Freitag, 2. September 2022

Feuchtigkeitsspendende Lotion mit Rotklee und Ringelblumen für die Pflege der Sommerhaut

Ich genieße den Sommer, der uns lange, warme Tage schenkt. Doch ich habe sehr helles Haar und eine blasse Haut, die ich von Kindesbeinen an vor der Sonne schützen muss. Daher halte ich mich vor allem im Schatten auf, schütze meine Haut mit leichter Kleidung und pflege sie mit einer feuchtigkeitsspendenden Körperlotion. 

Bevor die Wiesen abgemäht werden, sammle ich noch reichlich Rotklee-Blüten. Damit färbe ich Wolle, bereite einen Ölauszug zu und stelle ein Hydrolat her. Darin ist das ätherische Öl des Rotklees enthalten, das hautberuhigend und juckreizlindernd wirkt. Rotklee ist auch reich an Gerbstoffen, die eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung haben. Zudem wird die Regeneration der Hautzellen angeregt. Ergänzend und feuchtigkeitsbewahrend wirken Ringelblume und Honig. Ein paar Tropfen Lavendelöl runden die Wirkung und den Duft der Feuchtigkeitslotion ab. 



Feuchtigkeitslotion mit Rotklee und Ringelblumen 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

Fettphase 

Wasserphase 

  • 50 g Hydrolat aus Rotkleeblüten 
  • 1 Teelöffel Honig 

 Wirkstoffphase

Zubereitung 

Das Ringelblumenöl kann entweder selbst nach diesem Rezept hergestellt oder hier fertig gekauft werden. 
Alternativ zum Rotklee-Hydrolat kann auch ein wässeriger Auszug aus Rotkleeblüten und destilliertem Wasser hergestellt werden. 
Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird.
Xyliance im Ringelblumenöl sanft schmelzen. 
Vom Herd nehmen, die Kakaobutter dazugeben und rühren bis diese geschmolzen ist. 
Den Honig im erwärmten Hydrolat auflösen. 
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. 
Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 
Ätherisches Lavendelöl eintropfen und unterrühren.

Donnerstag, 1. September 2022

Schuhkissen mit Rainfarn und Lavendel



Der botanische Namen des Rainfarns ist Tanacetum, das vom griechischen Wort „ Athanoton“ abgeleitet ist und unsterblich bedeutet, was vermutlich auf die lange Blühdauer des Rainfarns zurückzuführen ist. Da Rainfarn selbst Monate nach der Ernte noch seine dottergelbe Farbe behält, binde ich ihn gerne in Trockensträuße und Kränze ein. Wegen der insektenabweisenden Wirkung wurde Rainfarn früher auf Fußböden ausgestreut. In alten Kräuterbüchern wird ein Trunk aus Rainfarn gegen Wurmkrankheiten, Hildegard von Bingen empfahl ihn gegen Verdauungsbeschwerden. Gegen Flöhe und Läuse wurden Waschungen mit Rainfarn vorgenommen. Ich sammle den Rainfarn vor allem, um damit Wolle zu färben. Die farbbeständigen Blüten behalten über Monate ihre dottergelbe Farbe, daher binde ich sie gerne in Trockensträuße und Kränze ein. Diese duften dann noch lange. Die ätherischen Öle des Rainfarn sind sehr hautreizend, darum verwende ich die Pflanze nicht für die Körperpflege. Eingebunden in Kräutersäckchen vertreibt der Rainfarn zusammen mit anderen Kräutern schlechte Gerüche aus den Schuhen. Die Idee für selbst gemachte Schuhkissen hatte ich schon mal vorgestellt. Zwischenzeitlich habe ich die Schuhkissen so vereinfacht, dass keine Näharbeiten notwendig sind. Oft bleiben einzelne Socken übrig, diese werfe ich nicht weg, sondern verwende sie als Schuhkissen. Hierfür befülle ich die Socke mit Spelzen und Kräutern. Die Kräutersocke wird dann oben zugebunden und in die Schuhe gesteckt. Vor allem Winterschuhe, die jetzt nicht gebraucht werden, können mit Schuhkissen versehen gelagert werden. 



Manchmal stricke ich aus Wollresten Strümpfe, die im Sommer als Schuhsocke dienen bis sie im Winter die Füße wärmen. Beim Lavendel steht der Sommerschnitt an. An den Rispen sind noch einige der duftenden Blüten, die ich sorgsam abstreife und sammle. Die üppig wuchernde Minze, Salbei und eine Handvoll Dinkelspelz ergänzen die Füllung. Zusammen mit den Rainfarnblüten sorgen Lavendel, Minze und Salbei nicht nur für frischen Duft in den Schuhen, sondern auch antibakteriell und fungizid wirken. Ein passendes Säckchen schützt die Schuhe auch beim Transport und auf Reisen. So gut gepflegt und aufbewahrt können Schuhe optimal lange getragen werden. 

Ich habe immer ein Paar Lieblingsschuhe, die nach einem Jahr Dauergebrauch gut eingetragen sind. Nach einigen Jahren sind sie dann wirklich abgetragen. Es fällt mir dann immer sehr schwer meine „Abenteuer-Schuhe“ wegzuwerfen, denn an ihnen hängen so viele Erinnerungen. Waldwege, Straßen und Strände, die ich mit ihnen betreten hatte– überall hin haben sie mich begleitet. Meine roten Lieblingsschuhe habe ich seit gut 20 Jahren, sie sind unersetzlich, damit ich immer wieder nach Hause komme. Ich muss nur die Hacken zusammenschlagen und sagen: „There is no place like home.“

Dienstag, 2. August 2022

Mit Echtem Labkraut selbst Frischkäse herstellen

Dieser Sommer ist ungewöhnlich heiß und trocken. Doch der Mangel an Regen beeinträchtigt das Wachstum des Echten Labkrauts nicht, denn es ist an trockene Standorte hervorragend angepasst. Es überragt in diesem Jahre alle anderen Wiesenpflanzen und wächst besonders üppig. Nicht nur die feinen Blätter, sondern auch die stark verzweigten Wurzeln sind typische Merkmale für Trockenpflanzen. 



Während der Blütezeit sammle ich immer reichlich von den honigsüßen Blüten, um meine Kopfkissen damit zu befüllen. Da das Labkraut zu den Rötelgewächsen gehört, können die Wurzeln zum Färben von Textilien verwendet werden. Auch wenn ich selbst sehr gerne mit Pflanzen färbe, grabe ich die Wurzeln nicht aus. Das Labkraut soll ja auch im kommenden Jahr noch gedeihen. 

Seit einigen Jahren versuche ich immer wieder mit dem Labkraut Käse herzustellen. Immerhin weist der Name darauf hin, dass die Pflanzen dazu verwendet wurde. Bei meinen Recherchen in englischsprachigen, antiquarischen Büchern konnte ich jedoch kein entsprechendes Rezept finden. Ich gebe mich jetzt damit zufrieden, dass ich zumindest einen Frischkäse mit Labkraut herstellen kann. Dabei gehe ich ähnlich wie bei der Joghurtbereitung vor, worüber ich hier einen Post geschrieben habe. Die Grundlage für das Rezept ist der Hobbythek-Tipp 285, in dem wird die Herstellung von Frischkäse beschrieben. Die Labtablette der Hobbythek habe ich durch das Labkraut ersetzt. 

Für die Herstellung von Frischkäse mit Labkraut werden folgende Zutaten benötigt. 

  • 1 Liter frische Vollmilch 
  • 2 Esslöffel Natur-Joghurt 
  •  3 bis 4 Zweige Labkraut 
  • 1 1-Liter-Einmachglas 
  • 1 Teesäckchen oder Teebeutel 


Herstellung 

Milch auf etwa 35 Grad erwärmen.
Den Naturjoghurt in die warme Milch einrühren.
Das Labkraut zerkleinern und damit den Teebeutel oder Teesäckchen befüllen.
Den Teebeutel bzw. Teesäckchen in die warme Milchmischung geben. 
Das Einmachglas passt perfekt in den Joghurtbereiter. 
Den Deckel schließen und für 12 bis 16 Stunden in den Joghurtbereiter geben. Nach der Ruhezeit ist die Milch fest geworden und ähnelt Joghurt. 
Das Teesäckchen kann jetzt entnommen werden. 
Nun müssen Käse und Molke getrennt werden. Dafür wird mit einem Messer die Masse längs und quer durchgeschnitten. Dieser schachbrettartige Schnitt sollte mehrmals hintereinander im Abstand von ungefähr 15 Minuten gemacht werden. Die Molke trennt sich nun deutlich sichtbar von der festeren Masse. 
Ein Sieb mit einem sauberen Leinentuch auslegen und auf einen passenden Topf stellen. Das Tuch sollte auf keinen Fall mit einem parfümierten Waschmittel gewaschen worden sein, denn sonst schmeckt der fertige Frischkäse danach. 
Alles durch das Sieb gießen und dort für mehrere Stunden ablaufen lassen. Je länger die Masse abtropft, desto fester wird der Frischkäse Die Molke wird im Topf aufgefangen, der Frischkäse verbleibt im Sieb. 
Das Leinentuch mit der Käsemasse nochmals fest ausdrücken, damit noch mehr Flüssigkeit austreten kann. Alternativ kann das Tuch auch beschwert werden, damit die Käsemasse austropfen kann. 

 


Hier ist er nun: mein hausgemachter Frischkäse aus Milch und Echtem Labkraut. Der Käse kann nach Geschmack gewürzt und gesalzen werden. Pur hat er ein leichtes „Heu-Aroma“.



Montag, 25. Juli 2022

Sirup aus Borretschblüten

Vor einigen Jahren hatte ich Borretschsamen zwischen das Gemüse gesät, um ein wenig Farbe ins Beet zu bringen. Zwischenzeitlich muss ich den Borretsch jäten, sonst setzt er seinen Eroberungsfeldzug fort und übernimmt die Gemüsebeete ganz. 



Die dekorativen, essbaren Blüten, sowie die aromatischen Blätter sind eine schmackhafte Salatbeigabe. Auch in der Kosmetik sorgt das aus den Samen gewonnene Borretschöl für gesunde Haut. 

Bei meiner Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten habe ich im „Allgemeinen deutschen Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen“ von 1883 ein mir bis dahin noch nicht bekanntes Rezept für Borretschblüten-Sirup gefunden. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt

  • 2 Tassen frisch gepflückte Borretschblüten 
  • 500 g Wasser 
  • 250 g Zucker ½ Zitrone 


Zubereitung 

Die Blüten nicht waschen, sondern nur ausschütteln und gut verlesen, damit sich keine Insekten mehr in den Blüten befinden. 
Die Zitrone in schmale Scheiben schneiden und zusammen mit den Borretschblüten in ein großes Gefäß füllen. 
Den Zucker im Wasser auflösen und aufkochen. 
Das heiße Zuckerwasser über die Borretschblüten schütten, dass diese gut bedeckt sind. Die halbe Zitrone in feine Scheiben schneiden und zu den Blüten geben. 
Das Gefäß schließe und an einem kühlen Ort für 2 Tage ziehen lassen. 
Dann durch ein Sieb filtern und unter Rühren aufkochen. 
Den noch heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen. 
 



Mit Wasser verdünnt ist der aromatische Sirup ein leckerer Durstlöscher. 

Ich habe damit einen einfachen Rührkuchen getränkt, der so unglaublich saftig wurde und eine blumige Note erhielt.

Borretschblütenkuchen mit Borretschblütensirup

Mit dem Borretschblütensirup habe ich einen einfachen Rührkuchen getränkt, der so unglaublich saftig wurde und eine blumige Note erhielt. 
 


Borretschblütensirupkuchen

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 150 g weiche Butter 
  • 110 g Zucker 
  • 3 Eier 
  • 150 g Mehl 
  • 1 Prise Backpulver 
  • 1 Prise Salz 
  • 75 g Borretschblütensirup 
  • 1 Bio Zitrone
  • Einige Borretschblätter und Blüten zum Dekorieren 

Zubereitung

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze oder 160 Grad Umluft vorheizen. 
Die Zitrone heiß waschen, dann die Schale abreiben und den Saft auspressen. 
Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Zitronenabrieb schaumig aufschlagen. 
Ein Ei nach dem anderen zufügen und gründlich unterrühren.
Mehl mit dem Backpulver und dem Salz mischen. 
Die Mehlmischung abwechselnd mit 2 Esslöffel Zitronensaft zum Teig geben. 
Rühren bis ein glatter Teig entstanden ist
Diesen in die vorbereitete Form füllen und glattstreichen. 
Für 40 bis 45 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze oder 160 Grad Umluft backen.
Den fertigen Kuchen aus dem Ofen holen und noch warm mehrmals mit einem Holzstäbchen oder einer Stricknadel einstechen. 
Den Borretschblütensirup löffelweise gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Der Sirup wird vom warmen Kuchen aufgenommen. 
Anschließend den Kuchen vollständig auskühlen lassen und aus der Form lösen. 
Mit etwas Puderzucker, Borretschblüten und Borretschblättern dekorieren. 



Mittwoch, 8. Juni 2022

Spülung mit Wiesensalbei für silber-glänzendes Haar

Es gibt auch Pflanzen, die keine Heilkräuter sind, sondern einfach nur das Auge erfreuen. Zu diesen gehört vor mich vor allem die Akelei, das Leberblümchen und der Wiesensalbei. 



Diese Wildblumenwiese bei Fleinheim hat der Wiesensalbei fast gänzlich für sich eingenommen.

Die anspruchslose Wildstaude färbt jetzt die Wiesen violett. In der Heilkunde spielt der Wiesensalbei für mich kaum eine Rolle, da der Echte Salbei ebenso ausdauernd in meinem Garten gedeiht und weitaus wirkungsvoller ist. 

Die Blüten des Wiesensalbeis enthalten neben Gerbstoffen auch reichlich Tannine, daher kann ich mit ihnen Wolle färben. Wie mit den Blüten des Wiesensalbeis gefärbt habe, das könnt ihr hier nachlesen. 

In alten Kräuterbüchern wird der Wiesensalbei für Waschungen und Umschläge gegen Ekzeme und allerlei Hautleiden empfohlen. Allein die schöne Farbe gibt einem Kräuterbad eine besondere optische Note. 

Ein wirklich interessantes Rezept fand ich in einem Buch, das mir durch eine glückliche Fügung auf dem Flohmarkt in die Hände fiel. 

 „DIE MODERNE PARFUMERIE"
Eine Anweisung und Sammlung von Vorschriften zur Herstellung sämtlicher Parfumerien und Kosmetika. Unter Berücksichtigung der künstlichen Riechstoffe nebst einem Anhang über die Parfümierung von Toilettenseifen.
Seit Jahrzehnten das unentbehrliche, praktische Nachschlagewerk für Parfümerien, Kosmetik und feine Seife. 

Verfasst wurde dieser Schatz von H. Mann im Jahr 1904. Neben zahlreichen Rezepten zur Herstellung von Haar- und Bartpflegeprodukten wird auch dieser Essigauszug beschrieben. Er soll graues Haar silbern glänzen lassen und gegen Kopfjucken wirken. Es begann mit den Worten: „An einem sonnigen Tage in den Mittagsstunden Wiesensalbei pflücken. Mit den Blüten ein Glas füllen und mit warmen Essig bis zum Rand bedecken.“ 

Ich habe das Rezept genauso übernommen und den Wiesensalbei-Essig als Grundlage für eine Haarspülung verwendet. 

Wiesensalbei-Essig-Haarspülung 

Für dieses Rezept muss zuerst ein Wiesensalbei-Essig angesetzt werden. 

Hierzu werden frische oder getrocknete Wiesensalbeiblüten in ein verschließbares Glas gegeben und mit warmen Apfelessig übergossen. 

Der Essig sollte 4 bis 6 Wochen ziehen. Dann in ein frisches Glas absieben, verschließen und mit dem Herstellungsdatum versehen. 

 Für die Spülung werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 1 Teil Wiesensalbei-Essig 
  • 9 Teile Wasser 

Herstellung 

Wasser und Essig in eine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung

Die Anwendung ist sehr einfach: nach jeder Wäsche wird die Spülung über Kopfhaut und Haare gegossen. Ein weiteres Nachspülen mit Wasser ist nicht mehr nötig. 

Der Apfelessig in der Spülung schenkt dem Haar gesunden Glanz, denn die enthaltene Säure glättet und schließt die äußere Schuppenschicht der Haare. Auch für die Kopfhaut ist Apfelessig eine Wohltat. Die Essigsäure hat eine antiseptische Wirkung und verhindert so das Ausbreiten infektiöser Keime. Salbei wirkt entzündungshemmend und hilft gegen Schuppen. 

Donnerstag, 26. Mai 2022

Deo und Augen-Make-up-Entferner aus Ahornblüten

Vor nunmehr 30 Jahren haben meine Söhne einen Ahorn in unserem Garten gepflanzt, der zwischenzeitlich zu einem stattlichen Baum herangewachsen ist. Er beschert uns von Jahr zu Jahr mehr Keimlinge. Um die Aussaat in Schach zu halten, entfernen wir von den zarten Blüten so viele wie möglich. Aus den frisch geernteten Ahornblüten koche ich dann einen schmackhaften Sirup

Doch es lohnt sich auch einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Ahornblüten und -blätter zu werfen, denn neben Gerbstoffen, Kalium, Kalzium und Eisen sind auch Flavonoide und Farnesol enthalten. Farnesol hat eine desodorierende, konservierende und antibakterielle Wirkung. Als Bestandteil einiger ätherischer Öle, wie zum Beispiel Rose, Anis oder Jasmin, dient es den Pflanzen als Lock- und Botenstoff. Das aus den Ahornblüten gewonnene Hydrolat verströmt einen blumigen, süßen Duft, der an Lindenblüten erinnert. Farnesol mindert unangenehme Gerüche und überspielt sie. 

Die ebenfalls in den Blüten enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide unterstützen die hautberuhigende Wirkung. Daher ist Ahornblütenwasser auch hilfreich gegen entzündliche und empfindliche Haut. Das Hydrolat aus Ahornblüten lässt sich einfach zu einem Augen-Make-up-Entferner weiterverarbeiten. Ebenso unkompliziert lässt sich ein erfrischendes, natürliches Deodorant herstellen. 

Leider konnte ich kein entsprechendes Kaufprodukt finden. Daher kann alternativ zum Hydrolat auch ein Tee aus Ahornblüten hergestellt werden. Hierfür werden eine Handvoll Blüten in eine Tasse gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Damit die ätherischen Öle sich nicht verflüchtigen, mit einem kleinen Teller abdecken und für 15 Minuten ziehen lassen. Danach durch einen Kaffeefilter abseihen. 

Deo aus Ahornblüten 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

Herstellung und Anwendung 

Natron im Hydrolat bzw. Tee auflösen. 
Ätherische Öle eintropfen. 
In eine Pumpflasche oder Sprühflakon füllen, gut schütteln und fertig! 
Das Deospray muss vor jedem Gebrauch geschüttelt werden, da es keinen Lösungsvermittler enthält. 



Erfrischender Augen-Make-up Entferner 

Ahornblüten wirken antiseptisch, reinigend, lindernd und kühlend. Besonders wohltuend wirkt es auf die empfindliche Haut um die Augen, wenn diese geschwollen und gereizt ist. Hier kann das Hydrolat seine gewebefestigenden Eigenschaften entfalten. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  • 50 g Ahornblütenhydrolat oder Tee 
  • 10 g Mandelöl

Zubereitung und Anwendung

Beide Zutaten in eine kleine Flasche oder einen Pumpzerstäuber füllen. 
Vor der Anwendung die Flasche kurz schütteln und auf ein Pad aufsprühen bzw. tropfen. 
Mit dem getränkten Pad sanft über das geschlossene Auge streichen und so das Make-up entfernen.

Die Kosmetikpads sind schnell aus Topflappengarn gehäkelt und können bei 60 Grad gewaschen werden.

Donnerstag, 19. Mai 2022

Waldmeister - süß-würziges Frühlingsaroma für die Kräuterküche

Kaum zeigt sich das zarte Grün des Waldmeisters zwischen dem Laub des vergangenen Jahres, da muss ich mich auch schon sputen, denn der Zeitraum der Ernte erstreckt sich nur über wenige Tage. 
Ob in der Kräuterküche, in der Hautpflege oder als Duftspender – ich finde immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten für das süß-würzige Wildkraut.
Jedes Jahr bereite ich ein paar Gläser Waldmeistergelee zu, welches das Frühlingsaroma auch für die kommenden Monate bewahrt. Ob nun mit Apfelsaft, Traubensaft oder Orangensaft, das Gelee ist schnell zubereitet und sehr köstlich.  



Waldmeister-Orangen-Gelee 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 1 Sträußchen Waldmeister
  •  0,75 Liter Orangensaft 
  • 250 g 3:1 Gelierzucker 

Zubereitung: 

Waldmeister zu einem Sträußchen binden. und etwas antrocknen lassen, damit sich der Duft entfalten kann. 
Orangen auspressen und den Waldmeister damit übergießen. 
Den Sud zugedeckt über Nacht ziehen lassen. 
Dann das Waldmeister-Sträußchen aus dem Orangensaft nehmen und durch ein Sieb filtern,. 
Optional von einer Orange etwas Schale schälen und sehr fein schneiden. 
Den Gelierzucker und die fein geschnittene Orangenschale zugeben. 
Nach Vorschrift aufkochen lassen und heiß in Gläser füllen  

 
Ebenso köstlich ist echter Waldmeistersirup. Bei der Herstellung handelsfertiger Getränke werden nicht selten synthetische Inhaltsstoffe verwendet, die den Geschmack von Waldmeister imitieren sollen. Die giftgrüne Farbe wirkt auf mich eher abschreckend. Um so weniger verstehe ich, dass in manchen Rezepten empfohlen wird grüne Lebensmittelfarbe für selbstgemachten Sirup zu verwenden.


Echter Waldmeistersirup 

Der Waldmeistersirup kann mit Mineralwasser verdünnt getrunken oder zum Aromatisieren von Desserts und Kuchen verwendet werden kann. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  • 1000 g Bio-Rübenzucker 
  • 2 Liter Wasser 
  • 1 Bio-Zitrone 
  • 1 Sträußchen Waldmeister 

Zubereitung 

Den Waldmeister nicht waschen, sondern nur ausschütteln und gut verlesen, damit sich keine Insekten mehr in den Blüten befinden. 
Waldmeister zu einem Sträußchen binden und für einige Stunden trocknen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann. 
Den Zucker im Wasser auflösen und aufkochen. 
Die Zitrone in schmale Scheiben schneiden und zusammen mit dem Waldmeister in das heiße Zuckerwasser geben. 
An einem kühlen Ort für 2 Tage ziehen lassen. 
Dann das Waldmeister-Sträußchen entnehmen und durch ein Sieb filtern.
Den Sirup unter Rühren aufkochen. 
Den noch heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

Montag, 9. Mai 2022

Veilchen – Balsam für die Haut und die Nerven

Schon Hildegard von Bingen erkannte, dass das Veilchen hilfreich bei vielerlei Hautkrankheiten hilfreich ist. So mildern die Wirkstoffe der zarten Frühlingsblume zum Beispiel Ekzeme, Schuppenflechten, Milchschorf, Windeldermatitis und Herpes. Das ist wirklich ein beachtliches Spektrum, welches die Heilpflanze zu bieten hat. 



Veilchenbalsam 

Im Originalrezept von Hildegard von Bingen wird Ziegenfett verwendet, dieses habe ich durch Mandelöl ersetzt. Das Bienenwachs kann für die vegane Variante durch Kakaobutter ersetzt werden. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

So wird der Balsam zubereitet:

Wie auch im Originalrezept wird alles Oberirdische des Veilchens verwendet. 

1 verschließbares Glas Veilchen an einem sonnigen Frühlingstag ernten.

Die Veilchen sanft reinigen und gut trocknen lassen.

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird

Die Veilchenblüten- und blätter klein schneiden und fein mörsern. 

Nach dem Zerkleinern müsste das Sammelglas noch halbvoll mit Pflanzenmaterial sein.

Mandelöl auf ungefähr 35 Grad erwärmen. 

Das Pflanzenmaterial in ein Schraubglas geben, mit dem Mandelöl aufgießen und für 24 Stunden in den Babykostwärmer oder den Joghurtbereiter stellen. 

Dann wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt. 

Bienenwachs bzw. Kakaobutter sanft im Veilchen-Ölauszug schmelzen. 

Ätherisches Rosenöl eintropfen. In saubere Schraubgläschen füllen und beschriften. 

 


Veilchenkissen für einen ruhigen Schlaf

In einem alten Kräuterbuch habe ich den Hinweis gefunden, dass die Veilchenblüten ein leichtes Sedativum enthalten, das gegen Schlafstörungen, Ängste, Kopfschmerzen und Unwohlsein hilft. Daher trockne ich noch einige der duftenden Blüten, um sie dem Dinkelspelz für die Kissenfüllungen beizumischen.

 


Freitag, 15. April 2022

Süß duftende Schlehenblüten für zarte Haut

Jetzt zieren die weißen Blüten der Schlehenbüsche die Feldhecken der Schwäbischen Alb. Die Tage sind gezählt, an denen ich die mandelsüß duftenden Blüten sammeln kann. Denn sie fallen sehr schnell wieder ab, um den frisch austreibenden Blättern Platz zu machen. Die Blüten enthalten andere Inhaltsstoffe, als die Früchte des Schlehdorns. Daher ist die Verwendung auch sehr unterschiedlich.



Die fettlöslichen Inhaltsstoffe ziehe ich in Öl aus, um ein Mazerat zu erhalten. Der Ölauszug duftet leicht nach Bittermandel und ist ein echter Nasenschmeichler.

Schlehenblütenöl 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

Zubereitung 

Die Blüten in den Mittagsstunden pflücken. Auf einem Tuch für etwa zwei Stunden trocknen. Falls sich noch kleine Tierchen zwischen den Blüten befinden, dann werden sie jetzt weiterziehen. 

Die Blüten mit 150 g Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. 

Die Mischung dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtzubereiter stellen. 

Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 

Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist. 

Das Schlehenblütenöl kann entweder als gewebestraffendes Pflegeöl verwendet werden oder es bildet die Grundlage für eine entzündungshemmende Creme. 

Hautberuhigende Schlehenblüten-Creme 

Um die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Schlehenblüten zu gewinnen, destillire ich aus ihnen ein Hydrolat. Dieses antibakterielle Schlehenblütenwasser beruhigt empfindliche Haut. In der nachfolgenden Creme werden alle hautpflegenden Eigenschaften der Schlehenblüten vereint.



Da es Schlehenblüten-Hydrolat vermutlich nicht zu kaufen gibt, kann stattdessen auch Hamamelishydrolat verwendet werden, denn die pflegenden Eigenschaft sind relativ ähnlich. 

Für diese Creme werden folgende Zutaten benötigt: 

Fettphase 

Wasserphase 

Zubereitung 

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird. Emulsan im Schlehenblüten-Öl sanft schmelzen. 
Vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben und rühren bis diese geschmolzen ist. 
 Den Honig im erwärmten Hydrolat auflösen. 
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist.

Donnerstag, 14. April 2022

Schlehenlikör-Schokoladenkuchen

Nachdem der Winter nochmals mit Schnee und Frost zurückkehrt war, herrschen jetzt wieder milde Frühlingstemperaturen. Die zahlreichen Schlehenbüsche öffnen von einem Tag auf den anderen ihre zarten Blüten. Noch bevor die Blätter austreiben sind die Äste von weißen Blüten übersät, die sich deutlich vom dunklen Holz abheben. Die üppige Blütenpracht lockt zahlreiche Insekten an, die emsig um die Schlehenbüsche summen. Dazwischen gesellt sich das aufgeregte Unken der Kröten, die in großer Zahl zu den Teichen strömen.



Hier an der Ruine Niederhaus bei Hürnheim im Ries sind die noch fahlen Heidewiesen mit Frühlingsenzianen übersät. 

Der im Spätherbst angesetzte Schlehenlikör ist nun gut durchgezogen und genussreif. Da wir selbst kaum Alkohol trinken, wird der Likör Gästen angeboten, verschenkt oder dieser leckere Kuchen gebacken. 

Schlehenlikör-Schokoladenkuchen

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 200 g weiche Butter 
  • 160 g Zucker 

  • 1 Prise Salz 

  • 3 Eier 

  • 180 g Mehl 

  • 50 g Kakao 

  • ½ Teelöffel Backpulver 

  • 180 g Schlehenlikör 

  • 50 g geraspelte Zartbitter-Schokolade 

 

Zubereitung

Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. 

Weiche Butter mit Zucker und Salz schaumig rühren. Eigelbe unterrühren. 


Mehl mit Kakao und Backpulver mischen und abwechselnd mit dem Schlehenlikör einrühren. 

Die geraspelte Schokolade unterrühren. Den Eischnee unterziehen. 

Für etwa 55 Minuten bei 160 Grad Umluft im vorgeheizten Ofen backen. 

Ich garniere den Kuchen gerne mit einigen Schlehenblüten – so treffen sich die Früchte des Herbstes mit den Blüten des Frühjahrs.