Samstag, 21. März 2020

Der Frühling beginnt mit Schnee


Während der Winter mild und fast schneefrei war, hat sich zum Frühlingsanfang eine Schneedecke über das frische Grün gelegt. 
Dem Huflattich kann der Kälteeinbruch nichts anhaben, seine Blüten kämpfen sich auch durch Eis und Schnee. Das ausdauernde, genügsame Kraut wächst dennoch überaus üppig. Daher sammle ich immer ein paar Blüten mehr, um diese zu trocknen. Die getrockneten Huflattichblüten kann ich noch monatelang für Gesichtsdampfbäder verwenden. Das Gesichtsdampfbad mit Huflattichblüten öffnet die Poren, regt den Hautstoffwechsel an und bereitet die Haut auf die nachfolgende Pflege vor. Zudem hilft das Inhalieren von heißem Dampf bei Erkältungen oder Atembeschwerden. Es lässt die Nasenschleimhaut abschwellen und fördert den Schleimausfluss. Die schleimlösenden Eigenschaften des Huflattichs unterstützen diese Wirkung. Benötigt werden lediglich eine Schüssel, kochendes Wasser, ein Handtuch und frische oder getrocknete Huflattichblüten. 

Rezept für ein hautklärendes Huflattich-Dampfbad 

Zutaten 

  • 1 Tasse frische oder getrocknete Huflattichblüten 
  • Kochendes Wasser 
  • Handtuch 

Anwendung 

Huflattichblüten in eine Schüssel geben und mit einem Liter kochendem Wasser übergießen. Kopf und Schüssel mit einem Handtuch bedecken und den aufsteigenden Dampf tief einatmen. Danach die Haut sanft abtupfen und eincremen.

Dienstag, 17. März 2020

Fußbalsam mit Fichtenharz und Weidenrinden

Das sonnige Wetter der vergangenen Tage haben wir genutzt, um die die reizvolle Landschaft rund um Hechlingen zu erwandern. 



Unser Weg führte uns von der Steinernen Rinne hoch zur Ruine der Katharinenkapelle bis zum Hechlinger Hohlweg, der als malerische Schlucht zurück ins Tal führt. 


Ich habe noch reichlich Fichtenharz und Weidenrinden-Tinktur zur Verfügung. Beides sind hervorragende Zutaten für einen Fußbalsam, der schnell und unkompliziert hergestellt werden kann. 

Rezept für einen Fußbalsam mit Fichtenharz und Weidenrinde 

Zutaten 

Zubereitung 

Fichtenharz mit dem Mörser zerkleinern. Fichtenharz, Bienenwachs, Lanolin und Sonnenblumenöl in ein sauberes Glas geben, das nicht mehr gebraucht wird, denn die Harzreste lassen sich sehr schlecht vom Gefäß lösen! 
Das Glas in ein Wasserbad stellen und erwärmen, bis sich das Harz im warmen Gemisch aufgelöst hat. 
Zum Schluss den Weidenrinden-Tinktur und Honig einrühren.

 

Anwendung

Ein vorangegangenes Bad aus Weidenrindensud reinigt und erfrischt die Füße. 
Die anschließende Pflege durch den Fichtenharz-Weidenrinden-Balsam weicht die Haut auf und glättet sie. 
Nach dem Eincremen ziehe ich mir Baumwollsocken an und lege die Beine hoch. Die Füße sind von der Bewegung, dem Bad und der Creme wohlig warm und gut durchblutet. Ein wunderbares Gefühl!

Sonntag, 15. März 2020

Weidenrinde und Hamamelis für reine Gesichtshaut

hrend der Hamamelisstrauch im Sommer zwischen den anderen Pflanzen kaum auffällt, ist er in den Wintermonaten eine wahre Pracht. Die duftenden Blüten heben sich von den kahlen Ästen ab wie Bernsteine. Die in der Hamamelis enthaltenen Gerbstoffe lindern Juckreiz und wirken entzündungshemmend. Daher ist Hamamelis-Hydrolat zur Behandlung wunder und gereizter Haut eine hervorragende Wahl. 


Die rot-goldenen Zweige der Weiden sind ebenfalls noch kahl und leuchten in der Sonne. Bereits im Februar wurden sie zurückgeschnitten, um ihre charakteristische Form zu erhalten. Da nur noch wenige Körbe aus den biegsamen Zweigen geflochten werden, bleiben sie neben den Bäumen liegen. Ein paar davon nehme ich mir, um daraus Kränze zu flechten. Einige Zweige schäle ich und verwende die Weidenrinde zum Färben sowie zur Herstellung einer Tinktur. 



Rezept Weidenrinden-Tinktur 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Rinde von den Weidenzweigen mit einem Sparschäler schälen und zerkleinern. 
In ein Schraubglas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. 
Jetzt werden die Pflanzenteile mit Weingeist übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. 
Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste in der fertigen Tinktur verbleiben. 
Die fertige Tinktur in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 

Die Weidenrinde ist jetzt ausgezogen und die Tinktur wird in wirksame Kosmetikprodukte eingearbeitet. Die in der Weidenrinde enthaltene Salizylsäure hat die Eigenschaft, harte Hautstellen aufzuweichen und wirkt hautglättend. 

Weidenrinden-Hamamelis-Waschgel 

Das hautklärende Waschgel reinigt sanft und porentief, ohne die Haut auszutrocknen. Die antibakteriellen Eigenschaften der Hamamelis und der Weidenrinde sorgen für ein reineres Hautbild und beugen Hautunreinheiten effektiv vor. 

Zutaten 

Zubereitung 

Alle Zutaten in eine Sprüh- oder Pumpflasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung 

Eine kleine Menge der Reinigungslotion mit feuchten Händen im Gesicht verteilen, leicht einmassieren und mit Wasser gründlich abspülen. 

Die hautklärende und beruhigende Gesichtsreinigung wird durch dieses Gesichtswasser ergänzt. Es ist ebenso einfach und schnell wie das Waschgel fertiggestellt. 



Weidenrinden-Hamamelis-Gesichtswasser 

Zutaten 

Zubereitung 

Beide Zutaten in eine kleine Flasche füllen, schütteln – fertig. 

Anwendung 

Ein Wattepad mit dem Gesichtswasser befeuchten und damit über die zuvor gereinigte Gesichtshaut streichen.

Freitag, 6. März 2020

Duftende Topfuntersetzer und Platzdeckchen

Ich hatte schon öfters über meine Leidenschaft für Flohmärkte geschrieben. Dort suche ich vor allem nach antiken Haushaltsgegenständen, Wäsche und Stoffe. Ab und zu finde ich auch antiquarische Frauenzeitschriften, Handarbeits- und Kochbücher. Die Inhalte spiegeln das Leben der Frauen wider, das von Sparsamkeit, Fleiß und vor allem Unterwürfigkeit geprägt war. Ich bin froh, dass ich heute lebe, doch ich bewundere die Fülle der Ideen und Rezepte der rastlosen Frauen, die für ihre Familien gekocht, geputzt und gewaschen haben. Selbst die Kleidung haben sie selbst gefertigt, ebenso wie Tisch- und Bettwäsche. 

 

Sämtliche Handarbeitstechniken gehörten zum Standart-Repertoire eines Mädchens, wenn es die Volksschule verließ. Auch ich habe meine ersten Schuljahre in der Mädchen-Volksschule verbracht und im Handarbeitsunterricht stricken, häkeln und sticken gelernt. Nähen habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie hatte sämtliche Kleider für meine Schwestern und mich genäht. Als Teenager fand ich alle textile Handarbeit ganz grauenvoll, denn in ihr sah ich vor allem geduldige, unterwürfige Frauenarbeit. Kleidung und Wäsche wurde von Frauen in mühevoller Kleinarbeit gefertigt, die wenig gewürdigt wurde. 
Nur wer es sich leisten konnte kaufte Kleidung, daher war Selbstgeschneidertes eher ein Zeichen von fehlenden finanziellen Mitteln. Heute sehe ich die Dinge anders, denn es hat sich viel verändert. Die billigen Massenimporte haben Kleidung so preiswert gemacht, dass es sich nicht mehr lohnt selbst zu nähen. Doch individuelle, selbstgeschneiderte Kleidung aus hochwertigen Materialien sind einzigartig. Wer also nähen kann, schafft Lieblingsstücke, die im Gegensatz zu Wegwerf-Kleidung stehen. Es wird also wieder gestrickt, gehäkelt und genäht. Nicht aus Kostengründen, denn billig sind gute Garne und Stoffe wirklich nicht. Vielmehr wegen der Kreativität und Nachhaltigkeit. Und da bin ich wieder beim Flohmarkt, denn die dort gekauften Wäschestücke und Stoffe verarbeite ich weiter oder verhelfe ihnen wieder zu neuen Ehren.

Immer wieder finde ich in antiken Handarbeitsbüchern vergessene Ideen, die ich nacharbeite und hier vorstelle. Die mit duftenden Kräutern gefüllte Topfuntersetzer ist eine davon. In der ursprünglichen Anleitung eines alten Lehrbuchs werden gebrauchter Matratzendrell und schadhafte Bettwäsche verarbeitet. Es wurde wirklich nichts weggeworfen, was noch irgendwie weiterverwendet werden kann. 
Für die duftenden Topfuntersetzer können Stoffreste oder alte Textilien verwendet werden. 
 

Für die Füllung eignen sich getrocknete, zerkleinerte Kräuter. Außerdem habe ich hier eine weitere Möglichkeit gefunden Zitrusschalen zu verwenden. Diese werden gut getrocknet und fein zerkleinert der Mischung beigegeben. 

Die einzelnen Arbeitsschritte sind einfach und schnell erklärt: 
 
  • Zuerst die Stoffe auswählen und in der gewünschten Größe zuschneiden. 
  • Drei Seiten des Untersetzers schließen. 
  • Dann die Kräuter einfüllen und auch die vierte Seite zunähen. 
  • Mit der Nähmaschine absteppen. 
  • Eventuell mit Schrägband, Spitzen oder Borte einfassen.


Beim Kontakt mit dem warmen Topf strömen die ätherischen Öle der Kräuter aus und verbreiten einen feinen Duft. Der warme Boden der Teekanne entlockt den Kräutern im Untersetzer feinen Wohlgeruch, der den Duft des Tees ergänzt. 

Montag, 2. März 2020

Sanftes Efeu-Shampoo gegen fettendes Haar


Der Efeu verliert auch im Winter nicht an Kraft und wächst beständig. Selbst die Beeren  reifen erst jetzt heran. Diese sind zwar giftig und sollten nicht verzehrt werden, jedoch sammle ich sie, um damit Wolle zu färben. Aus den immergrünen Blättern stelle ich sanfte Haushaltsreiniger und wirksame Kosmetik, wie zum Beispiel dieses Shampoo her: 


Rezept für ein sanftes Efeu-Shampoo 

Das Shampoo ist sehr einfach herzustellen und schäumt sehr gut. Die im Efeu enthaltenen Saponine unterstützen die Reinigungswirkung des Betains und beruhigen die Kopfhaut. 

Zutaten 

  • 100 g Betain 
  • 100 g destilliertes Wasser 
  • 10 g frische Efeublätter
  • 5 g Efeuextrakt 
  • 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl 
  • 2 Tropfen ätherisches Salbeiöl

Zubereitung 

Aus destilliertem Wasser und Efeublättern einen wässrigen Auszug herstellen. Hierfür werden die frischen Efeublätter fein geschnitten und mit kaltem, destilliertem Wasser übergossen. Den Auszug für einige Stunden oder über Nacht zugedeckt stehen lassen. Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Auszug verbleiben. Alle Zutaten in einer Flasche mischen und schütteln. Sehr praktisch sind Pumpflaschen, da das Shampoo eher dünnflüssig ist. Wer es gerne etwas dickflüssiger mag, der sollte eine Messerspitze Guarkernmehl in die Mischung geben. Alternativ ist Agaragar oder Agartine ein sehr guter veganer Eindicker. 
Der Efeuextrakt kann entweder nach dieser Anleitung selbst hergestellt oder hier gekauft werden. 

Dienstag, 25. Februar 2020

Duftender Lippenbalsam mit Fichtenharz

Kaum eine Woche nach dem Sturm scheint die Sonne ungewöhnlich warm. Wir nutzten das Faschingswochenende für einen kurzen Wanderurlaub im Allgäu. 

Die noch laubfreien Bäume lassen einen wunderbaren Ausblick auf die Illerschleife zu.  



In den Wäldern lagen viele vom Sturm gefällte Bäume. Da dies vor allem Fichten waren, bot sich mir die Gelegenheit reichlich Harz zu sammeln. Dies wird zu Räucherwerk, Seife und Salbe verarbeitet, aber auch für Herstellung von Wachstüchern verwendet. 

Für die nachfolgende Rezeptur habe ich eine Weile tüfteln müssen, damit die Lippenpflege nicht zu hart wird. Der reichliche Anteil von wundheilendem Ringelblumenöl macht die Mixtur geschmeidig und der Balsam lässt sich gut auftragen. Das entzündungshemmende Fichtenharz wirkt gegen Viren und Bakterien. Der Balsam sorgt für gepflegte Lippen und hat einen herrlichen aromatischen, warmen Duft. 


Rezept für einen Lippenbalsam mit Fichtenharz 

Zutaten 

Zubereitung 

Fichtenharz mit dem Mörser zerkleinern. 
Fichtenharz, Bienenwachs, Lanolin und Ringelblumenöl in ein sauberes Glas geben, das nicht mehr gebraucht wird, denn die Harzreste lassen sich sehr schlecht vom Gefäß lösen! Das Glas in ein Wasserbad stellen und erwärmen, bis sich das Harz im warmen Gemisch aufgelöst hat. Dann Honig und Kakaobutter einrühren. 
In kleine Tiegel oder Stifthülsen füllen. 

Obwohl erst Februar ist, stehen die Märzenbecher in voller Blüte. 


Donnerstag, 13. Februar 2020

Wiederverwendbare Bienenwachstücher statt Wegwerf-Plastikfolie

Seit ich einen eigenen Haushalt führe ist, praktiziere ich Müllvermeidung. Obwohl wir keine Folien aus Plastik oder gar Aluminium verwenden, üben wir keinen Verzicht. Im Gegenteil – viele Lebensmittel können auf Tellern, die mit einer Glashaube bedeckt sind, aufbewahrt werden. So geschützt können z. B. Wurst oder Käse auf den Tisch gestellt werden und sehen dabei gut aus. Über die Jahre habe ich sehr viele solcher Glashauben auf Flohmärkten für wenig Geld gekauft. 



Einige Lebensmittel halten wir mit Wachspapier oder in Wachstüchern frisch. Angeschnittenes Obst oder Gemüse zum Beispiel trocknet nicht aus. Mir wurde erst kürzlich bewusst, dass Wachstücher wieder im Trend sind. Daher habe ich mich entschlossen zu zeigen, wie ich von Mrs. Isabella Beeton gelernt habe, Wachstücher herzustellen. In ihrem “Book of Household Management“ von 1861 stellt sie folgendes Rezept vor: 
„Man lässt bei einem gelinden Feuer in einem sauberen Topf Jungfernwachs schmelzen. Zieht es dann vom Feuer sobald es flüssig ist. Dann fügt man unter beständigem Rühren eine hinlängliche Menge venezianisches Terpentin hinzu, bis die Masse die Konsistenz von Honig angenommen hat. Hernach etwas Walrat einrühren …..“ 
Die Zutatenliste ist zwar übersichtlich, doch ich musste mir erst Gedanken darüber machen, wie ich Walrat ersetzen kann. Heute ist es üblich stattdessen Jojobaöl einzusetzen, daher habe ich auch diese Zutat gewählt. Venezianisches Terpentin wird heute noch in der Malerei verwendet und ist nichts Geringeres ein Destillat aus Lärchenharz. Nach einigen Versuchen und Recherchen habe ich festgestellt, dass jedes Baumharz funktioniert. Das Harz hilft dem Baum beim Versiegeln von Wunden und hält Bakterien sowie Viren fern. Ähnlich unserem Wundschorf braucht der Baum das Harz zum Verschließen seiner Wunden. Daher entferne ich kein Harz gewaltsam an den Bäumen, sondern nur das, welches sich leicht entfernen lässt. Oder ich bediene mich an gefällten Bäumen und Stümpfen. Zum Sammeln eignet sich ein Glas, da das Harz sehr klebrig ist. Ebenso kann auch gekauftes Fichten- oder Kiefernharz eingesetzt werden. 
Diese Mischung finde ich perfekt, da die Beschichtung nicht zu hart und dadurch brüchig wird. Das Harz verbindet die Wachsschicht besser mit dem Stoff. Da alle drei Zutaten antibakterielle Eigenschaften aufweisen, unterstützen die so gefertigten Wachstücher die Konservierung der Lebensmittel und sind auch selbst gegen Bakterien- und Pilzbefall geschützt. 

Zutaten Wachsmischung 

Vorbereitung der Stoffe 



Geeignet sind leichte Baumwoll- und Leinenstoffe. Ob nun Stoffreste, Geschirrtücher oder Bettwäsche, wie auch das Design der Stoffe bleibt dem individuellen Geschmack überlassen. Sehr gut eigenen sich auch ausgediente Herrenhemden, aus denen entsprechende Stücke ausgeschnitten werden. Vor allem neue Stoffe müssen zuerst einmal gründlich gewaschen werden, damit die Appretur und eventuelle Schadstoffe entfernt werden. Ich habe sehr viel antike Tisch- und Bettwäsche, sowie altes Leinen. Reste aus Näharbeiten bewahre ich immer auf und die kommen hier zum Einsatz. Da die Stoffe bis zu 100 Jahre alt sind, enthalten sie keine modernen Schadstoffe. 

Arbeitsschritte 



Baumharz und Bienenwachs in einem Glas im Wasserbad schmelzen. Vom Herd nehmen und Jojobaöl einrühren. 
Den Backofen auf 100 Grad vorheizen. 
Während die Wachsmischung auf dem Herd steht, wird der Arbeitsplatz vorbereitet. Ich lege dafür ein altes Handtuch auf die Küchenarbeitsfläche. Darüber lege ich Butterbrotpapier, Backpapier verwende ich nicht. Darauf kommt dann ein vorbereitetes Stoffstück. Auf dieses wird die flüssige Wachsmischung mit Hilfe eines breiten Pinsels zügig aufgetragen. 



Das Butterbrotpapier mit dem eingepinselten Stoffstück wird nun auf ein Backblech gegeben und in den vorgeheizten Backofen geschoben. Schon nach ein paar Minuten ist die Wachsmischung gut ins Gewebe eingedrungen und hat sich optimal verteilt. Dann wird das Stoffstück mit dem Butterbrotpapier auf das alte Handtuch gelegt und ein zweites Stück Butterbrotpapier wird darübergelegt. Sofort mit der Teigrolle mit viel Druck über das oberste Papier rollen, dass die Wachsmischung noch besser verteilt wird. 
Ich fertige immer mehrere Tücher, da der Aufwand geringer ist, als wenn ich die Tücher einzeln beschichte. 



Mit den selbst hergestellten Wachstüchern bleiben Essensreste oder zubereitete Speisen in länger frisch. Die Anwendung ist denkbar einfach, denn die Wärme der Hände reicht aus, um die Schüssel passgenau zu verschließen. Ebenso einfach ist die Reinigung der Tücher. Sie werden mit lauwarmem Wasser, einem weichen Tuch und etwas milder Seife sanft gereinigt. Ich verwende auch gerne ein selbst hergestelltes Spülmittel aus Kastanien, Efeu- oder Birkenblätter. Es sollte auf heiße Reinigung oder starkes Reiben verzichtet werden, da sich sonst die Wachsschicht löst. Nach der Reinigung wird das Tuch trockengetupft und eventuell aufgehängt. 


Sonntag, 26. Januar 2020

Frische Brennnesseln und Haareis im Januar

Es ist schon Ende Januar und wir sind immer noch schneefrei. Für uns auf der Schwäbischen Alb ist das mehr als denkwürdig. Beim Wandern konnten wir ungewöhnlich viel Haareis auf abgestorbenem Holz finden. Ein Naturphänomen, das nur selten zu beobachten ist.



Eigentlich sterben die Brennnesseln mit dem ersten Frost im Spätherbst ab und treiben erst wieder im zeitigen Frühjahr aus. In meinem Garten konnte ich jedoch mitten im Winter zarte, frische Pflanzen rund um den Kompost entdecken. Die jungen Triebspitzen habe ich sofort geerntet, doch trotz der Gartenhandschuhe bitzeln meine Finger jetzt noch. 




Aus ihnen habe ich ein Wirkstofföl bereitet, das die Basis für eine Gesichtscreme gegen entzündliche, unreine Haut, ist. Ergänzt wird die Pflege durch hochwertiges Hanföl. Es hat einen sehr hohen Anteil an Linolsäure sowie entzündigungshemmende und hautberuhigende Eigenschaften. Das Öl zieht schnell ein, reguliert den Talgfluss und hat einen sichtbar mattierenden Effekt. Muskatellersalbei wirkt antibakteriell und hat einen hohen Gehalt an Antioxidantien, Kalzium und Vitaminen, die der Haut zugute kommen.

Rezept für einen Brennnessel-Ölauszug 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Brennnesselblätter vom Stiel zupfen, reinigen und zerkleinern. Zusammen mit dem Hanföl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer oder Joghurtbereiter. 
Alternativ kann das Wirkstofföl auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht. 
Nach der Mazeration wird das Brennnesselöl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. 
Der Ölauszug ist kühl aufbewahrt für etwa 6 Monate haltbar. 



Rezept für ein pflegende Gesichtscreme gegen unreine Haut

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffphase

Zubereitung 

Den Emulgator Xyliance im Brennnesselöl sanft schmelzen. 
Vom Herd nehmen und das Kokosnussöl einrühren. 
Muskatellersalbeiwasser auf etwa 40 Grad erwärmen. 
Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 

Optional können noch einige Tropfen Brennnessel-Extrakt eingearbeitet werden. Dieser kann entweder gekauft oder noch dem unten stehenden Rezept selbst hergestellt werden.

 

Rezept Brennnessel-Extrakt 

Zutaten 

• Eine Handvoll frische Brennnesselblätter
• 60 g unvergällter Weingeist 
• 60 g pflanzliches Glycerin 

Zubereitung 

Die frischen Brennnesselblätter fein zerkleinern und in ein verschließbares Glas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt werden die Pflanzenteile mit hochprozentigem Alkohol und Glycerin übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen im Kühlschrank ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften.

Freitag, 17. Januar 2020

Selbst gemachter Nasenbalsam mit Thymian und Honig



Der Winter ist ungewöhnlich trocken und der Schnee blieb bislang aus. Hier auf der Schwäbischen Alb bildet sich aus dem Abendnebel über Nacht Raureif, der sich im Laufe des Tages wieder verflüchtigt. Vor allem die Vormittagsstunden bieten eine herrliche Kulisse und laden zu Wanderungen ein. Damit die Bewegung an der frischen Luft zum Vergnügen wird, ist warme Kleidung erforderlich. Ebenso zweckmäßig sind eine reichhaltige Hautpflege und ein Nasenbalsam. Dieser schützt und pflegt meine empfindliche Nasenschleimhaut, damit ich beim Laufen ungehindert durch die Nase atmen kann. 

Rezept für einen Nasenbalsam mit Thymian und Honig 


Dieser milde Balsam dient zur Vorbeugung und Behandlung von Wunden und Schrunden in der Nase und bei trockener, beschädigter und entzündeter Nasenschleimhaut. Die im Ölauszug enthaltenen ätherischen Öle werden durch die Körperwärme freigegeben. Auf die weitere Zugabe von ätherischen Ölen habe ich bewusst verzichtet, da diese unter Umständen reizend wirken können.
 

Zutaten 

Zubereitung 

Aus Thymian und Mandelöl einen Ölauszug herstellen. 
Entweder: 
Den Backofen auf ungefähr 60 bis 70 Grad erwärmen. Die Thymianblätter reinigen und sehr fein zerkleinern. Dann in ein Schraubglas geben und das Mandelöl darüber gießen. Das Schraubglas schließen und für 2 Stunden in den erwärmten Backofen stellen. Dann das noch warme Gemisch durch einen Kaffeefilter sieben, damit keine Pflanzenrückstände im Öl verbleiben. 
Oder: 
Die Thymianblätter reinigen und sehr fein zerkleinern. Dann in ein Joghurtglas geben und das Mandelöl darüber gießen. Für 14 bis 18 Stunden in den Joghurtbereiter geben. 
Im so gewonnenen Ölauszug wird nun Bienenwachs und Lanolin sanft geschmolzen. Zum Schluss noch den Honig unterrühren und in kleine Gläser füllen. Nach dem Erkalten den Deckel schließen, beschriften und im Kühlschrank aufbewahren. Der Balsam ist bei kühler Aufbewahrung etwa ein Jahr haltbar. 

Anwendung 

Der Balsam wird mit einem Wattestäbchen in den Nasenlöchern und um die Nasenflügel sanft verteilt.

Dienstag, 7. Januar 2020

Selbstgemachter Joghurt - verpackungsfrei, preiswert und gesund

In meinem Bücherregal sind einige Bücher schon ganz abgegriffen. Vor allem die Klassiker der „Hobbythek-Bücher“ weisen deutliche Gebrauchsspuren auf, denn in diesen schlage ich gerne nach, wenn ich eine verlässliche Quelle brauche. Die ersten Bände erschienen bereits in den frühen 80er Jahren, daher haben sie einen sehr nostalgischen Charme. Jedoch sind die Inhalte immer noch aktuell und bedenkt man, dass die Sendungen Jahrzehnte zurückliegen, dann erscheinen sie geradezu visionär. 
Die Sendungen schaute ich mir immer mit meiner Oma an, denn die hatte im Gegensatz zu mir ein Fernsehgerät. Nach der Hobbythek-Sendung vom Jahr 1981 über selbst gemachten Käse und Joghurt, beschlossen wir einen Joghurt-Bereiter zu kaufen. Meine Oma hatte bis dahin Joghurt, Sauermilch und Frischkäse in einer selbst gebastelten „Kochkiste“ hergestellt. 
Der Joghurt-Bereiter vereinfachte die heimische Joghurt-Herstellung ungemein und wurde zum festen Bestandteil meines Haushaltes. Milch war im Vergleich zu heute viel teuer. So kostete ein Liter Milch 1980 ungefähr 1,20 Mark, also etwa 60 Cent, das entspricht dem heutigen Preis für einen Liter Milch vom Discounter. Noch teurer waren verarbeitete Milchprodukte, daher war selber machen die preiswerte Alternative. 
Zur ursprünglichen Motivation keinen Joghurt zu kaufen, kam im Lauf der Jahre weitere Gründe hinzu, Joghurt selbst herzustellen. Dabei steht die Müllvermeidung an erster Stelle. Wir haben im Lauf der Jahre unzählige Plastikbecher eingespart. Da wir die Milch hier beim Bauern in einer Milchkanne holen können, fällt keinerlei Abfall an. 
Ein weiteres wichtiges Argument für selbst hergestellten Joghurt sind die Inhaltsstoffe. An dieser Stelle möchte ich noch schreiben, dass in den 80er Jahren die Nährwertkennzeichnung nicht verbindlich, sondern freiwillig war! Der Zuckergehalt eines verarbeiteten Molkereiproduktes konnte also nur geraten werden. Heute gibt es in den Supermärkten nicht nur eine reichhaltige Auswahl von Milchprodukten, sondern auch ein unüberschaubares Angebot von weiterverarbeiteten Molkereierzeugnissen. Dazu gehören Fruchtjoghurts, Quarkzubereitungen, Milchdrinks, Puddings und vielerlei Desserts. Obwohl die Inhaltsstoffe und Nährwertangaben klar ausgewiesen sind, erfreuen sich die stark gesüßten Zubereitungen großer Beliebtheit. Wäre keine Nachfrage da, dann würden sie auch nicht angeboten werden. Das enorme Angebot spiegelt also die große Nachfrage wider. 
Da ich unseren Joghurt selbst mache, muss ich mich nicht mit sprachlichen Feinheiten wie „Erdbeeraroma“, „naturidentische Aromastoffe“ oder „Waldmeistergeschmack“ auseinandersetzen. Im Grunde wird mit kostengünstigen Aromen viel Geschmack mit wenig natürlichen Zutaten erzeugt. Ein gekaufter Fruchtjoghurt ist weit davon entfernt, eine gesunde Zwischenmahlzeit zu sein. Ein selbst gemachter Naturjoghurt mit frischen Früchten hingegen ist nicht nur schmackhafter, sondern auch gesünder. 
Vor einiger Zeit konnte ich dem Joghurtbereiter noch eine weitere Funktion hinzufügen. Er dient mir außerdem noch zur Herstellung von Ölauszügen. Die Inspiration hatte ich von der Schwatzkatz. Das funktioniert so gut, dass ich meinen Babykostwärmer, mit dem ich bislang Kräuter in Öl ausgezogen hatte, kaum noch nutze. Die Herstellung ist sehr effizient: in 5 der Stellplätze setze ich Joghurt an und in einen reift der Ölauszug. Ein einfaches Rezept für ein Gesichtsöl findet ihr hier
Wenn ihr also noch einen ungenutzten Joghurtbereiter habt, dann solltet ihr diesen unbedingt wieder verwenden. Ob nun für verpackungsfreie, gesunde Joghurts oder zur Herstellung von Ölauszügen – am besten für beides gleichzeitig. 


Rezept für selbstgemachten Joghurt 

Zutaten 

  • 1 Liter Milch 
  • 1 Messerspitze Starterkulturen oder 4 Teelöffel Naturjoghurt 
  • Joghurtzubereiter 

Zubereitung aus Rohmilch 

Rohmilch abkochen und auf etwa 40 Grad abkühlen lassen. Eine Messerspitze Joghurtkulturen oder 4 Teelöffel Naturjoghurt einrühren und in die Gläser verteilen. Diese in den Joghurt-Bereiter stellen und für etwa 12 Stunden reifen lassen. 

Zubereitung aus pasteurisierter Milch 

Milch auf etwa 40 Grad erwärmen. Eine Messerspitze Joghurtkulturen oder 4 Teelöffel Naturjoghurt einrühren und in die Gläser verteilen. Diese in den Joghurt-Bereiter stellen und für etwa 12 Stunden reifen lassen. 
Nach der Reife wird der Joghurt im Kühlschrank aufbewahrt und sollte binnen 10 Tagen verzehrt werden. Ich behalte immer einen Teil des Joghurts zum Impfen der nächsten Zubereitung zurück. Ich bevorzuge Bio-Vollmilch, da der Joghurt cremiger und auch ohne die Zugabe von Milchpulver stichfest wird. 

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Futterringe einfach selbst herstellen



Heute hat es auf der Alb zum ersten Mal geschneit - der Winter hat Einzug gehalten. Die heimischen Wildvögel finden jetzt nur noch schwer Futter. Als Befürworter der Fütterung richten wir schon ab November Futterstellen ein. Wir genießen es zu beobachten, wenn sie von den Vögeln aufgesucht werden. Neben dem klassischen Futterhäuschen machen wir Meisenknödel und Futterringe. Die Hauptzutat sind Sonnenblumenkerne, die wir jetzt von den verblühten Pflanzen ernten. Hinzu kommen noch Hanfsamen, Leinsaat, Haferflocken und gehackte Nüsse. 

 

Zutaten für 6 bis 8 Futterringe oder Meisenknödel 

  • 200 g Sonnenblumenkerne 
  • 100 g Hanfsamen, Leinsaat, Haferflocken, gehackte Nüsse 
  • 250 g Kokosfett 

Die Herstellung ist denkbar einfach. Das Kokosfett wird bei schwacher Hitze in einem Topf geschmolzen. Wenn das Fett flüssig ist werden die Kerne und Samen eingerührt. Dann wird die Masse in die Formen verteilt. Ich bevorzug Silikonformen, doch bei der Wahl der Formen sind der Fantasie und der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Diese stelle ich nach draußen, denn das Kokosfett wird unter 20 Grad wieder fest. Bei den frostigen Temperaturen, die gerade herrschen, können die Futterringe schnell wieder ausgeformt werden. Jetzt kommt noch ein Band oder eine Schnur an die Ringe, dann können sie aufgehängt werden. Wir achten bei der Platzwahl darauf, dass die Vögel für die Katzen der Nachbarn nicht erreichbar sind.