Freitag, 21. September 2018

Neue Ideen zur Verwertung von Kastanien

Ein sonnenreicher Sommer verabschiedet sich und rechtzeitig zum Herbstanfang reifen die Kastanien. Es gibt reichlich Sammelgut von enormer Größe, so dass der Korb schnell voll ist. Aus den geschroteten Kastanien werde ich Waschmittel, Badezusätze und Salben herstellen. Bei meiner Vorbereitung für einen Kurs beim Kneipp-Verein Ellwangen habe ich noch weitere Rezepte erarbeitet, die vor allem die venenstärkenden Eigenschaften der Kastanie hervorheben. Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorrhoiden und geschwollene Füße hilft. Die Früchte der Rosskastanie enthalten das entzündungshemmende Aescin, ein Gemisch aus über 30 verschiedenen Saponinen. Aescin dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Gefäßspannung der Venen. Das Abfließen von Wassereinlagerungen in den Beinen wird unterstützt. Die in der braunen Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken antibakteriell, antiviral und ebenfalls entzündungshemmend, dadurch wird der Heilungsprozess der Haut gefördert. Die Verwendung als Reinigungslotion für Toilettenpapier bietet sich daher an und ich habe hierfür ein Rezept entwickelt. Diese Lotion ist einfach herzustellen und unkompliziert in der Anwendung. Die Wirkung der Kastanien wird durch die pflegenden Eigenschaften des antibakteriell wirkenden Schwarzkümmelöls unterstützt. Nur zwei Zutaten ergänzen sich in dieser Lotion zu einer gesunden und pflegenden Reinigung der empfindlichen Analregion nach dem Stuhlgang. Meine Schwägerin nennt diese Lotion übrigens liebevoll „Popo-Spray“. 
Da ich die Verwendung von konventionellem, feuchtem Toilettenpapier sehr kritisch sehe, habe ich hier einen Eintrag zu diesem Thema geschrieben. 


Hier nun mein 

Rezept für eine venenstärkende Reinigungslotion aus Kastanien 

Vorbereitung

Kastanien sammeln und zerkleinern. Entweder werden die Kastanien in ein Geschirrtuch gewickelt und mit dem Fleischklopfer grob zerschlagen oder mit einer alten Kaffeemühle zerkleinert. Leichter geht es jedoch mit einem Standmixer. Ich schäle die Kastanien nicht, da die braune Samenschale wichtige Gerbstoffe enthält. 

Zutaten

Zubereitung 

Kastanienschrot in ein Schraubglas füllen. 
Nun das Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. 
Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Sprühflasche filtern und schließlich das Schwarzkümmelöl eintropfen. 

Anwendung 

Vor jedem Gebrauch muss die Mischung kurz geschüttelt werden, da kein Emulgator das Gemisch dauerhaft verbindet. Das Reinigungsfluid wird zur Reinigung auf Toilettenpapier gesprüht.

Dienstag, 18. September 2018

Bucheckern-Pesto mit Quendel und Dost


Die Landschaft der Schwäbischen Alb wird vor allem durch Buchenwälder und Wacholderheiden geprägt. Während viele Pflanzen unter der anhaltenden Dürre leiden, gedeihen der Dost sowie der Quendel ausdauernd und üppig. Die wilden Verwandten von Majoran und Thymian lieben die trockenen, sonnigen Heideflächen. Die Buchen öffnen ihre Fruchtbecher und geben die Bucheckern frei. 
Meine Eltern haben mir oft erzählt, wie sie in der „schlechten Zeit“, also während des Krieges und danach, Bucheckern gesammelt hatten. Um die Lebensmittelknappheit zu meistern, mussten sich auch die Kinder an der Versorgung beteiligen. Oft hatten sie tagelang Bucheckern gesammelt, um diese dann in der Ölmühle pressen zu lassen. Das Bucheckernöl geriet dann in Vergessenheit, vermutlich weil das Sammeln der Früchte mit hohem Aufwand verbunden ist. Heute kann es als wertvolle Rarität wieder gekauft werden. 



In Marie Schandris berühmten Regensburger Kochbuch von 1932 konnte ich zwar keine brauchbaren Rezepte finden, jedoch eine Anleitung, wie die Bucheckern verarbeitet werden. Mit diesen Informationen konnte ich dann mit meinen gesammelten Zutaten folgendes Rezept zusammenstellen: 

Rezept für ein Wildkräuter-Bucheckern-Pesto 

Vorbereitung 

Die gesammelten Bucheckern in eine große Schüssel oder einen Eimer mit Wasser schütten. Die leichten, oben schwimmenden Bucheckern enthalten keine Samen und können entsorgt werden. Nun werden die Spitzen der Bucheckern mit einem Messer abgeschnitten, so dass die harte Schale besser entfernt werden kann. 

Zutaten 

  • 30 g geschälte Bucheckern 
  • 30 g frischen Quendel, Dost, Petersilie, Basilikum und Gundermann 
  • 80 g Bucheckernöl
  • 10 g geriebener Parmesan 
  • 1 Knoblauchzehe 
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Prise Pfeffer 

Zubereitung 

Die geschälten Bucheckern in einer Pfanne für einige Minuten ohne Fett anrösten. Die Kräuter reinigen und grob schneiden. Ich habe Wildkräutermischung mit ein paar Blätter Gundermann, etwas Petersilie und Basilikum ergänzt. Alle Zutaten mit dem Stabmixer pürieren. In ein verschließbares Glas füllen und darauf achten, dass die Kräuter gut mit Öl bedeckt sind.