Mittwoch, 15. Mai 2019

Spitzwegerich und Heilerde gegen unreine Haut und schmerzhafte Insektenstiche

Die vergangenen Tage wechselten sich Sonnenschein und reichlich Regen ab. Das sorgte für ein kräftiges Pflanzenwachstum. Die Kräuter in meinem Garten schossen förmlich in die Höhe. Vor allem der Spitzwegerich dominiert gerade die Wiese und Wegränder. Die in der anspruchslosen Heilpflanze enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe sowie Iridoide sind äußerst hilfreich bei Insektenstichen. Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung des Spitzwegerichs wird durch die Zugabe von Honig ergänzt. Zusammen mit Heilerde und wertvollem Leinöl lässt sich eine Heilpaste herstellen. Diese ist nicht nur eine schnelle Hilfe gegen schmerzhafte Insektenstiche, sondern auch als hautklärende, entzündungshemmende Gesichtsmaske geeignet. 

Rezept für eine Heilpaste mit Spitzwegerich und Heilerde 

Zutaten 

  • 10 bis 12 Spitzwegerichblätter 
  • 4 Esslöffel Heilerde 
  • 3 Esslöffel Leinöl 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Die Spitzwegerichblätter reinigen und zusammen mit dem Leinöl im Standmixer oder mit dem Pürierstab sehr fein zerkleinern. Den Honig einrühren. Die Heilerde löffelweise unterrühren bis ein Brei entsteht. 


Anwendung als hautklärende Gesichtsmaske 

Auf dem gereinigten Gesicht verteilen und dabei die Augen aussparen. Für etwa 20 Minuten einwirken lassen. Danach unter kreisenden Bewegungen mit warmem Wasser abnehmen, um den Peeling-Effekt der Heilerde zu nutzen. Das Gesicht ist nun gut durchblutet, geklärt und ist bereit für eine pflegende Creme. 

Anwendung als Heilpaste gegen Insektenstiche 

Die Heilpaste auf die betroffenen Hautstellen auftragen und eintrocknen lassen. Danach sanft mit warmem Wasser abnehmen. 
Für eine längere Einwirkzeit wird die Heilpaste auf ein Leinentuch auftragen. Dieses wird auf der betroffenen Hautstelle fixiert. Nach der Anwendung wird die Heilpaste mit warmem Wasser entfernt.

Sonntag, 5. Mai 2019

Herzhafter Knoblauchsrauke-Senf einfach selbstgemacht

Die Zubereitung von Kräutersenf ist eine weitere Möglichkeit das wunderbare Frühlingsaroma zu bewahren. Kühl und geschlossen gelagert ist der Senf viele Monate haltbar. Wir lieben selbstgemachten Senf nicht nur als Gewürz, sondern auch als Grundlage für Salatdressings oder zum Würzen von Eintöpfen. Die im Rezept verwendeten ganzen Senfkörner sind nicht entölt und enthalten daher viel mehr Aroma als entöltes Senfmehl. 
Das Grundrezept habe ich im Hobbythek-Buch Nr. 7 aus dem Jahr 1998 gefunden. 


Rezept Knoblauchsrauke-Senf 

Zutaten 

  • 40 g gelbe Senfkörner 
  • 10 g schwarze Senfkörner 
  • 3 schwarze Pfefferkörner 
  • 5 g Salz • 10 g Honig 
  • 30 g 5 %iger Weißweinessig 
  • 40 g Wasser 
  • ungefähr 10 bis 12 Knoblauchsrauke-Blätter

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. Das feine Senfmehl wird nun mit dem Wasser, dem Weißweinessig, Salz und Honig in ein Rührgefäß gegeben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. Die Knoblauchsraukeblätter sehr fein schneiden und unter die Senfmasse rühren. Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er ein paar Tage reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder. Falls der Senf noch etwas milder sein darf, dann kann ein Teil der schwarzen Senfkörner gegen gelbe Senfkörner ausgetauscht werden.

Freitag, 26. April 2019

Wildkräutersalz - herzhaftes Frühlingsarmoma im Glas



In den Mittagsstunden, wenn die Frühlingssonne den Morgentau getrocknet hat, wird es Zeit zum Kräutersammeln. Die Bärlauchsaison neigt sich dem Ende zu und daher möchte ich noch etwas von dem aromatischen Kraut bevorraten. Die anderen Zutaten wie Brennnessel, Gundermann, Spitzwegerich, Quendel, Kerbel, Löwenzahn, Sauerampfer oder Giersch gibt es auch in den kommenden Monaten noch, aber der Bärlauch verleiht dem Salz eine besonders würzige Note. Ich verarbeite die Kräuter frisch, denn getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht so gut an das Salz weiter. 


Rezept Wildkräutersalz 

Zutaten 

  • 100 g Wildkräuter 
  • 100 g Speisesalz 

Zubereitung 

Die Kräuter werden ganz klein geschnitten und dann in einem Mörser zusammen mit dem Salz zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Schneller geht es im Blender oder in der Küchenmaschine. 
Diese grobe Paste lasse ich bis zum nächsten Tag zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen, damit das Salz das Aroma der Kräuter aufnehmen kann. 
Dann verteile ich das feuchte Kräutersalz auf einem Backbrett und lasse ich für 2 bis 3 Tage trocknen. Schneller trocknet Kräutersalz, wenn es auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilt und für 2 bis 3 Stunden im Backofen getrocknet wird. Hierfür sollte die Temperatur nicht über 60 Grad liegen und die Backofentür einen Spalt geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Montag, 22. April 2019

Sanfte Scheuerpaste mit Steinheimer Schneckensand


Das herrliche Wetter lud uns zu einer ausgedehnten Wanderung rund um das Steinheimer Becken ein. Der Weg verläuft entlang des Kraterwalls und führt vorbei an einer stillgelegten Sandgrube. Die war für uns bislang nur als Fossilienfundstätte interessant, denn der „Steinheimer Schneckensand“ ist mit winzigen fossilen Schneckenhäuschen durchmischt. Doch zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass der Sand jahrhundertelang als Scheuersand verkauft wurde. 

Ich vermutete, dass der Sand zu grob für die empfindlichen Oberflächen moderner Haushalte wurde und daher nicht mehr zeitgemäß war, so dass der Abbau eingestellt wurde. Doch vor allem dicht unter der Grasnarbe und am Wurzelwerk von Bäumen fand ich feinen, fast mehligen Sand. Daraus habe ich zuhause eine feine Scheuerpaste gemacht. 


Ein Ausflug ins Steinheimer Becken lohnt zwar immer, doch für manche ist der Weg zu weit. Daher kann die Scheuerpaste auch mit dem chemisch verwandten Wiener Kalk angerührt werden, einem sehr fein gemahlenen Gestein. Das bewährte Scheuermittel entfernt Ablagerungen, Schmutz und Seifenreste auch von empfindlichen Oberflächen, ohne Kratzer zu hinterlassen. Unter der Bezeichnung „Dolomitmehl“ kann der doch recht teure Wiener Kalk sehr viel preiswerter gekauft werden. Während Dolomitmehl schon zwischen 2 und 3 Euro pro Kilo zu haben ist, kostet das Kilo Wiener Kalk zwischen 10 und 25 Euro. 
 

Sanfte Scheuerpaste gegen starke Fettverschmutzung 

Zutaten 

Zubereitung 

Soda und Dolomitmehl bzw. Steinheimer Schneckensand in einem Gefäß mischen. Das Betain löffelweise unterrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Das ätherische Öl eintropfen – fertig. 

Anwendung 

Einen Löffel der Scheuercreme auf die zu reinigende Fläche geben, mit einem Tuch verteilen und polieren. Die Reste der Reinigungscreme mit klarem Wasser entfernen.

Freitag, 12. April 2019

Cremige Shampoopasten für duftendes, gepflegtes Haar

Grundsätzlich sind bei uns zuhause Shampooseifen sehr beliebt. Ich hatte vor einigen Jahren eine Shampooseife mit Lavaerde entwickelt, die ich sehr mag, da sich meine Kopfhaut nach der Wäsche sehr gut anfühlt. Lavaerde (Ghassoul) ist ein gemahlenes Tonmineral, das im nordafrikanischen Raum traditionell zur Körperreinigung verwendet wird. Doch ich mag lieber flüssiges Shampoo, da es sich schneller aus meinen langen Haaren auswaschen lässt. Da die Lavaerde ein wunderbares Gefühl auf der Kopfhaut hinterlässt habe die Lavaerde als Zutat in mein flüssiges Shampoo mit aufgenommen. Durch die Kombination mit Flüssigkeit quilt die Lavaerde auf und das Shampoo wird pastös. Eine ähnliche Wirkung und Zusammensetzung hat weiße Tonerde, Kaolin. Die Farbe des fast weißen Tons ist für mein helles Haar praktischer. Wie alle mineralischen Tonerden bindet Kaolin Flüssigkeiten, reinigt sanft aber gründlich. Da nun die beste Zeit ist, um die Kraft der jungen Pflanzenknospen zu nutzen, setze ich einige Extrakte an. 


Rezept zur Herstellung eines Extrakts aus den Knospen der Schwarzen Johannisbeere 

Die Knospen der Schwarzen Johannisbeere enthalten Flavonoide, Vitamine und ätherische Öle, die gegen Hautreizungen wirken. 

Zutaten 

Eine Handvoll frische Johannisbeerknospen 
60 g unvergällter Weingeist 
60 g pflanzliches Glycerin 

Zubereitung 

Die Knospen können ab März geerntet werden. Sie sollten noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Die frischen Knospen in ein verschließbares Glas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt werden die Pflanzenteile mit hochprozentigem Alkohol und Glycerin übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen im Kühlschrank ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 
Der Johannisbeer-Extrakt wird nun in den folgenden Shampoos verarbeitet. Ich habe zwei Rezepte ausgewählt, die jedoch beliebig variiert werden können. Die Anteile der Wascherde und Flüssigkeiten sollten ungefähr eingehalten werden. 

Rezept für eine blumig duftende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Das Johannisbeerenhydrolat habe ich selbst destilliert. Optional kann ein Tee aus Johannisbeerblättern hergestellt oder Orangenblütenhydrolat verwendet werden. Ätherisches Öl, Extrakt, Betain, Sanfttensid und Granatapfelkernöl mit dem Hydrolat mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Eine zu trockene Mischung kann mit mehr Hydrolat flüssiger gemacht werden.

 

Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.

Die Himbeerknospen werden ebenso zu einem Extrakt verarbeitet, wie die Johannisbeerknospen. 

Rezept für eine feuchtigkeitsspendende Shampoo-Paste 

Zutaten 

Zubereitung 

Extrakt, Himbeersamenöl, Betain und Sanfttensid mit dem Rosenwasser mischen. 
Die Lavaerde löffelweise unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. 
Die Mischung für gut eine halte Stunde stehen lassen, damit sie andickt. Sollte sie dann zu weich sein, dann mit etwas Lavaerde nachdicken. Sollte sie zu trocken sein, dann mit mehr Hydrolat flüssiger machen 


Anwendung 

Ungefähr einen Esslöffel der Paste mit etwas Wasser in den Handflächen verreiben und dann in die Kopfhaut einmassieren. Danach die Kopfhaut mit Wasser abspülen. Beim Abfließen des Wassers werden die Haarlängen gereinigt.

Freitag, 22. März 2019

10 Jahre bloggen - Frühlingsbote Huflattich




Seit nunmehr 10 Jahren führe ich diesen Blog. Anfangs war er als mein persönliches „Kräuter-Tagebuch“ gedacht, doch mit der Zeit fand er immer mehr Leser. Das freut mich natürlich sehr, denn mit so viel Interesse hatte ich damals nicht gerechnet. Mein erster Blogeintrag vom 21. März 2009 hatte den Frühlingsanfang und den Huflattich zum Thema. Diese möchte ich heute wieder aufgreifen, dann der Huflattich ist für mich das erste Heilkraft, das ich im Frühjahr sammle. Jedes Jahr finde ich neue Verwendungsmöglichkeiten. Äußerlich angewendet wirkt der Huflattich, entzündungshemmend und reizlindernd. Er hat die idealen Inhaltsstoffe für eine hautberuhigende Creme, die einfach und ohne Emulgator angerührt wird. Grundlage ist ein Ölauszug, der wie folgt hergestellt wird: 

 Rezept Huflattich-Ölauszug 

Den Ölauszug bereite ich schonend, aber dennoch schnell in einem alten Babykostwärmer zu. So muss ich das Mazerat nicht wochenlang an einem warmen Ort ziehen lassen und vermeide das Risiko, dass der Huflattich-Auszug schimmelt. 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Blütenblätter vom Blütenkorb zupfen. 
Zusammen mit dem Sonnenblumenöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist. 
Die abgesiebten Huflattichblüten entsorge ich nicht, sondern verwende sie als Zutat für eine Huflattich-Seife 


Rezept Huflattich-Kamillen Cold Cream 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zubereitung 

Das Bienenwachs im Jojobaöl sanft schmelzen, vom Herd nehmen und Kakaobutter sowie Huflattichblütenöl einrühren. 
Für die Wasserphase einen Tee aus Huflattichblüten und Wasser herstellen. Im noch warmen Tee den Honig auflösen. Das ätherische Kamillenöl eintropfen. Die warme Wasserphase langsam in die warme Fettphase unter Rühren einfließen lassen. Die beiden Phasen müssen wirklich sehr warm, aber nicht heiß sein. Das Bienenwachs wird sonst schnell wieder hart und es bilden sich kleine, harte Körnchen in der Creme. So lange rühren, bis die Creme abgekühlt und stabil ist. Da kein Emulgator beigefügt wurde, dauert der Rührvorgang etwas länger.

Mittwoch, 20. März 2019

Soda, Ingwer und Zitronenschalen für saubere Fliesen

Während der Erkältungszeit bereite ich mir gerne einen Tee mit frischem Ingwer und Zitronen zu. Ob er wirklich hilft Krankheiten fern zu halten, das kann ich nicht wirklich beurteilen. Schmecken tut er mir auf jeden Fall! Die Schalen der Ingwerknollen und der Zitronen werfe ich nicht weg, sondern bereite daraus einen Essigauszug. Dieser ist dann die Grundlage für das nachfolgende Rezept. Sowohl Ingwer als auch Zitronen enthalten antibakterielle ätherische Öle und reinigungsunterstützende Terpene.


Rezept Ingwer-Zitronen-Fliesenreiniger 

Zutaten 

Zubereitung 

Einen Essigauszug aus Ingwerschalen, Zitronenschalen und Weinessig herstellen. Das Wasser auf ungefähr 60 Grad erwärmen und Natriumcarbonat darin auflösen. Nach dem Abkühlen die restlichen Zutaten einfüllen. In eine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung

Dieser Reiniger kann entweder dem Wischwasser beigegeben oder direkt auf die Fliesen aufgesprüht werden.

Farblich passend habe ich ein Putztuch aus Baumwollgarn und Hanfschnur gehäkelt. Das Backsteinmuster fand ich in einem alten Handarbeitsbuch. Für meine Zwecke habe ich es  ein wenig abgeändert. Das Tuch ist griffig, unterstützt den Reinigungsvorgang und ist überaus saugfähig. 



Anleitung für gehäkelte Putztücher im Backstein-Muster 

Material

  • Puppets Lyric 8/8 
  • Hanfschnur
  • 1 Häkelnadel Stärke 3,5

Anleitung

  • 27 Luftmaschen plus 1 Luftmasche als Randmasche, also 28 Luftmaschen anschlagen 
  • 1. Reihe: Randmasche freilassen, in die 2. Masche einstechen und 2 feste Maschen häkeln 3 halbe Stäbchen und 1 feste Masche im Wechsel häkeln Am Ende der Reihe 2 feste Maschen häkeln 1 Luftmasche als Randmasche häkeln 
  • 2. Reihe: Das Muster der 1. Reihe wiederholen.  
  • 3. Reihe: mit Hanfschnur weiterhäkeln, 1feste Masche häkeln 1 tiefgezogene, feste Masche, die in die erste Reihe eingestochen wird Im Wechsel 3 feste Maschen und 1 tiefgezogene Masche häkeln 
  • 4. Reihe: eine Reihe feste Maschen aus Hanfschnur häkeln 
  • 5. Reihe: das Muster der 1. Reihe versetzt häkeln 
  • 6. Reihe: das Muster der 5. Reihe wiederholen 
  • 7. Reihe: mit Hanfschnur weiterhäkeln und das Muster der 3. Reihe versetzt wiederholen 
  • Putztuch bis zur gewünschten Größe stricken und dann mit dem Hanfgarn umhäkeln

Montag, 18. Februar 2019

Heilsame Salbe aus den Wurzeln der Großen Karde


Zurück zu den Wurzeln heißt es jetzt für viele heilkräftige Pflanzen. In den Monaten November bis März ziehen die Pflanzen die Inhaltsstoffe der Blätter, Stängel und Blüten in die unterirdischen Speicherorgane zurück. Daher ist während dieser Zeit die Heilkraft der Wurzeln besonders stark. Die Große Karde ist jetzt sehr leicht auszumachen, da die vertrocknete Pflanze bis zu 2 Meter hoch ragt. Zu Beginn meiner Filztätigkeit lernte ich die Große Karde kennen, denn Male hatte ich Rohwolle mit ihr kardiert. Davor hatte ich sie eher als stacheliges Unkraut wahrgenommen Als Heilkraut habe ich die Große Karde jetzt erst kennengelernt. In alten Kräuterbüchern konnte ich nachschlagen, dass sie ein umfangreiches Einsatzgebiet gegen allerlei Hautkrankheiten, Verdauungsbeschwerden, Rheuma und Gicht hat. Leider gibt es außer den Hinweisen der Volksmedizin kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Doch die Inhaltsstoffe, wie Saponine, Glykoside, Phenole und Bitterstoffe weisen auf entzündungshemmende, antibakterielle und antioxidative Eigenschaften hin. Hildegard von Bingen empfahl zerstoßene Kardenwurzel als Salbenauflage bei hartnäckigen Furunkeln, Hautausschlägen und Warzen. 
Im späten Herbst habe ich die Wurzeln geerntet, gereinigt und getrocknet. Die daraus gewonnene Tinktur ist die Grundlage für heilende Salben und wohltuende Bäder. 

Rezept Kardenwurzel-Tinktur 

Zutaten

Zubereitung

Die Wurzeln nach der Ernte gut reinigen und klein schneiden. 
In ein kleines Schraubglas geben und den Weingeist darüber gießen, so dass das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. 
Das verschlossene Glas 2 bis 3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 
 Dann durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 
Die Kardenwurzel-Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 

Ebenso habe ich ein Wirkstofföl angesetzt, das ich in Cremes und Salben einarbeiten kann. 


Rezept für einen Ölauszug aus den Wurzeln der Großen Karde 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Wurzeln ausgraben, waschen und möglichst klein schneiden. Zusammen mit dem Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. 
Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. 
Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist.


Rezept für eine vegane Kardenwurzel-Salbe 

Zutaten

Zubereitung 

Das Carnaubawachs im Ölauszug sanft schmelzen, vom Herd nehmen und die Sheabutter einrühren. Zum Schluss die Tinktur und die ätherischen Öle eintropfen und unterrühren. Sofort in einen gut gereinigten Tiegel füllen und erkalten lassen

Donnerstag, 7. Februar 2019

Wacholder-Zitronenessig für hygienische Sauberkeit im Kühlschrank

Heute stelle ich eine Variante meines Rezeptes für Pestessig vor. Der Wacholder-Zitronenessig verbreitet vor allem im Winter einen sehr angenehmen Duft.

Beim Wandern über die schneebedeckten Heiden können immer noch Wacholderbeeren gesammelt werden. Diese unterstützen den Reiniger mit ihrer antibakteriellen Eigenschaft in seiner Wirkungsweise.

Der leistungsstarke Hygienereiniger löst auf allen glatten Oberflächen Schmutzablagerungen, die der Nährboden für Bakterien sind. Der lebensmittelsaubere Wacholder-Zitronenessig kann auch sehr gut zum Reinigen der Mikrowelle und der Arbeitsflächen verwendet werden.


 Rezept Wacholder-Zitronenessig Hygienereiniger

Zutaten 

  • Schalen von einer Zitrone 
  • Ungefähr 20 Wacholderbeeren 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Wacholderöl 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl 
  • 500 g Essig 
  • 50 g Spiritus 
  • 20 g Betain 

Vorbereitungen 

Die Wacholderbeeren grob zerkleinern und in ein verschließbares Glas geben. Es sollte kein Kunststoffbehältnis sein, da die Essigsäure bedenkliche Bestandteile aus dem Kunststoff löst. Mit Essig aufgießen, so dass die Beeren gut bedeckt sind.
Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen, bis der Essig sich dunkel färbt. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Beeren immer gut mit Essig bedeckt sind. Dann wird der Essigauszug abgesiebt, so dass sich keine Pflanzenteile mehr im Essig befinden.
Zitronenchalen in den Spiritus einlegen, so dass sie gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Schalen immer gut mit Alkohol bedeckt sind.
Dann wird der Alkoholauszug abgesiebt, so dass sich keine Schalenreste mehr in der Flüssigkeit befinden.


Zubereitung 

Wacholder-Essig-Auszug mit Zitronen-Alkohol-Auszug in Verhältnis 10 : 1 mischen. In eine Flasche abfüllen und das Betain hinzufügen, schütteln – fertig. Optional können noch ein paar Tropfen ätherisches Wacholderöl und/oder ätherisches Zitronenöl beigefügt werden.

Dienstag, 22. Januar 2019

Festes Shampoo mit Klettenwurzel für glänzendes Haar und gesunde Kopfhaut



Während der Wintermonate gibt es keine frischen Kräuter und daher geht’s ans Eingemachte. Die Tinkturen, Extrakte, Hydrolate und Mazerate, die ich auf Vorrat hergestellt hatte, werden nun verarbeitet. Die Große Klette ist jetzt leicht auszumachen. Aus dem Schnee ragen die aufrecht stehenden, vertrockneten Stängel. Die zweijährige Pflanze zieht ihre Nährstoffe während des Winters in die Wurzeln zurück. Daher ist der Spätherbst der beste Zeitpunkt die Wurzeln auszugraben. Das angesetzte Klettenwurzelöl und der Klettenwurzelextrakt sind nun „reif“ und können zu Shampoo verarbeitet werden. Das feste Shampoostück kommt ohne überflüssige Verpackung aus und ist praktisch zu transportieren. Es schäumt wunderbar, ist in der Handhabung ebenso einfach wie ein Stück Seife.  



Rezept Klettenwurzel - Shampoostück 

Klettenwurzel–Öl wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf die Kopfhaut. Die antibakterielle und pilztötende Wirkung des Klettenwurzelöls hilft gegen Schuppen sowie Ekzeme und lindert Juckreiz. Darüber hinaus verleiht das Öl dem Haar einen seidigen Glanz, macht es geschmeidig und gut kämmbar. 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Pulverphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffphase 

Zubereitung 

Klettenwurzelöl und Emulsan klar schmelzen, vom Herd nehmen und Kokosnussöl einrühren. 
1 Teelöffel geschnittene Klettenwurzeln in einen Teefilter geben und für 15 bis 20 Minuten in warmem Wasser ziehen lassen. 
Dem warmen Klettenwurzeltee das Glycerin zugeben. 
Wasserphase in einem dünnen Strahl in die Fettphase einrühren. 
Die Pulverphase in die warme Emulsion mischen. 
Ätherische Öle und Extrakt eintropfen. 
Die Masse in kleine Silikonformen füllen. 
Nach dem Aushärten ausformen. 

Anwendung 

Das Shampoostück wird in der Hand mit Wasser aufgeschäumt und dann wird der Schaum im Haar und auf der Kopfhaut verteilt. Nach einer sanften Massage wird der Schaum ausgespült. Nach der Wäsche bewahre ich das Schampoostück wie eine Seife in der Seifenschale auf, damit es trocknen kann.