Montag, 3. Juni 2019

Fliederblüten für sommerfrische Haut

Da jetzt die Fliederbäume in voller Blüte stehen wird es Zeit einige der betörend duftenden Blüten zu ernten. In den vergangenen Jahren habe ich vor allem Sirup, Aromazucker und Gelee aus Fliederblüten hergestellt. Als Heilpflanze hatte ich den Flieder jedoch bislang noch nicht verwendet. 
Im Taschenbuch der „Modernen Parfümerie und Kosmetik“ von 1949 wird der Fliederwasser zur Reinigung der Haut empfohlen. Zudem ist Flieder Bestandteil vieler Duftwässer. Einen seht hilfreichen Hinweis fand ich im „Repertorium der Heilkunst“ von 1833. Da stand folgendes geschrieben: „Da die Blüten des Flieders als unentbehrliches Hilfsmittel in der Arzneikunst anzusehen sind, so wird sich ein jeder mit einem Vorrat versehen. Das Fliederwasser ist für viele Vorfälle ein vortreffliches Mittel. Dieses wohlriechende Blumenwasser wird zunftmäßig in einer großen, gläsernen Retorte destilliert. In Ermangelung derselben kann auch eine kupferne Destillierblase verwendet werden.“ Neben den inneren Anwendungen werden vor allem die Heilkräfte gegen eitrige Hautkrankheiten gepriesen, die in diesem Buch recht drastisch beschrieben werden. In modernen Büchern werden die Inhaltsstoffe der Fliederblüten aufgeführt. Unter anderem sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Anisaldehyde und Farnesol enthalten. Letzterer findet als antibakterieller Duftstoff vor allem in der Herstellung von Natur-Deos Verwendung. Diese Informationen genügen mir, um aus den Fliederblüten eine tonisierende Körperlotion herzustellen. Basis sind ein Fliederblütenhydrolat und ein Fliederblüten-Ölauszug, die ich beide selbst hergestellt habe.




Rezept für einen Fliederblüten-Ölauszug 

In der Naturheilkunde wird das Fliederöl zur Einreibung bei Rheuma und Gicht empfohlen. 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Fliederblüten vom Stiel zupfen, reinigen und für einige Stunden trocknen lassen. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. Alternativ kann das Wirkstofföl auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht. Nach der Mazeration wird das Fliederöl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Der Ölauszug ist kühl aufbewahrt für etwa 6 Monate haltbar. 


Tonisierende, erfrischende Fliederblüten-Körperlotion 

Die Körperlotion lässt sich sehr gut verteilen und wird schnell von der Haut aufgenommen. Der blumige Duft schmeichelt nicht nur, sondern schützt vor Körpergeruch. 

Zutaten Fettphase 

  • 15 g Fliederöl 
  • 10 g Sheabutter 
  • 6 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 

  • 100 g Fliederwasser bzw. Fliederblütenhydrolat 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Fliederöl und Emulsan in einem Becherglas zur Fettphase schmelzen. Vom Herd nehmen und die Sheabutter darin aufschmelzen. 
Fliederblütenhydrolat leicht erwärmen und Honig darin auflösen. 
Wasserphase langsam unter Rühren in die Fettphase einarbeiten, bis die Lotion handwarm abgekühlt ist. 

Anwendung 

Die Lotion ist relativ flüssig und daher fülle ich sie lieber in einen Flakon, um die Anwendung zu optimieren. Am liebsten bewahre ich die Körperlotion im Kühlschrank auf, um die erfrischende Wirkung beim eincremen zu steigern. 
Optional können 4 bis 6 Tropfen Heliozimt zur Konservierung und für einen intensiveren Geruch eingearbeitet werden. 

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