Sonntag, 27. Dezember 2015

Quitten Gesichtscreme

Die Tage werden wieder länger und die goldene Sonne erwärmt die Mittagsstunden. Eigentlich fühle ich mich wie im März, denn die Primeln blühen, während die Vögel zwitschern. Ich habe immer noch Quitten übrig, die jetzt aber endgültig verarbeitet werden, da sie schon sehr reif sind. Von den Schalen stelle ich nochmals ein Wirkstoff-Öl her, die Kerne werden getrocknet und aus dem Fruchtfleisch wird ein letzter Quittenkuchen für dieses Jahr gebacken. 

 Das Quittenwirkstoff-Öl ist die Grundlage dieser wunderbar duftenden Creme, die besonders im Winter die Hautfeuchtigkeit bewahrt. Die Herstellung benötigt einige Wochen Vorbereitungszeit, denn das Mazerat muss erst einmal reifen. 

Herstellung eines Quittenwirkstoff-Öls 

Zutaten 
  • Schale von einer Quitte 
  • 1 kleines Glas Jojobaöl 

Zubereitung 
Die fein abgeschälten Quittenschalen klein schneiden und frisch in ein Glas geben Mit dem Jojobaöl aufgießen, so dass alles bedeckt ist. 
Das Glas schließen und an einem warmen Ort für 3 bis 4 Wochen stehen lassen. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich kein Schimmel bildet! Dies kann passieren, wenn nicht alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind. Daher ist es ratsam, dass das Glas täglich geschüttelt und überprüft wird. 
Das Öl abseihen und in einem gut verschließbaren Glas dunkel und kühl aufbewahren. Bei sachgemäßer Lagerung ist das Öl etwa 4 Monate haltbar. Das Glas sollte unbedingt mit dem Herstellungsdatum und der Inhaltsangabe beschriftet werden. 
Bei diesem Quitten-Ölauszug werden die heilkräftigen Wirkstoffe und Wachse im Öl gelöst. Dieses Wirkstoff-Öl ist eine hervorragende Basis für wertvolle Cremes. Die extrahierten Quittenwachse schützen und erfrischen die Haut. 


Rezept für die Gesichtscreme

Zutaten Fettphase 
  • 12 g Quittenwirkstoff-Öl 
  • 5 g Sheabutter 
  • 2 g Bienenwachs 
  • 4 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 
  • 30 g destilliertes Wasser 
  • 2 g Honig 

Zubereitung 
Quittenwirkstoff-Öl, Bienenwachs und Emulsan erwärmen, bis die Fettphase klar geschmolzen ist. Danach vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben. Den Honig im erwärmten Wasser auflösen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entsteht.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Meine Quellen

Mein Mann und ich lieben es auf dem Flohmarkt nach alten Schätzen zu suchen. Aus diesem Grund besitzen wir eine Unmenge alter Bücher, Zeitschriften und Kalender. Besonders Antiquariat zum Thema Kräuter, Pflanzen, Handarbeiten und Haushaltsführung haben es mir angetan. Handgeschriebene Rezeptbücher gehören ebenso zu meinen Funden wie alte Herbarien. Ich lese die Aufzeichnungen und Bücher aufmerksam durch und suche nach altem Wissen. Die Zeitschrift „Die Gartenlaube“ enthält schöne Inspirationen im Bereich Handarbeit. Der häusliche Ratgeber „Deutsche Frauen-Zeitung“ bietet neben Neuigkeiten aus dem Kaiserhaus nützliche Tipps zur Resteverwertung im Küchenalltag. Ein steter Quell der Inspiration ist die in Bayern erschienene Zeitschrift für katholische Mütter und Hausfrauen „Monika“. Hier wird beschrieben, wie die Wäsche sauber wurde, bevor im Jahr 1907 das erste selbsttätige Waschmittel in Deutschland auf den Markt kam. Ebenso brauchbare Ratschläge hält die „Wäschebeilage der Sonntags-Zeitung für das Deutsche Haus“ bereit. Die „Deutsche Frauenzeitschrift“ von 1899 offenbart der gewissenhaften Ehefrau die Geheimnisse eines tadellos geführten Haushaltes, ganz ohne flüssige Allzweckreiniger.



Der Einblick in die Zeit um 1900 offenbart mir, dass Sauberkeit, sparsames Wirtschaften, gepflegte Kleidung und schmackhafte Mahlzeiten einen hohen Stellenwert hatten. Ein gut geführter Haushalt war überlebenswichtig für die Familie und die jungen Mädchen wurden gut auf diese Rolle vorbereitet. Die Stellung der Frau an sich war aus heutiger Sicht untragbar und darüber möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Quitten-Kastanien-Shampoo

Die Möglichkeiten der Verwertung von Quittenresten sind schier unerschöpflich. Bei dieser wunderbaren Frucht gibt es eigentlich keinen Abfall. Das Fruchtfleisch wird zu Gelee, Marmelade, Saft und Kuchen verarbeitet. Aus den Quittenschalen gewinne ich ein herrlich duftendes Wirkstoff-Öl. Selbst aus den sonstigen Apfel-und Quittenresten, die für gewöhnlich auf dem Kompost landen, habe ich einen Quitten-Apfel-Essig hergestellt. Die Quittenkerne werfe ich ebenfalls nicht weg, sondern trockne sie für die Kosmetikherstellung. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Kerne unversehrt sind, damit die enthaltene Blausäure nicht austreten kann. Die Quittenkerne lassen sich leicht aus dem Butzen entfernen und werden zum Trocknen locker auf ein sauberes Tuch gelegt.
Dieses Shampoo habe ich aus frischen „Quitten-Abfällen“ hergestellt.

Quitten-Kastanien-Shampoo

Zutaten
  • 1/4 Liter Wasser
  • 250 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien
  • 1 Teelöffel Quittenkerne
  • Schalen von 3 Quitten
  • 2 Tropfen ätherisches Rosmarinöl
  • 3 Tropfen ätherisches Orangenöl

Zubereitung
Die Quittenschalen in ¼ Liter Wasser aufkochen und für 10 Minuten sanft köcheln lassen. In der Zwischenzeit ein Schraubglas gut reinigen und darin die Quittenkerne mit dem Kastanienschrot mischen. Nun den Sud mit den Quittenschalen in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich die ätherischen Öle eintropfen.

Sollten keine frischen Quitten mehr zur Verfügung stehen, dann greife ich auf eingefrorene Quittenschalen zurück. Sobald diese aufgebraucht sind, rühre ich das Shampoo nur mit Wasser, getrockneten Quittenkernen, Kastanienschrot und ätherischen Ölen an.


Wirkung
Das Shampoo reinigt sanft und gründlich durch die in den Kastanien enthaltenen Saponine. Die Gerbstoffe wirken antibakteriell sowie entzündungshemmend und sorgen für eine gesunde Kopfhaut. Das natürliche Wachs der Quittenschalen pflegt die Haare seidenweich und macht sie gut kämmbar. Weitere günstige Komponenten werden durch die in den Quittenkernen enthaltenen Schleimstoffe in das Shampoo eingebracht. So kühlen und beruhigen sie nicht nur die Kopfhaut, sondern binden auch Feuchtigkeit an das Haar. Zudem erhält das Shampoo eine festere Konsistenz, da die Kerne in Verbindung mit Wasser eine gelartige Masse bilden. Die ätherischen Öle runden die Wirkung ab, fördern die Durchblutung der Kopfhaut und verleihen einen feinen Duft.

Freitag, 11. Dezember 2015

Hagebutten-Quitten-Marmelade


Die Tage werden immer kürzer, aber die ungewöhnlich milde Witterung schenkt uns fast jeden Tag noch angenehm warme Stunden. Nachdem der Morgenfrost gewichen ist, durchdringen Sonnenstrahlen die kahlen Buchenwälder und tauchen diese in ein seltsames Licht. Die Hagebutten leuchten hellrot vor strahlend blauem Himmel und noch ist Zeit für eine weitere Ernte. Ich habe immer noch ein paar Quitten als Duftspender im Haus, die aber nun dringend verarbeitet werden müssen. So fanden zwei meiner liebsten Herbstfrüchte in dieser leckeren Marmelade zusammen:

Zutaten
  • 1 Liter Apfelsaft
  • 1 kg Quitten
  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 250 g Hagebutten
  • Gelierzucker

Zubereitung
Die Hagebutten in ½ Liter Apfelsaft weichkochen. Die Masse durch das Passiersieb streichen. Die Quitten schälen, vom Kernhaus befreien und klein schneiden. Zusammen mit ½ Liter Apfelsaft und dem Saft einer halben Zitrone weichkochen und dann pürieren. Die Apfel-Hagebutten-Masse mit dem Quittenpüree mischen. Nach dem Erkalten mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. Die Marmelade in saubere Gläser füllen und verschließen.







Die Hagebuttenkerne habe ich dann getrocknet und grob gemahlen, um sie als Peeling in einer Wildrosen-Seife zu verarbeiten.

Die Quittenkerne werfe ich ebenfalls nicht weg, sondern trockne sie für die Kosmetikherstellung. Aus den Quittenschalen gewinne ich ein herrlich duftendes Wirkstofföl. Selbst aus den sonstigen Apfel-und Quittenresten, die für gewöhnlich auf dem Kompost landen, habe ich einen Quitten-Apfel-Essig hergestellt.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Holunderbeeren-Apfel-Quitten-Marmelade

Ich kann mich nicht erinnern, dass es im November schon einmal so warm war, dass wir im Garten Kaffee trinken konnten. Wir haben das Wochenende in Stuttgart verbracht, wo die Temperaturen um die 20 Grad betrugen.



Die Obsternte war in diesem Jahr sehr üppig und die letzten Äpfel und Quitten warten immer noch darauf, verarbeitet zu werden. Mit dem bereits im Oktober hergestellten Holunderbeerensaft habe ich für diese Marmelade einmal eine neue Kombination aus Herbstfrüchten zusammengestellt. Das Ergebnis war eine leckere, vollmundige Marmelade, die im Geschmack süß, fruchtig und herb zugleich ist.

Zutaten
  • 1 Liter Holunderbeerensaft
  • 1 kg Äpfel
  • 1 kg Quitten
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Zimtstange
  • 2 bis 3 Gewürznelken
  • Gelierzucker

Zubereitung
Holunderbeeren grob von den Stielen streichen und entsaften. Die Quitten und Äpfel in Stücke schneiden. Zitrone auspressen und fein schälen. Die Vanilleschote aufschneiden und das Vanillemark herauskratzen. Holunderbeerensaft, Apfel- und Quittenstücke, Vanillemark, Zimtstange, Gewürznelken sowie Zitronenschale- und saft bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze und unter gelegentlichem Umrühren eine Stunde kochen lassen. Die so weichgekochte Fruchtmasse durch ein feines Sieb streichen. Nach dem Erkalten mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. Die Marmelade in saubere Gläser füllen und verschließen.