Mittwoch, 21. Dezember 2016

Wintersonnenwende - belebende Aromen gegen die langen Rauhnächte

Die längste Nacht kündigt sich an und die geheimnisvollen Rauhnächte beginnen. Am dunkelsten Tag des Jahres verwöhne ich mich gerne mit warmen, belebenden Aromen, die mir Schwung und Lebensfreude schenken. 
Der belebende Ingwer wärmt und löst Verspannungen. Orangen- und Limettenduft wirken antidepressiv, stimulieren und stärken den Geist. Äußerlich angewendet haben die ätherischen Öle eine adstringierende Wirkung und tragen so zur Gewebestraffung bei. 

Ingwer-Orangen-Schaumbad 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

  • 100 g destilliertes Wasser
  • 2 g Honig

Zutaten Tenside 

Zutaten Wirkstoffphase 

Zubereitung 

Sonnenblumenöl, Bienenwachs und Emulsan in ein Becherglas geben und unter ständigem Rühren auf der Herdplatte klar aufschmelzen. Destilliertes Wasser auf ungefähr 50 Grad erwärmen und Honig darin auflösen. Wasserphase in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase einfließen lassen. Nun das Tensid in einem dünnen Strahl einfließen lassen. Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. Zum Schluss die ätherischen Öle eintropfen. 

Ingwer-Limetten-Körpersahne 

Diese sehr einfach herzustellende Körpersahne wird mit sanften, kreisenden Bewegungen auf Bauch, Schenkel und Po einmassiert. Dadurch wird der Juckreiz trockener Winterhaut gemindert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. 
Sheabutter ist ein wirksames Mittel gegen Cellulitis und beugt Dehnungsstreifen vor. Weizenkeimöl enthält viel Vitamin E und verbessert so die Elastizität der Haut. 


Zutaten 

Zubereitung 

Sheabutter leicht erwärmen, bis sie weich ist, jedoch nicht schmelzen. In einer hohen Rührschüssel mit dem Mixer wie Schlagsahne aufschlagen. Weizenkeimöl leicht erwärmen und Honig darin auflösen. Dann in einem dünnen Strahl in die aufgeschlagene Sheabutter mit dem Mixer einarbeiten. Zum Schluss die ätherischen Öle unterrühren. 

Alle Zutaten sind bei www.biovio.de erhältlich. 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

After Shave Balsam mit Aloe-Vera

Ergänzend zum Rasierwasser möchte ich heute ein Rezept für einen besonders pflegenden After-Shave-Balsam vorstellen. Dieser erfrischt und beruhigt die nach der Rasur strapazierte Haut. Das enthaltene Jojobaöl zieht schnell ein und schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust, ohne fettend zu wirken. Ebenso feuchtigkeitsbewahrend wirkt Sheabutter, die zudem die Haut glättet. Wertvolles Aloe-Vera-Gel kühlt und schützt die nach der Rasur beanspruchte Haut. Der balsamisch-warme Duft des ätherischen Sandelholzöls rundet mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften die Wirkung des Balsams ab.  


Aloe-Vera After Shave Balsam

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

 Zutaten Wirkstoffphase

Zubereitung 

Die Zutaten der Fettphase mit Ausnahme des Sheabutter erwärmen, bis diese klar geschmolzen ist. Danach die Fettphase vom Herd nehmen und Sheabutter dazugeben. Honig im sanft erwärmten Aloe-Vera-Gel auflösen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Das ätherische Sandelholzöl eintropfen. Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entsteht.

Samstag, 10. Dezember 2016

Kamille und Honig - Schutz und Pflege bei kältestrapazierter Haut

Nachdem die Morgennebel sich gelüftet haben, zeigt sich in diesen Tagen die Schwäbische Alb von ihrer schönsten Seite. Lange, nadelförmige Kristalle haften an Bäumen und Sträuchern und zaubern eine bizarre Eislandschaft. Der blaue Himmel ist wolkenlos und die Sonne strahlt, wenn auch nur für einige Stunden. Sie lässt den glitzernden Raureif von den kahlen Bäumen schmelzen und der Eiskristallregen bedeckt den gefrorenen Boden. Trotz der klirrenden Kälte zieht es mich für lange Spaziergänge nach draußen. Damit meine Gesichtshaut gegen die Witterung geschützt ist, verwöhne ich sie mit einer Creme, die sowohl feuchtigkeitsbewahrende als auch beruhigende Eigenschaften hat. Sie soll die Haut sanft einhüllen und den ständigen Wechsel zwischen kalten Witterungseinflüssen und trockener, warmer Innentemperaturen ausgleichen. 


Rezept für Kamille-Honig-Wintercreme 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 


Zubereitung

Mandelöl, Bienenwachs und Emulsan in das Becherglas geben und unter ständigem Rühren auf der Herdplatte klar aufschmelzen. Vom Herd nehmen und Kakaobutter im warmen Gemisch schmelzen. Kamillenblütenwasser bzw. Kamillenhydrolat auf ungefähr 40 Grad sanft erwärmen und Honig darin auflösen. Wasserphase in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase einfließen lassen bis eine stabile Emulsion entstanden ist.
Die Creme riecht durch die ausgesuchten Zutaten unheimlich lecker und appetitlich. Sie schützt die zarte Gesichtshaut intensiv vor den Witterungseinflüssen der kalten Jahreszeit. Die Creme hat lediglich eine leichte Konservierung durch den Honig und das Bienenwachs und ist daher 4 bis 6 Wochen haltbar. 

Montag, 21. November 2016

Kräuterernte 4. Teil - Quendel oder wilder Feldthymian

Der dankbare Feldthymian hat den ersten Frost überstanden und wird auch im nächsten Jahr wieder ausdauernd wachsen. Aus einigen frischen Blättern kann ich noch einmal Quendelkekse backen. 
Seit vielen Jahren backe ich diese nach meinem Rezept, das ich an die historische Überlieferung von Hildegard von Bingen angelehnt habe. Sie empfahl die Kekse zur Behandlung von Vergesslichkeit und zur Stärkung der Nerven. 
Zwischenzeitlich habe ich den Rohrzucker durch heimischen Honig ersetzt, da dieser meiner Meinung nach besser zur mittelalterlichen Klosterküche passt.


Dinkelkekse mit Quendel (Feldthymian) 

frei nach einem Rezept von Hildegard von Bingen 

Zutaten 

  • 300 g Dinkelmehl 
  • 180 g Butter 
  • 100 g gemahlene Mandeln 
  • 2 Eier 
  • 10 g fein gehackter frischer Quendel/Feldthymian oder pulverisierter getrockneter Quendel/Feldthymian
  • 1 Esslöffel Honig 
  •  ½ Teelöffel Salz 

Zubreitung 

Aus den Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten. Eine Rolle formen und gleichmäßige Stücke abschneiden, oder Teig ausrollen und Plätzchen ausstechen. Bei mittlerer Hitze im Backofen 20 bis 25 Minuten backen.

Samstag, 19. November 2016

Kräuterernte 3. Teil - Salbei

Selbst getrockneter Salbei bewahrt sein Aroma und kann für den kommenden Winter sehr gut bevorratet werden. Zwar ist die Pflanze winterfest und wird im Frühjahr wieder zuverlässig grünen, doch die vorhandenen Blätter werden schon bald welken. 
Daher habe ich die noch verbliebenen Triebspitzen geerntet, um unter anderem diese Gesichtscreme herzustellen. Sie beugt Hautunreinheiten vor und ist ideal für Mischhaut. Die Creme liegt leicht auf und zieht schnell ein. Sie wirkt feuchtigkeitsbewahrend, besänftigend und entzündungshemmend. Die ausgesuchten Zutaten durchbluten und pflegen besonders fettige, großporige und unreine Haut. 


Rezept Salbei-Avocado-Creme für reine Gesichtshaut 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffe 

Zubereitung 

Frische Salbei-Triebspitzen mit heißem, destilliertem Wasser übergießen und etwas abkühlen lassen. Eine sehr gute Alternative ist auch gekauftes Salbeiwasser.
Den Honig darin auflösen. Emulsan im Avocadoöl sanft erwärmen, bis dieses klar geschmolzen ist. Danach die Fettphase vom Herd nehmen und die Sheabutter mit einem Löffel einrühren, bis diese geschmolzen ist. Die etwa 40 Grad warme Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren bis die Emulsion Handwärme erreicht hat. Danach das ätherische Salbeiöl einrühren.

Mittwoch, 16. November 2016

Kräuterernte 2. Teil - Koriander

Der aromatische Koriander wird die kommenden kalten Nächte nicht überstehen und wird daher noch schnell als Zutat für diese leckere Möhrensuppe verwendet.


Rezept für eine vegane Möhren-Ingwer-Kokos-Suppe mit Koriander

Zutaten 

  • 500 g Möhren 
  • 1 kleine Zwiebel 
  • 10 g Ingwer 
  • 250 g Kokosmilch 
  • 500 g Gemüsebrühe 
  • 2 Esslöffel kaltgepresstes Kokosnussöl 
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Prise Pfeffer 
  • 1 Teelöffel Koriandersamen 
  • Einige Zweige frischen Koriander 

Zubereitung 

Die geschälten. geschnittenen Möhren, die fein geschnittene Zwiebel und den Koriandersamen in Kokosnussöl andünsten. Den sehr fein geschnittenen Ingwer hinzufügen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und für eine ¼ Stunde köcheln lassen. Vom Herd nehmen, Kokosmilch sowie einen Teil des frischen Korianders hinzugeben und mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren die Suppe mit den verbliebenen Korianderblättern garnieren.

Montag, 14. November 2016

Kräuterernte 1. Teil - Liebstöckel

Heute ist dichter Nebel, der sich als Frost niederschlägt. Es wird Zeit, die verbliebenen Kräuter sowie das restliche Obst und Gemüse zu ernten. 


Vor allem der Liebstöckel hat in diesem Jahr eine enorme Höhe erreicht und es wäre schade, wenn die aromatischen Blätter dem Frost zum Opfer fallen würden. Er ist die wichtigste Zutat meiner selbst hergestellten Basis-Gemüsebrühe. Ohne künstliche Geschmackverstärker würze ich mit ihr zahlreiche Suppen und Gemüsegerichte. Sie schmeckt jedes Jahr ein wenig anders, je nachdem welche Zutaten der Garten hergibt. Doch in jedem Fall ist sie gesünder und schmackhafter als konventionelle Kaufprodukte. 


Rezept für eine selbst hergestellte Basis-Gemüse-Würze 

Zutaten 

  • 1 Knolle Sellerie 
  • 1 Bund Selleriegrün 
  • 4 bis 5 Möhren 
  • 2 Stangen Lauch 
  • 1 Wurzelpetersilie 
  • 1 Bund Petersilie 
  • 1Bund Liebstöckel 
  • 1 Zwiebel 
  • 1 Zehe Knoblauch (nach Geschmack auch mehr) 
  • Salz (Menge steht im nachfolgenden Text)

Zubereitung 

Schraubgläser oder Weckgläser gut auswaschen. Ich koche sie immer noch in einem großen Topf aus und trockne sie danach mit einem sauberen Geschirrtuch. Das Gemüse putzen und klein schneiden. Die Kräuter grob hacken. Alle Zutaten wiegen und daraus die Salzmenge errechnen. Für ein Kilo Gemüse braucht man 150 g Salz. Die Zutaten ohne Salz in der Küchenmaschine oder im Blender fein zu einem Gemüsebrei pürieren. Das Salz einrühren und in die vorbereiteten Gläser einfüllen. Diese sofort gut verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Basis-Gemüse-Würze ist im Kühlschrank mehrere Monate haltbar und verfeinert unsere Wintersuppen, Soßen und Eintöpfe. 

Dienstag, 8. November 2016

Champignons und Petersilie


 Noch ist Zeit, um auf den feuchten Wiesen Champignons zu sammeln. Dieses Jahr sind sie so zahlreich, dass der Korb binnen kurzer Zeit voll ist. Zusammen mit der verbliebenen Petersilie werden sie zu einem wunderbaren Herbstgericht verarbeitet. 
An dieser Stelle möchte ich die schwäbische Pfitzaufform vorstellen. Gewöhnlich wird sie für eine traditionelle Süßspeise verwendet. Ich nehme diese Steingutform auch für allerlei Aufläufe, Muffins oder Gratins. Die Form lässt sich leicht reinigen, die Gerichte gelingen immer gut und sie sieht gut aus. An sich ist das Gericht auch sehr schwäbisch, denn die Verarbeitung von alten Brötchen, oder wie man hier sagt „Wecken“, unterstreicht unsere spirchwörtliche Sparsamkeit. Wobei mir an dieser Stelle das Wort „Nachhaltigkeit“ besser gefällt! Die Knödel behalten ihren Geschmack, da sie diesen nicht an das Kochwasser abgeben. Alternativ zur Pfitzaufform eigenen sich auch Weckgläser oder Muffinformen. 


Pilzknödel mit Petersilie im Backofen 

Zutaten 

  • 6 alte Brötchen 
  • 200 g Milch 
  • 3 Eier 
  • 1 kleine Zwiebel 
  • 1 Bund frische Petersilie 
  • 250 g Champignons 
  • 20 g Butter 
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer 
  • 1 Esslöffel Semmelbrösel für die Form 

Zubereitung

Die Brötchen würfeln und in eine Schüssel geben. Eier mit der Milch verquirlen, über die Brötchenwürfel verteilen und etwas durchziehen lassen. Währenddessen die Zwiebel fein hacken, die Pilze schneiden und mit etwas Butter in einer Pfanne leicht anschwitzen. Die Petersilie fein schneiden und kurz mitbraten. Dann in der Schüssel mit den restlichen Zutaten zu einer lockeren Masse mischen. Die gebutterte Form mit Semmelbrösel ausstreuen, dann die Masse gleichmäßig verteilen. Dann auf jeden Knödel noch ein Butterflöckchen setzen, damit sie nicht so trocken werden. In den vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft für 30 Minuten backen.

Dienstag, 1. November 2016

Venenstärkendes Kastanien-Fußbad

Jetzt ist die Zeit der Kastanienernte. Vor allem in Parkanlagen kann ich jetzt mein kostenloses Waschmittel für die kommenden Monate sammeln. 
Zuhause bereite ich sie dann auf die Weiterverarbeitung vor, wie ich es hier bereits beschrieben habe. Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorriden und geschwollene Füße hilft. Die Früchte der Rosskastanie enthalten das entzündungshemmende Aescin, ein Gemisch aus über 30 verschiedenen Saponinen. Aescin dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Gefäßspannung der Venen. Das Abfließen von Wassereinlagerungen in den Beinen wird unterstützt. Die in der braunen Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken antibakteriell, antiviral und ebenfalls entzündungshemmend, dadurch wird der Heilungsprozess der Haut gefördert. Daher möchte ich in diesem Jahr ein Rezept für ein Fußbad vorstellen. Vor allem in den kommenden Monaten weckt das durchblutungsfördernde Fußbad die Lebensgeister und durchströmt den Körper mit wohltuender Wärme. 


Rezept für ein venenstärkendes Kastanien-Fußbad 

Zutaten 

1/4 Liter Wasser 
100 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien 
1 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten 
1 Esslöffel getrocknete Salbeiblätter 
5 gemahlene Wacholderbeeren 

Zubereitung und Anwendung 

Ein Schraubglas gut reinigen und darin die getrockneten Kräuter mit dem Kastanienschrot mischen. Nun das Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche oder direkt ins Badewasser filtern. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden. Er lässt sich aber auch bevorraten, indem man den Kastanienschrot und die Kräuter portionsweise in Schraubgläser füllt. 

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Sensitives Feinwaschmittel aus Seifenkraut

Vor vielen Jahren habe ich in einem Roman gelesen, dass sich die Menschen der Steinzeit mit Seifenkraut gewaschen haben. Diesen Satz habe ich dann 2006 auf meine Homepage geschrieben, denn andere Quellen hatte ich damals nicht. Zwei Jahre später wirkte ich an den Kräutertagen im Federseemuseum mit. Dort erfuhr ich dann von einem Paläobotaniker, dass das Seifenkraut hierzulande vermutlich nur im Alpenvorland in der Jungsteinzeit vorkam. Demnach ist es rein spekulativ, davon auszugehen, dass die Menschen der Steinzeit sich grundsätzlich mit Seifenkraut gewaschen haben, zumal sich der Zeitraum über mehrere tausend Jahre erstreckt. Sollte es neue Erkenntnisse über die Verwendung und Verbreitung des Seifenkrauts geben, dann bin ich dankbar für Hinweise. Leider finde ich im Internet immer nur den einen Satz zu diesem Thema, den ich ursprünglich auf der Homepage hatte und der wohl immer wieder abgeschrieben und weitergetragen wurde. Ganz sicher war das Seifenkraut von der Antike bis in die Neuzeit ein gängiges Waschmittel für Körper und Kleidung. Das Kraut wird auch heute noch als Feinwaschmittel für edle Stoffe und als Waschlotion für Allergiker verwendet.
Das Seifenkraut kann ganzjährig geerntet werden und lässt sich sehr gut trocknen. Da ich mich selbst von der Waschkraft überzeugen wollte, habe ich vor einigen Jahren einen kleinen Ableger der Pflanze in meinem Garten kultiviert. Seitdem wächst und wuchert es wie Unkraut. Jedoch wird nichts davon kompostiert, denn das Seifenkraut ist für mich eine wertvolle Pflanze. Es ist reich an Saponinen, das sind waschaktive Substanzen, die einen natürlichen Schaum bilden. Außerdem ist noch ein Flavonglycosid enthalten, dem bakterien-, pilz- und virenhemmende Eigenschaften zugesprochen werden. Als allergiefreies Feinwaschmittel eignet es sich vor allem für Baby- und Kinderwäsche.


Rezept für ein sanftes Feinwaschmittel aus Seifenkraut 

Zutaten 

  • 100 g geschnittenes Seifenkraut 
  • 5 Tropfen Lavendelöl 

Zubereitung 

Einen halben Liter Wasser abkochen und das geschnittene Seifenkraut (Blüten, Blätter und Stängel) hineingeben und so lange ohne Deckel weiterkochen, bis die Hälfte des Wassers verdunstet ist. Nach dem Abkühlen durch ein Sieb abgießen und das ätherische Öl eintropfen. 

Anwendung 

Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.

 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Selbstgemachte Kräuterbonbons aus Birkenzucker

Seit vielen Jahren mache ich selbst Kräuterbonbons, denn sie schmecken sehr lecker und die Herstellung macht nicht nur Kindern Spaß. 


Salbei ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Entzündungen im Hals- und Rachenraum, sowie gegen Halsschmerzen und Husten. Thymian wirkt ähnlich und wirkt schleimlösend. Zu Beginn der Grippesaison wachsen Salbei und Thymian in meinem Garten immer noch sehr üppig und somit brauche ich nur noch eine weitere Zutat für meine Bonbons.


Bislang habe ich gewöhnlichen Haushaltszucker verwendet, doch in diesem Jahr habe ich Birkenzucker genommen. Da dieser eine der Zutaten meiner Zahncreme ist, habe ich immer einen Vorrat im Haus. Meine Grundüberlegung war, dass Birkenzucker den Zähnen nicht schadet, sondern sogar Karies verhindert. Xylit oder Birkenzucker reduziert die Bildung von Zahnbelag, der die Entstehung von Karies fördert. Zudem wirkt Xylit antibakteriell, was die Bildung von schädlichen Bakterien in Mund- und Rachenraum hemmt. Bei meinem Versuch gewöhnlichen Haushaltszucker gegen Birkenzucker auszutauschen, stellte ich fest, dass die Verarbeitung und das Ergebnis das Gleiche wie bei Haushaltszucker ist. Somit haben die Kräuterbonbons aus Birkenzucker neben der Heilkraft der Kräuter eine weitere positive Auswirkung auf die Gesundheit. 

Rezept für Hustenbonbons aus Birkenzucker, Salbei und Thymian 

Zutaten

  • 100 g Birkenzucker 
  • 10 g frische Salbei- und Thymianblätter oder 5 g getrocknete Salbei- und Thymianblätter 

Zubereitung 

Die Blätter so klein wie möglich schneiden, bzw. getrocknete Kräuter so fein wie möglich mahlen. Den Birkenzucker in einen möglichst kleinen Topf geben und dann unter ständigem Rühren erhitzen, bis er flüssig wird. Den Topf mit dem flüssigen Birkenzucker vom Herd nehmen und die zerkleinerten Kräuter einrühren. Die noch heiße Masse wird dann in Förmchen gegossen. Sie kann auch mit einem Teelöffel portionsweise auf ein Backpapier getropft werden. Nach ungefähr einer Stunde sind die Bonbons ausgekühlt und können in einer Dose oder einem Glas aufbewahrt werden. 


Rezept für Hustenbonbons aus Birkenzucker, Lavendel und Limette 

Da die Bonbons so gut gelungen sind, haben wir gleich noch Lavendel-Limette-Bonbons gemacht. Die Auswahl der Zutaten ergeben einen sehr frischen Geschmack. Die Heilwirkung des Lavendels im Mund-und Rachenraums ist dem des Salbeis ähnlich. 

Zutaten 

  • 100 g Birkenzucker 
  • 10 g frische Lavendelblüten-und blätter 5 g getrocknete Lavendelblüten 
  • Saft einer Limette 

Zubereitung 

Die Blätter bzw. Blüten so klein wie möglich schneiden, bzw. getrocknete Lavendelblüten so fein wie möglich mahlen. Den Birkenzucker in einen möglichst kleinen Topf geben und dann unter ständigem Rühren erhitzen, bis er flüssig wird. Den Topf mit dem flüssigen Birkenzucker vom Herd nehmen und die zerkleinerten Kräuter sowie den Limettensaft einrühren. Die noch heiße Masse wird dann in Förmchen gegossen. Sie kann auch mit einem Teelöffel portionsweise auf ein Backpapier getropft werden. Nach ungefähr einer Stunde sind die Bonbons ausgekühlt und können in einer Dose oder einem Glas aufbewahrt werden. 
Weitere gesunde Zutaten für leckere Kräuterbonbons sind zum Beispiel Anis, Fenchel, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Zitrone und Ingwer. 
Der Birkenzucker, auch Xylit oder Xylitol genannt, ist bei www.biovio.de erhältlich.


 

Dienstag, 11. Oktober 2016

Haarspülung mit Zitronenmelisse und Brennnesseln

Noch treiben die Brennnesseln aus und die jungen, oberen Blätter können geerntet werden. Die Zitronenmelisse hat zwar ihre besten Tage schon hinter sich, aber in dieser einfach herzustellende Haarspülung entfaltet sie immer noch ihre antibakterielle Wirkung und beruhigt die Kopfhaut. 


Haarspülung mit Zitronenmelisse und Brennnesseln für eine gesunde Kopfhaut und glänzendes Haar 

Zutaten 

  • 1 Liter Wasser 
  • 1 Handvoll Brennnesselblätter 
  • 1 Handvoll Zitronenmelisseblätter 
  • 100 g Apfelessig 
  • 1 Esslöffel Limettensaft 

Zubereitung 

Die gesammelten Blätter waschen, abtrocknen und in eine Schüssel geben. Den Apfelessig zusammen mit dem Wasser erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen und heiß über die Blätter gießen. Den Sud eine Weile ziehen lassen, bis er abgekühlt ist. Durch ein Sieb gießen, in Flaschen abfüllen, Limettensaft zufügen und gut verschließen. 
Die Anwendung ist sehr einfach: nach jeder Wäsche wird die Spülung über Kopfhaut und Haare gegossen. Ein weiteres Nachspülen mit Wasser ist nicht mehr nötig.

Samstag, 8. Oktober 2016

Natürliches Deo aus Pfefferminze und Limette

Schon bald muss ich die letzten Kräuter in meinem Garten für den Wintervorrat ernten. Doch einige Kräuter, wie Salbei, Pfefferminze oder Brennnessel wachsen und blühen immer noch. Daher möchte ich in den nächsten Tagen noch ein paar frische Kräuter verarbeiten. 



Die ausgesuchten Inhaltsstoffe des nachfolgenden Deos wirken kühlend, desodorierend und geruchshemmend. Es ist ohne Kühlung etwa 2 Wochen haltbar. Ich friere mir ein paar Portionen davon ein, dann habe ich noch lange Freude an dem herrlich erfrischenden Deo.

Rezept für ein Deo aus Pfefferminze und Limette 

Zutaten 

  • 10 frische, junge Pfefferminzblätter 
  • 1 unbehandelte Bio-Limette 
  • 100 g destilliertes Wasser 
  • 5 g Natron 

Zubereitung 

Die Schale der Limette mit dem Sparschäler entfernen. Den Saft der Limette auspressen. Die Schalen, den Limettensaft und die Pfefferminzblätter im destillierten Wasser pürieren. Ich verwende einen Blender, doch auch ein Pürierstab oder der Thermomix sind sehr gut geeignet. Die Mischung durch ein feines Sieb abseihen, eventuell noch durch einen Kaffeefilter sieben, so dass sich keine Pflanzenteile in der Mischung befinden. Das Natron gut einrühren, bis es sich auflöst. Schließlich in einen Zerstäuber füllen.

Samstag, 1. Oktober 2016

Wie aus historischem Pestessig ein moderner Desinfektionsreiniger wird

Heute möchte ich einen Ausflug in die Geschichte machen. Immer wieder wurde die Menschheit von der Pest heimgesucht. Hierzu gibt es erschütternde Berichte und vor allem recht beeindruckende Abbildungen, wie der Schwarze Tod in der Gestalt des Sensenmannes über die Opfer hinwegfegt. Dazwischen taucht immer wieder der Pestarzt mit seiner Schnabelmaske auf, die gefüllt mit antibakteriellen Kräutern war. Die Menschen glaubten, dass die schlechte Luft, der Pesthauch, ferngehalten werden muss, um sich vor Ansteckung zu schützen. Doch offensichtlich erkannten vor allem Räuber und Diebe, wie man sich die Krankheitserreger vom Leib halten konnte. Nach einer Überlieferung um 1700 heißt es, dass Plünderer vor Gericht ihr Geheimnis preisgaben, wie es ihnen gelang die Pesttoten zu berauben. Zum Schutz vor einer Infektion hatten sie sich einen Pestessig gebraut, mit dem sie sich wuschen, den Mund ausspülten und davon tranken. Daher wurde dieser Essig auch „Diebes-oder Räuberessig“ genannt. Von diesem sind mehrere Rezepturen überliefert, die außer Essig vor allem folgende Kräuter enthalten: Wermut, Rosmarin, Raute, Salbei, Minze, Lavendel, Gewürznelken, Muskatnuss und Kampfer. 
In Meyers Konversations-Lexikon von 1888 konnte ich sogar ein vollständig ausformuliertes Rezept zur Herstellung eines Pest-Essigs finden. Dieses habe ich noch ein wenig „entschärft“ und daraus ein durchaus taugliches Rezept für einen antibakteriellen Desinfektionsreiniger gemacht.

Rezept für einen antibakteriellen Desinfektionsreiniger 

Zutaten 

  • Rosmarin 
  • Thymian 
  • Wermut 
  • Lavendel 
  • Salbei 
  • Optional 5 Tropfen ätherisches Kampferöl 
  • 500 g weißer Tafelessig mit ungefähr 5 % Säure 
  • 50 g Spiritus 
  • Schalen von 2 Zitronen 
  • 2 verschließbare Gläser 

Vorbereitungen 

Die Kräuter grob zerkleinern und in ein verschließbares Glas geben. Es sollte kein Kunststoffbehältnis sein, da die Essigsäure bedenkliche Bestandteile aus dem Kunststoff löst. Mit Essig aufgießen, so dass die Kräuter gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen, bis die Kräuter den Essig dunkel färben. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Kräuter immer gut mit Essig bedeckt sind. Dann wird der Essigauszug abgesiebt, so dass sich keine Kräuterreste mehr im Essig befinden. 
Zitronenschalen zerkleinern und in den Spiritus einlegen, so dass sie gut bedeckt sind. Für ein paar Tage verschlossen stehen lassen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte stets darauf geachtet werden, dass die Schalen immer gut mit Alkohol bedeckt sind. Dann wird der Alkoholauszug abgesiebt, so dass sich keine Schalenreste mehr in der Flüssigkeit befinden. 


Zubereitung 

Kräuter-Essig-Auszug mit Zitronen-Alkohol-Auszug in Verhältnis 10 : 1 mischen. Optional können noch ein paar Tropfen ätherisches Kampferöl beigefügt werden. 

Anwendung

Der Pestessig kann pur zur Desinfektion verwendet werden oder dient als Basis für weitere Reiniger.

Mittwoch, 21. September 2016

Ringelblumen - Heilkraft aus dem Garten


Ein wunderschöner Sommer verabschiedet sich und geht in einen goldenen Herbst über. Die Ölauszüge, die ich in den vergangenen Monaten angesetzt habe, sind nun bereit zu wirkungsvollen Cremes und heilkräftigen Salben verarbeitet zu werden. 
Heute stelle ich Rezepte mit Ringelblumenöl vor. Die Ringelblume wirkt beruhigend und fördert die Wundheilung.  Sie ist nicht nur eine herausragende Heilpflanze, sondern auch eine üppig blühende Zierde für den Garten. Nach den Frosttagen im Mai wird der Samen im Garten ausgebracht. Geerntet werden dann die Blüten an warmen, trockenen Tagen um die Mittagszeit. 
Wer nicht die Möglichkeit hat, selbst Ringelblumen zu kultivieren, der kann fertiges Ringelblumenöl in Bio-Qualität auch bei www.biovio.de kaufen. 




Rezept zur Herstellung von Ringelblumenöl 

Für die Herstellung von Ringelblumenöl bevorzuge ich den schonenden Kaltauszug. Dafür trenne ich die Blütenblätter aus dem Blütenkelch, so dass keine grünen Bestandteile verwendet werden. Dann lasse ich die Ringelblumenblütenblätter etwas antrocknen, damit die Feuchtigkeit den Ölauszug nicht schimmeln lässt. Die Blüten in ein Glas geben und dabei immer kontrollieren, ob sowohl Pflanzenmaterial als auch das Glas wirklich trocken sind. Mit Öl aufgießen, so dass alles gut bedeckt ist. Ich bevorzuge kaltgepresstes Sonnenblumenöl. Das Glas erschließen und an einem kühlen Ort, wie zum Beispiel im Kühlschrank für 3 bis 4 Wochen stehen lassen. Unbedingt darauf achten, dass sich kein Schimmel bildet! Dies kann passieren, wenn nicht alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind. Das Öl durch einen Kaffeefilter abseihen und in einem gut verschließbaren Glas dunkel und kühl aufbewahren. Bei sachgemäßer Lagerung ist das Öl etwa 1 Jahr haltbar. Das Glas sollte unbedingt mit dem Herstellungsdatum und der Inhaltsangabe beschriftet werden. Dieses wertvolle Wirkstofföl ist nun die Grundlage für unsere Salbe.
Die abgefilterten Blüten werfe ich nicht weg, sondern verwende sie für Herstellung dieser Duschbutter.

 

Ringelblumen-Honig-Wundsalbe 

Die Salbe pflegt wirksam bereits gereizte und wunde Haut. Weiterhin fördert sie die Hautregeneration, wirkt beruhigend und schmerzlindernd. 

Zutaten 

Zubereitung 

Ringelblumenöl, Lanolin und Bienenwachs sanft klar aufschmelzen. Vom Herd nehmen, die Kakaobutter und den Honig dazu schmelzen. Sofort in einen gut gereinigten Tiegel füllen und erkalten lassen. Da die Salbe keine Wasserphase enthält ist sie bei kühler Aufbewahrung etwa 1 Jahr haltbar. 


Ringelblumen-Creme mit Honig 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

  • 40 g destilliertes Wasser 
  • 1 Teelöffel Honig 

Zubereitung 

Die Zutaten der Fettphase klar aufschmelzen. Wasserphase leicht erwärmen und Honig darin auflösen. Wasserphase in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase einfließen lassen bis eine stabile Emulsion entstanden ist. Die Creme schützt die zarte Gesichtshaut intensiv vor den Witterungseinflüssen der kalten Jahreszeit. Sie hat nur eine leichte Konservierung durch den Honig und das Bienenwachs und ist daher nur 4 bis 6 Wochen haltbar.

Donnerstag, 8. September 2016

Spätsommerzauber - Reinigungslotion mit Sonnenblumenöl

Unser Dorf ist landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben, vor allem werden Kartoffeln und Getreide angebaut. In diesem Jahr sind wieder einige Brachfelder mit Sonnenblumen eingesät. Die sonnengelbe, prächtige Blume symbolisiert für mich den Sommer wie keine andere. Jetzt werden die Tage schon wieder kürzer, doch es ist immer noch sehr warm. Beim Abendspaziergang beobachte ich, wie sich der Horizont von der untergehenden Sonne rot färbt und mit den leuchtend gelben Sonnenblumen ein wunderbares Farbspiel ergeben.
Ich bin immer wieder erstaunt, dass die langen, schlanken Stiele die schweren Blütenkörbe so mühelos tragen, ohne dabei zu knicken. Einige abgeblühte Blütenkörbe bewahre ich für den Winter auf, um die nahrhaften Kerne den Vögeln als Futter anzubieten. Die Anordnung der Kerne folgt einem mathematischen Gesetz. Sie stehen so, dass sich Spiralen ergeben, sowohl im Uhrzeigersinn als auch in die andere Richtung. Die Zahl der Spiralen sind benachbarte Fibonacci-Zahlen.
Sonnenblumen sind schön, stimmungshebend, interessant und spenden ein überaus wertvolles Öl. Der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren trägt es zu einer gesunden Ernährung und Hautpflege bei. Ich möchte diese Rezeptur für eine sanfte Reinigungslotion vorstellen, die den Zauber des Spätsommers einfängt. Sie ist vor allem für empfindliche Gesichtshaut geeignet und frei von problematischen Inhaltsstoffen. 


Lavendel-Sonnenblumenöl-Reinigungslotion 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Feuchtigkeitsspender und Tenside 

Zubereitung 

Lavendelhydrolat auf ca. 50 Grad erwärmen und Honig darin auflösen. Oder aus Lavendelblüten und destilliertem Wasser einen starken Tee herstellen und den Honig darin auflösen. 
Emulsan im Sonnenblumenöl sanft schmelzen. 
Tensid und Glycerin in einem dritten Glas mischen und sanft auf ungefähr 40 Grad erwärmen. Wasserphase in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die Fettphase einfließen lassen. Nun das Tensid-Glycerin-Gemisch in einem dünnen Strahl einfließen lassen. Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 

Anwendung 

Eine kleine Menge der Reinigungslotion mit feuchten Händen im Gesicht verteilen, leicht einmassieren und mit Wasser gründlich abspülen.

Freitag, 2. September 2016

Zitronenmelisse-Kornblumen-Shampoo


Heute habe ich ein besonders schönes Kornfeld gefunden, das ich gleich fotografieren musste. Der reife Weizen war ganz vom leuchtenden Blau vieler Kornblumen durchdrungen. Zahlreiche Kamillenblüten runden das Bild ab. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob der Bauer ebenso begeistert von diesem Feld ist wie ich, aber offensichtlich hat er mit Herbiziden gespart. 
 Ich konnte reichlich von den herrlichen Blumen pflücken, um damit Wolle zu färben, nachdem sie für einige Tage meinen Tisch geschmückt hatten. Einige Blütenblätter habe ich in Alkohol ausgezogen, um mir damit ein aufhellendes Shampoo für meine silber-blonden Haare zu rühren. 
Als weitere Zutat für das Shampoo habe ich Zitronenmelisse gewählt, die gerade sehr üppig in meinem Garten wächst. Das duftende Heilkraut lässt das Haar glänzen und beruhigt die Kopfhaut. 


Zitronenmelisse-Kornblumen-Shampoo 

 Zutaten 

100 g Zitronenmelissentee
50 g Facetensid
5 Tropfen ätherisches Zitronenöl 
2 Tropfen ätherisches Melissenöl 
10 g Kornblumenextrakt 
5 g pflanzliches Glycerin 

Zubereitung 

Aus Zitronenmelisseblättern und destilliertem Wasser einen starken Tee herstellen. Alle Zutaten in einer Flasche mischen und schütteln. Das Tensid Facetensid ist relativ dickflüssig, so dass das Shampoo eigentlich ohne Verdicker auskommt. Wer es gerne noch dickflüssiger mag, der sollte eine Messerspitze Xanthan in Glycerin auflösen und in die Mischung geben. Alternativ ist Agaragar oder Agartine ein sehr guter veganer Eindicker.

 

Freitag, 26. August 2016

Königskerzenblüten-Salbe gegen Juckreiz

Majestätisch wächst die Königskerze bis zu 2 Meter kerzengerade hoch und trägt daher ihren Namen zurecht. Die Heilwirkung der Königskerze ist vielfältig. Ein Teeaufguss aus den Blüten wirkt schleimlösend und hilft hervorragend gegen Husten. Äußerlich angewendet entfalten die in den Blüten enthaltenen Flavonoide und Saponine ihre entzündungshemmende Wirkung. Ein Ölauszug aus den Blüten ist die Grundlage für diese wundheilende und Juckreiz stillende Salbe.


Rezept für einen Ölauszug aus Königskerzenblüten 

Zutaten 

  • 250 g Mandelöl
  • 1 Handvoll Königskerzenblüten 

Zubereitung 

Die Blüten sollten an einem warmen, trockenen Tag in den Mittagsstunden geerntet werden. Dafür werden sie aus den Kelchen gezupft. Ich wasche die Blüten nicht, sondern verlese sie nur. So bleiben die Blüten trocken und das Aroma erhalten. Zusammen mit 250 g Mandelöl in ein verschließbares Glas geben. Die Mischung stelle ich dann für mindestens 24 Stunden bei circa 40 Grad in den Babykostwärmer. Die Blüten dürfen auf keinen Fall kochen, da sie sonst braun werden und ihr Aroma verlieren.
Alternativ können die Königskerzenblüten auch für 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank ausgezogen werden. Es muss immer darauf geachtet werden, dann die Pflanzenteile mit ausreichend Öl bedeckt sind, damit kein Schimmel entsteht.
Nach der Mazeration wird das Wirkstofföl durch einen Teefilter oder ein Leinentuch abgesiebt und in ein gut verschließbares Glas gefüllt, das mit dem Herstellungsdatum beschriftet ist. Das Königskerzenblütenöl muss im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es für etwa 6 Monate haltbar ist.


Rezept für eine juckreizstillende Heilsalbe aus Königskerzenblüten 

Zutaten 

Zubereitung 

Das Bienenwachs im Königskerzenblütenöl sanft schmelzen, vom Herd nehmen und die Sheabutter einrühren. Zum Schluss den Honig unterrühren. Sofort in einen gut gereinigten Tiegel füllen und erkalten lassen. Da die Salbe keine Wasserphase enthält ist sie bei kühler Aufbewahrung etwa 1 Jahr haltbar

Einige Blüten trockne ich und bewahre sie für die dunklen Wintertage auf. Als Räucherwerk verströmt die Königskerzenblüten einen warmen, leicht honigartigen Duft im Haus, der beruhigend und stimmungsaufhellend wirkt.

Dienstag, 16. August 2016

Veganes Lindenblüten-Feuchtigkeitsfluid

Bei der Entwicklung des Rezeptes für das Lindenblüten Deodorant habe ich mich mit der Dosierung der Zutaten experimentiert. Dabei entstand dieses wunderbare Fluid, das schnell einzieht und die Haut mit reichlich Feuchtigkeit versorgt ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Das einfach herzustellende Fluid kommt mit wenigen Zutaten aus. Es pflegt die Haut im Gesicht und auf dem Körper und hinterlässt ein einen zarten Sommerduft.

 

Lindenblüten-Feuchtigkeitsfluid

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 


Zubereitung 

Aus Sonnenblumenöl und Lindenblüten einen Ölauszug herstellen. 
Tegomuls im Lindenblüten-Ölauszug bzw. im Sonnenblumenöl sanft schmelzen und vom Herd nehmen. Danach das Sheabutter in die Fettphase einschmelzen. Die Wasserphase leicht erwärmen und in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis Handwärme erreicht ist und schließlich einen sauberen Tiegel füllen.

Erfrischendes Lindenblüten Deodorant

Nun ist neben dem Lindenblütenöl auch und der Lindenblütenextrakt fertig ausgezogen und kann weiterverwendet werden. 
Lindenblüten sind reich an natürlichem Farnesol, das als Deowirkstoff eine desodorierende, konservierende und antibakterielle Wirkung hat. Farnesol ist ein Bestandteil einiger ätherischer Öle, wie zum Beispiel, Rose, Anis oder Jasmin und dient den Pflanzen als Lock-und Botenstoff. 
Das aus den Lindenblüten gewonnene Hydrolat verströmt den gleichen blumigen, süßen Duft wie ein blühender Lindenbaum im Frühsommer. Ergänzt mit Lindenblüten-Ölauszug und Lindenblütenextrakt erhält man ein erfrischendes, natürliches Deodorant. 

Rezept Lindenblütenextrakt 

Zutaten 

Zubereitung 

Die Lindenblüten in der Mittagssonne ernten und für einige Stunden trocknen lassen. Die Pflanzenteile in ein verschließbares Glas füllen, so dass dieses etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt werden die Pflanzenteile mit hochprozentigem Alkohol und Glycerin übergossen, so dass das Glas voll ist und sie gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 


Lindenblüten Deomilch 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffphase 

  • 5 g Lindenblütenextrakt 

Zubereitung 

Aus Sonnenblumenöl und Lindenblüten einen Ölauszug herstellen. 
Tegomuls im Lindenblüten-Ölauszug sanft schmelzen und vom Herd nehmen. Danach das Sheabutter in die Fettphase einschmelzen. Das Natron fein mörsern und in der Wasserphase auflösen. Diese ebenfalls leicht erwärmen und in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis Handwärme erreicht ist. Danach den Lindenblütenextrakt beifügen. Die Deomilch in einen Pumpzerstäuber füllen.

Sonntag, 31. Juli 2016

Selbst hergestellte umweltfreundliche WC-Reinigungs-Tabs

Nicht immer sind die Haushaltstipps, die Großmutter schon wusste, wirklich gut. Vor allem sind die altbewährten Hausmittel nicht immer umweltfreundlich. Ein Beispiel dafür ist die Anleitung zur Desinfektion der Latrinen, die ich aus einer alten Ausgabe um 1900 des „Deutschen Hausschatzes“ entnommen habe.
Man mische nach und nach unter 10 bis 11 Kilogramm Wasser ½ Kilogramm konzentrierte Schwefelsäure (Vitriolöl) und gieße dieses schwefelsaure Wasser in die Latrinen, jedoch so, dass auch die Seitenwände davon betroffen werden. Nach wenigen Minuten wird der in die Augen stechende Ammoniak gänzlich daraus entschwunden sein und nicht wiederkehren, als bis alle Schwefelsäure von dem durch die faulen Exkremente produzierten Ammoniak neutralisiert worden ist, worauf man das Begießen wiederholen muss. Auf diese Weise kann man sich für wenige Groschen das ganze Jahr hindurch des üblen Geruchs der Latrinen entledigen. Die Drogeriegeschäfte führen auch billiges Desinfektionspulver 10 Kilo für 2 Mark.
Da bevorzuge ich doch meine selbst hergestellten WC-Reinigungs-Tabs. Die sind nicht nur umweltfreundlich, sondern riechen auch noch fantastisch und reinigen die Toilette hygienisch sauber. Alle Zutaten sind preiswert bei www.biovio.de erhältlich.


Rezept für WC-Reinigungs-Tabs 

Zutaten



Zubereitung 

Da Zitronensäure stark reizend ist, sollten unbedingt Handschuhe tragen werden. Außerdem empfehle ich vor einem offenen Fenster oder unter der Dunstabzugshaube zu arbeiten. 
Das Speisenatron mit dem Zitronensäurepulver in einer Schüssel mischen. Die ätherischen Öle dazugeben und nochmals gut mischen. Damit die Masse formbar wird, muss eine geringe Menge Wasser mit verarbeitet werden. Für diese nebelfeuchte Wasserzufuhr eignet sich zum Beispiel eine Sprühflasche. Aus der Masse entweder kleine Kugeln formen und diese über Nacht trocknen lassen. Oder die Masse in Eiswürfelformen aus Silikon drücken, darin über Nacht trocknen lassen und dann ausformen. Die fertigen Tabs in einem verschließbaren Gefäß aufbewahren.

Dill-Honig-Senf

Seit wir festgestellt haben, dass gekaufter Honigsenf mehr Zucker als Honig enthält, machen wir den Senf selbst. Bei einem Honiganteil von nur 8 % sollten viele der Kaufprodukte eher Zuckersenf heißen, denn dieser erscheint noch lange vor dem Honig auf der Zutatenliste. Auch der verschwenderische Einsatz von künstlich hergestellter Zitronensäure als Konservierungsmittel ist völlig unnötig. Die Herstellung von hausgemachtem Senf ist relativ einfach und macht sehr viel Spaß. Die Liste der Zutaten ist übersichtlich und kann jederzeit durch verschiedene Kräuter ergänzt und variiert werden.
 

Rezept für hausgemachten Dill-Honig-Senf 

Dieser leckere Senf passt sehr gut zu Lachs. Zudem bildet er die Grundlage für Salatdressings und Dips.

Zutaten 

  • 80 g gelbe Senfkörner
  • 20 g schwarze Senfkörner
  • 120 g Honig
  • 130 g heißes Wasser
  • 45 g Weißweinessig
  • 1 Teelöffel Salz
  • 3 schwarze Pfefferkörner

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. Das feine Senfmehl wird nun mit dem heißen Wasser in ein Rührgefäß gegeben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. Nun werden noch der Weißweinessig, der Honig und das Salz hinzugefügt. Den Dill sehr fein schneiden und unter die Senfmasse rühren. Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er mindestens 2 Wochen reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder.