Donnerstag, 18. Juli 2019

Frische Minze und feuchtigkeitsspendende Aloe Vera


Nun wird es wieder Zeit die Minze in ihre Schranken zu verweisen, denn sonst erobert sie das Kräuterbeet für sich allein. Die gejäteten Pflanzen entsorge ich nicht auf dem Kompost, sondern verwerte sie für vielerlei Rezepte. Ein Teil wird zu Sirup und Minzzucker verarbeitet, die schönsten Blätter kommen in die Destille und mit dem Rest werden die Schnecken vertrieben. Wie das funktioniert, das zeigt euch das Landei auf Youtube.  In meinem Lieblings-Garten-Kanal zeigt euch Nadja wie man mit getrockneter Minze erfolgreich gegen die lästigen Fressfeinde vorgeht. Ich konnte auf jeden Fall mit dem Einsatz von Pfefferminze und mit Hilfe unseres hungrigen Igels der Schneckenplage Einhalt gebieten. 


Rezept Aloe-Vera-Minze-Balsam 

Das hautpflegende Gel habe ich einem Aloe-Vera-Blatt entnommen. Gebrauchsfertiges Gel kann hier bestellt werden. 
Die Creme ist eine Wohltat für trockene und strapazierte Haut. Das frische Aloe-Vera-Gel trägt jedoch zu einem schnellen Verderb der fertigen Creme bei. Diese sollte daher im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo sie 2 Wochen haltbar ist. Das Gel oder auch die fertige Wasserphase kann für eine spätere Verwendung portionsweise eingefroren werden. 

Zutaten Fettphase 

10 g Kokosnussöl 
10 g Mandelöl 
5 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 

30 g Pfefferminzhydrolat 
30 g Aloe-Vera-Gel 
1 Teelöffel Zitronensaft 


Zubereitung 

Emulsan im Mandelöl sanft schmelzen. Dann vom Herd nehmen und das Kokosnussöl darin auflösen. 
Aloe-Vera-Gel aus dem Blatt lösen und zusammen mit dem Zitronensaft sowie dem Pfefferminzhydrolat für 10 bis 15 Minuten stehen lassen. Dann verflüssigt sich das Gel und kann besser verarbeitet werden. Sollte die Konsistenz immer noch nicht optimal sein, dann kurz pürieren.
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist.

Donnerstag, 4. Juli 2019

Ökologischer Weichspüler mit Lindenblüten



Die Linden vor unserem Haus stehen nun in voller Blüte und verströmen ihren herrlichen Duft. Gestern habe ich in der Mittagshitze reichlich Blüten gepflückt, um daraus Seife, Sirup, Gelee, Hydrolat, Ölauszug und Essigauszug zu fertigen. Letzteres ist die Grundlage für einen selbst hergestellten Weichspüler für die Wäsche. 
Ich bin davon überzeugt, dass Weichspüler für die Wäsche absolut unnötig ist, daher habe ich auch noch nie einen gekauft. Zum einen stört mich die aufwändige Verpackung und zum anderen die aufdringlichen synthetischen Düfte. Wenn ich fremde Handtücher verwenden musste, die mit konventionellen Weichspülern behandelt wurden, dann fiel mir immer sofort auf, dass sie sich „lappig“ anfühlen und die Feuchtigkeit nicht richtig aufnehmen. Dennoch muss ich mir oft anhören, dass Weichspüler die Wäsche schön flauschig macht und sie frisch riechen lässt. Über Geschmack und Geruch lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber Wohlgeruch kann ich beim Öffnen eines Weichspülers nicht erkennen, egal wie fantasievoll die Bezeichnungen der Duftrichtung sind. Ein weiteres Argument der Hersteller ist, dass die Lebensdauer der Textilien verlängert wird. Bekleidungsdiskounter preisen in immer kürzeren Abständen neue Kollektionen an. Keiner kann ernsthaft glauben, dass Käufer von „Fast Fashion“ an einer verlängerten Tragdauer von Textilien interessiert sind. Als weiterer Vorteil von weichgespülter Wäsche wird angeführt, dass diese auf der Haut nicht so kratzt, sie daher nicht reizt und somit für empfindliche Haut besonders empfehlenswert ist. Dies wird dann durch die Abbildung eines Babys auf der in sanften Farben gehaltenen Verpackung unterstrichen. Daher sind es doch gerade die im Weichspüler enthaltenen Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe, die empfindlicher Haut zu schaffen macht. 
Wie Weichspüler der Umwelt schaden und wie negativ sie sich auf die Wäsche auswirken, das zeigt diese Marktcheck-Reportage sehr eindrucksvoll. Daher werde ich hier keine weiteren Worte verlieren. 







Der hier vorgestellte Weichspüler lässt sich einfach selbst herstellen, schont die Umwelt und die Waschmaschine. Anstatt die Einspülkammer mit einem unappetitlichen Film zu verstopfen reinigt dieser Weichspüler die Waschmaschine sanft und löst Verkalkungen. Die Gummidichtungen werden übrigens nicht angegriffen, da der verwendete Essig nur 5 % Säure enthält. 

Rezept für einen natürlichen Weichspüler mit Lindenblüten 

Zutaten 

  • 1 Handvoll Lindenblüten 
  • Schale von einer Bio-Zitrone 
  • 250 g milder Weißweinessig 

Zubereitung 

Zitronenschale und Lindenblüten in ein Glas geben. Ich verwende gerne Weckgläser, es können aber auch gut ausgewaschene Schraubgläser sein, die ursprünglich als Verpackung gedient hatten. Es sollte jedoch kein Kunststoffbehältnis sein, da die Essigsäure bedenkliche Bestandteile aus dem Kunststoff löst. Mit dem Essig aufgießen, so dass die Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. Für etwa ein bis zwei Wochen verschlossen stehen lassen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Schalen immer gut mit Essig bedeckt sind. Eventuell muss Essig nachgegossen werden. 
Nach dieser Reifezeit werden die Schale und die Lindenblüten herausgesiebt und der Essigauszug in Flaschen gefüllt. 

Anwendung 

Ungefähr 20 ml des Essigauszugs in das für den Weichspüler vorgesehene Fach der Waschmaschine geben und wie gewohnt waschen. Nach dem Trocknen riecht die Wäsche nicht nach Essig, sondern ganz dezent nach Lindenblüten und Zitrone. Die Fasern werden geglättet und von eventuellen Waschmittel- und Kalkresten befreit. 
Für mehr natürlichen Duft im Wäscheschrank sorgt ein Säckchen, das mit Lindenblüten gefüllt wird. 
Eine weitere tolle Alternative zu konventionellen Weichspülern stellt die Schwatzkatz auf ihrem Blog vor. 

Mittwoch, 26. Juni 2019

Wien duftet nach Holunder- und Lindenblüten



Einer unserer Söhne studiert derzeit in Wien, daher haben wir beschlossen ihn in den Pfingstferien zu besuchen. Gereist sind wir mit der Österreichischen Bundesbahn, daher sind wir entspannt in Wien angekommen. Das wundervolle Wetter und das Wiedersehen mit unserem Sohn sowie dessen Freundin haben den Aufenthalt in Wien unvergesslich gemacht. Die Stadt hat so viele eindrucksvolle Bauten, Kunst und Kultur, dass wir nicht genug Zeit hatten alles zu sehen.
Der Besuch im Naturhistorischen Museen stand jedoch außer Frage, denn dort ist die Originalfigur, der Venus von Willendorf ausgestellt. Dieses unvergleichliche Kunstwerk leibhaftig zu sehen, ist wahrhaft magisch.


Was mich sehr an Wien fasziniert hat, war die Fülle an Grünanlagen und Parks, sogar Stadtwanderwege sind vorhanden. Wir konnten jeden Tag mehrere Kilometer laufen und wurden dabei vom lieblichen Duft des Holunders begleitet, in den sich mit dem honig-süßen Lindenblütenduft abwechselte. In der Stille des frühen Abends konnten wir sogar Rehe auf dem Zentralfriedhof sehen. 


Hier auf der Schwäbischen Alb hat die Holunderblüte auf meine Rückkehr gewartet. Daher habe ich schnell noch einige Blüten destilliert, in Öl ausgezogen, Sirup und Gelee gemacht sowie einen Pudding gekocht. Im „Neuen Stuttgarter Kochbuch“ von 1897 gibt es sehr viele Rezepte für Süßspeisen mit Holunderblüten, Vermutlich wurde das das natürliche, intensive Aroma viel mehr geschätzt, da noch keine künstlichen Geschmacksstoffe zur Verfügung standen. Ich stelle heute ein Rezept für Holunderblüten-Pudding aus diesem Buch vor. Selbstverständlich wird der Pudding in ohne Fertigpulver gekocht, das ohnehin nur Stärke, Farb-und Geschmacksstoffe enthält. Das portionierte Puddingpulver war schon immer verhältnismäßig teuer für die darin enthaltene Menge. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, da hätten wir viele Päckchen Puddingpulver gebraucht, um alle satt zu werden. Daher kochte auch meine Uroma den Pudding stets selbst. Wir Kinder haben sie dabei immer beobachtet. Jedoch nicht, weil uns der Kochvorgang interessiert hätte, sondern weil wir den Topf ausschlecken wollten. 



Rezept Holunderblüten-Vanille-Pudding ohne Tütenpulver 

Zutaten 

  • 12 große Dolden Holunderblüten 
  • 500 g Milch 
  • 250 g Sahne 
  • 80 g Kartoffelstärke 
  • 70 g Zucker 
  • 2 Eier 
  • 1 Vanilleschote 

 

Zubereitung 

400 g Milch und 250 g Sahne in einen Topf schütten. Holunderblüten reinigen und in die Milch-Sahne-Mischung geben. Zugedeckt über Nacht stehen lassen, damit die Milch und die Sahne das Aroma aufnehmen können. 
Am nächsten Tag Zucker und Kartoffelstärke mischen und in 100 g kalte Milch glattrühren.
Die Eier trennen und Eigelbe in die Mischung rühren. 
Die Holunderblüten aus der Milch-Sahne-Mischung sieben. 
Vanilleschote auskratzen und das Mark einrühren. 
Die aromatisierte Milch-Sahne-Mischung zusammen mit dem Vanillemark aufkochen. Speisestärke-Mischung in die heiße Milch einrühren, kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen. 
Zwischenzeitlich das Eiweiß steif schlagen und dann unter die Puddingmasse heben, wenn diese etwas abgekühlt ist.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Sanftes Shampoo-Mousse aus Rosskastanien

Meine erste Begegnung mit der Rosskastanie als Reinigungsmittel hatte ich im Federseemuseum in Bad Buchau. Dort hatte ich vor 12 Jahren das erste Mal an den historischen Kräutertagen mitgewirkt. Für die Besucher stellten wir eine „historische Waschstraße“ zusammen, die zeigte wie die Menschen in der Vergangenheit ihren Körper und die Kleidung reinigten ganz ohne moderne Kosmetik- und Waschmittel. In diesem Zusammenhang erfuhr ich sehr viel über saponinhaltige Pflanzen und deren Anwendung. Dieses Wissen habe ich dann immer wieder auf meinem Blog zur Verfügung gestellt oder in Kursen weitergegeben. 
Vergangenen Herbst fand ich in einer alten Broschüre, die in den 80er Jahren einem Säckchen indischer Waschmüsse beilag, einen interessanten Hinweis. Dort stand, dass man die Schaumbildung von Waschnüssen erhöhen kann, indem man den Sud mit einem Schneebesen aufschlägt. Nun – was für Waschnüsse gilt, das kann für Rosskastanien auch nicht verkehrt sein. Da ich zur Seifen- und Kosmetikherstellung lieber einen Pürierstab verwende, habe ich diesen anstatt des Schneebesens genommen. Das Ergebnis war erstaunlich und überaus inspirierend. In der Folgezeit dieser Entdeckung habe ich immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Anfangs hatte ich gezögert die Rezepte zu veröffentlichen, da ich mir sicher bin, dass meine Idee ihren Weg ins Internet findet, ohne dass ich als Quelle genannt werde. 



Heute ist es endlich wieder sonnig und trocken. In unserem Garten rund um den Kastanienbaum herrscht reges Summen, weil die Blüten aufgegangen sind. Darauf habe ich gewartet, um mit einigen Blüten zu probieren, um sie ebenso gut schäumen. Leider war der Schaum des Suds eher verhalten, aber dennoch vorhanden. Ganz wunderbar hingegen war der Duft. Daher spricht nichts dagegen den verbliebenen Kastanienschrot des letzten Herbsts mit den frischen Kastanienblüten zu mischen. Das Ergebnis war ein herrlich duftendes Schampoo-Mousse. Der üppige Schaum lässt sich sehr gut verteilen und einfach wieder auswaschen. 

Sanftes Shampoo-Mousse aus Rosskastanien 

Zutaten 

Zubereitung 

Den Kastanienschrot und die Blüten mit Wasser aufkochen, dann für etwa eine ¼ Stunde köcheln lassen. 
Abkühlen lassen und durchsieben. 
Direkt vor der Anwendung den Sud mit dem Pürierstab aufschlagen. 
Den so gewonnen Schaum sofort verwenden. 

Anwendung 

Den frisch aufgeschlagenen Schaum ins feuchte Haar einmassieren und wie gewohnt ausspülen. 

Montag, 3. Juni 2019

Fliederblüten für sommerfrische Haut

Da jetzt die Fliederbäume in voller Blüte stehen wird es Zeit einige der betörend duftenden Blüten zu ernten. In den vergangenen Jahren habe ich vor allem Sirup, Aromazucker und Gelee aus Fliederblüten hergestellt. Als Heilpflanze hatte ich den Flieder jedoch bislang noch nicht verwendet. 
Im Taschenbuch der „Modernen Parfümerie und Kosmetik“ von 1949 wird der Fliederwasser zur Reinigung der Haut empfohlen. Zudem ist Flieder Bestandteil vieler Duftwässer. Einen seht hilfreichen Hinweis fand ich im „Repertorium der Heilkunst“ von 1833. Da stand folgendes geschrieben: „Da die Blüten des Flieders als unentbehrliches Hilfsmittel in der Arzneikunst anzusehen sind, so wird sich ein jeder mit einem Vorrat versehen. Das Fliederwasser ist für viele Vorfälle ein vortreffliches Mittel. Dieses wohlriechende Blumenwasser wird zunftmäßig in einer großen, gläsernen Retorte destilliert. In Ermangelung derselben kann auch eine kupferne Destillierblase verwendet werden.“ Neben den inneren Anwendungen werden vor allem die Heilkräfte gegen eitrige Hautkrankheiten gepriesen, die in diesem Buch recht drastisch beschrieben werden. In modernen Büchern werden die Inhaltsstoffe der Fliederblüten aufgeführt. Unter anderem sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Anisaldehyde und Farnesol enthalten. Letzterer findet als antibakterieller Duftstoff vor allem in der Herstellung von Natur-Deos Verwendung. Diese Informationen genügen mir, um aus den Fliederblüten eine tonisierende Körperlotion herzustellen. Basis sind ein Fliederblütenhydrolat und ein Fliederblüten-Ölauszug, die ich beide selbst hergestellt habe.




Rezept für einen Fliederblüten-Ölauszug 

In der Naturheilkunde wird das Fliederöl zur Einreibung bei Rheuma und Gicht empfohlen. 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Fliederblüten vom Stiel zupfen, reinigen und für einige Stunden trocknen lassen. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. Alternativ kann das Wirkstofföl auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht. Nach der Mazeration wird das Fliederöl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Der Ölauszug ist kühl aufbewahrt für etwa 6 Monate haltbar. 


Tonisierende, erfrischende Fliederblüten-Körperlotion 

Die Körperlotion lässt sich sehr gut verteilen und wird schnell von der Haut aufgenommen. Der blumige Duft schmeichelt nicht nur, sondern schützt vor Körpergeruch. 

Zutaten Fettphase 

  • 15 g Fliederöl 
  • 10 g Sheabutter 
  • 6 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 

  • 100 g Fliederwasser bzw. Fliederblütenhydrolat 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Fliederöl und Emulsan in einem Becherglas zur Fettphase schmelzen. Vom Herd nehmen und die Sheabutter darin aufschmelzen. 
Fliederblütenhydrolat leicht erwärmen und Honig darin auflösen. 
Wasserphase langsam unter Rühren in die Fettphase einarbeiten, bis die Lotion handwarm abgekühlt ist. 

Anwendung 

Die Lotion ist relativ flüssig und daher fülle ich sie lieber in einen Flakon, um die Anwendung zu optimieren. Am liebsten bewahre ich die Körperlotion im Kühlschrank auf, um die erfrischende Wirkung beim eincremen zu steigern. 
Optional können 4 bis 6 Tropfen Heliozimt zur Konservierung und für einen intensiveren Geruch eingearbeitet werden. 

Donnerstag, 30. Mai 2019

Fichtenspitzen-Gelee

Vor zwei Jahren war ich doch sehr erstaunt, dass ausgerechnet die Fichte zum Baum des Jahres 2017 auserkoren wurde. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich Fichten nur zum Ernten der jungen Triebe schätze. Auf der Website des Nabu gibt es zur Fichte (noch immer) einen interessanten Beitrag und von mir gibt es ein Rezept für Fichtenspitzen-Gelee. 
Es ist ein außergewöhnlich, aromatischer Brotaufstrich. Zusammen mit Balsamico, Sonnenblumenöl und Pfeffer ergibt das Gelee außerdem eine leckere Salatsoße für Wildkräutersalate.


Rezept Fichtenspitzen-Gelee

Zutaten

  • 1/2 Litermaß Fichtenspitzen
  • 1 l Apfelsaft
  • Gelierzucker
  • 1 Bio-Zitrone

Zubereitung

Im Mai die frischen, hellgrünen Triebspitzen der Fichtenzweige sammeln. Diese sollten sich noch unter 5 cm Länge befinden. Die Fichtenspitzen mit der ungeschälten, klein geschnittenen Zitrone in einem Liter Apfelsaft aufkochen. Vom Herd nehmen, den Topf mit dem Deckel schließen und für einige Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Tuch abseihen und dabei die weichen Spitzen ausdrücken. Die Flüssigkeitsmenge abmessen und den Gelierzucker entsprechend der Mengenangabe einrühren. Nach Vorschrift ungefähr 4 Minuten aufkochen lassen und heiß in Gläser füllen.



Mittwoch, 29. Mai 2019

Waldmeistercreme für duftende Frühlingshaut

Im Wonnemonat Mai verströmt der Waldmeister in den lichten Laubwäldern der Schwäbischen Alb seinen einzigartigen Duft. Stellenweise bedeckt er mit frischem Grün den gesamten Waldboden. Jetzt sind seine kleinen, weißen, zarten Blüten geöffnet und es ist Zeit den Waldmeister zu ernten. 
Die Verwendungsmöglichkeiten des Heilkrauts sind vielfältig. Ob als süß-würzendes Küchenkraut oder als Duftspender im Wäscheschrank, selbst als dekorativer Tischschmuck ist der Waldmeister eine Augenweide. Nun habe ich ihn auch für die Hautpflege entdeckt. Die im Waldmeister enthaltenen ätherischen Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und Glykoside wirken antibakteriell und entzündigungshemmend. 



Im Klostergarten der ehemaligen Benediktinerabtei Seligenstadt konnte ich erfahren, dass Waldmeister venenstärkend ist und wundheilend gegen Hautrötungen, Eiter und Geschwüre wirkt. Das hat mein Interesse geweckt und ich entwickelte Rezepte für den Einsatz des Waldmeisters in der Hautpflege. Wegen der venenstärkenden Eigenschaften war mein erstes Projekt eine Salbe für die Füße. Da der Duft in der fertig gerührten Salbe so lecker war, habe ich eine Körpercreme hergestellt. Der betörende Geruch der Creme entwickelt sich nach dem Auftragen noch intensiver auf der Haut und macht sie zart und weich. 
Grundlage für diese Creme sind ein Hydrolat und ein Ölauszug, die ich selbst hergestellt habe. Leider habe ich für beide Zutaten keinerlei Bezugsquellen gefunden. Alternativ kann für das Hydrolat auch ein wässriger Kaltauszug gemacht werden. Hierfür wird der Waldmeister über Nacht getrocknet und dann mit kaltem Wasser übergossen. Nach einigen Stunden kann der Auszug gefiltert werden. 


Rezept für einen Waldmeister-Ölauszug 

Zutaten 

  • 1 kleiner Strauß Waldmeister
  • 250 g Mandelöl 

Zubereitung 

Den Waldmeister reinigen und für einige Stunden trocknen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann. Den angetrockneten Waldmeister mit einem Wiegemesser vorsichtig grob zerkleinern. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. Alternativ kann der Waldmeister auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht. Nach der Mazeration wird das Waldmeisteröl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Der Ölauszug ist kühl aufbewahrt für etwa 6 Monate haltbar. 


Rezept für eine herrlich duftende Waldmeister-Körpercreme 

Zutaten Fettphase 

  • 20 g Waldmeisterölauszug 
  • 10 g Sheabutter 
  • 7 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 

  • 100 g Waldmeisterhydrolat bzw. wässriger Auszug 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Mandelöl und Emulsan in einem Becherglas zur Fettphase schmelzen. Vom Herd nehmen und die Sheabutter darin aufschmelzen. Waldmeisterhydrolat leicht erwärmen und Honig darin auflösen. Wasserphase langsam unter Rühren in die Fettphase einarbeiten, bis die Lotion handwarm abgekühlt ist.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Irische Kartoffel-Fladen mit Knoblauchsrauke

Dieses Rezept vereint drei Dinge, die ich sehr mag: Irland, Kartoffeln und Knoblauchsrauke. Letztere hat sich eine Ecke in unserem Garten erobert und kann jetzt frisch geerntet werden. Ich zupfe immer nur die Blätter ab und lasse die Pflanze mit den Blüten stehen, damit der Samen nicht verloren geht. Diesen brauche ich nämlich für die Aussaat und als Würzmittel.
Ich bevorzuge es die Kartoffeln in der Schale zu garen, da sie deutlich mehr Geschmack als vor dem kochen geschälte Kartoffeln haben. 


Zutaten

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln 
  • 100 g Butter 
  • 200 g Mehl 
  • 75 g Milch 
  • 1 Ei 
  • 1 Teelöffel Salz 
  • 1 Bärlauchblatt
  • 1 Gundermannzweig
  • 1 Handvoll Walnüsse 
  • einige Blätter Knoblauchsrauke 

Zubereitung 

Kartoffeln garkochen, schälen und noch warum durch die Kartoffelpresse drücken. Die Butter in Flocken unter die warme Kartoffelmasse rühren. 
Milch, Ei, Salz und Mehl zugeben und gut verkneten. 
Aus dem Teig mit mehligen Händen Fladen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
Walnüsse grob zerkleinern, Bärlauch und Gundermann fein schneiden und auf den Fladen verteilen. 
Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Umluft) für etwa 40 Minuten knusprig, goldbraun backen. 
Aus dem Ofen nehmen und die feingeschnittenen Knoblauchsrauke-Blätter auf den Fladen verteilen. 
Am besten schmecken die Kartoffelfladen frisch aus dem Ofen mit Salat als Beilage.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Spitzwegerich und Heilerde gegen unreine Haut und schmerzhafte Insektenstiche

Die vergangenen Tage wechselten sich Sonnenschein und reichlich Regen ab. Das sorgte für ein kräftiges Pflanzenwachstum. Die Kräuter in meinem Garten schossen förmlich in die Höhe. Vor allem der Spitzwegerich dominiert gerade die Wiese und Wegränder. Die in der anspruchslosen Heilpflanze enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe sowie Iridoide sind äußerst hilfreich bei Insektenstichen. Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung des Spitzwegerichs wird durch die Zugabe von Honig ergänzt. Zusammen mit Heilerde und wertvollem Leinöl lässt sich eine Heilpaste herstellen. Diese ist nicht nur eine schnelle Hilfe gegen schmerzhafte Insektenstiche, sondern auch als hautklärende, entzündungshemmende Gesichtsmaske geeignet. 

 

Rezept für eine Heilpaste mit Spitzwegerich und Heilerde 

Zutaten 

  • 10 bis 12 Spitzwegerichblätter 
  • 4 Esslöffel Heilerde 
  • 3 Esslöffel Leinöl 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Die Spitzwegerichblätter reinigen und zusammen mit dem Leinöl im Standmixer oder mit dem Pürierstab sehr fein zerkleinern. Den Honig einrühren. Die Heilerde löffelweise unterrühren bis ein Brei entsteht. 


Anwendung als hautklärende Gesichtsmaske 

Auf dem gereinigten Gesicht verteilen und dabei die Augen aussparen. Für etwa 20 Minuten einwirken lassen. Danach unter kreisenden Bewegungen mit warmem Wasser abnehmen, um den Peeling-Effekt der Heilerde zu nutzen. Das Gesicht ist nun gut durchblutet, geklärt und ist bereit für eine pflegende Creme. 

Anwendung als Heilpaste gegen Insektenstiche 

Die Heilpaste auf die betroffenen Hautstellen auftragen und eintrocknen lassen. Danach sanft mit warmem Wasser abnehmen. 
Für eine längere Einwirkzeit wird die Heilpaste auf ein Leinentuch auftragen. Dieses wird auf der betroffenen Hautstelle fixiert. Nach der Anwendung wird die Heilpaste mit warmem Wasser entfernt.

Sonntag, 5. Mai 2019

Herzhafter Knoblauchsrauke-Senf einfach selbstgemacht

Die Zubereitung von Kräutersenf ist eine weitere Möglichkeit das wunderbare Frühlingsaroma zu bewahren. Kühl und geschlossen gelagert ist der Senf viele Monate haltbar. Wir lieben selbstgemachten Senf nicht nur als Gewürz, sondern auch als Grundlage für Salatdressings oder zum Würzen von Eintöpfen. Die im Rezept verwendeten ganzen Senfkörner sind nicht entölt und enthalten daher viel mehr Aroma als entöltes Senfmehl. 
Das Grundrezept habe ich im Hobbythek-Buch Nr. 7 aus dem Jahr 1998 gefunden. 


Rezept Knoblauchsrauke-Senf 

Zutaten 

  • 40 g gelbe Senfkörner 
  • 10 g schwarze Senfkörner 
  • 3 schwarze Pfefferkörner 
  • 5 g Salz • 10 g Honig 
  • 30 g 5 %iger Weißweinessig 
  • 40 g Wasser 
  • ungefähr 10 bis 12 Knoblauchsrauke-Blätter

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. Das feine Senfmehl wird nun mit dem Wasser, dem Weißweinessig, Salz und Honig in ein Rührgefäß gegeben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. Die Knoblauchsraukeblätter sehr fein schneiden und unter die Senfmasse rühren. Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er ein paar Tage reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder. Falls der Senf noch etwas milder sein darf, dann kann ein Teil der schwarzen Senfkörner gegen gelbe Senfkörner ausgetauscht werden.

Freitag, 26. April 2019

Wildkräutersalz - herzhaftes Frühlingsarmoma im Glas



In den Mittagsstunden, wenn die Frühlingssonne den Morgentau getrocknet hat, wird es Zeit zum Kräutersammeln. Die Bärlauchsaison neigt sich dem Ende zu und daher möchte ich noch etwas von dem aromatischen Kraut bevorraten. Die anderen Zutaten wie Brennnessel, Gundermann, Spitzwegerich, Quendel, Kerbel, Löwenzahn, Sauerampfer oder Giersch gibt es auch in den kommenden Monaten noch, aber der Bärlauch verleiht dem Salz eine besonders würzige Note. Ich verarbeite die Kräuter frisch, denn getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht so gut an das Salz weiter. 


Rezept Wildkräutersalz 

Zutaten 

  • 100 g Wildkräuter 
  • 100 g Speisesalz 

Zubereitung 

Die Kräuter werden ganz klein geschnitten und dann in einem Mörser zusammen mit dem Salz zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Schneller geht es im Blender oder in der Küchenmaschine. 
Diese grobe Paste lasse ich bis zum nächsten Tag zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen, damit das Salz das Aroma der Kräuter aufnehmen kann. 
Dann verteile ich das feuchte Kräutersalz auf einem Backbrett und lasse ich für 2 bis 3 Tage trocknen. Schneller trocknet Kräutersalz, wenn es auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilt und für 2 bis 3 Stunden im Backofen getrocknet wird. Hierfür sollte die Temperatur nicht über 60 Grad liegen und die Backofentür einen Spalt geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Montag, 22. April 2019

Sanfte Scheuerpaste mit Steinheimer Schneckensand


Das herrliche Wetter lud uns zu einer ausgedehnten Wanderung rund um das Steinheimer Becken ein. Der Weg verläuft entlang des Kraterwalls und führt vorbei an einer stillgelegten Sandgrube. Die war für uns bislang nur als Fossilienfundstätte interessant, denn der „Steinheimer Schneckensand“ ist mit winzigen fossilen Schneckenhäuschen durchmischt. Doch zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass der Sand jahrhundertelang als Scheuersand verkauft wurde. 

Ich vermutete, dass der Sand zu grob für die empfindlichen Oberflächen moderner Haushalte wurde und daher nicht mehr zeitgemäß war, so dass der Abbau eingestellt wurde. Doch vor allem dicht unter der Grasnarbe und am Wurzelwerk von Bäumen fand ich feinen, fast mehligen Sand. Daraus habe ich zuhause eine feine Scheuerpaste gemacht. 


Ein Ausflug ins Steinheimer Becken lohnt zwar immer, doch für manche ist der Weg zu weit. Daher kann die Scheuerpaste auch mit dem chemisch verwandten Wiener Kalk angerührt werden, einem sehr fein gemahlenen Gestein. Das bewährte Scheuermittel entfernt Ablagerungen, Schmutz und Seifenreste auch von empfindlichen Oberflächen, ohne Kratzer zu hinterlassen. Unter der Bezeichnung „Dolomitmehl“ kann der doch recht teure Wiener Kalk sehr viel preiswerter gekauft werden. Während Dolomitmehl schon zwischen 2 und 3 Euro pro Kilo zu haben ist, kostet das Kilo Wiener Kalk zwischen 10 und 25 Euro. 
 

Sanfte Scheuerpaste gegen starke Fettverschmutzung 

Zutaten 

Zubereitung 

Soda und Dolomitmehl bzw. Steinheimer Schneckensand in einem Gefäß mischen. Das Betain löffelweise unterrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Das ätherische Öl eintropfen – fertig. 

Anwendung 

Einen Löffel der Scheuercreme auf die zu reinigende Fläche geben, mit einem Tuch verteilen und polieren. Die Reste der Reinigungscreme mit klarem Wasser entfernen.

Freitag, 12. April 2019

Cremige Shampoopasten für duftendes, gepflegtes Haar

Grundsätzlich sind bei uns zuhause Shampooseifen sehr beliebt. Ich hatte vor einigen Jahren eine Shampooseife mit Lavaerde entwickelt, die ich sehr mag, da sich meine Kopfhaut nach der Wäsche sehr gut anfühlt. Lavaerde (Ghassoul) ist ein gemahlenes Tonmineral, das im nordafrikanischen Raum traditionell zur Körperreinigung verwendet wird. Doch ich mag lieber flüssiges Shampoo, da es sich schneller aus meinen langen Haaren auswaschen lässt. Da die Lavaerde ein wunderbares Gefühl auf der Kopfhaut hinterlässt habe die Lavaerde als Zutat in mein flüssiges Shampoo mit aufgenommen. Durch die Kombination mit Flüssigkeit quilt die Lavaerde auf und das Shampoo wird pastös. Eine ähnliche Wirkung und Zusammensetzung hat weiße Tonerde, Kaolin. Die Farbe des fast weißen Tons ist für mein helles Haar praktischer. Wie alle mineralischen Tonerden bindet Kaolin Flüssigkeiten, reinigt sanft aber gründlich. Da nun die beste Zeit ist, um die Kraft der jungen Pflanzenknospen zu nutzen, setze ich einige Extrakte an. 


Rezept zur Herstellung eines Extrakts aus den Knospen der Schwarzen Johannisbeere 

Die Knospen der Schwarzen Johannisbeere enthalten Flavonoide, Vitamine und ätherische Öle, die gegen Hautreizungen wirken. 

Zutaten 

Eine Handvoll frische Johannisbeerknospen 
60 g unvergällter Weingeist 
60 g pflanzliches Glycerin 

Zubereitung 

Die Knospen können ab März geerntet werden. Sie sollten noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Die frischen Knospen in ein verschließbares Glas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt werden die Pflanzenteile mit hochprozentigem Alkohol und Glycerin übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen im Kühlschrank ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 
Der Johannisbeer-Extrakt wird nun in den folgenden Shampoos verarbeitet. Ich habe zwei Rezepte ausgewählt, die jedoch beliebig variiert werden können. Die Anteile der Wascherde und Flüssigkeiten sollten ungefähr eingehalten werden. 

Rezept für eine blumig duftende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Das Johannisbeerenhydrolat habe ich selbst destilliert. Optional kann ein Tee aus Johannisbeerblättern hergestellt oder Orangenblütenhydrolat verwendet werden. Ätherisches Öl, Extrakt, Betain, Sanfttensid und Granatapfelkernöl mit dem Hydrolat mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Eine zu trockene Mischung kann mit mehr Hydrolat flüssiger gemacht werden.

 

Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.

Die Himbeerknospen werden ebenso zu einem Extrakt verarbeitet, wie die Johannisbeerknospen. 

Rezept für eine feuchtigkeitsspendende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Extrakt, Himbeersamenöl, Betain und Sanfttensid mit dem Rosenwasser mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Sollte sie zu trocken sein, dann mit mehr Hydrolat flüssiger machen 


Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.

Freitag, 22. März 2019

10 Jahre bloggen - Frühlingsbote Huflattich




Seit nunmehr 10 Jahren führe ich diesen Blog. Anfangs war er als mein persönliches „Kräuter-Tagebuch“ gedacht, doch mit der Zeit fand er immer mehr Leser. Das freut mich natürlich sehr, denn mit so viel Interesse hatte ich damals nicht gerechnet. Mein erster Blogeintrag vom 21. März 2009 hatte den Frühlingsanfang und den Huflattich zum Thema. Diese möchte ich heute wieder aufgreifen, dann der Huflattich ist für mich das erste Heilkraft, das ich im Frühjahr sammle. Jedes Jahr finde ich neue Verwendungsmöglichkeiten. Äußerlich angewendet wirkt der Huflattich, entzündungshemmend und reizlindernd. Er hat die idealen Inhaltsstoffe für eine hautberuhigende Creme, die einfach und ohne Emulgator angerührt wird. Grundlage ist ein Ölauszug, der wie folgt hergestellt wird: 

 Rezept Huflattich-Ölauszug 

Den Ölauszug bereite ich schonend, aber dennoch schnell in einem alten Babykostwärmer zu. So muss ich das Mazerat nicht wochenlang an einem warmen Ort ziehen lassen und vermeide das Risiko, dass der Huflattich-Auszug schimmelt. 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Blütenblätter vom Blütenkorb zupfen. 
Zusammen mit dem Sonnenblumenöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist. 
Die abgesiebten Huflattichblüten entsorge ich nicht, sondern verwende sie als Zutat für eine Huflattich-Seife 


Rezept Huflattich-Kamillen Cold Cream 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zubereitung 

Das Bienenwachs im Jojobaöl sanft schmelzen, vom Herd nehmen und Kakaobutter sowie Huflattichblütenöl einrühren. 
Für die Wasserphase einen Tee aus Huflattichblüten und Wasser herstellen. Im noch warmen Tee den Honig auflösen. Das ätherische Kamillenöl eintropfen. Die warme Wasserphase langsam in die warme Fettphase unter Rühren einfließen lassen. Die beiden Phasen müssen wirklich sehr warm, aber nicht heiß sein. Das Bienenwachs wird sonst schnell wieder hart und es bilden sich kleine, harte Körnchen in der Creme. So lange rühren, bis die Creme abgekühlt und stabil ist. Da kein Emulgator beigefügt wurde, dauert der Rührvorgang etwas länger.

Mittwoch, 20. März 2019

Soda, Ingwer und Zitronenschalen für saubere Fliesen

Während der Erkältungszeit bereite ich mir gerne einen Tee mit frischem Ingwer und Zitronen zu. Ob er wirklich hilft Krankheiten fern zu halten, das kann ich nicht wirklich beurteilen. Schmecken tut er mir auf jeden Fall! Die Schalen der Ingwerknollen und der Zitronen werfe ich nicht weg, sondern bereite daraus einen Essigauszug. Dieser ist dann die Grundlage für das nachfolgende Rezept. Sowohl Ingwer als auch Zitronen enthalten antibakterielle ätherische Öle und reinigungsunterstützende Terpene.


Rezept Ingwer-Zitronen-Fliesenreiniger 

Zutaten 

Zubereitung 

Einen Essigauszug aus Ingwerschalen, Zitronenschalen und Weinessig herstellen. Das Wasser auf ungefähr 60 Grad erwärmen und Natriumcarbonat darin auflösen. Nach dem Abkühlen die restlichen Zutaten einfüllen. In eine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung

Dieser Reiniger kann entweder dem Wischwasser beigegeben oder direkt auf die Fliesen aufgesprüht werden.

Farblich passend habe ich ein Putztuch aus Baumwollgarn und Hanfschnur gehäkelt. Das Backsteinmuster fand ich in einem alten Handarbeitsbuch. Für meine Zwecke habe ich es  ein wenig abgeändert. Das Tuch ist griffig, unterstützt den Reinigungsvorgang und ist überaus saugfähig. 



Anleitung für gehäkelte Putztücher im Backstein-Muster 

Material

  • Topflappengarn aus Baumwolle Stärke 4 - 5
  • Hanfschnur
  • 1 Häkelnadel Stärke4

Anleitung

  • 27 Luftmaschen plus 1 Luftmasche als Randmasche, also 28 Luftmaschen anschlagen 
  • 1. Reihe: Randmasche freilassen, in die 2. Masche einstechen und 2 feste Maschen häkeln 3 halbe Stäbchen und 1 feste Masche im Wechsel häkeln Am Ende der Reihe 2 feste Maschen häkeln 1 Luftmasche als Randmasche häkeln 
  • 2. Reihe: Das Muster der 1. Reihe wiederholen.  
  • 3. Reihe: mit Hanfschnur weiterhäkeln, 1feste Masche häkeln 1 tiefgezogene, feste Masche, die in die erste Reihe eingestochen wird Im Wechsel 3 feste Maschen und 1 tiefgezogene Masche häkeln 
  • 4. Reihe: eine Reihe feste Maschen aus Hanfschnur häkeln 
  • 5. Reihe: das Muster der 1. Reihe versetzt häkeln 
  • 6. Reihe: das Muster der 5. Reihe wiederholen 
  • 7. Reihe: mit Hanfschnur weiterhäkeln und das Muster der 3. Reihe versetzt wiederholen 
  • Putztuch bis zur gewünschten Größe stricken und dann mit dem Hanfgarn umhäkeln

Montag, 18. Februar 2019

Heilsame Salbe aus den Wurzeln der Großen Karde


Zurück zu den Wurzeln heißt es jetzt für viele heilkräftige Pflanzen. In den Monaten November bis März ziehen die Pflanzen die Inhaltsstoffe der Blätter, Stängel und Blüten in die unterirdischen Speicherorgane zurück. Daher ist während dieser Zeit die Heilkraft der Wurzeln besonders stark. Die Große Karde ist jetzt sehr leicht auszumachen, da die vertrocknete Pflanze bis zu 2 Meter hoch ragt. Zu Beginn meiner Filztätigkeit lernte ich die Große Karde kennen, denn Male hatte ich Rohwolle mit ihr kardiert. Davor hatte ich sie eher als stacheliges Unkraut wahrgenommen Als Heilkraut habe ich die Große Karde jetzt erst kennengelernt. In alten Kräuterbüchern konnte ich nachschlagen, dass sie ein umfangreiches Einsatzgebiet gegen allerlei Hautkrankheiten, Verdauungsbeschwerden, Rheuma und Gicht hat. Leider gibt es außer den Hinweisen der Volksmedizin kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Doch die Inhaltsstoffe, wie Saponine, Glykoside, Phenole und Bitterstoffe weisen auf entzündungshemmende, antibakterielle und antioxidative Eigenschaften hin. Hildegard von Bingen empfahl zerstoßene Kardenwurzel als Salbenauflage bei hartnäckigen Furunkeln, Hautausschlägen und Warzen. 
Im späten Herbst habe ich die Wurzeln geerntet, gereinigt und getrocknet. Die daraus gewonnene Tinktur ist die Grundlage für heilende Salben und wohltuende Bäder. 

Rezept Kardenwurzel-Tinktur 

Zutaten

Zubereitung

Die Wurzeln nach der Ernte gut reinigen und klein schneiden. 
In ein kleines Schraubglas geben und den Weingeist darüber gießen, so dass das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. 
Das verschlossene Glas 2 bis 3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 
 Dann durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 
Die Kardenwurzel-Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 

Ebenso habe ich ein Wirkstofföl angesetzt, das ich in Cremes und Salben einarbeiten kann. 


Rezept für einen Ölauszug aus den Wurzeln der Großen Karde 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Wurzeln ausgraben, waschen und möglichst klein schneiden. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist.


Rezept für eine vegane Kardenwurzel-Salbe 

Zutaten

Zubereitung 

Das Carnaubawachs im Ölauszug sanft schmelzen, vom Herd nehmen und die Sheabutter einrühren. Zum Schluss die Tinktur und die ätherischen Öle eintropfen und unterrühren. Sofort in einen gut gereinigten Tiegel füllen und erkalten lassen

Donnerstag, 7. Februar 2019

Wacholder-Zitronenessig für hygienische Sauberkeit im Kühlschrank

Heute stelle ich eine Variante meines Rezeptes für Pestessig vor. Der Wacholder-Zitronenessig verbreitet vor allem im Winter einen sehr angenehmen Duft.

Beim Wandern über die schneebedeckten Heiden können immer noch Wacholderbeeren gesammelt werden. Diese unterstützen den Reiniger mit ihrer antibakteriellen Eigenschaft in seiner Wirkungsweise.

Der leistungsstarke Hygienereiniger löst auf allen glatten Oberflächen Schmutzablagerungen, die der Nährboden für Bakterien sind. Der lebensmittelsaubere Wacholder-Zitronenessig kann auch sehr gut zum Reinigen der Mikrowelle und der Arbeitsflächen verwendet werden.


 Rezept Wacholder-Zitronenessig Hygienereiniger

Zutaten 

  • Schalen von einer Zitrone 
  • Ungefähr 20 Wacholderbeeren 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Wacholderöl 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl 
  • 500 g Essig 
  • 50 g Spiritus 
  • 20 g Betain 

Vorbereitungen 

Die Wacholderbeeren grob zerkleinern und in ein verschließbares Glas geben. Es sollte kein Kunststoffbehältnis sein, da die Essigsäure bedenkliche Bestandteile aus dem Kunststoff löst. Mit Essig aufgießen, so dass die Beeren gut bedeckt sind.
Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen, bis der Essig sich dunkel färbt. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Beeren immer gut mit Essig bedeckt sind. Dann wird der Essigauszug abgesiebt, so dass sich keine Pflanzenteile mehr im Essig befinden.
Zitronenchalen in den Spiritus einlegen, so dass sie gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Schalen immer gut mit Alkohol bedeckt sind.
Dann wird der Alkoholauszug abgesiebt, so dass sich keine Schalenreste mehr in der Flüssigkeit befinden.


Zubereitung 

Wacholder-Essig-Auszug mit Zitronen-Alkohol-Auszug in Verhältnis 10 : 1 mischen. In eine Flasche abfüllen und das Betain hinzufügen, schütteln – fertig. Optional können noch ein paar Tropfen ätherisches Wacholderöl und/oder ätherisches Zitronenöl beigefügt werden.