Dienstag, 31. Mai 2016

Wie hoch ist das angemessene Entgelt für eine Plastiktüte?

Am 15.04.2013 verkündete das Umweltbundesamt, dass in Deutschland eine Bezahlpflicht für Plastiktüten eingeführt werden soll, um die Müllmenge zu reduzieren. "Es gibt gerade in Bekleidungsgeschäften, Drogeriemärkten und Kaufhäusern keine Bezahlpflicht, daher empfehlen wir, dass diese Tüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth der Deutschen Presse-Agentur. Mir war bis dahin entgangen, dass es Plastiktüten kostenlos gibt, da ich immer eine Stofftasche dabei habe, wenn ich einkaufen gehe. Das habe ich mir in den 80er Jahren angewöhnt, als „Jute statt Plastik“ angesagt war. Da ist es doch erfreulich, dass nach über 30 Jahren die Plastiktüte gekauft werden soll und nicht mehr verschenkt wird. Im April 2016 – nur gut 3 Jahre nach der Presseerklärung des Umweltbundesamtes, werden endlich Nägel mit Köpfen gemacht. 
Oder doch nicht?
Immerhin konnte erreicht werden, dass der Einzelhandel mit einer Selbstverpflichtung eine gesetzliche Regelung vermieden hat. Eine Vereinbarung wurde also getroffen, an die sich kein Händler halten muss und die keinerlei Konsequenzen bei Nichtbeachtung nach sich zieht. Doch will man den Worten von Umweltbundesministerin Hendricks glauben, dann stellen Plastiktüten in Deutschland eigentlich kein nennenswertes Umweltproblem dar. 
Mit 71 Tüten pro Kopf und Jahr stehe Deutschland im internationalen Vergleich auch nicht schlecht da. Meine Empörung über diese Aussage kennt keine Grenzen. Jede Plastiktüte ist eine zu viel und das Ziel, dass im Jahr 2025 „nur“ noch 40 Tüten pro Einwohner im Jahr verbraucht werden sollen, ist doch ein Witz. 
Kommen wir nun zu der Frage, wie hoch der Wert einer Plastiktüte ist. 
Die Antwort kann sein, dass sie nichts wert ist, denn einmal kurz gebraucht wandert sie auf den Müll. 
Oder die Antwort kann auch sein, dass sie unschätzbar wertvoll ist. Gefertigt mit viel Energie aus einem fossilen Rohstoff und nahezu unverrottbar. Kommende Generationen können sich also für dieses Erbe bedanken, das schon jetzt unsere Meere total vermüllt. 

Ich möchte hier einige Taschen vorstellen, die wir zum Einkaufen verwenden. Immerhin hat unsere siebenköpfige Familie so in den letzten 10 Jahren gut 600 Plastiktüten eingespart. Die Taschen der frühen 80er Jahre hatten immer eine politische Botschaft aufgedruckt. So verkündeten wir beim Einkaufen Forderungen wie: „Südafrika wird schwarz", „Atomkraft - Nein Danke", "oder „Frieden schaffen ohne Waffen". 
Heute bevorzuge ich nostalgische Flohmarktfunde, die vor vielen Jahren von fleißigen Händen liebevoll bestickt wurden. Es freut mich immer sehr, wenn ich aus diesen Unikaten einzigartige Taschen und Körbe gestalten kann. 

Das Einkaufsgut wird in diesen Körben sicher transportiert und wird nicht so leicht zerdrückt, wie in einer Tüte. 

Oder selbst gehäkelte Einkaufsnetze aus Baumwolle, die leicht in jeder Tasche verstaut werden können. Ebenso leicht und handlich wie Plastiktüten, jedoch viel länger gebrauchsfähig. Selbst schweren Inhalt hält das Netz locker aus, ohne zu reißen. 

Ob nun alte Erntekörbe oder antike Weidenkörbe – allesamt sind haltbare Transporthilfen. Eines Ist unbestritten – selbstgemachte Taschen sehen immer viel besser aus, als Plastiktüten. Oftmals ist noch die Werbung des Herkunftsladens aufgedruckt und das macht den Träger zum kostenlosen Werber. Sollten die Tüten in Zukunft tatsächlich etwas kosten, dann macht der Kunde nicht nur kostenlose Werbung mit der Tüte, sondern bezahlt auch noch dafür, dass er Werbung macht. In unserem Haushalt wird sich daher nichts ändern, wir werden weiterhin zum Einkaufen eigene Taschen mitbringen, die toll aussehen, praktischer und nachhaltiger sind als Plastiktüten. Wie viele andere Menschen brauchen wir dafür keine Verordnung oder Gebühren. Wir wollen unseren Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten, sei er auch noch so klein. 


Montag, 30. Mai 2016

Frühlingsduftender Fliedersirup

Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Hagel habe ich die Fliederblüten geerntet. Nach der Sturmnacht lagen alle Blüten unseres prächtigen Fliederbaumes auf dem Boden. Leider wird das Fliedergelee wohl bis zum nächsten Jahr warten müssen.


Zutaten 

12 große Blütendolden
2 l Wasser
1 kg Zucker
2 Zitronen

Zubereitung 

Die Fliederblüten nicht waschen, sondern nur ausschütteln und gut verlesen, damit sich keine Insekten mehr in den Blüten befinden. Dann die einzelnen Blüten von den Dolden zupfen. Das Wasser erhitzen und den Zucker darin auflösen. Die Fliederblüten in einen Topf geben und mit dem heißen Zuckerwasser übergießen. Die Fliederblüten sollten auf keinen Fall mitgekocht werden. Die Zitronen in Scheiben schneiden, auf dem Fliedersud verteilen und abgedeckt für ungefähr 24 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen. Danach den Sud durch ein feines Sieb filtern. Sollte der Sirup sofort verwendet werden, dann erübrigt sich das erneute Erhitzen. Für eine längere Aufbewahrung sollte der Sirup unter Rührennochmals aufgekocht werden und heiß in Flaschen gefüllt werden. Die Flaschen sofort verschließen und an einem kühlen Ort aufbewahren. Der Sirup schmeckt lecker blumig in eiskaltem Mineralwasser.

Samstag, 21. Mai 2016

Karottenöl für frühlingsfrische Haut

Wenn im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen auf die blasse Winterhaut treffen, wird es Zeit die Gesichtspflege umzustellen. Während im Winter die Haut nährenden Schutz braucht, benötigt sie jetzt vor allem Feuchtigkeit. Die spendet diese Creme mit Karottenwirkstofföl. Sie tönt den Teint leicht und zaubert Frühlingsfrische ins Gesicht. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist so gewählt, dass die Creme reife Haut glättet und unreine Haut klärt. Das enthaltene Vitamin A der Karotten regt die Zellteilung an und erhöht den Hautstoffwechsel. Unterstützt wird diese Wirkung vom Sonnenblumenöl, das zudem entzündete und irritierte Haut beruhigt.

Der Honig bindet die Feuchtigkeit in der Haut und schützt sie so vor dem Austrocknen. Außerdem wirkt er antibakteriell, unterstützt die Wundheilung und beruhigt die Haut. Honig hat einen ähnlichen pH-Wert wie die Haut, er fördert die Durchblutung und wirkt glättend. Das Orangenblütenwasser gibt der Creme einen feinen Duft und lindert ebenfalls Hautirritationen.




Herstellung eines Karotten-Wirkstofföls


Den Karotten-Ölauszug bereite ich schonend, aber dennoch schnell in einem alten Babykostwärmer zu. So muss ich das Mazerat nicht wochenlang an einem warmen Ort ziehen lassen und vermeide das Risiko, dass der Karottenauszug schimmelt.

Damit das Karottenöl die Haut nicht zu orange färbt, verwende ich relativ wenig Karottenanteil zur Herstellung des Wirkstofföls.

Zutaten
1 große Karotte
150 g kaltgepresstes Sonnenblumenöl

Zubereitung
Mit einem Sparschäler dünne Schichten von der Karotte abschneiden. Zusammen mit 150 g kaltgepresstem Sonnenblumenöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. Danach wird der Ölauszug durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Das Mazerat muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist.



Karotten-Orangenblüten-Creme für reife und unreine Haut

Zutaten Fettphase
10 g Karottenöl
5 g Aprikosenkernöl
10 g Sheabutter
6 g Emulsan oder Xyliance

Zutaten Wasserphase
40 g Orangenblütenwasser (Neroliwasser)
1 Teelöffel Honig

Zubereitung

Karottenöl, Aprikosenkernöl und Emulsan (bzw. Xyliance) sanft erwärmen, bis die Fettphase klar geschmolzen ist. Danach vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben. Den Honig im erwärmten Hydrolat auflösen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren bis eine stabile Emulsion entsteht.

Montag, 16. Mai 2016

Molke-Shampoo

Ich mache Quark und Frischkäse selbst und da fällt die Molke als Nebenprodukt an. Molke ist reich an Mineralstoffen und eignet sich nicht nur als erfrischendes und gesundes Getränk, sondern ist auch eine wunderbare Zutat für Kosmetikprodukte.
Dieses einfach herzustellende Shampoo braucht nur 3 Zutaten und erfüllt dennoch alle Ansprüche an eine gute Haarwäsche.

Zutaten
100 g klare Molke
100 g Coco Glucoside
10 Tropfen ätherisches Öl nach Geschmack


Zubereitung
Molke und Coco Glucoside in einen Flasche füllen, vorsichtig umrühren und dann die ätherischen Öle eintropfen.
Das Shampoo ist durch die Milchsäure relativ lange haltbar. Griffbereit im Bad ist es ungefähr 3 Monate lang frisch, im Kühlschrank etwa 6 Monate.