Freitag, 22. Januar 2016

Mundspülung mit Schlehen gegen Zahnfleischentzündung

In meiner schwäbischen Heimat gehören Schlehenbüsche zum Landschaftsbild. In jedem Spätherbst nach dem ersten Frost sammeln wir die kleinen, dunkelblauen Früchte. Aus ihnen lassen sich leckere Gelees und Liköre machen. Die Gerbstoffe der Schlehen, die einen pelzigen Geschmack auf der Zunge hinterlassen sind jedoch beim Verzehr unangenehm. Für diese Mundspülung ist die adstringierende, zusammenziehende Eigenschaft jedoch erwünscht, denn sie hilft gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Daher wird in alten Kräuterbüchern das Kauen von Schlehenfrüchten gegen Zahnfleischbluten empfohlen. Ich bevorzuge jedoch eine Abkochung aus getrockneten, frischen oder gefrorenen Früchten. Getrocknete Schlehen können auch in der Apotheke gekauft werden. Bei der Verarbeitung sollte jedoch verhindert werden, dass der Kern zerstoßen wird, da die Kerne von Schlehen wie alle Steinobstarten cyanogene Glykoside enthalten. Dabei handelt es sich um Zuckerverbindungen, die hochgiftige Blausäure freisetzten können.

Zutaten 
100 g Wasser 
3 Esslöffel getrocknete, gefrorene oder frische Schlehenfrüchte 
5 g Xylit (Birkenzucker) 

Zubereitung 
Die Schlehenfrüchte mit kochendem Wasser übergießen und für mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Durch einen Kaffeefilter absieben und in eine Flasche füllen. Den Birkenzucker dazugeben und schütteln. 

Dienstag, 12. Januar 2016

Quitten-Apfel-Essig

Meine Geduld wurde belohnt, denn aus den reichlich angefallenen Quitten- und Apfelresten ist nun ein feiner Essig geworden. Bei der Herstellung von Quittengelee oder von Apfelmus bleiben immer Schalen und Kerngehäuse übrig. Diese wurden von mir bislang auf dem Kompost entsorgt, doch im letzten Herbst hatte ich mich zu dem Versuch entschlossen daraus Quitten-Apfelessig herzustellen.

Zuerst werden ungefähr 1 Kilo Apfel- und Quittenreste klein geschnitten. Eventuell faule oder schimmlige Stellen müssen aussortiert werden. Dann werden die Obstreste in ein sauberes Gefäß mit großer Öffnung geschichtet, mit einem Esslöffel Zucker bestreut und mit Wasser übergossen, so dass alle gut bedeckt ist. Nun das Gefäß offen an einen kühlen Ort stellen und täglich mit einem Holzkochlöffel umrühren. Damit keine Insekten oder Schmutz hinein gelangen können, muss dieses mit einem luftdurchlässigen Tuch abgedeckt werden. 



Nach ungefähr einer Woche gären die Obstreste im Zuckerwasser, es bildet sich ein weißer Schaum und der typische Essiggeruch entsteht. Jetzt wird es Zeit die Flüssigkeit durch ein Sieb zu filtern und in saubere Flaschen zu füllen. Die Obstreste können nun entsorgt werden. 
 
Die Flaschen müssen für weitere 4 bis 6 Wochen an einem warmen Ort gestellt werden. Sie dürfen auf keinen Fall geschlossen werden, denn für die Gärung ist Sauerstoff notwendig. Damit Insekten fernbleiben und Verschmutzungen vermieden werden, müssen die Flaschen wieder mit einem Tuch abgedeckt werden. Im Essigansatz bilden sich Schlieren und schließlich eine gallertartige Masse, die zu Boden sinkt. Hier handelt es sich um die Essigmutter, die für weitere Essigansätze hilfreich ist. 

Der reife Quitten-Apfelessig wird nun durch ein Sieb gefiltert, in Flaschen gefüllt und verschlossen. Er gewinnt an Aroma, wenn er noch 6 Wochen kühl ruhen und nachreifen kann. 

Die Essigmutter werfe ich nicht weg, sondern füttere sie mit ungeschwefeltem Apfelmost, den es hier im Schwabenland reichlich gibt. Bis daraus dann wieder Apfelessig gereift ist, werden wir von unserem Quitten-Apfel-Essig zehren.