Freitag, 26. April 2019

Wildkräutersalz - herzhaftes Frühlingsarmoma im Glas



In den Mittagsstunden, wenn die Frühlingssonne den Morgentau getrocknet hat, wird es Zeit zum Kräutersammeln. Die Bärlauchsaison neigt sich dem Ende zu und daher möchte ich noch etwas von dem aromatischen Kraut bevorraten. Die anderen Zutaten wie Brennnessel, Gundermann, Spitzwegerich, Quendel, Kerbel, Löwenzahn, Sauerampfer oder Giersch gibt es auch in den kommenden Monaten noch, aber der Bärlauch verleiht dem Salz eine besonders würzige Note. Ich verarbeite die Kräuter frisch, denn getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht so gut an das Salz weiter. 


Rezept Wildkräutersalz 

Zutaten 

  • 100 g Wildkräuter 
  • 100 g Speisesalz 

Zubereitung 

Die Kräuter werden ganz klein geschnitten und dann in einem Mörser zusammen mit dem Salz zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Schneller geht es im Blender oder in der Küchenmaschine. 
Diese grobe Paste lasse ich bis zum nächsten Tag zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen, damit das Salz das Aroma der Kräuter aufnehmen kann. 
Dann verteile ich das feuchte Kräutersalz auf einem Backbrett und lasse ich für 2 bis 3 Tage trocknen. Schneller trocknet Kräutersalz, wenn es auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilt und für 2 bis 3 Stunden im Backofen getrocknet wird. Hierfür sollte die Temperatur nicht über 60 Grad liegen und die Backofentür einen Spalt geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Montag, 22. April 2019

Sanfte Scheuerpaste mit Steinheimer Schneckensand


Das herrliche Wetter lud uns zu einer ausgedehnten Wanderung rund um das Steinheimer Becken ein. Der Weg verläuft entlang des Kraterwalls und führt vorbei an einer stillgelegten Sandgrube. Die war für uns bislang nur als Fossilienfundstätte interessant, denn der „Steinheimer Schneckensand“ ist mit winzigen fossilen Schneckenhäuschen durchmischt. Doch zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass der Sand jahrhundertelang als Scheuersand verkauft wurde. 

Ich vermutete, dass der Sand zu grob für die empfindlichen Oberflächen moderner Haushalte wurde und daher nicht mehr zeitgemäß war, so dass der Abbau eingestellt wurde. Doch vor allem dicht unter der Grasnarbe und am Wurzelwerk von Bäumen fand ich feinen, fast mehligen Sand. Daraus habe ich zuhause eine feine Scheuerpaste gemacht. 


Ein Ausflug ins Steinheimer Becken lohnt zwar immer, doch für manche ist der Weg zu weit. Daher kann die Scheuerpaste auch mit dem chemisch verwandten Wiener Kalk angerührt werden, einem sehr fein gemahlenen Gestein. Das bewährte Scheuermittel entfernt Ablagerungen, Schmutz und Seifenreste auch von empfindlichen Oberflächen, ohne Kratzer zu hinterlassen. Unter der Bezeichnung „Dolomitmehl“ kann der doch recht teure Wiener Kalk sehr viel preiswerter gekauft werden. Während Dolomitmehl schon zwischen 2 und 3 Euro pro Kilo zu haben ist, kostet das Kilo Wiener Kalk zwischen 10 und 25 Euro. 
 

Sanfte Scheuerpaste gegen starke Fettverschmutzung 

Zutaten 

Zubereitung 

Soda und Dolomitmehl bzw. Steinheimer Schneckensand in einem Gefäß mischen. Das Betain löffelweise unterrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Das ätherische Öl eintropfen – fertig. 

Anwendung 

Einen Löffel der Scheuercreme auf die zu reinigende Fläche geben, mit einem Tuch verteilen und polieren. Die Reste der Reinigungscreme mit klarem Wasser entfernen.

Freitag, 12. April 2019

Cremige Shampoopasten für duftendes, gepflegtes Haar

Grundsätzlich sind bei uns zuhause Shampooseifen sehr beliebt. Ich hatte vor einigen Jahren eine Shampooseife mit Lavaerde entwickelt, die ich sehr mag, da sich meine Kopfhaut nach der Wäsche sehr gut anfühlt. Lavaerde (Ghassoul) ist ein gemahlenes Tonmineral, das im nordafrikanischen Raum traditionell zur Körperreinigung verwendet wird. Doch ich mag lieber flüssiges Shampoo, da es sich schneller aus meinen langen Haaren auswaschen lässt. Da die Lavaerde ein wunderbares Gefühl auf der Kopfhaut hinterlässt habe die Lavaerde als Zutat in mein flüssiges Shampoo mit aufgenommen. Durch die Kombination mit Flüssigkeit quilt die Lavaerde auf und das Shampoo wird pastös. Eine ähnliche Wirkung und Zusammensetzung hat weiße Tonerde, Kaolin. Die Farbe des fast weißen Tons ist für mein helles Haar praktischer. Wie alle mineralischen Tonerden bindet Kaolin Flüssigkeiten, reinigt sanft aber gründlich. Da nun die beste Zeit ist, um die Kraft der jungen Pflanzenknospen zu nutzen, setze ich einige Extrakte an. 


Rezept zur Herstellung eines Extrakts aus den Knospen der Schwarzen Johannisbeere 

Die Knospen der Schwarzen Johannisbeere enthalten Flavonoide, Vitamine und ätherische Öle, die gegen Hautreizungen wirken. 

Zutaten 

Eine Handvoll frische Johannisbeerknospen 
60 g unvergällter Weingeist 
60 g pflanzliches Glycerin 

Zubereitung 

Die Knospen können ab März geerntet werden. Sie sollten noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Die frischen Knospen in ein verschließbares Glas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt werden die Pflanzenteile mit hochprozentigem Alkohol und Glycerin übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen im Kühlschrank ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 
Der Johannisbeer-Extrakt wird nun in den folgenden Shampoos verarbeitet. Ich habe zwei Rezepte ausgewählt, die jedoch beliebig variiert werden können. Die Anteile der Wascherde und Flüssigkeiten sollten ungefähr eingehalten werden. 

Rezept für eine blumig duftende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Das Johannisbeerenhydrolat habe ich selbst destilliert. Optional kann ein Tee aus Johannisbeerblättern hergestellt oder Orangenblütenhydrolat verwendet werden. Ätherisches Öl, Extrakt, Betain, Sanfttensid und Granatapfelkernöl mit dem Hydrolat mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Eine zu trockene Mischung kann mit mehr Hydrolat flüssiger gemacht werden.

 

Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.

Die Himbeerknospen werden ebenso zu einem Extrakt verarbeitet, wie die Johannisbeerknospen. 

Rezept für eine feuchtigkeitsspendende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Extrakt, Himbeersamenöl, Betain und Sanfttensid mit dem Rosenwasser mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Sollte sie zu trocken sein, dann mit mehr Hydrolat flüssiger machen 


Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.