Dienstag, 14. Juni 2016

Holunderblütenessig

Jetzt suche ich wieder die Holundersträucher fernab der Straßen auf, um die herrlich duftenden Blüten zu ernten. Diese verarbeite ich zu Gelee, Marmelade, Sirup, Kuchen und Speiseeis. Einige Dolden benötige ich zur Herstellung meiner Haarspülung.
In diesem Jahr möchte ich eine weitere Verarbeitungsmöglichkeit vorstellen und zwar den Holunderblütenessig. Grundlage dafür ist mein selbst hergestellter Apfelessig, doch der Eigengeschmack des Apfelessigs drängt den blumigen Holunderblütengeschmack etwas in den Hintergrund. Lieblicher wird der Holunderblütenessig mit einem neutralen Bio-Weißweinessig. Das Rezept ist einfach und die Herstellung ist leicht umzusetzen.



 Rezept Holunderblütenessig

Zutaten

  • 6 bis 8 Holunderblütendolden 
  • 1 Liter Bio-Weißweinessig oder Bio-Apfelessig 

Zubereitung 

Die Holunderblüten sollten möglichst ab den Mittagsstunden an trockenen Tagen geerntet werden. Sie welken sehr schnell und müssen zügig weiterverarbeitet werden. Dafür befreie ich sie erst einmal von den Stielen. Ich wasche die Holunderblüten nicht, sondern verlese sie nur. So bleiben die Blüten trocken und das Aroma erhalten. Die Blüten in ein Glas mit einem weiten Hals füllen, mit Essig übergießen und ganz auffüllen. Gut verschlossen für 2 bis 3 Wochen an einem kühlen Ort ziehen lassen. Danach durch ein feines Sieb gießen, damit alle Pflanzenreste ausgefiltert sind und in saubere Flaschen füllen. Dieser leckere Blütenessig verfeinert Blattsalate, Gurkensalate und passt sehr gut zu Fischgerichten.



Der "Holderbusch" ist ein magischer Baum, früher pflanzte man den Holunder oft zum Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzeinschlag als Hausbaum. Er galt als Wohnstatt der germanischen Göttin Holder, oder Holla, die uns aus dem Märchen als Frau Holle bekannt ist. Als eine der germanischen Hauptgöttinnen hatte sie aber weit mehr Bedeutung, als im Märchen der Gebrüder Grimm erzählt wurde. Als lichtweisende, gerechte Muttergöttin, aber auch als dunkle Todbringende brachten ihr die Germanen Opfer unter dem Holunderbaum dar.