Dienstag, 21. Februar 2017

Entzündungshemmende Zugsalbe

Auf dem Flohmarkt halte ich immer Ausschau nach alten Apotheken-Gefäßen. Einige sehr schöne Exemplare konnte ich schon finden, die ich dann mit Kräutern, Salben oder Rohstoffen befülle. Oft ist noch die alte Aufschrift zu erkennen und daraus kann ich dann schließen, ob das Gefäß wegen eventueller Rückstände nur zur Dekoration taugt. Auf einem sehr schönen Porzellangefäß war die Aufschrift „Ichthyol“ gedruckt. Da ich mir unter dieser Bezeichnung nichts vorstellen konnte, begann ich zu recherchieren. Meine Überraschung war groß, als ich las, dass sich um Gesteinsöl handelt, das durch Destillation aus Schiefer gewonnen wird. Bislang wusste ich nur, dass dieses Öl nur als Brennstoff verwendet wurde und vor allem in der Grube Messel gewonnen wurde. Der schwarze Ölschiefer kommt am Rande der Schwäbischen Alb vor und birgt einzigartige Fossilien, die ich schon als Kind eifrig gesammelt habe. 
Nun fand ich heraus, dass das Öl aus diesem wunderbaren Gestein den Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat enthält. Das verbirgt sich also hinter der Aufschrift auf dem Gefäß: eine Zutat für eine entzündungshemmende Salbe. Diesen Wirkstoff (Firma Caelo PZN 10206381) habe ich dann in der Apotheke bestellt, um damit einige Rezepturen zusammenzustellen. 

Es stellt sich nun die Frage, warum ich die Creme bzw. Salbe selbst rühre. Es gibt sehr wirkungsvolle Kaufprodukte, die jedoch alle Paraffine, Vaseline und Petrolate als Inhaltsstoffe haben. Selbst die „grüne Zugsalbe“, die damit wirbt rein pflanzliche Wirkstoffe zu enthalten. Auf den Wirkstoff Lärchenterpentin mag das auch zutreffen, jedoch nicht auf die sonstigen Zutaten. Ich habe für die nachfolgenden Rezepte neben dem Wirkstoff wertvolle Pflanzenöle gewählt, welche die Regeneration der Haut unterstützen und diese pflegen. 

Sehr überzeugt hat dann die schwarze Salbe gegen entzündliche Pickel, Furunkel und Nagelbettentzündungen. Sie riecht zwar streng nach frisch geteerter Straße, wirkt jedoch schnell schmerz- und juckreizlindernd, lässt die Eiterherde schnell abklingen und beugt neuen vor. Zugsalbe sollte auf keinen Fall in die Augen gelangen oder mit Schleimhäuten in Kontakt kommen!


Rezept für eine Zugsalbe gegen Pickel und Akne 

Zutaten Fettphase 

  • 10 g kaltgepresstes Kokosnussöl 
  • 10 g Lanolin 
  • 2 g Ammoniumbituminosulfonat 
  • 2 g  Emulsan

Zutaten Wasserphase 

  • 30 g Lavendelwasser 

Zutaten Wirkstoffphase 

  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl 

Zubereitung 

Lanolin, Emulsan und Ammoniumbituminosulfonat sanft aufschmelzen. Vom Herd nehmen und das Kokosnussöl einrühren. Lavendelwasser leicht erwärmen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis Handwärme erreicht ist. Danach das ätherische Öl eintropfen. 

Anwendung  

Nach der Reinigung wird die Creme dick auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Sie sollte nicht großflächig aufgetragen werden, sondern immer nur lokal, dort wo der Eiter entzogen werden soll. Da die schwarze Creme stark abfärbt, empfiehlt es sich, diese am Abend aufzutragen und eventuell mit einem Pflaster zu überkleben. Schon nach wenigen Behandlungen tritt eine Besserung ein, da das Ammoniumbituminosulfonat desinfizierend und hauterweichend wirkt. Dies begünstigt das Ausfließen der Eiterherde an den verstopften und entzündeten Ausführungsgänge der Talgdrüsen. Die Wirkung wird durch die antibakteriellen und hautberuhigenden Eigenschaften des Lavendels unterstützt. 
Diese Creme kann auch gegen Rasurpickel aufgetragen werden.
 

Rezept für eine Zugsalbe gegen Nagelbettentzündungen

Zutaten 

  • 10 g Mandelöl 
  • 10 g Lanolin 
  • 2 g Ammoniumbituminosulfonat 
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl 

Zubereitung 

Alle Zutaten sanft schmelzen, vom Herd nehmen und  das ätherische Öl eintropfen lassen. Sofort in einen gut gereinigten Tiegel füllen und erkalten lassen. 

Anwendung 

Vor der Anwendung empfiehlt sich ein Fuß-bzw. Handbad in Kamillensud. Die Salbe wird dick auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Da sie stark abfärbt, empfiehlt es sich nach der Behandlung Baumwollhandschuhe bzw. Socken zu tragen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Stimmungsaufhellende Massagekerzen


Der Februar zeigt sich grau, dunkel und eisig kalt. Für diese Jahreszeit halte ich einige stimmungsaufhellende Massagekerzen bereit, die ich seit vielen Jahren nach meinem bewährten Rezept herstelle. Bereits beim Entzünden der Massagekerze verbreitet sich ein wohliger Geruch und die anschließende Massage sorgt für angenehme Entspannung. 

Rezept Lavendel-Massagekerzen 

Zutaten 

Zubereitung 

Jojobaöl und Mandelöl sanft erhitzen und klar aufschmelzen. Vom Herd nehmen und die Kakaobutter sowie das Kokosnussöl einrühren. Danach das ätherische Öl eintropfen und untermengen. Den zugeschnittenen Baumwolldocht in das vorbereitete Schraubglas stellen und festhalten, während die Fettmasse vorsichtig eingefüllt wird. Der Schmelzpunkt der gewählten Öle ist so niedrig, dass man sich während der Massage nicht verbrennen kann. Jojobaöl ist ein flüssiges Wachs, das bereits bei einer Temperatur um 10 Grad fest wird und sich aber bei höheren Temperaturen ohne Qualitätseinbußen wieder verflüssigt. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Hautverträglichkeit aus, zieht sehr gut ein und macht die Haut geschmeidig. Das hier vorgestellte Rezept enthält Kakaobutter. Diese kann aber durch Sheabutter oder Mangobutter ersetzt werden. Ich verwende kein Bienenwachs mehr. Nicht nur, weil es relativ schwer auf der Haut aufliegt, sondern weil der hohe Schmelzpunkt von 65 Grad Fall nicht mehr angenehm warm ist.  
Grundsätzlich ist die Wahl der ätherischen Öle Geschmackssache und sollte darauf abgestimmt werden, welchen Effekt man erzielen möchte. Mir erscheint die Einsatzmenge von 20 Tropfen auf 35 g Fettmasse ausreichend. Bei einer Erhöhung der Menge sollte man bedenken, dass ätherische Öle die Haut reizen können. 
Das Anbringen des Dochtes verlangt etwas Fingerspitzengefühl. Ich habe den Docht kurz in die flüssige Fettmasse getaucht und glattgestrichen, dass er steif wird. Es ist auch möglich, den Docht mit einer Wäscheklammer zu fixieren. 
Als Behältnis habe ich ein kleines Glas mit Schraubverschluss genommen, das kann nach der Verwendung wieder verschlossen und bis zum nächsten Gebrauch kühl und dunkel aufbewahrt werden. 


Anwendung 

Die Massagekerze wird ungefähr 15 Minuten vor der Anwendung angezündet. Schon jetzt setzt sich der Duft der ätherischen Öle frei und wirkt auf die Psyche ein. Dann wird der Docht gelöscht und man lässt die geschmolzenen Öle in die Hand fließen. Mit sanften, kreisenden Bewegungen werden die flüssigen Öle in die Haut einmassiert. Das wärmende Gefühl entspannt und das Einatmen der ätherischen Öle hilft den Kopf frei zu bekommen. Die hochwertigen Öle pflegen die Haut zudem nachhaltig und hinterlassen ein fantastisches Hautgefühl.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Sanddorn, Hamamelis und Honig zur intensiven Pflege trockener Haut




Jetzt im Winter, noch bevor die Knospen sich öffnen, blüht der Hamamelisstrauch. Die entzündungshemmenden und gewebefestigenden Eigenschaften machen das Hydrolat aus der Rinde des Strauches zu einer wirkungsvollen Kosmetikzutat. Die gelben Blüten inspirierten mich zu dem nachfolgenden Rezept. Als passende Ergänzung zur Pflege von trockener Winterhaut erschienen mir Sanddorn und Honig. 
Diese Creme vereinigt die beiden wertvollen Öle des Sanddorns. Für den typischen, fruchtigen Geruch sorgt das Fruchtfleischöl. Es macht die Creme nicht nur ansprechend appetitlich, sondern beruhigt und schützt die Haut. Die Pflege wird durch das nährende Kernöl ergänzt. Die Fettsäuren dieses hochwertigen Öles sind zu 60 % mehrfach ungesättigt. Zudem hat es einen sehr hohen Gehalt an Linol- und Linolensäure, die ähnlich den Lipiden der oberen Hautschichten sind. Die Lipide wiederum bilden eine Schutzbarriere und schützen die Haut vor Feuchtigkeitsverlust. Sanddorn-Creme eignet sich daher zur intensiven Pflege trockener, rissiger, juckender oder irritierter Haut. Sie wirkt den Hautalterungsprozess entgegen und zaubert einen rosig-frischen Teint.



Rezept Sanddorn-Honig-Creme 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zubereitung 

Die Zutaten der Fettphase mit Ausnahme der Kakaobutter sanft erwärmen, bis diese klar geschmolzen ist. Danach die Fettphase vom Herd nehmen und die Kakaobutter dazugeben. Honig im erwärmten Hamameliswasser auflösen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entsteht.