Montag, 22. November 2021

Hagebutten und Berberitzen - wilde Herbstfrüchte in einer Marmelade vereint

Die Gewöhnliche Berberitze gedeiht auf den kalkhaltigen Böden der Schwäbischen Alb besonders gut. Zwischen Wacholderbäumen und Schlehenbüschen prägen sie das typische Landschaftsbild. 



In diesem Herbst trugen die Berberitzen so üppig, dass die hellroten Beeren schon von Weitem zu sehen waren. Seit einigen Jahren sammle ich die Wildfrüchte, um daraus ein leckeres Gelee zu kochen. In diesem Jahr habe ich Hagebutten und Berberitzen in einer Marmelade vereint. Eine wirklich gelungene Kombination, die säuerlich-herbe Berberitze ersetzt die Zitrone im samtigen Hagebuttenmark und unterstreicht das wilde Aroma. 



Für die Zubereitung der Hagebutten-Berberitzen-Marmelade werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 1 Liter Apfelsaft 
  • 100 g Berberitzen 
  • 500 g Hagebutten 
  • Gelierzucker 

Zubereitung 

Berberitzen und Hagebutten im Apfelsaft weichkochen. 

Die Masse durch das Passiersieb streichen. 

Nach dem Erkalten mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. 

Die Marmelade in saubere Gläser füllen und verschließen.

Samstag, 9. Oktober 2021

Grüne Walnüsse für schöne Haut und glänzendes Haar

Walnussbäume bereichern nicht nur durch ihre gesunden, schmackhaften Nüsse unseren Speiseplan, sondern haben auch für die Körperpflege einiges zu bieten. In der Naturheilkunde werden zumeist die Blätter verwendet, denn sie haben durch ihren hohen Gehalt an Gerbstoffen eine zusammenziehende Wirkung. Sie werden zur Linderung von Hautentzündungen, Ekzeme und Schuppenflechte eingesetzt. In einigen Büchern werden sogar Fußbäder mit Waldnuss-Blättern gegen Warzen und Fußpilz empfohlen. Die Blätter haben eine antibakterielle und fungizide Wirkung und eignen sich daher sehr gut zur Destillation eines Hydrolates. Dieses setze ich dann zur Herstellung von Haut- und Haarpflegeprodukten ein. 
Einige unreife, grüne Nüssen ernte ich Ende Juni bis Anfang Juli und ziehe sie in Öl aus. Gleichzeitig mildert die Walnuss Hautirritationen und fördert die Wundheilung. Kombiniert mit dem hohen Gehalt an Vitamin B und E im Walnussöl wird die Haut gepflegt und genährt.

Ölauszug aus grünen Walnüssen 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  •  4 grüne Walnüsse 
  • 100 g Walnussöl 

Zubereitung 

Die grünen Walnüsse klein schneiden und für einige Stunden trocknen lassen. 
Die angetrockneten Stücke in ein Glas geben und mit dem Walnussöl aufgießen, so dass alles bedeckt ist. 
Das Glas schließen und im Kühlschrank für 3 bis 4 Wochen stehen lassen. Das Öl nimmt in dieser Zeit eine tiefbraune Farbe an. 
Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich kein Schimmel bildet! Dies kann passieren, wenn nicht alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind. Daher ist es ratsam, dass das Glas täglich geschüttelt und überprüft wird. 
Das Öl abseihen und in einem gut verschließbaren Glas dunkel und kühl aufbewahren. 
Bei sachgemäßer Lagerung ist das Öl etwa 6 Monate haltbar. 
Das Glas sollte unbedingt mit dem Herstellungsdatum und der Inhaltsangabe beschriftet werden. 
Dieser Ölauszug ist die Grundlage für die nachfolgende Creme und diese Seife.



Entzündungshemmende Walnuss-Creme für empfindliche Gesichtshaut 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

  • 40 g Walnussblätter-Hydrolat oder Walnussblätter-Aufguss 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Für den Aufguss die Walnussblätter fein schneiden und mit warmen, aber nicht kochendem Wasser überschütten.
Für gut eine halbe Stunde ziehen lassen.
Den Sud durch einen Kaffeefilter sieben, damit keine Pflanzenrückstände zurück bleiben.
Emulsan im Walnuss-Ölauszug sanft schmelzen.

Vom Herd nehmen und die Sheabutter einrühren, bis es ganz geschmolzen ist.
Die Wasserphase leicht erwärmen und den Honig darin auflösen.
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren.
Rühren bis die Emulsion stabil ist. 


Haarspülung mit grünen Walnüssen und Apfelessig für dunkles Haar 

Der in den Walnussschalen enthaltene Farbstoff Juglon ähnelt dem der Hennablätter. Juglon ist in geringerer Konzentration auch in den Walnussblättern zu finden. Der Farbstoff verleiht dem Haar nicht nur natürlichen Farbglanz, sondern hat auch antibakterielle, entzündungshemmende und antimykotische Eigenschaften, die sich positiv auf die Kopfhaut auswirken. 

Ergänzend löst die Säure des Essigs die nach dem Waschen mit Leitungswasser im Haar verbliebenen Kalkreste und verhindert so ein allmähliches Abstumpfen. 

Die Vorbereitung dieser Haarspülung braucht etwas Zeit, denn die Basis ist ein Walnussessig, der für zwei bis drei Wochen ziehen sollte. 

Für die Herstellung des Walnuss-Essigs werden folgende Zutaten benötigt 

  • 10 bis 15 grüne Walnüsse oder 1 Handvoll getrocknete Walnussschalen 
  • 100 g Apfelessig 

Frisch geerntete grüne Walnüsse gewaschen, abgetrocknet und in Stücke zerteilt. 

Alternativ können auch getrocknete grüne Walnussschalen verwendet werden. Diese grob zerkleinern. Dann werden sie in ein Schraubglas geschichtet und mit leicht erwärmtem Apfelessig übergossen. 

Das Glas wird dann für mindestens zwei Wochen auf die Fensterbank gestellt, damit der Essig die Walnüsse bzw. Schalen auszieht. Während dieser Zeit muss darauf geachtet werden, dass das Pflanzenmaterial stets gut mit Essig bedeckt ist, damit es nicht schimmeln kann. 

Nach der Reifezeit wird der Essig gefiltert und in sauberen Flaschen verschlossen aufbewahrt. So ist er gut ein Jahr haltbar und die Spülung kann immer wieder angerührt werden. 

So wird die Haarspülung aus Walnuss-Essig hergestellt 

  • 100 g Wasser 
  • 10 g Walnussessig
  • 1 Esslöffel Orangensaft 

Für die Zubereitung der Spülung werden Walnussessig, Wasser und Orangensaft in einer Flasche gemischt. 

Anwendung 

Für mittellanges Haar eine Tasse dieser Spülung nach jeder Wäsche über das Haar gießen und nicht ausspülen. Dunkle Handtücher sind von Vorteil, da die Spülung leicht abfärbt. 

Walnusschalen schenken nicht nur dem Haar Glanz und Farbe, sondern auch Wolle lässt sich mit ihnen sehr schön färben.

Mittwoch, 29. September 2021

Duftende Kamille für eine besonders sanfte Gesichtsreinigung

Das Wurzacher Ried ist ein unglaublich schönes Naturschutzgebiet. Als größtes, intaktes Hochmoor Mitteleuropas ist es der Lebensraum für eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Diesen Sonnentau konnten wir vom Weg aus fotografieren. 



Der Wanderweg führte uns vom Moor über ausgedehnte Riedwiesen bis zu einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Hier stieg uns ein unverwechselbarer Duft in die Nase. Vor uns lag ein Weizenfeld mit so viel Kamille dazwischen, dass ich es getrost als Kamillenfeld bezeichnen kann. Für gewöhnlich sammle ich Kamille nicht wild, da ich sie sonst nur am Feldrand finde, wo ich den großzügigen Einsatz von Pestiziden vermute. Beim Feld hielt sich ein Imker auf, der keine Einwände hatte, dass ich mir einen üppigen Strauß Kamille pflückte. Den vor Ort angebotenen Honig hatten wir auch gleich gekauft, denn eine bessere Bienennahrung als ein Kamillenfeld im Naturschutzgebiet kann ich mir kaum vorstellen. 



Zuhause habe ich aus dem Blüten ein Hydrolat destilliert. Dieses ist nun die Basiszutat für besonders milde kosmetische Produkte. Das in der Kamille enthaltene ätherische Öl wirkt sowohl beruhigend als auch entzündungshemmend und ist eine Wohltat für empfindliche und unreine Haut. 

Rezept für eine Kamillen-Waschlotion 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

  • 60 g Kamillenhydrolat oder Kamillentee
  • 1 g Honig 

Zutaten Feuchtigkeitsspender und Tenside 

Zubereitung 

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird. 
Mandelöl und Emulsan in ein Becherglas geben und unter ständigem Rühren auf der Herdplatte klar aufschmelzen. 
Vom Herd nehmen und Sheabutter ins warme Gemisch rühren. 
Kamillenhydrolat auf ca. 50 Grad erwärmen und Honig darin auflösen. 
Beziehungsweise einen starken Kamillentee herstellen, gut abseihen und den Honig im warmen Tee auflösen.
Tensid und Glycerin in einem dritten Glas mischen und sanft auf ungefähr 40 Grad erwärmen. 
Wasserphase in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase einfließen lassen. 
Nun das Tensid-Glycerin-Gemisch in einem dünnen Strahl einfließen lassen. 
Mit dem Löffel rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 

Anwendung 

Eine kleine Menge der Reinigungslotion mit feuchten Händen im Gesicht verteilen, leicht einmassieren und mit Wasser gründlich abspülen.



Freitag, 24. September 2021

Feuchtes Toilettenpapier mit Pestwurz natürlich selbstgemacht

Der Nordschwarzwald ist ein Paradies für Wanderer. In Bad Herrenalb hatten wir den Klostergarten besucht. Hier hatte ich den wohl gewaltigsten Pestwurz gefunden, denn selbst für die sonst schon großen Blätter der Pflanze waren diese hier außergewöhnlich riesig.

Über die Pestwurz hatte ich vor zwei Jahren schon mal einen Post geschrieben. Zwischenzeitlich konnte ich noch weitere Einsatzgebiete für dieses Heilkraut finden, das etwas in Vergessenheit geraten ist. 
Die Blätter der Pestwurz bilden sich erst nach der Blüte aus und man kann sie bis weit in den Herbst sammeln. Aufgrund ihrer Größe sind sie auch leicht an feuchten Wegrändern oder Bachläufen zu finden. Hier in Süddeutschland nennt man die Pestwurz auch scherzhaft „Arschwurz“ oder „des Wanderers Klopapier“. Tatsächlich gibt es archäologische Funde, die beweisen, dass die weichen Blätter der Pestwurz bereits in der Jungsteinzeit als Toilettenpapier verwendet wurden. Hildegard von Bingen empfahl eine Zubereitung aus den Blättern oder dem Wurzelstock der Pestwurz gegen Wunden und Geschwüre. Diesem Hinweis folgend habe ich im „Taschenbuch der Heilpflanzen“ von 1912, eine konkrete Anwendung gegen starke Rötungen und Unreinheiten der Haut gefunden. Dies deckt sich auch mit den Inhalten mehrerer historischer Kräuterbücher. Darauf basierend habe ich dann ein Rezept das nachfolgende Rezept zusammengestellt. 




Über meine Vorbehalte gegenüber feuchtem Toilettenpapier hatte ich auch schon berichtet. Erfreulicherweise gibt es zwischenzeitlich Sprühlotionen zu kaufen, jedoch enthalten diese noch bedenkliche Inhaltsstoffe wie Polyquaternium, Polysorbate-20, Methylchloroisothiazolinone und Methylisothiazolinone. Ich bin mir sogar sicher, dass die natürlichen, hautberuhigenden Substanzen der Pestwurz viel gesünder sind. 

Rezept zur Herstellung eines Pestwurz-Heilöls 

Zutaten 

  • 100 g Mandelöl 
  • 1 bis 2 Pestwurzblätter 

Zubereitung 

Die frischen Pestwurzblätter reinigen und fein schneiden.

In ein Schraubglas geben und das Mandelöl darüber gießen, so dass die Pflanzenteile gut bedeckt sind.

Den Deckel schließen.

Die Mischung für etwa 24 Stunden bei ungefähr 40 Grad im Babykost-Erwärmer oder im Joghurtbereiter ziehen lassen. 

Alternativ kann der Ölauszug auch auf dem Herd zubereitet werden. Hierfür wird das geschlossene Glas im Wasserbad bei niedriger Temperatur auf dem Herd sanft erwärmt. Dann für 2 Stunden bei geringer Wärmezufuhr ziehen lassen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Öl nicht zu heiß wird.

Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist.



Rezept für eine Reinigungslotion zum Aufsprayen auf Toilettenpapier 

Zutaten 

  • 30 g Pestwurz-Aufguss 
  • 10 g Pestwurz-Heilöl 
  • 5 g Betain 
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl 
  • 2 Tropfen ätherisches Salbeiöl 

Zubereitung 

Für den Aufguss die Pestwurzblätter fein schneiden und mit warmen, aber nicht kochendem Wasser überschütten. Für gut eine halbe Stunde ziehen lassen. Den Sud durch einen Kaffeefilter sieben, damit keine Pflanzenrückstände zurück bleiben. 

Alle Zutaten in einen Sprühflakon geben und kräftig schütteln. 

Anwendung 

Vor jedem Gebrauch muss die Mischung kurz geschüttelt werden, da kein Emulgator das Gemisch dauerhaft verbindet. Das Reinigungsfluid wird auf Toilettenpapier gesprüht. Die angegebene Menge sollte für ein bis zwei Wochen ausreichen. Für diesen Zeitraum ist die Haltbarkeit gewährleistet. Das Heilöl verleiht der Lotionen neben ihren reinigenden und pflegenden Eigenschaften auch eine heilende Wirkung bei bereits aufgetretenen Reizungen im Intimbereich und beugt zudem Hämorriden vor.

Mittwoch, 1. September 2021

Hautregenerierende Creme mit Wilder Möhre und Ringelblumen

Die Dolden der Wilden Möhre überragen jetzt die nährstoffarmen Wildwiesen der Schwäbischen Alb. Aus dem Samen habe ich ein Hydrolat destilliert, das wunderbar erdig-süß nach Möhren durftet. Das dabei gewonnene ätherische Karottensamenöl habe ich im Hydrolat belassen. So habe ich alle Wirkstoffe der Wilden Möhre im fertigen Produkt. Das wertvolle Karottensamenöl beruhigt gereizte, strapazierte Haut und unterstützt die Regeneration der Hautzellen. Ergänzend bei entzündlichen Hautkrankheiten wirkten Ringelblume und Honig. Die hochwertigen Öle pflegen und nähren nachhaltig, daher ist die Creme vor allem für die Pflege der empfindlichen Gesichtshaut geeignet. 



Creme mit Wilder Möhre und Ringelblumen 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

Fettphase 

Wasserphase 

  • 40 g Hydrolat aus dem Samen der Wilden Möhre 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung

Das Ringelblumenöl kann entweder selbst nach diesem Rezept hergestellt oder hier fertig gekauft werden. 

Wilde Möhre Hydrolat ist selten. Alternativ kann auch destilliertes Wasser mit 3 bis 5 Tropfen ätherischem Karottensamenöl verwendet werden. 

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird.

Emulsan im Ringelblumenöl sanft schmelzen. 

Vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben und rühren bis diese geschmolzen ist. 

Den Honig im erwärmten Hydrolat auflösen. 

Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist.

Donnerstag, 26. August 2021

Sanfte Salbei Rosmarin Deo-Creme



Das Sommerwetter fällt in diesem Jahr eher bescheiden aus. Die kühlen Temperaturen und der anhaltende Regen sind nicht gerade schweißtreibend. Dafür eignet sich das Wetter um so mehr für ausgedehnte Wanderungen. Selbst wenn ich nicht ins Schwitzen komme, trage ich ein sanftes, aber zuverlässiges Deo auf. Diese Deocreme enthält keine Aluminiumsalze, die das Schwitzen verhindern, sondern verhindert den Geruch, den Bakterien beim Zersetzen des Schweißes verursachen. Sie kann unkompliziert hergestellt werden und beinhaltet weder Konservierungsstoffe noch synthetische Duftstoffe. 

Salbei-Rosmarin-Deocreme 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 


Zubereitung 

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird.
 
Olivenöl sanft erwärmen und das Kokosöl darin aufschmelzen. 
Die trockenen Zutaten fein mörsern und in das warme Fett einrühren. 
Ätherische Öle eintropfen, umrühren und in Tiegel füllen. 

Anwendung 

Nach der Reinigung wird eine kleine Menge der Creme unter den Achseln verteilt und einmassiert. 

Ich wasche mich vor der Anwendung mit meiner selbst hergestellten Deo-Seife.

Dienstag, 10. August 2021

Selbst hergestellte Kosmetik konservieren oder nicht?

Die Frage nach der Haltbarkeit selbst hergestellter Pflegeprodukte wird oft als Kontrapunkt aufgeführt. Dem möchte ich widersprechen und hier ein Beispiel aus der Küche anführen: 

Ich könnte einen tiefgefrorenen Kuchen kaufen, um diesen für den spontanen Gebrauch schnell anzurichten. Ich bevorzuge es jedoch selbst einen Kuchen aus frischen Zutaten backen. Dies erfordert zwar mehr Planung und Arbeit, aber er wird auf jeden Fall ungleich besser schmecken. Ich bestimme über die Qualität der Zutaten und habe die Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Dies kommt vor allem auch der Gesundheit zugute, denn mein selbst gekochtes Essen hat keinen versteckten Zucker, unnötig viel Salz, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker. Ich könnte hier viele der gängigen Fertigprodukte des Lebensmittelsektors anführen, deren Schwerpunkt die lange Haltbarkeit und nicht die Wahl der gesunden, hochwertigen Zutaten ist. 

Im Bereich der Kosmetik enthält ein gekauftes, konventionelles Produkt sehr viele Zutaten, die meine Haut nicht braucht. Jedoch sind diese wichtig, dass die Creme sehr lange haltbar und stabil ist. Weiterhin muss sie unbeschadet Temperaturschwankungen ausgleichen. Duft und Farbe müssen selbst nach dem Öffnen noch 12 Monate lang wie am ersten Tag sein. All diese Zusatzstoffe verbleiben nicht in der Packung, sondern werden mit der Creme auf die Haut aufgetragen, auch wenn diese nicht der Pflege dienen. Die Industrie hat uns bezüglich der Haltbarkeit von Kosmetikprodukten so konditioniert, dass wir uns jahrzehntelang keine Gedanken darüber machten mussten, ob unsere geöffnete Bodylotion nach 6 Monaten im warmen Badezimmer noch haltbar ist oder nicht. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis, den wir mit unserer Gesundheit und der Schonung unserer Umwelt bezahlen. 

Für mich ist es kein abwegiger Gedanke, dass ich meine Creme aus dem Kühlschrank hole, wenn im Sommer die Temperaturen steigen. Ich habe nur wenige Schritte vom Badezimmer in die Küche und das Öffnen und Schließen des Kühlschrankes nimmt nur ein paar Handgriffe in Anspruch. Es erscheint auch niemandem seltsam, wenn Lebensmittel im Kühlschrank lagern, um die Haltbarkeit zu verlängern. Keiner scheut den Gang zum Kühlschrank, um ein erfrischendes Getränk zu entnehmen. 

Es gibt auch die Möglichkeit das selbst gerührte Produkt durch die Zugabe von zum Beispiel Benzoesäure, Ethanol, Kaliumsorbat oder Topopherol zu konservieren. Ich konserviere meine Kosmetik grundsätzlich nicht, jedoch gestalte ich die Rezepturen so, dass die ausgewählten Zutaten meiner Haut und dem fertigen Produkt zugutekommen. Bei der Herstellung achte ich auf peinliche Sauberkeit und Hygiene. Alle verwendeten Arbeitsmaterialien werden vor der Verwendung nochmals gesäubert. Bechergläser, Löffel und Tiegel koche ich aus und desinfiziere sie danach mit Alkohol. Ich vermeide Zellstofftücher, daher halte ich stets saubere Geschirrtücher bereit. 


 

Die Wahl des richtigen Gefäßes spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Ich bevorzuge Sprühflakons aus Glas, da das Produkt dabei nicht mit den Händen entnommen werden muss. Zur Aufbewahrung von Cremes und Salben verwende ich nur Glas-, Porzellan- oder Keramiktiegel. So ist die Verpackung nicht nur optisch ansprechend, sondern lässt sich auch sehr viel besser reinigen als Plastik und gibt auch keine unerwünschten Stoffe an das Produkt ab. Die Größe des Tiegels sollte so klein wie möglich gewählt werden. 


 

Die Zugabe von antibakteriellen ätherischen Ölen unterstützt die Hautgesundheit und verlängert die Haltbarkeit der Kosmetik. Kosmetikprodukte mit einem hohen Wasseranteil sind besonders anfällig für Keime und Pilze. Daher verwende ich für die Wasserphase sehr gerne Hydrolate. Diese enthalten geringe Mengen ätherische Öle, die wiederum der Haut und dem Produkt zugutekommen. Bei selbst hergestellten Hydrolaten belasse ich das ätherische Öl im Wasser und schöpfe es nicht ab. 

 

Eine kleine Menge Honig wirkt antibakteriell und hautpflegend. Nach der Fertigstellung der Kosmetik fülle ich das Produkt in möglichst kleine, oft mehrere Tiegel. Diese schließe ich sofort und stelle sie in den Kühlschrank. Hier kann die Emulsion nachdicken und abkühlen. Für den Gebrauch entnehme ich die Kosmetik aus dem Kühlschrank.

 Für gewöhnlich verbrauche ich zum Beispiel meine Gesichtscreme binnen weniger Tage. Währenddessen steht sie im Badezimmerschrank. Im Sommer lasse ich Cremes und Lotionen auch gerne im Kühlschrank und entnehme sie nur für den Gebrauch. Die kühlende Wirkung, wenn die frische Kosmetik auf der Haut „einschmilzt“, ist eine wahre Wohltat. Weniger ist mehr! 

In vielen Badezimmern findet sich ein wahres Sammelsurium an bunten Plastikflaschen von allerlei überflüssigen Kosmetikprodukten. Ich verwende nur eine Gesichtscreme, die ich sowohl am Tag als auch in der Nacht auftrage. Diese pflegt meine Augen, das Gesicht und den Hals. 

Ich möchte auch immer frisch rühren, neue Cremes ausprobieren und saisonale Zutaten verwenden. Warum sollte ich Kosmetik anrühren, die monatelang hält? Übrigens lassen sich Cremes auch sehr gut einfrieren. Nach dem Auftauen nochmals kurz aufschlagen.

Sonntag, 11. Juli 2021

Putztücher aus Bäckergarn und Leinenzwirn – die stabile Alternative zu Microfaser

Die Idee Putztücher aus Flachsbindfaden und Paketschnur zu fertigen, hatte ich vor einigen Jahren in der „Gartenlaube“ aufgegriffen. Seither habe ich mit immer neuen Materialien experimentiert und dabei sind schöne, preiswerte Putztücher mit hohem Gebrauchswert entstanden. 

In meiner Kindheit waren Küchengarne aus Naturfasern in jedem Haushalt zu finden. Mit den lebensmittelechten Fäden wurden Rollbraten oder Rouladen gebunden oder Wild bardiert. Böhmische Knödel wurden bei uns nicht etwa mit dem Messer, sondern mit einem feinen, geschmacksneutralen Leinenzwirn in Scheiben geschnitten. So behielten die Knödel ihre Form und wurden nicht „latschig“. 

Hausgemachte Würste wurden mit Metzgergarn abgebunden. Auch wenn in vielen Einsatzbereichen die Küchengarne aus Naturmaterialien durch Plastik ersetzt wurden, kann man sie noch kaufen. Das gezwirnte Wurst- oder Schinkengarn fand ich im Fleischerei- und Metzgereibedarf. Es besteht aus hitzebeständiger Baumwolle und ist extrem reißfest.

 


Diese stabilen Putztücher habe ich mit Noppenmuster gehäkelt. Sie eignen sich hervorragend zum Reinigen grober Verschmutzungen. Putztücher aus Wurstgarn lassen sich problemlos bei 60 °C waschen und haben eine lange Lebensdauer. Zum Häkeln des Noppenmusters genügen Grundkenntnisse. 

Für diese Putztücher habe ich 20 Maschen angeschlagen.

Die 1. Reihe mit festen Maschen gehäkelt. 

In der 2. Reihe zuerst 2 feste Maschen häkeln. Für die Noppe wird mit einem Stäbchen begonnen, das jedoch nicht abgemascht wird. In die selbe Masche werden ebenso zwei weitere Stäbchen begonnen, Auf der Häkelnadel liegen nun drei Schlaufen, durch die das Garn gezogen wird. So werden alle drei Stäbchen auf einmal abgemascht und es entsteht die Noppe. Danach folgt eine feste Masche. Die Reihe wird im Wechsel fortgeführt. 

Die 3. Reihe wird mit festen Maschen gehäkelt. 

In der 4. Reihe zuerst eine feste Masche häkeln. Dann die erste Noppe häkeln und die Reihe im Wechsel fortführen. 

Das etwas feinere Bäckergarn wurde ursprünglich zum Fixieren der Papierverpackung verwendet. Die Spültücher habe ich mit einem einfachen Muster aus linken und rechten Maschen gestrickt. 


 

An dieser Stelle möchte ich den Youtube-Kanal "English Heritage -How To Cook The Victorian Way" empfehlen. Hier verwendet Mrs Crocombe ihre selbst gefertigten Putztücher für "Fashionable Apple Dumplings".


Freitag, 9. Juli 2021

Aromatisches Lindenblütengelee - Sommerduft im Glas

Es summt und brummt über uns im Lindenbaum, dazu weht uns ein feiner, süßer Duft um die Nase – die Lindenblüte hat eingesetzt. In den warmen Mittagsstunden können nun die aromatischen Blüten gepflückt und gleich verarbeitet werden. 
Die Verwendung von Lindenblüten in der Kräuterküche ist sehr vielfältig. Doch auch als Weichspüler ist ein Essigauszug aus Lindenblüten eine Wohltat für die Wäsche.
Im Bereich der Kosmetik fertige ich in jedem Jahr einen Ölauszug und ein Hydrolat, die dann die Grundzutaten für Cremes, Bodylotions oder Deos sind. 
 
 
Heute möchte ich mein 

Rezept für Lindenblüten-Gelee 

vorstellen. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt:

  • ½ Litermaß frische Lindenblüten 
  • 1 Liter naturtrüber Apfel-Direktsaft 
  • 333 g Gelierzucker 1:3 
  • 1 Bio-Zitrone 

Zubereitung 

Zuerst werden die Blüten mit dem Tragblatt geerntet. Die Blüten schütteln, um sie von Insekten zu befreien – nicht waschen! 
Die gereinigten Blüten in einen Topf geben. 
Den Apfelsaft leicht erwärmen und über die Blüten gießen. 
Die Zitrone in Scheiben schneiden und auf die Blüten legen. 
Den Topf schließen und das Gemisch über Nacht ziehen lassen. 
Am nächsten Tag durch ein feines Sieb filtern. 
Den Sud mit dem Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen. 
Das heiße Gelee in gut gespülte Gläser füllen und sofort verschließen. 
 
 Lindenblüten-Gelee schmeckt nicht nur lecker als Brotaufstrich, sondern ist auch eine köstliche Zutat für diesen klassischen Streuselkuchen.

Donnerstag, 1. Juli 2021

Rosen und Holunderblüten - Glanz und Duft für mein Haar aus meinem Garten

Es ist Sommersonnenwende, die wohl schönste Zeit im Jahr. Auch wenn ich weiß, dass ab jetzt die Tage immer kürzer werden, so liegen die wärmsten Wochen vor uns. 

Die Rosen und der Holunder in unserem Garten stehen gerade in voller Blüte. Diese beiden Pflanzen bieten mir fast alles, was ich für meine Haarpflege brauche.
Aus den Blütenblättern der wunderbar duftenden Gallica-Rose konnte ich reichlich Rosenwasser  destillieren.

Ich habe meine Frisur über die Jahrzehnte immer wieder der Mode angepasst, jedoch hatte ich noch nie kurzes Haar. Während ich mein Haar früher gerne offen trug, stecke ich sie jetzt lieber hoch. 

In den letzten Jahren habe ich meine Haarpflege immer weiter „minimiert“, das heißt nur noch zweimal wöchentlich mit einfachen, selbst hergestellten Shampoos waschen und danach das Haar mit einer Spülung oder Kur behandeln. Auf chemische Behandlungen verzichte ich schon seit meiner fernen Jugend. Mein einstmals roter Farbanteil ist nun weiß und ergibt mit den noch blonden Haaren eine lebendige Farbmischung. Mein silber-blondes Haar lässt mich nicht älter erscheinen, vielmehr sorgt der gesunde Glanz für eine vitale Ausstrahlung. 


 

Rosenblüten-Shampoo 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

Für die Zubereitung 

alle Zutaten in einer Flasche mischen und schütteln. 

Das Tensid Coco glucoside ist relativ dickflüssig, so dass das Shampoo eigentlich ohne Verdicker auskommt. Wer es gerne noch dickflüssiger mag, der sollte eine Messerspitze Xanthan in Glycerin auflösen und in die Mischung geben. Alternativ ist Agaragar oder Agartine ein sehr guter veganer Eindicker. 

Anwendung 

Die Menge des Shampoos ist von der Haarlänge und der Wasserhärte abhängig. Ungefähr einen Teelöffel des Shampoos auf dem gut befeuchteten Haar verteilen, einmassieren und gut ausspülen. 


 

Saure Spülung mit Holunder- und Rosenblüten 

Holunderblüten hellen das Haar sanft auf. Rosenblüten duften nicht nur herrlich, sondern pflegen das Haar und lassen es glänzen. Der Honig spendet Feuchtigkeit, kräftigt das Haar und wirkt Haarbruch entgegen. Apfelessig schenkt dem Haar gesunden Glanz, denn die enthaltene Säure glättet und schließt die äußere Schuppenschicht der Haare. Auch für die Kopfhaut ist Apfelessig eine Wohltat. Die Essigsäure hat eine antiseptische Wirkung und verhindert so das Ausbreiten infektiöser Keime. Zudem wirkt Apfelessig entzündungshemmend und regt die Heilung an. Ergänzt wird die Spülung mit Zitronensaft. Die Säure löst nach dem Waschen mit Leitungswasser die im Haar verbliebenen Kalkreste und verhindert so ein allmähliches Abstumpfen. 

Diese Menge genügt für 2 bis 3 Anwendungen bei mittellangem Haar. 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 1 Liter Wasser 
  • 5 bis 6 Holunderblüten-Dolden
  • 1 Handvoll frische oder getrocknete Rosenblüten 
  • 50 g Apfelessig 
  • 1 Zitrone 
  • 1 Esslöffel Honig 

Für die Zubereitung 

Holunder- und Rosenblüten in eine Schüssel geben. 
Wasser erwärmen und damit die Blüten übergießen. Das Wasser sollte nicht heiß, sondern nur etwa 60 Grad warm sein, damit die Blüten nicht verbrennen. 
Den Honig einrühren und ziehen lassen, bis der Sud erkaltet ist. 
Die Flüssigkeit durchsieben, dass keine Pflanzenreste in der Spülung sind. 
Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit dem Apfelessig einrühren. 
In Flaschen abfüllen und gut verschließen. 

Die Anwendung 

ist sehr einfach. Nach jeder Wäsche wird die Spülung über Kopfhaut und Haare gegossen. 
Ein weiteres Nachspülen mit Wasser ist nicht mehr nötig. 

 

Rosen-Sprühkur gegen trockenes Haar 

Diese Sprühkur ist im Handumdrehen hergestellt und wird einfach ins feuchte oder trockene Haar gesprüht. 

Es werden nur diese Zutaten benötigt

Herstellung 

Alle Zutaten in eine Sprühflasche oder Zerstäuber füllen – schütteln – fertig. 

Anwendung 

Vor jedem Gebrauch kurz schütteln und je nach Bedarf aufsprühen.

Samstag, 19. Juni 2021

Klassischer Streuselkuchen mit Holunderblüten-Gelee


 

Dieser klassische Hefestreuselkuchen bekommt durch das Holunderblüten-Gelee ein wunderbares Aroma. Das Grundrezept für Streuselkuchen lässt sich immer wieder neu abwandeln. Meine Großmutter hatte mir so viele Möglichkeiten gezeigt, ob mit Mohn- Obst- oder Quark - der Kuchen war immer lecker. Heute backe ich diese Kuchen gerne mit meiner Enkeltochter. 

Zuerst machen wir einen Spaziergang und sammeln die Holunderblüten für das Gelee, das den süßen Duft des Frühsommers bewahrt. 

Holunderblüten-Gelee 

Für dieses Rezept werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 10 bis 12 Holunderblütendolden 
  • 1 Liter naturtrüber Apfel-Direktsaft 
  • 333 g Gelierzucker 1:3 
  • 1 Bio-Zitrone 

Zubereitung 

Die Blüten schütteln, um sie von Insekten zu befreien – nicht waschen! 
Die gereinigten Blüten in einen Topf geben. 
Den Apfelsaft leicht erwärmen und über die Blüten gießen.  
Die Zitrone in Scheiben schneiden und auf die Blüten legen. Den Topf schließen und das Gemisch über Nacht ziehen lassen.  
Am nächsten Tag durch ein feines Sieb filtern.  
Den Sud mit dem Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen. Das heiße Gelee in gut gespülte Gläser füllen und sofort verschließen. 
 

 

Rezept für einen Holunderblüten-Streuselkuchen 

Für den Teig werden folgende Zutaten benötigt: 

  • 500 g Mehl 
  • 42 g frische Hefe 
  • 230 g Milch 
  • 100 g Zucker 
  • 100 g zerlassene Butter 
  • 1 Ei 
  • 1 Prise Salz 

Zubereitung 

Mehl, Salz und 1 Esslöffel Zucker in einer Schüssel mischen 
In die Mitte eine Mulde drücken und die Hefe hineinbröseln 
Die Milch leicht erwärmen und über die Hefe gießen 
Zugedeckt an einem warmen Ort für 10 bis 15 Minuten gehen lassen. 
Dann mit dem übrigen Zucker, dem Ei und der zerlassenen Butter zu einem glatten, geschmeidigen Teig verrühren 
Diesen für weitere 40 bis 60 Minuten gehen lassen. 
 

Zwischenzeitlich aus 

  • 200 g Mehl 
  • 80 g Zucker 
  • 100 g kalter Butter 

die Streusel zubereiten. 

Hierfür werden die Zutaten mit den Händen zu feinen Krümeln vermengt. Ich verwende gerne kalte Butter, die ich vor der Verarbeitung in kleine Würfel schneide. Dann werden die Streusel knuspriger und verlaufen nicht so sehr beim Backen. 

Zubereitung 

Den Hefeteig ausrollen 

Das Holunderblütengelee darauf verstreichen 

Die Streusel darüber geben. 

Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad (Umluft) für 25 bis 30 Minuten backen. 


 

Sonntag, 6. Juni 2021

Sanfte Gesichtscreme mit Weißdornblüten für empfindliche Haut

Der Frühling zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Zwischen das Zwitschern der zahlreichen Vögel mischt sich das emsige Summen der Bienen, denn unser Weißdorn schäumt gerade über in seiner Blütenpracht. Der intensive Duft der Weißdornblüten wird in vielen Büchern als eher unangenehm, ja sogar als der Geruch von Mäuseurin beschrieben. Dem kann ich wahrlich nicht zustimmen, ich empfinde ihn als süßlich-aromatisch. 

Weißdorn wird in der Naturheilkunde vor allem als Tee empfohlen, über seine äußere Anwendung habe ich keine konkreten Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Daher habe ich mir die Inhaltsstoffe genauer angeschaut. Weißdorn enthält den Pflanzenwirkstoff Oligomere Proanthocyanidine, der neben antioxidativen auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Außerdem ätherisches Öl, Glykoside, Gerbstoffe, Saponin, Rutin und noch einige mehr. Dies sind vor allem wasserlösliche Inhaltsstoffe, die destilliert und in Alkohol ausgezogen werden können. Das erklärt auch, warum in keinem meiner Quellen ein Ölauszug empfohlen wird. 

Da ich gerade Waldmeister und Kastanienblüten destilliere, stelle ich auch noch ein Hydrolat aus Weißdornblüten her. Dieses ist dann zusammen mit Weißdorn-Tinktur die Grundlage für eine sanfte Gesichtscreme, die empfindliche Haut pflegt und nährt. 


 

Weißdornblüten-Tinktur 

Für dieses Rezept werden diese beiden Zutaten benötigt

Zubereitung 

Die frischen Blüten grob zerkleinern. In ein Schraubglas geben und den Weingeist darüber gießen, so dass das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist. 
Das verschlossene Glas 2 bis 3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 
Dann durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 
Die Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 
 

 

Hautberuhigende Gesichtscreme mit Weißdornblüten 

Die sanfte Creme zieht lässt sich sehr gut verteilen und wird schnell von der Haut aufgenommen. Der Duft der Weißdornblüten harmoniert mit den feinen Ölen und hinterlässt einen sanften Geruch auf der Haut.

Zutaten Fettphase

Zutaten Wasserphase 

  • 50 g Weißdornblüten-Hydrolat oder Weißdornblütentee 
  • ½ Teelöffel Honig 

Zutaten Wirkstoffphase

  • 3 bis 5 Tropfen Weißdornblüten-Tinktur 

Zubereitung 

Alle Arbeitsgeräte gut reinigen, damit die Haltbarkeit des fertigen Produktes nicht beeinträchtigt wird.
 
Alternativ zum Weißdornblüten-Hydrolat kann ein Tee hergestellt werden. Hierfür die Blüten mit warmem Wasser übergießen und für 10 Minuten ziehen lassen. Den Sud gut filtern, damit keine Pflanzenteile in der Wasserphase verbleiben. 
Mandelöl und Emulsan erwärmen, bis die Fettphase klar geschmolzen ist. Danach vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben. 
Den Honig im erwärmten Hydrolat bzw. warmen Tee auflösen. 
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 
Weißdornblüten-Tinktur einarbeiten.