die in der Hamamelis enthaltenen Gerbstoffe lindern Juckreiz und wirken entzündungshemmend. Daher ist Hamamelis-Hydrolat zur Behandlung wunder und gereizter Haut eine hervorragende Wahl. 


Die rot-goldenen Zweige der Weiden sind ebenfalls noch kahl und leuchten in der Sonne. Bereits im Februar wurden sie zurückgeschnitten, um ihre charakteristische Form zu erhalten. Da nur noch wenige Körbe aus den biegsamen Zweigen geflochten werden, bleiben sie neben den Bäumen liegen. Ein paar davon nehme ich mir, um daraus Kränze zu flechten. Einige Zweige schäle ich und verwende die Weidenrinde zum Färben sowie zur Herstellung einer Tinktur. 



Rezept Weidenrinden-Tinktur 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Rinde von den Weidenzweigen mit einem Sparschäler schälen und zerkleinern. 
In ein Schraubglas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. 
Jetzt werden die Pflanzenteile mit Weingeist übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. 
Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 
Die fertige Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 

Die Weidenrinde ist jetzt ausgezogen und die Tinktur wird in wirksame Kosmetikprodukte eingearbeitet. Die in der Weidenrinde enthaltene Salizylsäure hat die Eigenschaft, harte Hautstellen aufzuweichen und wirkt hautglättend. 

Weidenrinden-Hamamelis-Waschgel 

Das hautklärende Waschgel reinigt sanft und porentief, ohne die Haut auszutrocknen. Die antibakteriellen Eigenschaften der Hamamelis und der Weidenrinde sorgen für ein reineres Hautbild und beugen Hautunreinheiten effektiv vor. 

Zutaten 

Zubereitung 

Alle Zutaten in eine Sprüh- oder Pumpflasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung 

Eine kleine Menge der Reinigungslotion mit feuchten Händen im Gesicht verteilen, leicht einmassieren und mit Wasser gründlich abspülen. 

Die hautklärende und beruhigende Gesichtsreinigung wird durch dieses Gesichtswasser ergänzt. Es ist ebenso einfach und schnell wie das Waschgel fertiggestellt. 



Weidenrinden-Hamamelis-Gesichtswasser 

Zutaten 

Zubereitung 

Beide Zutaten in eine kleine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung 

Ein Wattepad mit dem Gesichtswasser befeuchten und damit über die zuvor gereinigte Gesichtshaut streichen.

Freitag, 6. März 2020

Duftende Topfuntersetzer und Platzdeckchen

Ich hatte schon öfters über meine Leidenschaft für Flohmärkte geschrieben. Dort suche ich vor allem nach antiken Haushaltsgegenständen, Wäsche und Stoffe. Ab und zu finde ich auch antiquarische Frauenzeitschriften, Handarbeits- und Kochbücher. Die Inhalte spiegeln das Leben der Frauen wider, das von Sparsamkeit, Fleiß und vor allem Unterwürfigkeit geprägt war. Ich bin froh, dass ich heute lebe, doch ich bewundere die Fülle der Ideen und Rezepte der rastlosen Frauen, die für ihre Familien gekocht, geputzt und gewaschen haben. Selbst die Kleidung haben sie selbst gefertigt, ebenso wie Tisch- und Bettwäsche. 

 

Sämtliche Handarbeitstechniken gehörten zum Standart-Repertoire eines Mädchens, wenn es die Volksschule verließ. Auch ich habe meine ersten Schuljahre in der Mädchen-Volksschule verbracht und im Handarbeitsunterricht stricken, häkeln und sticken gelernt. Nähen habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie hatte sämtliche Kleider für meine Schwestern und mich genäht. Als Teenager fand ich alle textile Handarbeit ganz grauenvoll, denn in ihr sah ich vor allem geduldige, unterwürfige Frauenarbeit. Kleidung und Wäsche wurde von Frauen in mühevoller Kleinarbeit gefertigt, die wenig gewürdigt wurde. 
Nur wer es sich leisten konnte kaufte Kleidung, daher war Selbstgeschneidertes eher ein Zeichen von fehlenden finanziellen Mitteln. Heute sehe ich die Dinge anders, denn es hat sich viel verändert. Die billigen Massenimporte haben Kleidung so preiswert gemacht, dass es sich nicht mehr lohnt selbst zu nähen. Doch individuelle, selbstgeschneiderte Kleidung aus hochwertigen Materialien sind einzigartig. Wer also nähen kann, schafft Lieblingsstücke, die im Gegensatz zu Wegwerf-Kleidung stehen. Es wird also wieder gestrickt, gehäkelt und genäht. Nicht aus Kostengründen, denn billig sind gute Garne und Stoffe wirklich nicht. Vielmehr wegen der Kreativität und Nachhaltigkeit. Und da bin ich wieder beim Flohmarkt, denn die dort gekauften Wäschestücke und Stoffe verarbeite ich weiter oder verhelfe ihnen wieder zu neuen Ehren.

Immer wieder finde ich in antiken Handarbeitsbüchern vergessene Ideen, die ich nacharbeite und hier vorstelle. Die mit duftenden Kräutern gefüllte Topfuntersetzer ist eine davon. In der ursprünglichen Anleitung eines alten Lehrbuchs werden gebrauchter Matratzendrell und schadhafte Bettwäsche verarbeitet. Es wurde wirklich nichts weggeworfen, was noch irgendwie weiterverwendet werden kann. 
Für die duftenden Topfuntersetzer können Stoffreste oder alte Textilien verwendet werden. 
 

Für die Füllung eignen sich getrocknete, zerkleinerte Kräuter. Außerdem habe ich hier eine weitere Möglichkeit gefunden Zitrusschalen zu verwenden. Diese werden gut getrocknet und fein zerkleinert der Mischung beigegeben. 

Die einzelnen Arbeitsschritte sind einfach und schnell erklärt: 
 
  • Zuerst die Stoffe auswählen und in der gewünschten Größe zuschneiden. 
  • Drei Seiten des Untersetzers schließen. 
  • Dann die Kräuter einfüllen und auch die vierte Seite zunähen. 
  • Mit der Nähmaschine absteppen. 
  • Eventuell mit Schrägband, Spitzen oder Borte einfassen.


Beim Kontakt mit dem warmen Topf strömen die ätherischen Öle der Kräuter aus und verbreiten einen feinen Duft. Der warme Boden der Teekanne entlockt den Kräutern im Untersetzer feinen Wohlgeruch, der den Duft des Tees ergänzt. 

Montag, 2. März 2020

Sanftes Efeu-Shampoo gegen fettendes Haar


Der Efeu verliert auch im Winter nicht an Kraft und wächst beständig. Selbst die Beeren  reifen erst jetzt heran. Diese sind zwar giftig und sollten nicht verzehrt werden, jedoch sammle ich sie, um damit Wolle zu färben. Aus den immergrünen Blättern stelle ich sanfte Haushaltsreiniger und wirksame Kosmetik, wie zum Beispiel dieses Shampoo her: 


Rezept für ein sanftes Efeu-Shampoo 

Das Shampoo ist sehr einfach herzustellen und schäumt sehr gut. Die im Efeu enthaltenen Saponine unterstützen die Reinigungswirkung des Betains und beruhigen die Kopfhaut. 

Zutaten 

  • 100 g Betain 
  • 100 g destilliertes Wasser 
  • 10 g frische Efeublätter
  • 5 g Efeuextrakt 
  • 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl 
  • 2 Tropfen ätherisches Salbeiöl

Zubereitung 

Aus destilliertem Wasser und Efeublättern einen wässrigen Auszug herstellen. Hierfür werden die frischen Efeublätter fein geschnitten und mit kaltem, destilliertem Wasser übergossen. Den Auszug für einige Stunden oder über Nacht zugedeckt stehen lassen. Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Auszug verbleiben. Alle Zutaten in einer Flasche mischen und schütteln. Sehr praktisch sind Pumpflaschen, da das Shampoo eher dünnflüssig ist. Wer es gerne etwas dickflüssiger mag, der sollte eine Messerspitze Guarkernmehl in die Mischung geben. Alternativ ist Agaragar oder Agartine ein sehr guter veganer Eindicker. 
Der Efeuextrakt kann entweder nach dieser Anleitung selbst hergestellt oder hier gekauft werden.