Sonntag, 27. Dezember 2015

Quitten Gesichtscreme

Die Tage werden wieder länger und die goldene Sonne erwärmt die Mittagsstunden. Eigentlich fühle ich mich wie im März, denn die Primeln blühen, während die Vögel zwitschern. Ich habe immer noch Quitten übrig, die jetzt aber endgültig verarbeitet werden, da sie schon sehr reif sind. Von den Schalen stelle ich nochmals ein Wirkstoff-Öl her, die Kerne werden getrocknet und aus dem Fruchtfleisch wird ein letzter Quittenkuchen für dieses Jahr gebacken. 

 Das Quittenwirkstoff-Öl ist die Grundlage dieser wunderbar duftenden Creme, die besonders im Winter die Hautfeuchtigkeit bewahrt. Die Herstellung benötigt einige Wochen Vorbereitungszeit, denn das Mazerat muss erst einmal reifen. 

Herstellung eines Quittenwirkstoff-Öls 

Zutaten 
  • Schale von einer Quitte 
  • 1 kleines Glas Jojobaöl 

Zubereitung 
Die fein abgeschälten Quittenschalen klein schneiden und frisch in ein Glas geben Mit dem Jojobaöl aufgießen, so dass alles bedeckt ist. 
Das Glas schließen und an einem warmen Ort für 3 bis 4 Wochen stehen lassen. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich kein Schimmel bildet! Dies kann passieren, wenn nicht alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind. Daher ist es ratsam, dass das Glas täglich geschüttelt und überprüft wird. 
Das Öl abseihen und in einem gut verschließbaren Glas dunkel und kühl aufbewahren. Bei sachgemäßer Lagerung ist das Öl etwa 4 Monate haltbar. Das Glas sollte unbedingt mit dem Herstellungsdatum und der Inhaltsangabe beschriftet werden. 
Bei diesem Quitten-Ölauszug werden die heilkräftigen Wirkstoffe und Wachse im Öl gelöst. Dieses Wirkstoff-Öl ist eine hervorragende Basis für wertvolle Cremes. Die extrahierten Quittenwachse schützen und erfrischen die Haut. 


Rezept für die Gesichtscreme

Zutaten Fettphase 
  • 12 g Quittenwirkstoff-Öl 
  • 5 g Sheabutter 
  • 2 g Bienenwachs 
  • 4 g Emulsan 

Zutaten Wasserphase 
  • 30 g destilliertes Wasser 
  • 2 g Honig 

Zubereitung 
Quittenwirkstoff-Öl, Bienenwachs und Emulsan erwärmen, bis die Fettphase klar geschmolzen ist. Danach vom Herd nehmen und die Sheabutter dazugeben. Den Honig im erwärmten Wasser auflösen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren Mit dem Spatel rühren bis eine stabile Emulsion entsteht.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Meine Quellen

Mein Mann und ich lieben es auf dem Flohmarkt nach alten Schätzen zu suchen. Aus diesem Grund besitzen wir eine Unmenge alter Bücher, Zeitschriften und Kalender. Besonders Antiquariat zum Thema Kräuter, Pflanzen, Handarbeiten und Haushaltsführung haben es mir angetan. Handgeschriebene Rezeptbücher gehören ebenso zu meinen Funden wie alte Herbarien. Ich lese die Aufzeichnungen und Bücher aufmerksam durch und suche nach altem Wissen. Die Zeitschrift „Die Gartenlaube“ enthält schöne Inspirationen im Bereich Handarbeit. Der häusliche Ratgeber „Deutsche Frauen-Zeitung“ bietet neben Neuigkeiten aus dem Kaiserhaus nützliche Tipps zur Resteverwertung im Küchenalltag. Ein steter Quell der Inspiration ist die in Bayern erschienene Zeitschrift für katholische Mütter und Hausfrauen „Monika“. Hier wird beschrieben, wie die Wäsche sauber wurde, bevor im Jahr 1907 das erste selbsttätige Waschmittel in Deutschland auf den Markt kam. Ebenso brauchbare Ratschläge hält die „Wäschebeilage der Sonntags-Zeitung für das Deutsche Haus“ bereit. Die „Deutsche Frauenzeitschrift“ von 1899 offenbart der gewissenhaften Ehefrau die Geheimnisse eines tadellos geführten Haushaltes, ganz ohne flüssige Allzweckreiniger.



Der Einblick in die Zeit um 1900 offenbart mir, dass Sauberkeit, sparsames Wirtschaften, gepflegte Kleidung und schmackhafte Mahlzeiten einen hohen Stellenwert hatten. Ein gut geführter Haushalt war überlebenswichtig für die Familie und die jungen Mädchen wurden gut auf diese Rolle vorbereitet. Die Stellung der Frau an sich war aus heutiger Sicht untragbar und darüber möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Quitten-Kastanien-Shampoo

Die Möglichkeiten der Verwertung von Quittenresten sind schier unerschöpflich. Bei dieser wunderbaren Frucht gibt es eigentlich keinen Abfall. Das Fruchtfleisch wird zu Gelee, Marmelade, Saft und Kuchen verarbeitet. Aus den Quittenschalen gewinne ich ein herrlich duftendes Wirkstoff-Öl. Selbst aus den sonstigen Apfel-und Quittenresten, die für gewöhnlich auf dem Kompost landen, habe ich einen Quitten-Apfel-Essig hergestellt. Die Quittenkerne werfe ich ebenfalls nicht weg, sondern trockne sie für die Kosmetikherstellung. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Kerne unversehrt sind, damit die enthaltene Blausäure nicht austreten kann. Die Quittenkerne lassen sich leicht aus dem Butzen entfernen und werden zum Trocknen locker auf ein sauberes Tuch gelegt.
Dieses Shampoo habe ich aus frischen „Quitten-Abfällen“ hergestellt.

Quitten-Kastanien-Shampoo

Zutaten
  • 1/4 Liter Wasser
  • 250 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien
  • 1 Teelöffel Quittenkerne
  • Schalen von 3 Quitten
  • 2 Tropfen ätherisches Rosmarinöl
  • 3 Tropfen ätherisches Orangenöl

Zubereitung
Die Quittenschalen in ¼ Liter Wasser aufkochen und für 10 Minuten sanft köcheln lassen. In der Zwischenzeit ein Schraubglas gut reinigen und darin die Quittenkerne mit dem Kastanienschrot mischen. Nun den Sud mit den Quittenschalen in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich die ätherischen Öle eintropfen.

Sollten keine frischen Quitten mehr zur Verfügung stehen, dann greife ich auf eingefrorene Quittenschalen zurück. Sobald diese aufgebraucht sind, rühre ich das Shampoo nur mit Wasser, getrockneten Quittenkernen, Kastanienschrot und ätherischen Ölen an.


Wirkung
Das Shampoo reinigt sanft und gründlich durch die in den Kastanien enthaltenen Saponine. Die Gerbstoffe wirken antibakteriell sowie entzündungshemmend und sorgen für eine gesunde Kopfhaut. Das natürliche Wachs der Quittenschalen pflegt die Haare seidenweich und macht sie gut kämmbar. Weitere günstige Komponenten werden durch die in den Quittenkernen enthaltenen Schleimstoffe in das Shampoo eingebracht. So kühlen und beruhigen sie nicht nur die Kopfhaut, sondern binden auch Feuchtigkeit an das Haar. Zudem erhält das Shampoo eine festere Konsistenz, da die Kerne in Verbindung mit Wasser eine gelartige Masse bilden. Die ätherischen Öle runden die Wirkung ab, fördern die Durchblutung der Kopfhaut und verleihen einen feinen Duft.

Freitag, 11. Dezember 2015

Hagebutten-Quitten-Marmelade


Die Tage werden immer kürzer, aber die ungewöhnlich milde Witterung schenkt uns fast jeden Tag noch angenehm warme Stunden. Nachdem der Morgenfrost gewichen ist, durchdringen Sonnenstrahlen die kahlen Buchenwälder und tauchen diese in ein seltsames Licht. Die Hagebutten leuchten hellrot vor strahlend blauem Himmel und noch ist Zeit für eine weitere Ernte. Ich habe immer noch ein paar Quitten als Duftspender im Haus, die aber nun dringend verarbeitet werden müssen. So fanden zwei meiner liebsten Herbstfrüchte in dieser leckeren Marmelade zusammen:

Zutaten
  • 1 Liter Apfelsaft
  • 1 kg Quitten
  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 250 g Hagebutten
  • Gelierzucker

Zubereitung
Die Hagebutten in ½ Liter Apfelsaft weichkochen. Die Masse durch das Passiersieb streichen. Die Quitten schälen, vom Kernhaus befreien und klein schneiden. Zusammen mit ½ Liter Apfelsaft und dem Saft einer halben Zitrone weichkochen und dann pürieren. Die Apfel-Hagebutten-Masse mit dem Quittenpüree mischen. Nach dem Erkalten mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. Die Marmelade in saubere Gläser füllen und verschließen.







Die Hagebuttenkerne habe ich dann getrocknet und grob gemahlen, um sie als Peeling in einer Wildrosen-Seife zu verarbeiten.

Die Quittenkerne werfe ich ebenfalls nicht weg, sondern trockne sie für die Kosmetikherstellung. Aus den Quittenschalen gewinne ich ein herrlich duftendes Wirkstofföl. Selbst aus den sonstigen Apfel-und Quittenresten, die für gewöhnlich auf dem Kompost landen, habe ich einen Quitten-Apfel-Essig hergestellt.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Holunderbeeren-Apfel-Quitten-Marmelade

Ich kann mich nicht erinnern, dass es im November schon einmal so warm war, dass wir im Garten Kaffee trinken konnten. Wir haben das Wochenende in Stuttgart verbracht, wo die Temperaturen um die 20 Grad betrugen.



Die Obsternte war in diesem Jahr sehr üppig und die letzten Äpfel und Quitten warten immer noch darauf, verarbeitet zu werden. Mit dem bereits im Oktober hergestellten Holunderbeerensaft habe ich für diese Marmelade einmal eine neue Kombination aus Herbstfrüchten zusammengestellt. Das Ergebnis war eine leckere, vollmundige Marmelade, die im Geschmack süß, fruchtig und herb zugleich ist.

Zutaten
  • 1 Liter Holunderbeerensaft
  • 1 kg Äpfel
  • 1 kg Quitten
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Zimtstange
  • 2 bis 3 Gewürznelken
  • Gelierzucker

Zubereitung
Holunderbeeren grob von den Stielen streichen und entsaften. Die Quitten und Äpfel in Stücke schneiden. Zitrone auspressen und fein schälen. Die Vanilleschote aufschneiden und das Vanillemark herauskratzen. Holunderbeerensaft, Apfel- und Quittenstücke, Vanillemark, Zimtstange, Gewürznelken sowie Zitronenschale- und saft bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze und unter gelegentlichem Umrühren eine Stunde kochen lassen. Die so weichgekochte Fruchtmasse durch ein feines Sieb streichen. Nach dem Erkalten mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. Die Marmelade in saubere Gläser füllen und verschließen. 

Dienstag, 17. November 2015

Gallseife mit Putztuch

Diese Seife ist nicht zur Reinigung und Pflege der Haut gedacht, sondern ist ein altbewährtes Hausmittel zum Entfernen von Flecken aus Textilien. Die Reinigungswirkung beruht sowohl auf den in der Seife vorhandenen Tensiden als auch auf den in der Gallenflüssigkeit enthaltenen Salzen. Selbst hartnäckige Gras-, Blut-, Obst-, Wein-, Farb-, Fett-, und Tintenflecken können mit der Gallseife entfernt werden. Zur Behandlung der Flecken auf Wohntextilien wird die betroffene Stelle angefeuchtet, mit einem Stück Gallseife kräftig eingerieben und anschließend ausgewaschen. Kleidung kann ohne vorheriges Auswaschen wie gewohnt in der Waschmaschine gewaschen.
Die flüssige Ochsengalle ist im Künstlerbedarf erhältlich. Sie ist ein natürliches Netzmittel zum Entfetten von Untergründen vor dem Bemalen. 


Das sehr stabile Putztuch habe ich aus besonders reißfestem Baumwollgarn gehäkelt. Dieses ist unter der Bezeichnung Bäckergarn oder Wurstfaden erhältlich. Das Putztuch ist etwas gröber und fester und eignet sich hervorragend zum Reinigen hartnäckiger Verschmutzungen. 


Sonntag, 15. November 2015

Vogelherd-Pferdchen

Die Vogelherd-Höhle bei Niederstotzingen ist seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel unserer Familie. Das umliegende Lonetal ist ein wunderbares Wandergebiet. Die in der Vogelherd-Höhle gefundenen Elfenbeinskulpturen gehören zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit. Besonders das vor ungefähr 32.000 Jahren geschaffene „Vogelherd-Pferdchen“ ist ein kulturhistorischer Schatz von großer handwerklicher Perfektion. Ich bewundere die steinzeitlichen Künstler und besitze ein Replik in Originalgröße.

Mein Sohn Franz hat mich zum Geburtstag mit einer Silikon-Seifenform überrascht, die er selbst gefertigt hatte. Er arbeitete sogar die Details liebevoll aus. So erfüllte er mir einen langgehegten Wunsch und ich konnte schöne, handliche Seifenstücke in Form des Vogelherd-Pferdchens herstellen. 



Freitag, 30. Oktober 2015

Kastanienernte

Der Herbst zieht ins Land und damit wird es Zeit für die Kastanienernte. Diese ist heuer überaus reichlich und der Korb ist schnell voller Früchte. Daraus lassen sich wunderbare Waschmittel und Körperpflegeprodukte herstellen. Damit ich bis zur nächsten Ernte immer einen Vorrat an brauchbaren Kastanien habe, gehe ich folgendermaßen vor: Ich wasche die frisch gesammelten Früchte in einem Eimer Wasser, dem ungefähr 10 Esslöffel Kaiser-Natron (Natriumhydrogencarbonat) beigefügt sind. Dann verteile ich die Kastanien auf einem sauberen, alten Leintuch und trockne sie für ein bis zwei Tage in der Sonne. Dies ist überaus einfach, zumal der Herbst außergewöhnlich trocken und warm war.
Nun bewahre ich die gewaschenen und getrockneten Kastanien locker in einem Korb oder einer Leinentasche auf. Die Lagerung sollte auf keinen Fall in Plastikbehältern erfolgen, da die Kastanien sonst zu schimmeln beginnen.

Für die Weiterverarbeitung muss ich sie zerkleinern. Über die Jahre habe ich verschiedene Methoden ausprobiert, die alle gut funktionieren. Zuerst einmal werden die Kastanien in ein Geschirrtuch gewickelt und mit dem Fleischklopfer grob zerschlagen. Ich schäle die Kastanien nicht, da die braune Samenschale wichtige Gerbstoffe enthält. Für einen feineren Mahlgrad leistet mir eine alte Kaffeemühle gute Dienste. Leichter geht es jedoch mit einem Blender oder dem Thermomix. Diesen Kastanienschrot lasse ich nochmals auf einem Tuch trocknen, bevor ich ihn in Gläser fülle. Um Schimmel zu vermeiden, verschließe ich die Gläser nicht, sondern decke sie nur mit einem Tuch ab.
Die gemahlenen Kastanien sind nun die Grundlage für Waschmittel, Schaumbäder, Shampoos, Cremes und Salben. Einige der Rezepte möchte ich in der nachfolgend vorstellen.




Kastanien-Kräuter-Badezusatz 
Dieser einfach herzustellende Badezusatz reinigt also nicht nur, sondern er unterstützt auch die Gesundheit.
Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorriden und geschwollene Füße hilft. Die Früchte der Rosskastanie enthalten das entzündungshemmende Aescin, ein Gemisch aus über 30 verschiedenen Saponinen. Aescin dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Gefäßspannung der Venen. Das Abfließen von Wassereinlagerungen in den Beinen wird unterstützt. Die in der braunen Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken antibakteriell, antiviral und ebenfalls entzündungshemmend, dadurch wird der Heilungsprozess der Haut gefördert.

Zutaten
  • 1/4 Liter Wasser
  • 100 g Kastanienschrot bzw. gemahlene Kastanien
  • 1 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 3 Tropfen ätherisches Orangenöl

Zubereitung
Ein Schraubglas gut reinigen und darin die Lavendelblüten mit dem Kastanienschrot mischen. Nun das Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich die ätherischen Öle eintropfen. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden.

Anwendung
Für ein beruhigendes Vollbad wird die gesamte Menge einfach dem Badewasser zugegeben. Für ein venenstärkendes Fußbad genügt die Hälfte des Badezusatzes.

Kastanien-Eichenrinde-Sitzbad

Zutaten
  • 250 g Kastanienschrot
  • 250 g zerkleinerte Eichenrinde
  • 2 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten
  • 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Zubereitung
Die zerkleinerte Eichenrinde in ungefähr 3 Liter Wasser für 15 Minuten aufkochen lassen. Zwischenzeitlich ein Weckglas gut reinigen und darin die Lavendelblüten mit dem Kastanienschrot mischen. Nun den Eichenrindensud in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb in eine Flasche filtern und schließlich das ätherische Öl eintropfen. Der Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden.

Bunt-Waschmittel aus Rosskastanien
Dieses einfach herzustellende Waschmittel wäscht die Buntwäsche umweltfreundlich und preiswert. Besonders empfindliche Feinwäsche, wie meine handgestrickten Textilien aus pflanzengefärbter Wolle, werden schonend gereinigt. Das ätherische Lavendelöl lässt die Wäsche noch lange duften und hält die Schränke frei von Motten. Selbstverständlich kann auch ein anderes ätherisches Öl gewählt werden. Im Winter mag ich auch gerne die Frische von ätherischem Pfefferminzöl oder den warmen Duft von ätherischem Orangenöl. Hier möchte ich noch ein paar Worte zum Thema „Wäscheduft“ loswerden. Wir mögen den aufdringlichen Geruch von parfümierten Waschmittel und Weichspülern nicht, schon deshalb meiden wir sie. Besonders unsere Bettwäsche riecht herrlich frisch, wenn sie im Freien auf der Wäscheleine getrocknet wurde, da würde der „naturidentische“ Duft nur stören. 



In unserem Haushalt wurde noch nie ein Weichspüler verwendet, da sowohl die Verpackung als auch der Inhalt der Umwelt schaden. Vor allem Wäsche aus Baumwolle, wie Hand- oder Geschirrtücher oder Bettwäsche, ist nicht mehr saugfähig. Die in Weichspülern enthaltenen Duftstoffe irritieren nicht nur die Nase, sondern auch die Haut. 

Zutaten
  • ½ Liter Wasser
  • 250 g Kastanienschrot
  • 1 Teelöffel Waschsoda
  • 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Zubereitung
Die zerkleinerten Kastanien in ein Glas geben und mit heißem Wasser überbrühen. Für einige Stunden stehen lassen und dann durchsieben. Im gewonnenen Sud ein Teelöffel Waschsoda auflösen und das ätherische Öl eintropfen.

Anwendung
Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.

Sonntag, 20. September 2015

Heilbad mit Dost

Der Sommer verabschiedet sich und der Herbst begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein. Unser Spaziergang führte uns entlang der Donau, deren Uferböschung von Dost übersäht war. Die Blüten luden zahlreiche Schmetterlinge und Bienen ein, um sich an ihnen zu laben. Die warme Mittagssonne bot ideale Voraussetzungen, um den Dost zu sammeln. Zuhause wurde er in Bündeln aufgehängt und getrocknet. Dost, auch als wilder Oregano bekannt, ist nicht nur ein schmackhaftes Würzkraut, sondern auch als Heilkraut sehr wirksam. So lindern Heilbäder Ekzeme, Neurodermitis, Hautausschlägen, Furunkel und Abszesse. Der Dost hat bakterientötende Eigenschaften und unterstützt die Wundheilung der Haut. 

Für ein Heilbad übergießt man einen Büschel Dost mit gut 2 Liter kochendem Wasser. Diesen Aufguss lässt man dann für ein bis zwei Stunden ziehen, um ihn dann in ein Vollbad zu gießen. Im körperwarmen Wasser dann für 10 bis 15 Minuten baden.


Samstag, 1. August 2015

Echtes Labkraut im Frauenbettstroh



Einige Kräuter waren in früheren Zeiten unter dem Namen „Frauen Bettstroh“ bekannt. Die mit Stroh gefüllten Matratzen wurden mit frischen Kräutern angereichert. Die duftenden Kräuter entspannten die Mütter, beruhigten die Neugeborenen und förderten so das Wohlbefinden. Die ätherischen Öle wirkten zudem antiseptisch.

Wie auch der Waldmeister gehört das Echte Labkraut zu den Bettstrohkräutern. Ab Juli gedeiht er an Wegrändern, Weiden und Wiesen und verbreitet einen honigähnlichen, süßen Duft. Im angelsächsischen Raum heißt das Labkraut noch heute „Lady’s Bedstraw“. 

Das getrocknete Labkraut verleiht dem mit Dinkelspelz gefüllten Kissen einen angenehmen Duft und sorgt für einen erholsamen Schlaf.

Sonntag, 21. Juni 2015

Vegane Quendelsuppe nach Hildegard von Bingen

Der Sommer beginnt mit einer ungewöhnlich langen Wärmeperiode und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Die trockenen Magerwiesen der Wacholderheiden auf der Schwäbischen Alb werden von Schafen und Ziegen beweidet. Zuvor habe ich noch einige üppige Quendelkissen abgeerntet, um daraus eine köstliche Suppe zu kochen. Im Originalrezept wird Dinkelschrot verwendet, ich bevorzuge jedoch Grünkernschrot. Ebenso habe ich die Sahne durch Sojasahne ersetzt. Hildegard von Bingen empfiehlt den Quendel zur Hautreinigung, doch stärkt er auch die Verdauung und vor allem schmeckt er angenehm würzig.

  • 1 halbe Tasse Quendel
  • 1 Tasse Grünkernschrot
  • 2 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 100 g Sojasahne
  • 1 Messerspitze Muskat
  • 1 kleines Blatt Liebstöckel
  • Salz
  • Pfeffer
Den Quendel waschen, im Leinentuch trocknen und klein hacken. Zusammen mit dem Grünkernschrot im Sonnenblumenöl leicht andünsten bis der Schrot goldgelb ist. Dann mit Gemüsebrühe aufgießen, das Liebstöckelblatt beifügen und für eine Viertelstunde leicht köcheln lassen. Ich entferne das Liebstöckelblatt nach dem Kochen, weil der intensive Geschmack sonst zu dominant wird. Nun die Sahne einrühren und mit Salz, Pfeffer sowie Muskat abschmecken.

Sonntag, 14. Juni 2015

Natürlich glänzendes Haar mit Holunderblüten, Kamille und Apfelessig

Die ersten Holunderblüten wurden von mir schon zu Gelee und Sirup verarbeitet. Nun ernte ich noch einige Dolden zum Trocknen und für die Zubereitung meiner Haarspülung. Diese schenkt meinem blonden Haar gesunden Glanz, denn die Säure des Apfelessigs glättet und schließt die äußere Schuppenschicht der Haare. Auch für die Kopfhaut ist Apfelessig eine Wohltat. Die Essigsäure hat eine antiseptische Wirkung und verhindert so das Ausbreiten infektiöser Keime. Zudem wirkt Apfelessig, ebenso wie Kamille, entzündungshemmend und regt die Heilung an.
Zitrone, Kamille und Holunderblüten hellen die Farbe sanft und natürlich auf.
Ergänzend löst die Säure der Zitrone die nach dem Waschen mit Leitungswasser im Haar verbliebenen Kalkreste und verhindert so ein allmähliches Abstumpfen.

Rezept Haarspülung mit Holunderblüten, Kamille, Zitrone und Apfelessig


Zutaten
  • 2 Liter destilliertes Wasser oder Regenwasser 
  • ½ Litermaß frische oder getrocknete Holunderblüten 
  • ½ Litermaß getrocknete Kamillenblüten 
  • 1 Zitrone 
  • 5 Esslöffel naturtrüben Apfelessig 

Zubereitung
Holunder- und Kamillenblüten in eine Schüssel geben. Wasser aufkochen und damit die Blüten übergießen. Sorgfältig umrühren und ziehen lassen, bis der Sud erkaltet ist. Die Flüssigkeit durchsieben, damit keine Pflanzenreste in der Spülung sind. Zitrone auspressen und Saft sowie den Apfelessig einrühren. In Flaschen abfüllen und gut verschließen. 

Anwendung
Eine Tasse dieser Spülung nach jeder Wäsche über das Haar gießen und nicht ausspülen.

Samstag, 30. Mai 2015

Vegane Avocadocreme mit Knoblauchsrauke

An den Wegrändern ist die Knoblauchrauke schon längst hochgeschossen und verblüht. Doch in den schattigen Wäldern ist sie noch jung und zart. Ich schätze das milde Knoblaucharoma sehr und verwende die Blätter der Knoblauchsrauke gerne als Salatbeigabe.

Ich möchte hier ein ebenso einfaches wie leckeres veganes Rezept vorstellen. Die Creme eignet sich hervorragend als Brotaufstrich oder als Dip zu Pellkartoffeln. Mit etwas mehr Sojasahne wird die Creme zur Pasta-Soße.


Zutaten

  • 2 reife Avocados
  • 10 kleine Blätter Knoblauchsrauke
  • 50 g Sojasahne
  • 1 Stiel Zitronenthymian
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Saft einer halben Zitrone
Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel auslösen. Die Knoblauchrauke und den Zitronenthymian mit der Kräuterwiege klein schneiden. Zusammen mit den anderen Zutaten im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer glatten Creme verarbeiten.

Mittwoch, 27. Mai 2015

10 Jahre Seifen sieden

Seit nunmehr 10 Jahren siede ich meine Seifen selbst. Tagtäglich verwende ich sie vor allem zum Filzen. In meiner Anfangszeit habe ich mich vorsichtig an die Herstellung und Zusammensetzung der Zutaten herangetastet, neue Rezepte entwickelt und die Herstellung verbessert. Damals habe ich mich schon gefragt, ob ich irgendwann wieder auf gekaufte Produkte zurückgreifen werde. Doch das Gegenteil trat ein: die Fülle der Möglichkeiten sind selbst heute noch nicht ausgeschöpft. Zudem habe ich wieder Themen aufgegriffen, die mich bereits als junge Frau interessierten. Die „Hobbythek“ gehörte in den frühen 80er Jahren zu den Sendungen, die ich nie versäumte. Da ich damals wie heute keinen Fernseher besitze, besuchte ich immer meine Großmutter, um mit ihr gemeinsam den Pionier des Do-it-yourself Jean Pütz zu sehen. Seine Philosophie hat mich nachhaltig geprägt. In unserem Haushalt gibt es nur selbstgemachten Joghurt, umweltfreundliche und teilweise selbst hergestellte Putzmittel, selbstgerührte Kosmetik und vieles mehr. Eben die Dinge, die uns Jean Pütz auf seine unterhaltsame Art nähergebracht hat. Auch wenn ich gerade beim Filzen auf die Seife nicht verzichten kann, so versuche ich doch viele Bereiche der Körperpflege noch natürlicher zu gestalten. In diesem Sinne möchte ich das folgende Rezept vorstellen:

Badezusatz aus Kastanienblüten

Alle Teile der Rosskastanie sind reich an Saponinen, pflanzliche Glycoside, das sind waschaktive Substanzen, die in Verbindung mit Wasser einen natürlichen Schaum bilden. Eines der Saponine, die in der Rosskastanie enthalten sind, ist das Aescin. Dieses wirkt entwässernd und gewebefestigend bei Ödemen und Krampfadern, lindert Hämorrhoiden und fördert die Durchblutung.
Die Blüten sind nicht so wirkstoffhaltig, wie Rinde und Früchte, doch sie duften ganz herrlich und machen das Bad zum sinnlichen Erlebnis.

Zubereitung
Die frisch geernteten Kastanienblüten in ein Kräutersäckchen füllen. Dieses ins einlaufende Badewasser hängen und nach dem Bad wieder entfernen. Man kann aber auch einen Sud aus den Blüten herstellen und diesen ins Badewasser schütten.
Für ein Fußbad werden die Blüten einfach in eine Waschschüssel mit heißem Wasser gelegt und dort 10 Minuten ziehen gelassen. Sobald das Bad abgekühlt ist werden die Füße darin für 10 bis 20 Minuten gebadet. Danach müssen die Füße, besonders die Zehenzwischenräume mit einem Handtuch gut getrocknet werden. Nun sind sie bereit für die Pflegebehandlung mit einer Fußcreme.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Putzlappen aus Flachsbindfaden


Die „Gartenlaube“ war von 1861 an über viele Jahrzehnte ein beliebtes illustriertes Familienblatt, das man heute durchaus mit Haus- und Gartenzeitschriften vergleichen kann. Für mich ist die „Gartenlaube“ nicht nur der Spiegel der damaligen Gesellschaft, sondern auch eine Quelle der Inspiration. Neben Fortsetzungsromanen, Neuigkeiten aus den Adelshäusern und allerlei Kurzweil gab es auch stets einen wertvollen Ratgeber für die Hausfrau. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es nicht als Zeichen der Armut galt, wenn scheinbar wertlose Dinge wieder eine neue Verwendung fanden. Vielmehr wurde die Frau als geschickte Verwalterin der Familie gepriesen, wenn sie umsichtig haushalten konnte. Unter anderem wird gezeigt, wie man aus gebrauchten Paketschnüren Putzlappen häkeln kann. 

Diese Idee habe ich aufgegriffen – zwar habe ich keine gebrauchten Schnurreste verwendet und auch das Muster habe ich abgeändert, jedoch der Grundgedanke war derselbe. Es entstanden schöne, preiswerte Putztücher mit hohem Gebrauchswert. Für die Putzlappen habe ich verzwirnten Flachsbindfaden verarbeitet. Dieser lässt sich gut waschen und ist ein biologisch abbaubares Naturprodukt. 

Sehr schöne Putzlappen häkelt Andrella, bei ihr kann man auch die entsprechende Anleitung kaufen.
http://www.andrellaliebtanleitungen.de/epages/64626408.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/64626408/Products/ebook011D

Samstag, 21. März 2015

Frühjahrsputz mit selbst hergestellten umweltschonenden Reinigern

Selber hergestellte Reiniger schonen nicht nur die Hände, sondern auch die Umwelt. Sie sind preiswert und reinigen zuverlässig. Aufwändige Verpackungen lassen sich vermeiden und durch schönere, wiederverwendbare Behältnisse ersetzen. Den Putzlappen gegen härtnäckige Verkrustungen habe ich aus Paketschnur gehäkelt.


Grundrezept Allzweckreiniger
  • 150 g heißes Wasser
  • 50 g geraspelte Naturseife
  • 30 g Natriumkarbonat (Soda/kohlensaures Natron)
  • 10 g pflanzliches Glyzerin
  • 20 Tropfen ätherische Öle z. B. Zitronenöl, Orangenöl. Limettenöl, Lavendelöl

Die gut gereifte Naturseife fein raspeln und mit heißem Wasser übergießen. Die Mischung rühren und quellen lassen. Danach die restlichen Zutaten einrühren. Noch warm in ein Gefäß mit weitem Hals füllen. Die Mischung ist von der Konsistenz her eher zähflüssig, daher lässt sie sich aus Flaschen schlecht entnehmen. Jedoch ist die Handhabung einfacher, da der Reiniger nicht sofort zerfließt.
Durch die Zugabe von 2 bis 3 Esslöffeln Bimssteinmehl oder Schlämmkreide wird aus dem Grundreiniger ein Scheuermittel.


Natriumkarbonat, auch (Wasch-)Soda oder kohlensaures Natron genannt ist ein altbewährtes Reinigungsmittel. Es ist preiswert von Heitmann oder Holste in Drogerien erhältlich.  Es darf nicht mit Natriumbicarbonat, das auch Speisesoda bzw. Speisenatron genannt wird, verwechselt werden.

Hier nochmal ein Bild vom Putzlappen aus Paketschnur:

Donnerstag, 8. Januar 2015

„Ein Männlein steht im Walde“ - Hagebutten


Entlang der Wege auf der Schwäbischen Alb blühen im Frühjahr die wilden Hundsrosen. Im Spätherbst habe ich während meiner Spaziergänge immer wieder ihre Früchte, die Hagebutten gesammelt. Zuhause habe ich sie dann gewaschen, die Blüten-und Stielansätze entfernt und eingefroren. Nun habe ich genügend Früchte, um daraus eine leckere Marmelade zu kochen. Schon als Kind habe ich diese Marmelade geliebt. Doch vor dem Genuss habe ich gemeinsam mit meiner Urgroßmutter und meiner Oma in mühevoller Arbeit die Kerne entfernen müssen. Nun habe ich gelesen, dass die „Flotten Lotte“ diesen Arbeitsgang erspart. Die Hagbutten werden weichgekocht und mit Hilfe des Passiersiebs entkernt. Im Garten lagen noch einige Äpfel unter den Bäumen, die ich ausgeschnitten und mitverarbeitet habe: 

Rezept Hagebuttenmarmelade 
  • 750 g Hagebutten 
  • 500 g geschälte Apfelstücke 
  • 250 g Apfelsaft oder Orangensaft 
  • 1 Vanilleschote 
  • 1 Zitrone 

Die Hagebutten und Apfelstücke im Apfelsaft bzw. Orangensaft weichkochen. Die Masse durch das Passiersieb streichen. Etwas von der Zitronenschale abreiben und den Saft der Fruchtmasse beimengen. Das Mark aus der Vanilleschote lösen und ebenfalls unterrühren. Gelierzucker einrühren und nach Vorschrift aufkochen. Die heiße Marmelade in saubere Gläser füllen. Die Hagebuttenkerne habe ich dann getrocknet und grob gemahlen, um sie als Peeling in einer Wildrosen-Seife zu verarbeiten.