Donnerstag, 27. Oktober 2016

Sensitives Feinwaschmittel aus Seifenkraut

Vor vielen Jahren habe ich in einem Roman gelesen, dass sich die Menschen der Steinzeit mit Seifenkraut gewaschen haben. Diesen Satz habe ich dann 2006 auf meine Homepage geschrieben, denn andere Quellen hatte ich damals nicht. Zwei Jahre später wirkte ich an den Kräutertagen im Federseemuseum mit. Dort erfuhr ich dann von einem Paläobotaniker, dass das Seifenkraut hierzulande vermutlich nur im Alpenvorland in der Jungsteinzeit vorkam. Demnach ist es rein spekulativ, davon auszugehen, dass die Menschen der Steinzeit sich grundsätzlich mit Seifenkraut gewaschen haben, zumal sich der Zeitraum über mehrere tausend Jahre erstreckt. Sollte es neue Erkenntnisse über die Verwendung und Verbreitung des Seifenkrauts geben, dann bin ich dankbar für Hinweise. Leider finde ich im Internet immer nur den einen Satz zu diesem Thema, den ich ursprünglich auf der Homepage hatte und der wohl immer wieder abgeschrieben und weitergetragen wurde. Ganz sicher war das Seifenkraut von der Antike bis in die Neuzeit ein gängiges Waschmittel für Körper und Kleidung. Das Kraut wird auch heute noch als Feinwaschmittel für edle Stoffe und als Waschlotion für Allergiker verwendet.
Das Seifenkraut kann ganzjährig geerntet werden und lässt sich sehr gut trocknen. Da ich mich selbst von der Waschkraft überzeugen wollte, habe ich vor einigen Jahren einen kleinen Ableger der Pflanze in meinem Garten kultiviert. Seitdem wächst und wuchert es wie Unkraut. Jedoch wird nichts davon kompostiert, denn das Seifenkraut ist für mich eine wertvolle Pflanze. Es ist reich an Saponinen, das sind waschaktive Substanzen, die einen natürlichen Schaum bilden. Außerdem ist noch ein Flavonglycosid enthalten, dem bakterien-, pilz- und virenhemmende Eigenschaften zugesprochen werden. Als allergiefreies Feinwaschmittel eignet es sich vor allem für Baby- und Kinderwäsche.


Rezept für ein sanftes Feinwaschmittel aus Seifenkraut 

Zutaten 

  • 100 g geschnittenes Seifenkraut 
  • 5 Tropfen Lavendelöl 

Zubereitung 

Einen halben Liter Wasser abkochen und das geschnittene Seifenkraut (Blüten, Blätter und Stängel) hineingeben und so lange ohne Deckel weiterkochen, bis die Hälfte des Wassers verdunstet ist. Nach dem Abkühlen durch ein Sieb abgießen und das ätherische Öl eintropfen. 

Anwendung 

Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.

 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Selbstgemachte Kräuterbonbons aus Birkenzucker

Seit vielen Jahren mache ich selbst Kräuterbonbons, denn sie schmecken sehr lecker und die Herstellung macht nicht nur Kindern Spaß. 


Salbei ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Entzündungen im Hals- und Rachenraum, sowie gegen Halsschmerzen und Husten. Thymian wirkt ähnlich und wirkt schleimlösend. Zu Beginn der Grippesaison wachsen Salbei und Thymian in meinem Garten immer noch sehr üppig und somit brauche ich nur noch eine weitere Zutat für meine Bonbons.


Bislang habe ich gewöhnlichen Haushaltszucker verwendet, doch in diesem Jahr habe ich Birkenzucker genommen. Da dieser eine der Zutaten meiner Zahncreme ist, habe ich immer einen Vorrat im Haus. Meine Grundüberlegung war, dass Birkenzucker den Zähnen nicht schadet, sondern sogar Karies verhindert. Xylit oder Birkenzucker reduziert die Bildung von Zahnbelag, der die Entstehung von Karies fördert. Zudem wirkt Xylit antibakteriell, was die Bildung von schädlichen Bakterien in Mund- und Rachenraum hemmt. Bei meinem Versuch gewöhnlichen Haushaltszucker gegen Birkenzucker auszutauschen, stellte ich fest, dass die Verarbeitung und das Ergebnis das Gleiche wie bei Haushaltszucker ist. Somit haben die Kräuterbonbons aus Birkenzucker neben der Heilkraft der Kräuter eine weitere positive Auswirkung auf die Gesundheit. 

Rezept für Hustenbonbons aus Birkenzucker, Salbei und Thymian 

Zutaten

  • 100 g Birkenzucker 
  • 10 g frische Salbei- und Thymianblätter oder 5 g getrocknete Salbei- und Thymianblätter 

Zubereitung 

Die Blätter so klein wie möglich schneiden, bzw. getrocknete Kräuter so fein wie möglich mahlen. Den Birkenzucker in einen möglichst kleinen Topf geben und dann unter ständigem Rühren erhitzen, bis er flüssig wird. Den Topf mit dem flüssigen Birkenzucker vom Herd nehmen und die zerkleinerten Kräuter einrühren. Die noch heiße Masse wird dann in Förmchen gegossen. Sie kann auch mit einem Teelöffel portionsweise auf ein Backpapier getropft werden. Nach ungefähr einer Stunde sind die Bonbons ausgekühlt und können in einer Dose oder einem Glas aufbewahrt werden. 


Rezept für Hustenbonbons aus Birkenzucker, Lavendel und Limette 

Da die Bonbons so gut gelungen sind, haben wir gleich noch Lavendel-Limette-Bonbons gemacht. Die Auswahl der Zutaten ergeben einen sehr frischen Geschmack. Die Heilwirkung des Lavendels im Mund-und Rachenraums ist dem des Salbeis ähnlich. 

Zutaten 

  • 100 g Birkenzucker 
  • 10 g frische Lavendelblüten-und blätter 5 g getrocknete Lavendelblüten 
  • Saft einer Limette 

Zubereitung 

Die Blätter bzw. Blüten so klein wie möglich schneiden, bzw. getrocknete Lavendelblüten so fein wie möglich mahlen. Den Birkenzucker in einen möglichst kleinen Topf geben und dann unter ständigem Rühren erhitzen, bis er flüssig wird. Den Topf mit dem flüssigen Birkenzucker vom Herd nehmen und die zerkleinerten Kräuter sowie den Limettensaft einrühren. Die noch heiße Masse wird dann in Förmchen gegossen. Sie kann auch mit einem Teelöffel portionsweise auf ein Backpapier getropft werden. Nach ungefähr einer Stunde sind die Bonbons ausgekühlt und können in einer Dose oder einem Glas aufbewahrt werden. 
Weitere gesunde Zutaten für leckere Kräuterbonbons sind zum Beispiel Anis, Fenchel, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Zitrone und Ingwer. 
Der Birkenzucker, auch Xylit oder Xylitol genannt, ist bei Salandia erhältlich.


 

Dienstag, 11. Oktober 2016

Haarspülung mit Zitronenmelisse und Brennnesseln

Noch treiben die Brennnesseln aus und die jungen, oberen Blätter können geerntet werden. Die Zitronenmelisse hat zwar ihre besten Tage schon hinter sich, aber in dieser einfach herzustellende Haarspülung entfaltet sie immer noch ihre antibakterielle Wirkung und beruhigt die Kopfhaut. 


Haarspülung mit Zitronenmelisse und Brennnesseln für eine gesunde Kopfhaut und glänzendes Haar 

Zutaten 

  • 1 Liter Wasser 
  • 1 Handvoll Brennnesselblätter 
  • 1 Handvoll Zitronenmelisseblätter 
  • 100 g Apfelessig 
  • 1 Esslöffel Limettensaft 

Zubereitung 

Die gesammelten Blätter waschen, abtrocknen und in eine Schüssel geben. Den Apfelessig zusammen mit dem Wasser erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen und heiß über die Blätter gießen. Den Sud eine Weile ziehen lassen, bis er abgekühlt ist. Durch ein Sieb gießen, in Flaschen abfüllen, Limettensaft zufügen und gut verschließen. 
Die Anwendung ist sehr einfach: nach jeder Wäsche wird die Spülung über Kopfhaut und Haare gegossen. Ein weiteres Nachspülen mit Wasser ist nicht mehr nötig.

Samstag, 8. Oktober 2016

Natürliches Deo aus Pfefferminze und Limette

Schon bald muss ich die letzten Kräuter in meinem Garten für den Wintervorrat ernten. Doch einige Kräuter, wie Salbei, Pfefferminze oder Brennnessel wachsen und blühen immer noch. Daher möchte ich in den nächsten Tagen noch ein paar frische Kräuter verarbeiten. 



Die ausgesuchten Inhaltsstoffe des nachfolgenden Deos wirken kühlend, desodorierend und geruchshemmend. Es ist ohne Kühlung etwa 2 Wochen haltbar. Ich friere mir ein paar Portionen davon ein, dann habe ich noch lange Freude an dem herrlich erfrischenden Deo.

Rezept für ein Deo aus Pfefferminze und Limette 

Zutaten 

  • 10 frische, junge Pfefferminzblätter 
  • 1 unbehandelte Bio-Limette 
  • 100 g destilliertes Wasser 
  • 5 g Natron 

Zubereitung 

Die Schale der Limette mit dem Sparschäler entfernen. Den Saft der Limette auspressen. Die Schalen, den Limettensaft und die Pfefferminzblätter im destillierten Wasser pürieren. Ich verwende einen Blender, doch auch ein Pürierstab oder der Thermomix sind sehr gut geeignet. Die Mischung durch ein feines Sieb abseihen, eventuell noch durch einen Kaffeefilter sieben, so dass sich keine Pflanzenteile in der Mischung befinden. Das Natron gut einrühren, bis es sich auflöst. Schließlich in einen Zerstäuber füllen.

Samstag, 1. Oktober 2016

Wie aus historischem Pestessig ein moderner Desinfektionsreiniger wird

Heute möchte ich einen Ausflug in die Geschichte machen. Immer wieder wurde die Menschheit von der Pest heimgesucht. Hierzu gibt es erschütternde Berichte und vor allem recht beeindruckende Abbildungen, wie der Schwarze Tod in der Gestalt des Sensenmannes über die Opfer hinwegfegt. Dazwischen taucht immer wieder der Pestarzt mit seiner Schnabelmaske auf, die gefüllt mit antibakteriellen Kräutern war. Die Menschen glaubten, dass die schlechte Luft, der Pesthauch, ferngehalten werden muss, um sich vor Ansteckung zu schützen. Doch offensichtlich erkannten vor allem Räuber und Diebe, wie man sich die Krankheitserreger vom Leib halten konnte. Nach einer Überlieferung um 1700 heißt es, dass Plünderer vor Gericht ihr Geheimnis preisgaben, wie es ihnen gelang die Pesttoten zu berauben. Zum Schutz vor einer Infektion hatten sie sich einen Pestessig gebraut, mit dem sie sich wuschen, den Mund ausspülten und davon tranken. Daher wurde dieser Essig auch „Diebes-oder Räuberessig“ genannt. Von diesem sind mehrere Rezepturen überliefert, die außer Essig vor allem folgende Kräuter enthalten: Wermut, Rosmarin, Raute, Salbei, Minze, Lavendel, Gewürznelken, Muskatnuss und Kampfer. 
In Meyers Konversations-Lexikon von 1888 konnte ich sogar ein vollständig ausformuliertes Rezept zur Herstellung eines Pest-Essigs finden. Dieses habe ich noch ein wenig „entschärft“ und daraus ein durchaus taugliches Rezept für einen antibakteriellen Desinfektionsreiniger gemacht.

Rezept für einen antibakteriellen Desinfektionsreiniger 

Zutaten 

  • Rosmarin 
  • Thymian 
  • Wermut 
  • Lavendel 
  • Salbei 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Kampferöl 
  • 500 g weißer Tafelessig mit ungefähr 5 % Säure 
  • 50 g Spiritus 
  • Schalen von 2 Zitronen 
  • 2 verschließbare Gläser 

Vorbereitungen 

Die Kräuter grob zerkleinern und in ein verschließbares Glas geben. Es sollte kein Kunststoffbehältnis sein, da die Essigsäure bedenkliche Bestandteile aus dem Kunststoff löst. Mit Essig aufgießen, so dass die Kräuter gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen, bis die Kräuter den Essig dunkel färben. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Kräuter immer gut mit Essig bedeckt sind. Dann wird der Essigauszug abgesiebt, so dass sich keine Kräuterreste mehr im Essig befinden. 
Zitronenschalen zerkleinern und in den Spiritus einlegen, so dass sie gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Schalen immer gut mit Alkohol bedeckt sind. Dann wird der Alkoholauszug abgesiebt, so dass sich keine Schalenreste mehr in der Flüssigkeit befinden. 


Zubereitung 

Kräuter-Essig-Auszug mit Zitronen-Alkohol-Auszug in Verhältnis 10 : 1 mischen. Optional können noch ein paar Tropfen ätherisches Kampferöl beigefügt werden. 

Anwendung

Der Pestessig kann pur zur Desinfektion verwendet werden oder dient als Basis für weitere Reiniger.