Dienstag, 21. November 2017

Glanz und Halt für das Haar mit Quittenkernen und Rosenwasser

Ich werde oft gefragt, woher ich meine Rezepte für selbstgemachte Kosmetikprodukte habe. Die meisten Rezepte habe ich auf der Basis jahrelanger Erfahrung selbst entwickelt. Wenn sie nach der Probephase perfekt sind, veröffentliche ich meine Rezepte. 
Doch hin und wieder stoße ich auch auf Hinweise, Inspirationen oder Quellen. Wie im nachfolgenden Beispiel. Ein glücklicher Fund auf dem Flohmarkt bescherte mir dieses Buch, das im Jahr 1904 in Augsburg erschienen ist und von H.Mann verfasst wurde: 
„DIE MODERNE PARFUMERIE. EINE ANWEISUNG UND SAMMLUNG VON VORSCHRIFTEN ZUR HERSTELLUNG SAMTLICHER PARFUMERIEN UND KOSMETIKA. UNTER BESONDERER BERUCKSICHTIGUNG DER KUNSTLICHEN RIECHSTOFFE NEBST EINEM ANHANG UBER DIE PARFUMIERUNG DER TOILETTESEIFEN." 
Seit Jahrzehnten das unentbehrliche, praktische Nachschlagewerk für Parfumerien, Kosmetik und feine Seife. 
Ein unglaublicher Schatz! Vor allem haben es mir die zahlreichen Rezepte zur Herstellung von Haar- und Bartpflegeprodukten angetan. 




Da die Quitten der diesjährigen Ernte jetzt verarbeitet werden müssen, habe ich ausreichend Kerne für das nachfolgende Rezept zur Verfügung: 

Rezept für ein Haar-Spray aus Quittenkernen und Rosenwasser

Das Spray duftet köstlich und verleiht dem Haar Glanz. Die im Rezept weiterhin angegebene Borsäure habe ich weggelassen. Zudem habe ich es auf eine „haushaltsübliche“ Menge berechnet.


Zutaten 

Zubereitung 

Die Beschreibung der Zubereitung habe aus dem Buch übernommen. 
„Man gibt die Quittenkerne in ein Gefäß, übergießt sie mit dem Rosenwasser und lässt sie für ungefähr 2 Stunden stehen. Darauf gießt man das Ganze in ein Tuch, welches man frei über einer Schüssel aufhängt. Man presse den Schleim nicht aus, sondern lasse ihn von selbst in das Gefäß laufen, da man sonst unliebsame kleine Verunreinigungen durch das Tuch drückt, die nur schwer oder gar nicht mehr zu entfernen sind. Der Alkohol dient dazu eine Zersetzung und Schimmelbildung zu vermeiden, welcher der Schleim bereits nach 3 bis 4 Tagen unterworfen ist.“ 

Anwendung 

Das fertige Quitten-Rosenwasser-Gemisch zusammen mit dem Alkohol in eine Sprühflasche füllen. Das Spray in einem Abstand von ungefähr 25 cm auf das Haar aufsprühen. 
Anstatt des Alkohols habe ich einen Quittenextrakt verwendet:  


Rezept Quittenextrakt 

Zutaten 

Zubereitung 

Die fein abgeschälten Quittenschalen klein schneiden und frisch in ein verschließbares Glas geben. 
Nun mit Weingeist übergießen, so dass das Glas voll ist und die Schalen gut bedeckt sind. 
Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. 
Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 


Hier noch eine Abwandlung des Rezeptes: 

Rezept für ein Styling-Gel aus Quittenkernen 

Das Gel lässt sich hervorragend verwenden, die Haare bekommen stabilen Halt ohne zu verkleben. 




Zutaten 

  • 5 g Quittenkerne 
  • 100 g Wasser 
  • 5 g Alkohol oder Quittenextrakt

Zubereitung 

Die Quittenkerne in ein Gefäß geben und mit kaltem Wasser übergießen. Für etwa 2 Stunden stehen lassen. Den entstandenen Schleim durch ein feines Sieb filtern und dann nochmals durch einen Teefilter ablaufen lassen. Der Schleim sollte von selbst ablaufen, damit sich keine Verunreinigungen darin befinden. Anstelle von Wasser können auch Hydrolate, wie z. B. Lavendelwasser oder Pfefferminzwasser, verwendet werden. Nun noch den Alkohol einarbeiten und in ein handliches Aufbewahrungsgefäß füllen.

Anwendung 

Etwas von dem Gel in die Haare verteilen und wie gewünscht formen. Am Haaransatz sorgt das Gel für mehr Stand und Volumen

Montag, 6. November 2017

Entspannendes Bad mit Wacholder und Kastanien

In diesem Herbst tragen die Wacholderbüsche auf den umliegenden Heiden besonders viele Beeren. Das Pflücken ist etwas mühsam, doch es lohnt sich auf jeden Fall einen kleinen Vorrat anzulegen. Die dunkelblauen Beeren des Wacholders sind eine wahre Hausapotheke. Äußerlich angewendet wirken die ätherischen Öle durchblutungsfördernd, belebend und lindern Muskel-und Gelenkschmerzen. Abgerundet wird das Bad durch die entspannenden und beruhigenden Eigenschaften des Rosmarins. Das ätherische Orangenöl sorgt ebenfalls für Entspannung und rundet den Duft ab. 


Rezept für ein entspannendes Wacholder-Kastanien-Bad 

Zutaten 

Zubereitung und Anwendung 

Ein Schraubglas gut reinigen und darin die gemahlenen Wacholderbeeren mit dem Kastanienschrot mischen. Nun heißes Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb filtern. Die ätherischen Öle und die Sahne in den Sud mischen. Die Milch dient sowohl als Emulgator für die ätherischen Öle, als auch zur Hautpflege. Die in der Ziegenmilch vorhandenen Inhaltsstoffe entsprechen dem natürlichen Säureschutzmantel unserer Haut. So wird dieser in seiner Regeneration durch die Ziegenmilch unterstützt. Zudem spenden die enthaltenen Proteine der Haut viel Feuchtigkeit. 
Der fertige Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden. Er lässt sich aber auch bevorraten, indem man den Kastanienschrot und die Wacholderbeeren portionsweise in Schraubgläser füllt.

Freitag, 3. November 2017

Umweltfreundliches Buntwaschmittel aus Rosskastanien


Der heutige Novemberbeginn schenkt uns noch milde, warme Mittagsstunden. Die haben wir für eine Wanderung durch das nahegelegene Ries genutzt. Die Sonne schien durch die kahlen Bäume auf den Waldboden, der üppig mit bunten Laub bedeckt war. Dazwischen fanden sich noch reichlich Kastanien, die unsere Ernte aus dem heimischen Garten bereicherte. Nun haben wir einen Vorrat an Kastanien angelegt, der über Monate hinweg zu Waschmittel und Reinigungsprodukte verarbeitet wird.

Hier möchte ich genau beschreiben, wie ich die Rosskastanien verarbeite und bevorrate. 
  • Zuerst wasche ich die frisch gesammelten Früchte in einem Eimer Wasser, dem ungefähr 10 Esslöffel Speise-Natron (Natriumhydrogencarbonat) beigefügt sind. 
  • Dann verteile ich die Kastanien auf einem sauberen Leintuch und trockne sie. Ich schäle die Kastanien nicht, da die braune Samenschale wichtige Gerbstoffe enthält. 
  • Entweder werden die Kastanien als ganze Frucht trocken aufbewahrt oder gleich für die Weiterverarbeitung zerkleinert. Ich bevorzuge die zweite Methode, da frische Kastanien sind noch sehr weich sind und sich mühelos zerkleinern lassen. Zuerst einmal werden die Kastanien in ein Geschirrtuch gewickelt und mit dem Fleischklopfer grob zerschlagen. Für einen feineren Mahlgrad leistet mir eine alte Kaffeemühle gute Dienste. Leichter geht es jedoch mit einem Blender oder dem Thermomix. 
  • Diesen Kastanienschrot lasse ich auf einem Backbrett gut trocknen, bevor ich ihn in Gefäße fülle. Um Schimmel zu vermeiden, verschließe ich die diese nicht, sondern decke sie nur mit einem Tuch ab.


Rezept für ein umweltfreundliches Buntwaschmittel aus Rosskastanien 

Zutaten 

  • ½ Liter Wasser 
  • 250 g Kastanienschrot 
  • 1 Teelöffel Waschsoda (Natriumkarbonat)
  • 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl 

Zubereitung  

Die zerkleinerten Kastanien in ein Glas geben und mit heißem Wasser überbrühen. Für einige Stunden stehen lassen und dann durchsieben. Im gewonnenen Sud einen Teelöffel Waschsoda auflösen und das ätherische Öl eintropfen. 

Anwendung 

Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.