Mittwoch, 26. Juni 2019

Wien duftet nach Holunder- und Lindenblüten



Einer unserer Söhne studiert derzeit in Wien, daher haben wir beschlossen ihn in den Pfingstferien zu besuchen. Gereist sind wir mit der Österreichischen Bundesbahn, daher sind wir entspannt in Wien angekommen. Das wundervolle Wetter und das Wiedersehen mit unserem Sohn sowie dessen Freundin haben den Aufenthalt in Wien unvergesslich gemacht. Die Stadt hat so viele eindrucksvolle Bauten, Kunst und Kultur, dass wir nicht genug Zeit hatten alles zu sehen.
Der Besuch im Naturhistorischen Museen stand jedoch außer Frage, denn dort ist die Originalfigur, der Venus von Willendorf ausgestellt. Dieses unvergleichliche Kunstwerk leibhaftig zu sehen, ist wahrhaft magisch.


Was mich sehr an Wien fasziniert hat, war die Fülle an Grünanlagen und Parks, sogar Stadtwanderwege sind vorhanden. Wir konnten jeden Tag mehrere Kilometer laufen und wurden dabei vom lieblichen Duft des Holunders begleitet, in den sich mit dem honig-süßen Lindenblütenduft abwechselte. In der Stille des frühen Abends konnten wir sogar Rehe auf dem Zentralfriedhof sehen. 


Hier auf der Schwäbischen Alb hat die Holunderblüte auf meine Rückkehr gewartet. Daher habe ich schnell noch einige Blüten destilliert, in Öl ausgezogen, Sirup und Gelee gemacht sowie einen Pudding gekocht. Im „Neuen Stuttgarter Kochbuch“ von 1897 gibt es sehr viele Rezepte für Süßspeisen mit Holunderblüten, Vermutlich wurde das das natürliche, intensive Aroma viel mehr geschätzt, da noch keine künstlichen Geschmacksstoffe zur Verfügung standen. Ich stelle heute ein Rezept für Holunderblüten-Pudding aus diesem Buch vor. Selbstverständlich wird der Pudding in ohne Fertigpulver gekocht, das ohnehin nur Stärke, Farb-und Geschmacksstoffe enthält. Das portionierte Puddingpulver war schon immer verhältnismäßig teuer für die darin enthaltene Menge. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, da hätten wir viele Päckchen Puddingpulver gebraucht, um alle satt zu werden. Daher kochte auch meine Uroma den Pudding stets selbst. Wir Kinder haben sie dabei immer beobachtet. Jedoch nicht, weil uns der Kochvorgang interessiert hätte, sondern weil wir den Topf ausschlecken wollten. 



Rezept Holunderblüten-Vanille-Pudding ohne Tütenpulver 

Zutaten 

  • 12 große Dolden Holunderblüten 
  • 500 g Milch 
  • 250 g Sahne 
  • 80 g Kartoffelstärke 
  • 70 g Zucker 
  • 2 Eier 
  • 1 Vanilleschote 

 

Zubereitung 

400 g Milch und 250 g Sahne in einen Topf schütten. Holunderblüten reinigen und in die Milch-Sahne-Mischung geben. Zugedeckt über Nacht stehen lassen, damit die Milch und die Sahne das Aroma aufnehmen können. 
Am nächsten Tag Zucker und Kartoffelstärke mischen und in 100 g kalte Milch glattrühren.
Die Eier trennen und Eigelbe in die Mischung rühren. 
Die Holunderblüten aus der Milch-Sahne-Mischung sieben. 
Vanilleschote auskratzen und das Mark einrühren. 
Die aromatisierte Milch-Sahne-Mischung zusammen mit dem Vanillemark aufkochen. Speisestärke-Mischung in die heiße Milch einrühren, kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen. 
Zwischenzeitlich das Eiweiß steif schlagen und dann unter die Puddingmasse heben, wenn diese etwas abgekühlt ist.

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