Donnerstag, 1. November 2012

Grünfärbungen

Seit nunmehr einem guten Jahr färbe ich Wolle, Seide und Leinen mit pflanzlichen Farbstoffen. Wenn ich die Grünfärbungen so vor mir sehe, dann fällt mir eine Zeile aus Bilbos Lied ein: „ … in every wood, in every spring, there is a different green.“ Die Wollstränge auf dem Foto wurden mit Johanniskrautblüten, roten Haselnussblättern, Schilfblüten, Blutpflaumeblättern, roten Berberitzenblättern, roten Zwiebelschalen und Blutbuchenblätter gefärbt.



Bilbos Song
by J. R. R. Tolkien

I sit beside the fire and think
of all that I have seen,
of meadow-flowers and butterflies
In summers that have been;

Of yellow leaves and gossamer
in autumns that there were,
with morning mist and silver sun
and wind upon my hair.

I sit beside the fire and think
of how the world will be
when winter comes without a spring
that I shall ever see.

For still there are so many things
that I have never seen:
in every wood in every spring
there is a different green.

I sit beside the fire and think
of people long ago,
and people who will see a world
that I shall never know.

But all the while I sit and think
of times there were before,
I listen for returning feet
and voices at the door.

Samstag, 27. Oktober 2012

Wintereinbruch

Vor einer Woche saßen wir noch im Garten und haben die Sonne genossen, doch heute hat es tatsächlich geschneit. Der Schnee blieb auf den teilweise belaubten Bäumen liegen - die Äste bogen sich unter der Last und drohten abzubrechen. Ich erntete noch schnell die letzten Äpfel. Leider waren nicht alle lagerfähig und ich habe Bratapfelmarmelade daraus gekocht.Diese Marmelade kann man nicht nur auf Brot essen, sondern sie passt hervorragend zu allerlei Süßspeisen wie Dampfnudeln, Milchreis oder Pfannkuchen und verfeinert Naturjoghurt.

Rezept Bratapfelmarmelade

Zutaten
1,5 kg entkernte und geschälte Äpfel
500 g Gelierzucker 1:3
2 Zimtstange
3 Gewürznelken
1 Vanilleschote
1 Zitrone

Zubereitung
Die Äpfel schälen, Gehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. In einem großen Topf bei milder Hitze erwärmen, so dass der Saft aus den Äpfeln herausgekocht wird. Das Innere der Vanilleschote, den Saft der Zitrone, Gewürznelken und Zimtstangen dazugeben. Sobald die Äpfel weich gekocht sind, den Gelierzucker dazugeben und nach Vorschrift aufkochen lassen. Vor dem Einfüllen in saubere Gläser die Gewürznelken und Zimtstangen wieder entfernen. 


 

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Wacholderheide

Das schöne Herbstwetter lud uns zu einer Wanderung ein zur Wacholderheide ein. Die dunkelblauen Beeren des Wacholders sind eine wahre Hausapotheke. Äußerlich angewendet wirken die ätherischen Öle durchblutungsfördernd, belebend und lindern Muskel-und Gelenkschmerzen. Mit den gesammelten Beeren habe ich eine schöne, kräftige Wacholder-Rosmarin-Seife gesiedet.

Montag, 10. September 2012

Färben mit Eichenrinde

Das letzte Wochenende waren wir mit der Seifenküche beim Küchengartenfest in Bad Muskau. Dies war unser erster Besuch in der idyllischen Park- und Kurstadt, die im Nordosten des Freistaates Sachsen an der Lausitzer Neiße, unmittelbar an den Grenzen zu Polen liegt. Wir sind zwei Tage vor der Veranstaltung angereist, um ausgedehnte Spaziergänge in den schönen Landschaftspark zu unternehmen. Dieser wurde durch Fürst  Ludwig Heinrich Hermann von Pückler-Muskau in den Jahren 1815 - 1845 im englischen Stil angelegt und hat eine Ausdehnung von ungefähr 830 Hektar, von denen ein Drittel auf deutscher und zwei Drittel auf polnischer Seite liegen. Hier befindet sich auch die Hermannseiche, die unser  besonderes Interesse erweckte, da sie ja unseren Nachnamen trägt. Unmitten des wild-romantischen, abgelegenen Teils des Parks fanden wir die Reste der ausgebrannten Eiche, in die 2004 der Blitz eingeschlagen hatte. Jedoch ließ uns die Baumruine erahnen, wie gewaltig die Eiche einst war. Zu unserer großen Freude entdeckten wir rund um die Eiche einen sehr gut erhaltenen, ehemaligen Thingplatz. Leider konnten wir bislang nichts näheres in Erfahrung bringen und vermuten, dass der Thingplatz einst von den Sachsen genutzt wurde. In der näheren Umgebung fanden wir weitere, uralte Eichen, deren gewaltige Äste teilweise gefällt auf dem Boden lagen. Hier sammelten wir die Rinde, die als Ausgangsmaterial für unsere Färbung diente. Wieder zuhause angekommen habe ich die Rinde grob zerkleinert und aufgekocht, um am nächsten Tag Wolle damit zu färben. Das Farbergebnis war gut und wie erwartet ein mittlerer Braunton, der an unbehandeltes Eichenholz erinnert.

Montag, 25. Juni 2012

Färben mit Johanniskraut

Pünktlich zum Johannistag sammle ich am frühen Nachmittag die ersten Blüten. Zu dieser Tageszeit sind die Pflanzen schön trocken, dann drohen sie nicht zu schimmeln. In diesem Jahr setze ich nicht nur Johanniskrautöl an, sondern möchte auch noch Wolle färben. Dafür schneide ich die oberen Teile der Pflanze mit den Blüten ab. Im Färbetopf zeigt sich beim Auskochen der Pflanzen dann, dass das Wasser genauso dunkelrot wird, wie auch das Johanniskrautöl. Das Färbeergebnis auf Wolle war überraschend intensiv und brachte ein leuchtendes, sattes hellgrün hervor, das leicht ockerfarben meliert ist. Der aus naturbelassener Merinowolle gefilzte Hut hat die Farbe zaghafter angenommen. Das Johanniskraut gehört ganz klar zu meinen Favoriten und wird auch zukünftig von mir zum Färben verwendet. 

Freitag, 15. Juni 2012

Waffeln mit Knoblauchrauke

150 g weiche Butter oder Margarine
4 Eier
250 g Mehl
250 g Milch
100 g Knoblauchrauke
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer
Etwas Fett für das Waffeleisen

Zubereitung
Butter zusammen mit den Eiern schaumig rühren. Das Mehl löffelweise unter den Teig heben und die Milch einrühren. Die Blätter der Knoblauchrauke verlesen, waschen und trocknen. Dann fein schneiden und in den Teig rühren. Mit einer Prise Salz und Pfeffer würzen. Den fertigen Teig ungefähr eine halbe Stunde ruhen lassen. Danach im erhitzten Waffeleisen mit etwas Fett ausbacken.

Montag, 11. Juni 2012

Holunderblüteneis

 

Das Foto wurde bei einem Kurzurlaub in Salzburg gemacht. Hoch über der Stadt war die Luft vom Duft des Holunders erfüllt und ich konnte es kaum erwarten, zuhause die üppig blühenden Dolden zu ernten, um diese zu Sirup und Gelee zu verarbeiten.

Zutaten 
  • 4 Eigelb
  • 50 g Puderzucker 
  • 100 ml Milch 
  • 200 ml Schlagsahne 
  • 100 ml Holunderblütensirup 
  • Saft einer Zitrone 

Zubereitung 
Die Eigelbe zusammen mit dem Puderzucker schaumig schlagen. Die Milch erwärmen, nicht kochen. Unter Rühren wird die warme Milch dem Ei untergeschlagen. Diese Masse dann auf dem Herd vorsichtig unter Rühren erhitzen, bis die Masse dickflüssig ist. Beiseite stellen und abkühlen lassen. Die Zitrone auspressen. Die steifgeschlagene Sahne unter die, abgekühlte Eicreme heben. Zusammen mit dem Holundersirup und dem Zitronensaft in die Eismaschine geben. Ohne Eismaschine wird die Masse im Tiefkühler für eine halbe Stunde eingefroren, dann muss sie umgerührt werden und für eine weitere Stunde in den Tiefkühler, bevor sie servierfertig ist. 

Mittwoch, 23. Mai 2012

Birkenhaarwasser


Jetzt treiben die Birken ihre frischen Blätter aus. Diese werden von mir noch ganz jung geerntet und für einen Tag auf einem Leinentuch getrocknet. Diese angetrockneten Birkenblätter schichte ich in ein Schraubglas und übergieße sie mit starkem Wodka oder Doppelkorn, bis die Blätter ganz bedeckt sind. Das Glas wird dann gut verschlossen an einem warmen, dunklen Platz für 4 Wochen gelagert. Der Alkohol nimmt in dieser Zeit immer mehr Farbe an. Nach der Reifezeit wird die Tinktur durch einen Kaffeefilter in eine gut verschließbare Flasche gefüllt. Die Birkentinktur ist dann die Grundlage für ein wirksames Haarwasser, das die Schuppenbildung verringert, gegen Schuppenflechten und fettiger Kopfhaut sowie gegen Haarausfall hilft. Brennnesseln fördert die Durchblutung der Kopfhaut und unterstützt den Haarwuchs. Der Auszug aus Brennnesselblättern ist recht schnell gemacht. Die nun überall üppig wachsenden jungen Brennnesselblätter sammeln und mit warmen, destilliertem Wasser übergießen. Diesen wässrigen Auszug gut filtern, damit keine kleinen Pflanzenteile zurückbleiben. Das Klettenwurzelöl hält Haare und Kopfhaut gesund und fördert so den Haarwuchs.

Zutaten
60 g Birkenwasser (Auszug der Blätter in Alkohol, wie oben beschrieben)
100 g Brennnesselauszug
5 Tropfen Teebaumöl
5 Tropfen Lavendelöl
10 g Klettenwurzelöl

Zubereitung
Alle Zutaten in eine Sprühflasche füllen und vor jedem Gebrauch schütteln.
Anwendung
Nach jeder Haarwäsche auf der feuchte Kopfhaut verteilen und kurz einmassieren.

Sonntag, 13. Mai 2012

Schöllkraut

Das Schöllkraut blüht recht unscheinbar an Mauern oder Wegesrändern und wird oft für Unkraut gehalten. Hier im Stuttgarter Schlosspark hat es sich aber eine sehr schöne alte Treppe ausgesucht und sticht so richtig ins Auge. Schöllkraut wird gegen viele Leiden eingesetzt, jedoch ist seine Wirkung gegen Warzen die bekannteste. Für eine direkte Behandlung gegen Warzen wird der orangene Saft aus den Stängeln des Krautes gepresst. Dazu wird der Stängel durchbrochen und zwischen Daumen und Zeigefinger genommen. Durch Abstreifen tritt dann der Schöllkrautsaft aus und kann aufgefangen werden. Es ist jedoch Vorsicht geboten, denn der Saft ist stark reizend. Daher empfiehlt sich eine Weiterverarbeitung zur Tinktur, die in eine Salbe eingerüht wird. Für die Herstellung der Tinktur werden die oberiridischen, klein geschnittenen Pflanzenteile verwendet. Dieses Rezept ich hier vorstellen möchte:


Schöllkrautsalbe gegen Warzen 
Zutaten 
20 g Olivenöl 
10 g Lanolin 
5 g Bienenwachs 
10 g Schöllkrauttinktur 

Zubereitung 
Olivenöl, Lanolin und Bienenwachs sanft erwärmen bis die Fette klar geschmolzen sind. Dann vom Herd nehmen und die Schöllkrauttinktur einrühren. In saubere, verschließbare Behältnisse füllen und abkühlen lassen. 

Anwendung 
Die Salbe wird zwei mal täglich dünn auf die Warzen aufgetragen bis sich diese auflösen.

Montag, 30. April 2012

Löwenzahntage


Die Regentage sind endlich vorüber, die warme Frühlingssonne lockt uns in die Natur hinaus. Binnen weniger Tage hat sich er Löwenzahn die Wiesen erobert und sattes Gelb durchsetzt das saftige, junge Grün. Ein Fest für die Bienen – und für mich. Aus mindestens einem Pfund gesammelter Blüten habe ich nicht nur dieses tolle Gelee gemacht, sondern noch Wolle gefärbt und eine Seife gesiedet.



Löwenzahngelee

  • 200 g Löwenzahlblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Zitrone
  • 500 g 1:2 Gelierzucker

Die Löwenzahnblüten werden in der Sonne um die Mittagszeit gepflückt. Dann werden sie von den grünen Blütenkelchen gezupft, denn es werden nur die gelben Blütenblätter verwendet. Diese waschen und mit 1 Liter Wasser aufkochen. Etwa 5 Minuten köcheln lassen bis sich der Sud gelb färbt. Die Zitrone in Scheiben schneiden und diese auf den Sud legen. So abgedeckt  für einen Tag ziehen lassen. Dann durch ein Haarsieb streichen oder durch ein Mulltuch pressen. Den so gewonnen Saft abmessen und Gelierzucker zugeben. Nach Vorschrift ungefähr 4 Minuten aufkochen lassen und heiß in Gläser füllen.

Mittwoch, 21. März 2012

Huflattich-Honig-Seife

Die Frühlings-Tag und Nachtgleiche (Äquinoktium) ist der erste Tag im Jahr, an welchen sich das Licht und die Dunkelheit zu gleichen Teilen die Waage halten. Die Kräfte der Natur sind ausgeglichen – das Leben kehrt zurück. Eis und Schnee sind geschmolzen, die Tiere erwachen aus dem Winterschlaf. Der tapfere Huflattich kämpft sich durch den kalten, kargen Boden - selbst an steinigen und unwirtlichen Wegesrändern erobert er sich einen Platz. Wie in jedem Jahr pflücke ich die Blüten, um eine Seife mit Huflattich zu sieden, die mich das Jahr über begleitet und an die ersten Frühlingstage erinnert.

Auf meine Seifensiedeseite habe ich das Rezept für Huflattich-Honig-Seife gestellt, das ich an diesem Tag verwendet habe.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Lavendel-Eis Sole-Seife


Heute an Imbolg - und es ist bitterkalt, das Thermometer hat heute Nacht Minus 21 Grad angezeigt! Der Name imb-folc kommt aus dem irischen und bedeutet „Rundum-Waschung“ und kennzeichnet Imbolg damit als Reinigungsfest. Das ist ein guter Anlass, um eine passende Seife zu sieden und ich habe mich für eine Eis-Sole-Seife mit Lavendelduft entschieden. Das Grundrezept findet ihr hier; ich habe das destillierte Wasser mit Schnee ersetzt und die Lauge wurde zum Abkühlen in den Schnee gestellt.
Außerdem ist heute der Tag der heiligen Brigid. Meine Erinnerung führt mich an den Tag im Juni zurück, als ich in Kildare zusammen mit meinem Mann und meinem jüngsten Sohn ihr Heiligtum aufsuchte.