Montag, 21. November 2016

Kräuterernte 4. Teil - Quendel oder wilder Feldthymian

Der dankbare Feldthymian hat den ersten Frost überstanden und wird auch im nächsten Jahr wieder ausdauernd wachsen. Aus einigen frischen Blättern kann ich noch einmal Quendelkekse backen. 
Seit vielen Jahren backe ich diese nach meinem Rezept, das ich an die historische Überlieferung von Hildegard von Bingen angelehnt habe. Sie empfahl die Kekse zur Behandlung von Vergesslichkeit und zur Stärkung der Nerven. 
Zwischenzeitlich habe ich den Rohrzucker durch heimischen Honig ersetzt, da dieser meiner Meinung nach besser zur mittelalterlichen Klosterküche passt.


Dinkelkekse mit Quendel (Feldthymian) 

frei nach einem Rezept von Hildegard von Bingen 

Zutaten 

  • 300 g Dinkelmehl 
  • 180 g Butter 
  • 100 g gemahlene Mandeln 
  • 2 Eier 
  • 10 g fein gehackter frischer Quendel/Feldthymian oder pulverisierter getrockneter Quendel/Feldthymian
  • 1 Esslöffel Honig 
  •  ½ Teelöffel Salz 

Zubreitung 

Aus den Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten. Eine Rolle formen und gleichmäßige Stücke abschneiden, oder Teig ausrollen und Plätzchen ausstechen. Bei mittlerer Hitze im Backofen 20 bis 25 Minuten backen.

Samstag, 19. November 2016

Kräuterernte 3. Teil - Salbei

Selbst getrockneter Salbei bewahrt sein Aroma und kann für den kommenden Winter sehr gut bevorratet werden. Zwar ist die Pflanze winterfest und wird im Frühjahr wieder zuverlässig grünen, doch die vorhandenen Blätter werden schon bald welken. 
Daher habe ich die noch verbliebenen Triebspitzen geerntet, um unter anderem diese Gesichtscreme herzustellen. Sie beugt Hautunreinheiten vor und ist ideal für Mischhaut. Die Creme liegt leicht auf und zieht schnell ein. Sie wirkt feuchtigkeitsbewahrend, besänftigend und entzündungshemmend. Die ausgesuchten Zutaten durchbluten und pflegen besonders fettige, großporige und unreine Haut. 


Rezept Salbei-Avocado-Creme für reine Gesichtshaut 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffe 

Zubereitung 

Frische Salbei-Triebspitzen mit heißem, destilliertem Wasser übergießen und etwas abkühlen lassen. Eine sehr gute Alternative ist auch gekauftes Salbeiwasser.
Den Honig darin auflösen. Emulsan im Avocadoöl sanft erwärmen, bis dieses klar geschmolzen ist. Danach die Fettphase vom Herd nehmen und die Sheabutter mit einem Löffel einrühren, bis diese geschmolzen ist. Die etwa 40 Grad warme Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren bis die Emulsion Handwärme erreicht hat. Danach das ätherische Salbeiöl einrühren.

Mittwoch, 16. November 2016

Kräuterernte 2. Teil - Koriander

Der aromatische Koriander wird die kommenden kalten Nächte nicht überstehen und wird daher noch schnell als Zutat für diese leckere Möhrensuppe verwendet.


Rezept für eine vegane Möhren-Ingwer-Kokos-Suppe mit Koriander

Zutaten 

  • 500 g Möhren 
  • 1 kleine Zwiebel 
  • 10 g Ingwer 
  • 250 g Kokosmilch 
  • 500 g Gemüsebrühe 
  • 2 Esslöffel kaltgepresstes Kokosnussöl 
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Prise Pfeffer 
  • 1 Teelöffel Koriandersamen 
  • Einige Zweige frischen Koriander 

Zubereitung 

Die geschälten. geschnittenen Möhren, die fein geschnittene Zwiebel und den Koriandersamen in Kokosnussöl andünsten. Den sehr fein geschnittenen Ingwer hinzufügen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und für eine ¼ Stunde köcheln lassen. Vom Herd nehmen, Kokosmilch sowie einen Teil des frischen Korianders hinzugeben und mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren die Suppe mit den verbliebenen Korianderblättern garnieren.

Montag, 14. November 2016

Kräuterernte 1. Teil - Liebstöckel

Heute ist dichter Nebel, der sich als Frost niederschlägt. Es wird Zeit, die verbliebenen Kräuter sowie das restliche Obst und Gemüse zu ernten. 


Vor allem der Liebstöckel hat in diesem Jahr eine enorme Höhe erreicht und es wäre schade, wenn die aromatischen Blätter dem Frost zum Opfer fallen würden. Er ist die wichtigste Zutat meiner selbst hergestellten Basis-Gemüsebrühe. Ohne künstliche Geschmackverstärker würze ich mit ihr zahlreiche Suppen und Gemüsegerichte. Sie schmeckt jedes Jahr ein wenig anders, je nachdem welche Zutaten der Garten hergibt. Doch in jedem Fall ist sie gesünder und schmackhafter als konventionelle Kaufprodukte. 


Rezept für eine selbst hergestellte Basis-Gemüse-Würze 

Zutaten 

  • 1 Knolle Sellerie 
  • 1 Bund Selleriegrün 
  • 4 bis 5 Möhren 
  • 2 Stangen Lauch 
  • 1 Wurzelpetersilie 
  • 1 Bund Petersilie 
  • 1Bund Liebstöckel 
  • 1 Zwiebel 
  • 1 Zehe Knoblauch (nach Geschmack auch mehr) 
  • Salz (Menge steht im nachfolgenden Text)

Zubereitung 

Schraubgläser oder Weckgläser gut auswaschen. Ich koche sie immer noch in einem großen Topf aus und trockne sie danach mit einem sauberen Geschirrtuch. Das Gemüse putzen und klein schneiden. Die Kräuter grob hacken. Alle Zutaten wiegen und daraus die Salzmenge errechnen. Für ein Kilo Gemüse braucht man 150 g Salz. Die Zutaten ohne Salz in der Küchenmaschine oder im Blender fein zu einem Gemüsebrei pürieren. Das Salz einrühren und in die vorbereiteten Gläser einfüllen. Diese sofort gut verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Basis-Gemüse-Würze ist im Kühlschrank mehrere Monate haltbar und verfeinert unsere Wintersuppen, Soßen und Eintöpfe. 

Dienstag, 8. November 2016

Champignons und Petersilie


 Noch ist Zeit, um auf den feuchten Wiesen Champignons zu sammeln. Dieses Jahr sind sie so zahlreich, dass der Korb binnen kurzer Zeit voll ist. Zusammen mit der verbliebenen Petersilie werden sie zu einem wunderbaren Herbstgericht verarbeitet. 
An dieser Stelle möchte ich die schwäbische Pfitzaufform vorstellen. Gewöhnlich wird sie für eine traditionelle Süßspeise verwendet. Ich nehme diese Steingutform auch für allerlei Aufläufe, Muffins oder Gratins. Die Form lässt sich leicht reinigen, die Gerichte gelingen immer gut und sie sieht gut aus. An sich ist das Gericht auch sehr schwäbisch, denn die Verarbeitung von alten Brötchen, oder wie man hier sagt „Wecken“, unterstreicht unsere spirchwörtliche Sparsamkeit. Wobei mir an dieser Stelle das Wort „Nachhaltigkeit“ besser gefällt! Die Knödel behalten ihren Geschmack, da sie diesen nicht an das Kochwasser abgeben. Alternativ zur Pfitzaufform eigenen sich auch Weckgläser oder Muffinformen. 


Pilzknödel mit Petersilie im Backofen 

Zutaten 

  • 6 alte Brötchen 
  • 200 g Milch 
  • 3 Eier 
  • 1 kleine Zwiebel 
  • 1 Bund frische Petersilie 
  • 250 g Champignons 
  • 20 g Butter 
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer 
  • 1 Esslöffel Semmelbrösel für die Form 

Zubereitung

Die Brötchen würfeln und in eine Schüssel geben. Eier mit der Milch verquirlen, über die Brötchenwürfel verteilen und etwas durchziehen lassen. Währenddessen die Zwiebel fein hacken, die Pilze schneiden und mit etwas Butter in einer Pfanne leicht anschwitzen. Die Petersilie fein schneiden und kurz mitbraten. Dann in der Schüssel mit den restlichen Zutaten zu einer lockeren Masse mischen. Die gebutterte Form mit Semmelbrösel ausstreuen, dann die Masse gleichmäßig verteilen. Dann auf jeden Knödel noch ein Butterflöckchen setzen, damit sie nicht so trocken werden. In den vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft für 30 Minuten backen.

Dienstag, 1. November 2016

Venenstärkendes Kastanien-Fußbad

Jetzt ist die Zeit der Kastanienernte. Vor allem in Parkanlagen kann ich jetzt mein kostenloses Waschmittel für die kommenden Monate sammeln. 
Zuhause bereite ich sie dann auf die Weiterverarbeitung vor, wie ich es hier bereits beschrieben habe. Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorriden und geschwollene Füße hilft. Die Früchte der Rosskastanie enthalten das entzündungshemmende Aescin, ein Gemisch aus über 30 verschiedenen Saponinen. Aescin dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Gefäßspannung der Venen. Das Abfließen von Wassereinlagerungen in den Beinen wird unterstützt. Die in der braunen Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken antibakteriell, antiviral und ebenfalls entzündungshemmend, dadurch wird der Heilungsprozess der Haut gefördert. Daher möchte ich in diesem Jahr ein Rezept für ein Fußbad vorstellen. Vor allem in den kommenden Monaten weckt das durchblutungsfördernde Fußbad die Lebensgeister und durchströmt den Körper mit wohltuender Wärme. 


Rezept für ein venenstärkendes Kastanien-Fußbad 

Zutaten 

1/4 Liter Wasser 
100 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien 
1 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten 
1 Esslöffel getrocknete Salbeiblätter 
5 gemahlene Wacholderbeeren 

Zubereitung und Anwendung 

Ein Schraubglas gut reinigen und darin die getrockneten Kräuter mit dem Kastanienschrot mischen. Nun das Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche oder direkt ins Badewasser filtern. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden. Er lässt sich aber auch bevorraten, indem man den Kastanienschrot und die Kräuter portionsweise in Schraubgläser füllt.