Freitag, 5. Juni 2009

Erdbeer-Holunderblüten-Marmelade

Auf der rauen Schwäbischen Alb ließ die Holunderblüte in diesem Jahr recht lange auf sich warten. Doch nun stehen sie in ihrer ganzen Pracht in voller Blüte und duften herrlich. Ich kenne ein paar entlegene Bäume, denn so direkt an der Straße möchte ich keine Blüten ernten. Die Blüten sollten bei der Ernte weit geöffnet sein und möglichst ab den Mittagsstunden an trockenen Tagen vom Strauch geschnitten werden. Sie welken sehr schnell und müssen nach der Ernte zügig weiterverarbeitet werden. Selbstverständlich plündere ich nicht den ganzen Baum, sondern lasse genügend Blüten stehen, damit ich im Herbst die Beeren ernten kann.

Der "Holderbusch" ist ein magischer Baum, früher pflanzte man den Holunder oft zum Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzeinschlag als Hausbaum. Er galt als Wohnstatt der germanischen Göttin Holder, oder Holla, die uns aus dem Märchen als Frau Holle bekannt ist. Als eine der germanischen Hauptgöttinnen hatte sie aber weit mehr Bedeutung, als im Märchen der Gebrüder Grimm erzählt wurde. Als lichtweisende, gerechte Muttergöttin, aber auch als dunkle Todbringende brachten ihr die Germanen Opfer unter dem Holunderbaum dar. 
Ich bereite aus den Blüten neben dem klassischen Sirup gerne Gelee zu. Hier ist mein Lieblingsrezept: