Donnerstag, 30. Mai 2019

Fichtenspitzen-Gelee

Vor zwei Jahren war ich doch sehr erstaunt, dass ausgerechnet die Fichte zum Baum des Jahres 2017 auserkoren wurde. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich Fichten nur zum Ernten der jungen Triebe schätze. Auf der Website des Nabu gibt es zur Fichte (noch immer) einen interessanten Beitrag und von mir gibt es ein Rezept für Fichtenspitzen-Gelee. 
Es ist ein außergewöhnlich, aromatischer Brotaufstrich. Zusammen mit Balsamico, Sonnenblumenöl und Pfeffer ergibt das Gelee außerdem eine leckere Salatsoße für Wildkräutersalate.


Rezept Fichtenspitzen-Gelee

Zutaten

  • 1/2 Litermaß Fichtenspitzen
  • 1 l Apfelsaft
  • Gelierzucker
  • 1 Bio-Zitrone

Zubereitung

Im Mai die frischen, hellgrünen Triebspitzen der Fichtenzweige sammeln. Diese sollten sich noch unter 5 cm Länge befinden. Die Fichtenspitzen mit der ungeschälten, klein geschnittenen Zitrone in einem Liter Apfelsaft aufkochen. Vom Herd nehmen, den Topf mit dem Deckel schließen und für einige Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Tuch abseihen und dabei die weichen Spitzen ausdrücken. Die Flüssigkeitsmenge abmessen und den Gelierzucker entsprechend der Mengenangabe einrühren. Nach Vorschrift ungefähr 4 Minuten aufkochen lassen und heiß in Gläser füllen.



Mittwoch, 29. Mai 2019

Waldmeistercreme für duftende Frühlingshaut

Im Wonnemonat Mai verströmt der Waldmeister in den lichten Laubwäldern der Schwäbischen Alb seinen einzigartigen Duft. Stellenweise bedeckt er mit frischem Grün den gesamten Waldboden. Jetzt sind seine kleinen, weißen, zarten Blüten geöffnet und es ist Zeit den Waldmeister zu ernten. 
Die Verwendungsmöglichkeiten des Heilkrauts sind vielfältig. Ob als süß-würzendes Küchenkraut oder als Duftspender im Wäscheschrank, selbst als dekorativer Tischschmuck ist der Waldmeister eine Augenweide. Nun habe ich ihn auch für die Hautpflege entdeckt. Die im Waldmeister enthaltenen ätherischen Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und Glykoside wirken antibakteriell und entzündigungshemmend. 



Im Klostergarten der ehemaligen Benediktinerabtei Seligenstadt konnte ich erfahren, dass Waldmeister venenstärkend ist und wundheilend gegen Hautrötungen, Eiter und Geschwüre wirkt. Das hat mein Interesse geweckt und ich entwickelte Rezepte für den Einsatz des Waldmeisters in der Hautpflege. Wegen der venenstärkenden Eigenschaften war mein erstes Projekt eine Salbe für die Füße. Da der Duft in der fertig gerührten Salbe so lecker war, habe ich eine Körpercreme hergestellt. Der betörende Geruch der Creme entwickelt sich nach dem Auftragen noch intensiver auf der Haut und macht sie zart und weich. 
Grundlage für diese Creme sind ein Hydrolat und ein Ölauszug, die ich selbst hergestellt habe. Leider habe ich für beide Zutaten keinerlei Bezugsquellen gefunden. Alternativ kann für das Hydrolat auch ein wässriger Kaltauszug gemacht werden. Hierfür wird der Waldmeister über Nacht getrocknet und dann mit kaltem Wasser übergossen. Nach einigen Stunden kann der Auszug gefiltert werden. 


Rezept für einen Waldmeister-Ölauszug 

Zutaten 

  • 1 kleiner Strauß Waldmeister
  • 250 g Mandelöl 

Zubereitung 

Den Waldmeister reinigen und für einige Stunden trocknen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann. Den angetrockneten Waldmeister mit einem Wiegemesser vorsichtig grob zerkleinern. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. Alternativ kann der Waldmeister auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht. Nach der Mazeration wird das Waldmeisteröl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Der Ölauszug ist kühl aufbewahrt für etwa 6 Monate haltbar. 


Rezept für eine herrlich duftende Waldmeister-Körpercreme 

Zutaten Fettphase 

  • 20 g Waldmeisterölauszug 
  • 10 g Sheabutter 
  • 7 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 

  • 100 g Waldmeisterhydrolat bzw. wässriger Auszug 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Mandelöl und Emulsan in einem Becherglas zur Fettphase schmelzen. Vom Herd nehmen und die Sheabutter darin aufschmelzen. Waldmeisterhydrolat leicht erwärmen und Honig darin auflösen. Wasserphase langsam unter Rühren in die Fettphase einarbeiten, bis die Lotion handwarm abgekühlt ist.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Irische Kartoffel-Fladen mit Knoblauchsrauke

Dieses Rezept vereint drei Dinge, die ich sehr mag: Irland, Kartoffeln und Knoblauchsrauke. Letztere hat sich eine Ecke in unserem Garten erobert und kann jetzt frisch geerntet werden. Ich zupfe immer nur die Blätter ab und lasse die Pflanze mit den Blüten stehen, damit der Samen nicht verloren geht. Diesen brauche ich nämlich für die Aussaat und als Würzmittel.
Ich bevorzuge es die Kartoffeln in der Schale zu garen, da sie deutlich mehr Geschmack als vor dem kochen geschälte Kartoffeln haben. 


Zutaten

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln 
  • 100 g Butter 
  • 200 g Mehl 
  • 75 g Milch 
  • 1 Ei 
  • 1 Teelöffel Salz 
  • 1 Bärlauchblatt
  • 1 Gundermannzweig
  • 1 Handvoll Walnüsse 
  • einige Blätter Knoblauchsrauke 

Zubereitung 

Kartoffeln garkochen, schälen und noch warum durch die Kartoffelpresse drücken. Die Butter in Flocken unter die warme Kartoffelmasse rühren. 
Milch, Ei, Salz und Mehl zugeben und gut verkneten. 
Aus dem Teig mit mehligen Händen Fladen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
Walnüsse grob zerkleinern, Bärlauch und Gundermann fein schneiden und auf den Fladen verteilen. 
Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Umluft) für etwa 40 Minuten knusprig, goldbraun backen. 
Aus dem Ofen nehmen und die feingeschnittenen Knoblauchsrauke-Blätter auf den Fladen verteilen. 
Am besten schmecken die Kartoffelfladen frisch aus dem Ofen mit Salat als Beilage.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Spitzwegerich und Heilerde gegen unreine Haut und schmerzhafte Insektenstiche

Die vergangenen Tage wechselten sich Sonnenschein und reichlich Regen ab. Das sorgte für ein kräftiges Pflanzenwachstum. Die Kräuter in meinem Garten schossen förmlich in die Höhe. Vor allem der Spitzwegerich dominiert gerade die Wiese und Wegränder. Die in der anspruchslosen Heilpflanze enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe sowie Iridoide sind äußerst hilfreich bei Insektenstichen. Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung des Spitzwegerichs wird durch die Zugabe von Honig ergänzt. Zusammen mit Heilerde und wertvollem Leinöl lässt sich eine Heilpaste herstellen. Diese ist nicht nur eine schnelle Hilfe gegen schmerzhafte Insektenstiche, sondern auch als hautklärende, entzündungshemmende Gesichtsmaske geeignet. 

 

Rezept für eine Heilpaste mit Spitzwegerich und Heilerde 

Zutaten 

  • 10 bis 12 Spitzwegerichblätter 
  • 4 Esslöffel Heilerde 
  • 3 Esslöffel Leinöl 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Die Spitzwegerichblätter reinigen und zusammen mit dem Leinöl im Standmixer oder mit dem Pürierstab sehr fein zerkleinern. Den Honig einrühren. Die Heilerde löffelweise unterrühren bis ein Brei entsteht. 


Anwendung als hautklärende Gesichtsmaske 

Auf dem gereinigten Gesicht verteilen und dabei die Augen aussparen. Für etwa 20 Minuten einwirken lassen. Danach unter kreisenden Bewegungen mit warmem Wasser abnehmen, um den Peeling-Effekt der Heilerde zu nutzen. Das Gesicht ist nun gut durchblutet, geklärt und ist bereit für eine pflegende Creme. 

Anwendung als Heilpaste gegen Insektenstiche 

Die Heilpaste auf die betroffenen Hautstellen auftragen und eintrocknen lassen. Danach sanft mit warmem Wasser abnehmen. 
Für eine längere Einwirkzeit wird die Heilpaste auf ein Leinentuch auftragen. Dieses wird auf der betroffenen Hautstelle fixiert. Nach der Anwendung wird die Heilpaste mit warmem Wasser entfernt.

Sonntag, 5. Mai 2019

Herzhafter Knoblauchsrauke-Senf einfach selbstgemacht

Die Zubereitung von Kräutersenf ist eine weitere Möglichkeit das wunderbare Frühlingsaroma zu bewahren. Kühl und geschlossen gelagert ist der Senf viele Monate haltbar. Wir lieben selbstgemachten Senf nicht nur als Gewürz, sondern auch als Grundlage für Salatdressings oder zum Würzen von Eintöpfen. Die im Rezept verwendeten ganzen Senfkörner sind nicht entölt und enthalten daher viel mehr Aroma als entöltes Senfmehl. 
Das Grundrezept habe ich im Hobbythek-Buch Nr. 7 aus dem Jahr 1998 gefunden. 


Rezept Knoblauchsrauke-Senf 

Zutaten 

  • 40 g gelbe Senfkörner 
  • 10 g schwarze Senfkörner 
  • 3 schwarze Pfefferkörner 
  • 5 g Salz • 10 g Honig 
  • 30 g 5 %iger Weißweinessig 
  • 40 g Wasser 
  • ungefähr 10 bis 12 Knoblauchsrauke-Blätter

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. Das feine Senfmehl wird nun mit dem Wasser, dem Weißweinessig, Salz und Honig in ein Rührgefäß gegeben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. Die Knoblauchsraukeblätter sehr fein schneiden und unter die Senfmasse rühren. Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er ein paar Tage reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder. Falls der Senf noch etwas milder sein darf, dann kann ein Teil der schwarzen Senfkörner gegen gelbe Senfkörner ausgetauscht werden.