Freitag, 30. Oktober 2015

Kastanienernte

Der Herbst zieht ins Land und damit wird es Zeit für die Kastanienernte. Diese ist heuer überaus reichlich und der Korb ist schnell voller Früchte. Daraus lassen sich wunderbare Waschmittel und Körperpflegeprodukte herstellen. Damit ich bis zur nächsten Ernte immer einen Vorrat an brauchbaren Kastanien habe, gehe ich folgendermaßen vor: Ich wasche die frisch gesammelten Früchte in einem Eimer Wasser, dem ungefähr 10 Esslöffel Kaiser-Natron (Natriumhydrogencarbonat) beigefügt sind. Dann verteile ich die Kastanien auf einem sauberen, alten Leintuch und trockne sie für ein bis zwei Tage in der Sonne. Dies ist überaus einfach, zumal der Herbst außergewöhnlich trocken und warm war.
Nun bewahre ich die gewaschenen und getrockneten Kastanien locker in einem Korb oder einer Leinentasche auf. Die Lagerung sollte auf keinen Fall in Plastikbehältern erfolgen, da die Kastanien sonst zu schimmeln beginnen.

Für die Weiterverarbeitung muss ich sie zerkleinern. Über die Jahre habe ich verschiedene Methoden ausprobiert, die alle gut funktionieren. Zuerst einmal werden die Kastanien in ein Geschirrtuch gewickelt und mit dem Fleischklopfer grob zerschlagen. Ich schäle die Kastanien nicht, da die braune Samenschale wichtige Gerbstoffe enthält. Für einen feineren Mahlgrad leistet mir eine alte Kaffeemühle gute Dienste. Leichter geht es jedoch mit einem Blender oder dem Thermomix. Diesen Kastanienschrot lasse ich nochmals auf einem Tuch trocknen, bevor ich ihn in Gläser fülle. Um Schimmel zu vermeiden, verschließe ich die Gläser nicht, sondern decke sie nur mit einem Tuch ab.
Die gemahlenen Kastanien sind nun die Grundlage für Waschmittel, Schaumbäder, Shampoos, Cremes und Salben. Einige der Rezepte möchte ich in der nachfolgend vorstellen.




Kastanien-Kräuter-Badezusatz 
Dieser einfach herzustellende Badezusatz reinigt also nicht nur, sondern er unterstützt auch die Gesundheit.
Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorriden und geschwollene Füße hilft. Die Früchte der Rosskastanie enthalten das entzündungshemmende Aescin, ein Gemisch aus über 30 verschiedenen Saponinen. Aescin dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Gefäßspannung der Venen. Das Abfließen von Wassereinlagerungen in den Beinen wird unterstützt. Die in der braunen Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken antibakteriell, antiviral und ebenfalls entzündungshemmend, dadurch wird der Heilungsprozess der Haut gefördert.

Zutaten
  • 1/4 Liter Wasser
  • 100 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien
  • 1 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 3 Tropfen ätherisches Orangenöl

Zubereitung
Ein Schraubglas gut reinigen und darin die Lavendelblüten mit dem Kastanienschrot mischen. Nun das Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich die ätherischen Öle eintropfen. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden.

Anwendung
Für ein beruhigendes Vollbad wird die gesamte Menge einfach dem Badewasser zugegeben. Für ein venenstärkendes Fußbad genügt die Hälfte des Badezusatzes.

Kastanien-Eichenrinde-Sitzbad

Zutaten
  • 250 g Kastanienschrot
  • 250 g zerkleinerte Eichenrinde
  • 2 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten
  • 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Zubereitung
Die zerkleinerte Eichenrinde in ungefähr 3 Liter Wasser für 15 Minuten aufkochen lassen. Zwischenzeitlich ein Weckglas gut reinigen und darin die Lavendelblüten mit dem Kastanienschrot mischen. Nun den Eichenrindensud in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich das ätherische Öl eintropfen. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden.

Bunt-Waschmittel aus Rosskastanien
Dieses einfach herzustellende Waschmittel wäscht die Buntwäsche umweltfreundlich und preiswert. Besonders empfindliche Feinwäsche, wie meine handgestrickten Textilien aus pflanzengefärbter Wolle, werden schonend gereinigt. Das ätherische Lavendelöl lässt die Wäsche noch lange duften und hält die Schränke frei von Motten. Selbstverständlich kann auch ein anderes ätherisches Öl gewählt werden. Im Winter mag ich auch gerne die Frische von ätherischem Pfefferminzöl oder den warmen Duft von ätherischem Orangenöl. Hier möchte ich noch ein paar Worte zum Thema „Wäscheduft“ loswerden. Wir mögen den aufdringlichen Geruch von parfümierten Waschmittel und Weichspülern nicht, schon deshalb meiden wir sie. Besonders unsere Bettwäsche riecht herrlich frisch, wenn sie im Freien auf der Wäscheleine getrocknet wurde, da würde der „naturidentische“ Duft nur stören. 



In unserem Haushalt wurde noch nie ein Weichspüler verwendet, da sowohl die Verpackung als auch der Inhalt der Umwelt schaden. Vor allem Wäsche aus Baumwolle, wie Hand- oder Geschirrtücher oder Bettwäsche, ist nicht mehr saugfähig. Die in Weichspülern enthaltenen Duftstoffe irritieren nicht nur die Nase, sondern auch die Haut. 

Zutaten
  • ½ Liter Wasser
  • 250 g Kastanienschrot
  • 1 Teelöffel Waschsoda
  • 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Zubereitung
Die zerkleinerten Kastanien in ein Glas geben und mit heißem Wasser überbrühen. Für einige Stunden stehen lassen und dann durchsieben. Im gewonnenen Sud ein Teelöffel Waschsoda auflösen und das ätherische Öl eintropfen.

Anwendung
Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.