Freitag, 27. Oktober 2017

Waschmittel selbst herstellen? Ja, aber nicht mit Seife!

Vor der Einführung moderner elektrischer Waschmaschinen wurde die Wäsche in Seifenlauge gereinigt. Diese ist jedoch für Waschmaschinen nicht geeignet, da geriebene Seife in der Waschmaschine sehr schäumt. Aus diesem Grund sind industriell hergestellten Waschmitteln sogenannte „Schaumbremser“ zugesetzt. Zu viel Schaum reduziert auch die Waschkraft, ähnlich wie beim Überdosieren von Waschmitteln, da die Wäsche durch die hohe Schaumentwicklung kaum noch Reibung in der Trommel hat. Diese mechanische Reibung an der Trommel ersetzt das Waschbrett und ist ausschlaggebend für die reinigende Wirkung. Letztendlich verstopfen selbst minimale Seifenreste den Abflussschlauch. 
Viele Rezepte für selbstgemachte Waschmittel auf Seifenbasis enthalten vor allem Kernseife als Ausgangsmaterial. Doch diese möchte ich nicht verwenden, denn Kernseife wird traditionell aus Rindertalg (Sodium Tallowate), pflanzliche Kernseife aus Palmöl (Sodium Palmate) hergestellt. Nach der Verseifung wird die Seifenmasse ausgesalzen und der Seifenkern abgetrennt, zurück bleibt die entkernte Seife. Ich habe mich daher für Betain entschieden, ein aus Kokos- und Palmkernfettsäuren gewonnenes Tensid, dessen pH-Wert im neutralen Bereich liegt. Das reizfreie Tensid hat eine sehr gute Reinigungsleistung und eignet sich nicht nur als Basis von Haushaltsreinigern, sondern auch als mildes, feuchtigkeitsspendendes Tensid in Waschlotionen und Shampoos. 
Die weiteren Zutaten Zitronensäure, Waschsoda, Speisenatron und Spülmaschinensalz sind im Drogeriemarkt erhältlich. Die Zitronensäure enthärtet das Wasser und vermeidet Kalkablagerungen. Waschsoda (Natriumcarbonat) sowie Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat) lösen Fett und Schmutz. Das Spülmaschinensalz ist hochgereinigtes Natriumchlorid, also Kochsalz ohne Rieselhilfe (Calciumcarbonat/Schlämmkreide) und Jod. 


Rezept für ein umweltfreundliches Flüssigwaschmittel 

Zutaten 

750 g Wasser 
50 g Spezialsalz für Spülmaschinen 
50 g Betain 
50 g Waschsoda (Natriumkarbonat) 
50 g Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat) 
20 g Zitronensäure 
10 Tropfen ätherisches Öl nach Geschmack 

Zubereitung und Anwendung 

Das Wasser auf ungefähr 50 Grad erwärmen und die Zitronensäure darin auflösen. Speisenatron, Waschsoda und Spezialsalz mischen und im warmen Wasser auflösen. Zum Schluss das Betain unterrühren und die ätherischen Öle eintropfen. Ungefähr 25 bis 40 g des Waschmittels in das dafür vorgesehene Fach einfüllen. Ich habe immer ein Portionierglas neben der Waschmaschine stehen, das erleichtert mir das Abmessen. 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hildegard-von-Bingen-Kräuterbrot mit Wacholderbutter

Rund um unser Dorf prägen Wacholderheiden das Landschaftsbild. Zwischen den ausladenden Wacholderbüschen breitet sich in großen, duftenden Kissen der Quendel sich über das wilde Grasland aus. Diese beiden Wildkräuter möchte ich in einer einfachen, schmackhaften Mahlzeit vereinen.


Rezept Wacholder-Butter 

Zutaten 

250 g Butter
15 Wacholderbeeren
Saft einer halben Zitrone
½ Teelöffel Salz
2 bis 3 schwarze Pfefferkörner

Zubereitung 

Die Wacholderbeeren zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein zerkleinern. Alle Zutaten in die sehr weiche Butter einrühren.
Das Härtsfeld war während der Keltenzeit relativ dicht besiedelt. Für sie war der immergrüne Wacholder der Sitz der Ahnen.

Rezept Hildegard-von-Bingen-Kräuterbrot

Im Handel wird seit einiger Zeit Hildegard-von-Bingen-Brot angeboten. Was dieses Brot jedoch mit der Namensgeberin gemein hat, das erschließt sich mir nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Maltodextrin, Emulgatoren, Enzyme, Karamellzucker und Gerstenmalzextrakt zu den Backzutaten gehörten, die Hildegard von Bingen verwendet hätte. Nachdem die Quendelkekse sehr beliebt sind, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich ein Brot backen kann, das mit einfachen, wenigen Zutaten und den entsprechenden Kräutern die Philosophie der Hildegard von Bingen widerspiegelt. Das Brot enthält einen hohen Anteil an Dinkel, denn diesen hält sie für das beste Getreide.

Zutaten

350 g Dinkelvollkornmehl
150 g Roggenvollkornmehl
350 g Wasser
2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Honig
20 g Hefe
Kräutermischung aus Galgant, Bertram und Quendel

Zubereitung 

In 350 g lauwarmen Wasser den Honig und die Hefe auflösen. Die beiden Mehlsorten mit Salz in einer Schüssel mischen. In die Mitte eine Mulde machen und das Wasser mit der aufgelösten Hefe hineinschütten. Zugedeckt für eine gute Viertelstunde stehen lassen, bis die Mischung Blasen wirft. Dann den Teig für etwa 5 Minuten kneten, bis er elastisch ist und sich von der Rührschüssel löst. Zum Schluss noch die Kräutermischung unterrühren und den Teig zugedeckt für 1 bis ½ Stunden gehen lassen. Wenn sich das Volumen des Teiges deutlich vergrößert hat, dann wird dieser aus der Schüssel genommen und auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals kräftig mit den Händen durchgeknetet und in Form gebracht. Den Brotlaib mit einem Messer tief einschneiden. In eine Backform legen und zugedeckt für weitere 15 Minuten ruhen lassen, während der Backofen auf 240 Grad Ober/Unterhitze vorgeheizt wird. Eine Schale mit Wasser im Backofen sorgt für ausreichend Feuchtigkeit. Das Brot für 10 Minuten bei 240 Grad backen, dann die Hitze auf 200 Grad reduzieren und für weitere 40 Minuten backen. Nach der gesamten Backzeit von 50 Minuten das Brot aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Quendel, Galgant und Bertram – die Heilkräuter der Hildegard von Bingen 

Für die Kräutermischung wird der Quendel gewaschen, im Leinentuch getrocknet und klein gehackt. Der Hauptwirkstoff des Quendels oder Feldthymians ist ein ätherisches Öl. Dieses wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und über die Atemwege ausgeschieden. Auf diesem Weg erfüllt es eine den Körper reinigende Wirkung. Hildegard von Bingen schreibt unter anderem über den Quendel: "Und wenn das Gehirn krank und wie leer ist, dann pulverisiere er Quendel, und dieses Pulver vermische er mit Mehl und Wasser, und so mache er Törtchen, und er esse sie oft, und sein Gehirn wird sich besser befinden.
Der Galgant gehört zu den Ingwergewächsen. Die heilkräftige Wurzel wird im Handel bereits gemahlen angeboten. Als aromatisches Gewürz verleiht er Gerichten eine angenehme Schärfe. Hildegard von Bingen schreibt über den Galgant: "Er ist warm und heilkräftig. Wer hitziges Fieber hat, pulverisiere Galgant, trinke dieses Pulver in Quellwasser und er wird das hitzige Fieber löschen. Wer im Rücken oder in der Seite Schmerzen hat, siede Galgant in Wein, trinke ihn oft warm und der Schmerz wird aufhören. Wer Herzweh hat und im Herzen schwach ist, esse bald genügend Galgant und es wird ihm besser gehen..."
Die heilkräftige Wurzel des Bertram wird getrocknet und fein geschnitten. Die beliebte Zierstaude aus der Familie der Korbblütler ist im Mittelmeerraum heimisch und liebt mildes Klima. Zwar ähnelt Bertram äußerlich der Kamille, doch ist sein Geschmack scharf und würzig. Ohne Hildegard von Bingen wäre der Bertram womöglich in Vergessenheit geraten. Sie schreibt über ihn: „"Für einen gesunden Menschen ist er gut, weil er die Fäulnis in ihm mindert, das gute Blut vermehrt und einen klaren Verstand bereitet. Auch den Schwerkranken bringt er wieder zu Kräften und schickt nichts unverdaut aus dem Menschen hinaus. Wer viel Schleim im Kopf hat und Bertram isst, dem mindert er diesen Schleim. Oft genossen vertreibt er Brustfellentzündung, bereitet reine Säfte und macht die Augen klar. Wie auch immer er genommen wird, ist er nützlich und gut, sowohl für Kranke als auch für Gesunde. Wer ihn oft isst, dem vertreibt er die Krankheit und verhindert, dass er krank wird. Dass er beim Essen im Mund Speichel auslöst, kommt davon, dass er die üblen Säfte herauszieht und die Gesundheit zurückgibt."

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Aromatisches Basilikumsalz - einfach selbstgemacht

In den Mittagsstunden, wenn die Herbstsonne den Morgentau getrocknet hat, wird es Zeit für die Kräuterernte. Ich möchte noch einige Kräuter konservieren, bevor sie welk werden oder erfrieren. 
In diesem Jahr hat mich vor allem das Basilikum angenehm überrascht, das über Monate ausdauernd gewachsen ist. Während gekaufte Topfpflanzen auf der Fensterbank schon nach einer Ernte eingehen, konnte ich im Garten einen prächtigen Stock heranziehen. 

Bevor das einjährige Kraut abstirbt, habe ich die aromatischen Blätter geerntet, um daraus ein Gewürzsalz herzustellen. Getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht gut an das Salz weiter. Daher Ich verarbeite ich das Basilikum frisch, denn so nimmt das Salz die geschmackvollen, ätherischen Ölen auf. 


Rezept Basilikumsalz 

Das aromatische Salz ist sehr gut zum Würzen von Tomaten geeignet und passt perfekt zu mediterranen Gerichten. 

Zutaten 

  • 50 g frische Basilikumblätter 
  • 200 g Speisesalz

Zubereitung

Die Basilikumblätter reinigen und sehr klein schneiden. 
Zusammen mit dem Salz mit einem Mörser zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Schneller geht es im Blender oder in der Küchenmaschine. 
Diese grobe Paste für ein bis zwei Tage zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen lassen, damit das Salz das Aroma des Basilikums aufnehmen kann. 
Dann das noch feuchte Basilikumsalz auf einem Backbrett für ein bis zwei Tage trocknen lassen. Oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und für 2 bis 3 Stunden im Backofen trocknen. Hierfür sollte die Temperatur nicht über 60 Grad liegen und die Backofentür einen Spalt geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. 
 Das gut getrocknete Salz durch ein feines Sieb streichen, in Gläser füllen und verschließen.