Sonntag, 30. November 2014

Der erste Frost

Heute ist der Nebel, der seit Tagen auf der Alb liegt, zu Raureif gefroren. Die nadelförmigen Eiskristalle wachsen an den Ästen der Bäume und zaubern so ein winterliches Bild. Der Waldboden ist jedoch noch von herbstlichen Laub bedeckt. So bot sich uns eine bizarre Landschaft, als wäre die Eisfee über die Wipfel geflogen. Das ist der richtige Zeitpunkt für die Schlehenernte, die in diesem Jahr besonders üppig ausfällt. Die Schlehen sind schon weich,  lassen sich ganz leicht pflücken und werden zuhause gleich zu Gelee und Likör verarbeitet.


Rezept Schlehengelee

 Zutaten
  • ½ kg Schlehen
  • 1 kg Äpfel
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 Vanillestange
  • 1 Zimtstange
  • 2 bis 3 Gewürznelken
  • Gelierzucker
Zubereitung Früchte putzen, waschen und gut abtropfen lassen. Die Äpfel in Stücke schneiden. Zitrone auspressen und fein schälen. Schlehen und Apfelstücke, Vanillestange, Zimtstange, Gewürznelken, Zitronenschale- und saft bei mittlerer Hitze mit dem Wasser zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze und unter gelegentlichem Umrühren eine Stunde köcheln lassen. Die so weichgekochte Fruchtmasse passieren und durch ein sauberes Nesseltuch über Nacht abtropfen lassen. Am nächsten Tag den kalten Saft abmessen, mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen und nach Vorschrift aufkochen lassen. Das Gelee in saubere Gläser füllen und verschließen.

Sonntag, 9. November 2014

Quitten-Rosmarin-Quiche

Das Jahr geht ebenso mild zu Ende, wie es begonnen hatte und die Kräuter im Garten können immer noch frisch geerntet werden.
Die Quittenernte fällt so reichlich aus, dass ich neben dem traditionellen Quitten-Gelee noch weitere Gerichte aus den aromatischen Früchten zubereiten kann. So wie diese herzhafte Quiche. 

Zutaten

Für den Quark-Ölteig
300 g Vollkornweizenmehl
2 Teelöffel Backpulver
125 g Magerquark
100 g Walnussöl
100 g Milch

Für die Füllung
4 Quitten
100 g Apfelsaft
3 Zweige Rosmarin
150 g Bergkäse
150 g Sahne
100 g Frischkäse
3 Eier
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Für den Quark-Ölteig das Mehl mit dem Backpulver mischen.  Quark, Milch, Walnussöl, Salz und Pfeffer hinzufügen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Diesen dann für eine halbe Stunde ruhen lassen.  
Die Quitten waschen und mit einem Küchenhandtuch den Flaum abreiben. Dann in Scheiben schneiden und das Kernhaus entfernen. Mit dem Apfelsaft und einem Zweig Rosmarin kurz aufkochen und noch 10 Minuten garen lassen.
Zwischenzeitlich den Käse fein würfeln. Restlichen Rosmarin mit dem Kräuterwiegemesser schneiden. Eier, Sahne und Frischkäse schaumig rühren und mit Salz, Pfeffer und dem feingehakten Rosmarin würzen.
Den Teig ausrollen, in eine Backform legen und die Quittenspalten darauf verteilen. Die Eier-Sahne-Masse darüber gießen und die Käsewürfel über die Quiche verteilen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) für etwa 40 Minuten backen.

Freitag, 1. August 2014

Estragon-Senf

Heute wird Lughnasadh gefeiert und der Sommer zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Kräuter im Garten wachsen so üppig, dass es mir unmöglich ist, alles zu verarbeiten. Besonders der Estragon schießt in die Höhe und sollte vor der Blüte geerntet werden. Damit wir noch lange etwas von seinem delikaten Geschmack haben, bereite ich aus ihm einen Estragon-Senf zu. Dieser ist dann nicht nur ein köstliches Würzmittel, sondern kann auch zu einer leckeren Estragon-Senf-Soße weiterverarbeitet werden. 


Zutaten 
  • 50 g gelbe Senfkörner 
  • 3 schwarze Pfefferkörner 
  • 5 g Salz 
  • 10 g Honig 
  • 30 g 5 %iger Weißweinessig 
  • 40 g Wasser 
  • 3 bis 4 Zweige Estragon 

Zubereitung 

Senfkörner zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein mahlen. Ich verwende dafür eine alte elektrische Kaffeemühle. Das feine Senfmehl wird nun mit dem Wasser, dem Weißweinessig, Salz und Honig in ein Rührgefäß gegeben. Für etwa 5 Minuten mit dem Mixer oder in der Küchenmaschine kräftig rühren, bis die Senfmasse die richtige Konsistenz hat. Der anfangs noch flüssige Brei quillt während des Rührens auf. Den Estragon sehr fein schneiden und unter die Senfmasse rühren. Nun wird der Senf in gut ausgespülte Gläser gefüllt und verschlossen. So sollte er ein paar Tage reifen, um sein volles Aroma zu entwickeln. Zudem wird er bei fortgeschrittener Lagerung milder. Falls der Senf noch etwas schärfer sein darf, dann kann ein Teil der gelben Senfkörner gegen schwarze Senfkörner ausgetauscht werden.

Sonntag, 11. Mai 2014

Waldmeister-Bettstroh

Jetzt bedeckt der Waldmeister wieder den Boden der heimischen Wälder und verströmt seinen typischen Duft. Doch erst beim welken entfaltet sich der köstliche Waldmeistergeruch. Ein mit getrocknetem Waldmeister gefülltes Duftsäckchen hält Motten fern und schmeichelt der Nase. Der liebliche Duft verbreitet eine heitere Stimmung, daher war der Waldmeister eines der Kräuter, die in früheren Zeiten unter dem Namen „Frauen Bettstroh“ oder "Maria Bettstroh" bekannt waren. Die mit Stroh gefüllten Matratzen wurden mit frischen Kräutern angereichert. Die duftenden Kräuter beruhigten die Mütter und die Neugeborenen und förderten so das Wohlbefinden. Die ätherischen Öle wirkten zudem antiseptisch. Da ich im August mein erstes Enkelkind erwarte, pflücke ich noch etwas mehr Waldmeister, um ihn zu trocknen und dann zusammen mit anderen Kräutern in ein Kissen zu füllen. 

Samstag, 10. Mai 2014

Sirup oder Honig aus Fichtenspitzen

nach einem Rezept meiner Mutter
 
Zutaten:
1 Litermaß Fichtenspitzen
1 l Wasser
750 g Zucker
1 Bio-Zitrone

Zubereitung:
Im Mai die frischen, hellgrünen Triebspitzen der Fichtenzweige sammeln. Diese sollten sich noch unter 5 cm Länge befinden.
Ein gefülltes Litermaß Fichtenspitzen mit der ungeschälten, klein geschnittenen Zitrone in gut einem Liter Wasser aufkochen. Den Topf mit dem Deckel schließen und bei kleiner Hitzezufuhr noch etwa eine Stunde ziehen lassen. Den Sud zur Seite stellen und für einige Stunden abkühlen lassen. Dann durch ein Tuch abseihen und dabei die weichen Spitzen ausdrücken.
Es entsteht ein Saft, der sich vom herausgekochten Harz milchig-trüb färbt. Die Flüssigkeitsmenge abmessen und mit so viel Wasser ergänzen, dass es ein Liter ist. Nun wird Saft zusammen mit dem Zucker in einem großen Topf auf kleiner Flamme unter gelegentlichem Rühren eingekocht. Nach etwa einer Stunde Kochzeit reduziert sich die Flüssigkeit und der Saft wird schön dickflüssig.
Der zuerst weißlich trübe Saft ist nun zu einem bernsteinfarbenen Sirup geworden. Jetzt kann er in kleine sterile Fläschchen oder Gläser abfüllt werden. Ich bevorzuge Gläser, die nach dem Verschließen für eine Viertelstunde auf den Kopf stelle.

Der Fichtenspitzenhonig oder Sirup ist so bis weit in den nächsten Winter haltbar. Dann leistet er uns gute Dienste gegen Husten und Heiserkeit. Ob im Tee oder warmer Milch ist Geschmackssache – Fichtenspitzenhonig ist ein wohlschmeckendes Hausmittel zur Linderung von Erkältungskrankheiten. Auch als veganer Brotaufstrich ist er eine Delikatesse, denn das harzig-würzige Aroma der Fichtenspitzen erinnert an den Duft des Frühlingswaldes. 




Montag, 10. März 2014

Huflattich-Seife


In diesem milden Frühjahr beschert uns die Natur schon jetzt ihre ersten Kräuter. Bei unserer Wanderung im Gundelfinger Moos war das Ufer eines Baggersees mit einem Teppich aus Huflattich bedeckt. Das Geschnatter der Wildgänse, die auf ihrem Zug nach Norden hier Rast machten, ist weithin zu hören. Eine Seife aus dem gesammelten Huflattich wird uns an diesen schönen Tag erinnern. 

Das Rezept findet sich hier:
http://www.siedekessel.de/pages/rezepte/milchseifen/huflattich-seife.php

Samstag, 8. März 2014

Flohmarktfunde

Endlich habe ich Zeit einen Teil der Schätze, die wir auf den letzten Flohmärkten entdeckt haben, zu verarbeiten. Darunter waren bestickte Korbtücher, handgewebtes Leinen, kunstvolle Häkelspitzen, Satinbänder und antike Geschirrtücher. Daraus wurden neue Stuhlkissen, Einkaufstaschen und ein Brotbeutel. 




Mittwoch, 1. Januar 2014

Neujahrswanderung zu den Offnethöhlen

Der ungewöhnlich warme Neujahrstag verlockte uns zu einer Wanderung in das Nördlinger Ries. Unser Ziel waren die Offnethöhlen, wo die Sonne das trockene Wintergras in ein warmes Ockergelb tauchte. An den kahlen Schlehenbüschen hingen noch viele dunkelblau-glänzende Früchte, die wir unbedingt ernten mussten, um einen Likör davon anzusetzen. Die Gerbstoffe, die einen pelzigen Geschmack auf der Zunge hinterlassen, sind nach dem wiederholten Frost aus den Früchten zurück in den Strauch gezogen worden. Jetzt sind die Schlehen relativ mild und haben dennoch viel Saft.

Hier ein weiteres Rezept für Schlehenlikör
  • 500 g Schlehen, die nach dem ersten Frost gesammelt wurden
  • 200 g brauner Kandiszucker
  • 1 Vanilleschote
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 bis 2 Sternanis
  • 500 g Weinbrand oder Wodka
  • 100 g Wasser

Die Schlehen waschen und trocken tupfen. Die Früchte abwechselnd mit dem Kandis in ein großes Einmachglas schichten. Das Wasser erhitzen und heiß über die Schlehen und den Zucker gießen. Eine Nacht stehen lassen, damit sich der Zucker auflösen kann und die Früchte aufplatzen. Die Vanilleschote aufschlitzen und zusammen mit Sternanis und Zimtstange ins Glas geben. Nun wird der Weinbrand bzw. Wodka eingefüllt und das Glas verschlossen. Nach vier bis sechs Wochen Reifezeit an einem warmen Fensterplatz kann der Likör gefiltert und in schöne Flaschen gefüllt werden.