Samstag, 7. November 2009

Berberitzen

Nun da die Blätter an den Bäumen und Sträuchern fast verschwunden sind, sieht man die verbleibenden Früchte besonders gut. Bei einem Spaziergang auf den Hohenurach fiel mir ein besonders prächtig tragender Berberitzenstrauch auf. Berberitzen haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und schmecken säuerlich-herb. Man braucht schon ein wenig Geduld, um die leuchtend roten kleinen Früchte zu ernten. Aus ihnen habe ich ein sehr leckeres Gelee gekocht.

Apfel-Berberitzen-Gelee

Zutaten:
Ungefähr 200 g Berberitzen
1 Liter Apfelsaft
500 g 1: 2 Gelierzucker

Zubereitung:
Die Berberitzen verlesen und gründlich waschen. Alle Früchte in einen großen Topf geben. Zusammen mit dem Apfelsaft langsam zum Kochen bringen und 1/2 Stunde bei milder Hitze ziehen lassen. Mit einem Holzstampfer andrücken damit die Berberitzen platzen. Danach durch ein Mulltuch abtropfen lassen und den Saft auffangen. Nach Vorschrift ungefähr 4 Minuten aufkochen lassen und heiß in Gläser füllen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Kräuterernte


Am späten Vormittag, wenn die Herbstsonne den Morgentau getrocknet hat, dann ist die richtige Zeit die Kräuter in meinem Garten zu ernten. Einige werden in Büscheln zum Trocknen aufgehängt, andere friere ich in Eiswürfelbehältern ein, um auch im Winter schmackhafte, würzige Gerichte kochen zu können. Sehr empfehlen kann ich die Konservierung als Kräutersalz. Dazu werden verschiedene Kräuter je nach Geschmackswunsch kombiniert. Die Kräuter werden ganz klein geschnitten und dann in einem Mörser zusammen mit dem Salz zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Es werden etwa zwei Drittel Salz und ein Drittel Kräuter vermischt. Dieses Kräutersalz in kleine Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. So zieht der Geschmack der Kräuter ganz hervorragend in das Salz ein. Bei den frischen Kräutern kann es vorkommen, dass das Kräutersalz hart wird. Dem kann abgeholfen werden, indem es auf einem Küchenpapier ausgebreitet und dann mit einem Holzlöffeln zerkleinert wird. Das zerkleinerte Salz wird auf dem Küchenpapier noch für einige Tage nachgetrocknet und dann wieder in Gläser gefüllt.

Mein Kräutersalz wurde auch ohne Nachtrocknen gut streufähig und war sehr aromatisch.

Getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht so gut an das Salz weiter.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Seifenkraut


Vor ein paar Jahren habe ich einen kleinen Ableger der Pflanze in meinem Garten kultiviert. Seitdem wächst und wuchert es wie Unkraut. Jedoch wird nichts davon kompostiert, denn das Seifenkraut ist für mich eine wertvolle Pflanze. Es ist reich an Saponinen, das sind waschaktive Substanzen, die einen natürlichen Schaum bilden. Außerdem  ist noch ein Flavonglycosid enthalten, dem bakterien-, pilz- und virenhemmende Eigenschaften zugesprochen werden. Seifenkraut wurde vermutlich schon in der Jungsteinzeit verwendet. Im Mittelalter war Seifenkraut ein gängiges Waschmittel für Körper und Kleidung. Das Kraut wird auch heute noch als Feinwaschmittel für edle Stoffe und als Waschlotion für Allergiker verwendet.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Lavendelgelee


In den letzten Jahren hatte ich begonnen mit den so üppig wachsenden Kräutern zu experimentieren und habe alle möglichen Sirups und Gelees gemacht. Einige Rezepturen waren dann doch etwas gewöhnungsbedürftig, aber das eine oder andere Gelee war überraschend gut. Besonders das Lavendelgelee ist sehr lecker und irgendwie schmeckt Lavendel etwas anders als er duftet. Lavendelgelee kann man auch kaufen, jedoch habe ich nur solches gefunden, das mit Alkohol angesetzt wurde. Dieses hier hat ein tolles Aroma, auch ohne Alkohol.

Freitag, 5. Juni 2009

Erdbeer-Holunderblüten-Marmelade

Auf der rauen Schwäbischen Alb ließ die Holunderblüte in diesem Jahr recht lange auf sich warten. Doch nun stehen sie in ihrer ganzen Pracht in voller Blüte und duften herrlich. Ich kenne ein paar entlegene Bäume, denn so direkt an der Straße möchte ich keine Blüten ernten. Die Blüten sollten bei der Ernte weit geöffnet sein und möglichst ab den Mittagsstunden an trockenen Tagen vom Strauch geschnitten werden. Sie welken sehr schnell und müssen nach der Ernte zügig weiterverarbeitet werden. Selbstverständlich plündere ich nicht den ganzen Baum, sondern lasse genügend Blüten stehen, damit ich im Herbst die Beeren ernten kann.

Der "Holderbusch" ist ein magischer Baum, früher pflanzte man den Holunder oft zum Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzeinschlag als Hausbaum. Er galt als Wohnstatt der germanischen Göttin Holder, oder Holla, die uns aus dem Märchen als Frau Holle bekannt ist. Als eine der germanischen Hauptgöttinnen hatte sie aber weit mehr Bedeutung, als im Märchen der Gebrüder Grimm erzählt wurde. Als lichtweisende, gerechte Muttergöttin, aber auch als dunkle Todbringende brachten ihr die Germanen Opfer unter dem Holunderbaum dar. 
Ich bereite aus den Blüten neben dem klassischen Sirup gerne Gelee zu. Hier ist mein Lieblingsrezept:

Dienstag, 12. Mai 2009

Rosskastanien-Fußcreme

Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze, die vor allem gegen
Venenerkrankungen, Krampfadern, Hämorriden und geschwollene Füße hilft.
Die herrlich duftenden Blüten enthalten vor allem Flavonoide, die
antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend wirken.

Diese Creme wirkt nicht nur sehr wohltuend auf die Beine, sondern pflegt sie auch.


Sonntag, 10. Mai 2009

Knoblauchrauke-Kräuterbutter


Heute war ich in Bad Buchau im Federseemuseum beim historischen Kräutertag. Vor einem Haus, das nach jungsteinzeitlichem Vorbild erbaut wurde, hatte ich meinen Info-Stand. Da die Museumsbesucher immer etwas mehr Zeit mitbringen, konnte ich ihnen in aller Ruhe etwas über die vielfältige Nutzung von Kräutern erzählen. Um die einfache Herstellung von Naturkosmetik zu demonstrieren, habe ich gemeinsam mit den geneigten Besuchern eine einfache Creme aus Lanolin, Ringelblumenöl, Emulsan und Wasser angerührt.

Meine Freundin Bettina arbeitet als Archäologin im Museum und hatte schon im vergangen Jahr ein Schaukräuterbeet im Freigelände des Museums angelegt. Hier informiert sie die Besucher über die Nutzung von Kräutern in der Steinzeit. Es ist auch für mich immer wieder überraschend, wie viele Kräuter erst von den Römern mitgebracht wurden. Diese wurden dann im frühen Mittelalter in den Klostergärten weiter kultiviert.

Es gab aber nicht nur Kräuter für die Nase und fürs Auge, sondern wir hatten auch kulinarische Köstlichkeiten vorbereitet. Die Besucher konnten selbstgemachte Kräutergelees, Kräutersirup und Brot mit Knoblauchrauke-Kräuterbutter probieren.

Der Tag war herrlich: die Frühjahrssonne schien und die Luft war voller Flugsamen. Mein kleiner Alwin hatte sehr viel Spaß im weitläufigen Gelände des Museums, das in die einzigartige Moorlandschaft eingebettet ist. Mein Mann hatte sich mit dem Korbmacher angefreundet und interessante Gespräche mit dem Imker geführt. Ich habe mich gefreut meine Freundin Bettina und ihren Mann wieder zu sehen. Außerdem waren sehr viele nette Leute da, die unseren Erzählungen aufmerksam zuhörten.

Sonntag, 3. Mai 2009

Der erste Rhabarber


Beim Rhabarber scheiden sich bekanntlich die Geister. Die einen lieben den säuerlichen Geschmack, die anderen mögen ihn gar nicht. Dieses Rhabarbergelee jedoch wird bei uns in der Familie von allen gleichermaßen geliebt.

Die Zubereitung ist recht einfach und der Aufwand hält sich in Grenzen, da die Stängel nicht geschält werden müssen. Der Rhabarber wird von den Blättern getrennt, gewaschen und geschnitten, bevor der mit ein wenig Wasser gekocht wird, um den Saft zu gewinnen. Die Saftgewinnung ist in einem Dampfentsafter noch effektiver.

Donnerstag, 30. April 2009

Gundermann oder Gundelrebe

Überall lese ich, dass ein Kranz aus Gundermann der Trägerin ermöglichen soll, Hexen zu erkennen. Dieser Brauch entstammt wohl aus jüngerer Zeit. Vorher wurden Gundelreben-Kränze gewunden, um sich für den Tanz um das Beltane-Feuer zu schmücken. In der Zeit um Walpurgis rankt der Gundermann schon sehr weitläufig und es lassen sich schöne Haargebinde daraus machen. Außerdem gibt der aromatische Gundermann einige leckere Gerichte ab. Heuer gibt es bei uns dieses hier:

Samstag, 11. April 2009

Der Märzenbecher – Märchenwald


Meine Schwiegermutter wohnt in einem sehr kleinen Ort im Allgäu. Dieser ist so klein, dass es keine Straßennamen gibt und die Häuser nur Nummern haben. Ihr Haus liegt sehr idyllisch und wir erkunden bei unseren Besuchen gerne die Gegend. In unmittelbarer Nähe fließt die Wertach wild und unberührt. An den schattigen Stellen im Wald lag noch reichlich Schnee, an den Sonnenplätzen jedoch war der Boden von den Leberblümchen blau gefärbt. Unten am Flussufer ankommen erwartete uns ein wunderschöner Anblick. Die sattgrüne Uferwiese war von Märzenbechern übersät. Noch nie zuvor hatten wir diese Blume in einer solch verschwenderischen Pracht gesehen.

Freitag, 10. April 2009

Karfreitag - Bärlauch so weit das Auge reicht!


Ein ungewöhnlich warmer Karfreitag, den wir nutzen, um unseren Sohn Sebastian in Tübingen zu besuchen. Auf dem Weg dorthin führte uns Franz, unser dritter Sohn, zu einem Wald in der Nähe von Ulm. Dort hatte er schon im letzten Jahr einen gewaltigen Bärlauchwuchs entdeckt. Hier wächst der Bärlauch so dicht, dass der gesamte Waldboden bedeckt ist. Bärlauch so weit das Auge reicht! Schnell hatten wir zwei Tüten davon gepflückt und am selben Tag noch zu einem leckeren Pesto verarbeitet.

Samstag, 21. März 2009

Frühlingsanfang


Ein herrlicher, sonniger Tag, den wir zu einem Ausflug auf den Goldberg im Ries nutzten. Wir, das sind mein Mann Marc, mein jüngster Sohn Alwin und ich. Der Goldberg ist ein ungefähr 60 Meter hoher Felsen aus Süßwasserkalk (Travertin),der nach dem Abfluss des Ries-Sees entstanden ist. Die Besiedlung des Berges erstreckte sich über 5 aufeinander folgende Perioden von der Jungsteinzeit bis in das frühe Mittelalter. Als wir auf dem flachen Plateau standen und den Ausblick auf das Umland genossen, wussten wir warum die Menschen sich schon immer gerne auf dem Goldberg angesiedelt hatten.



Auf dem kargen, steinigen Boden entdeckten wir den ersten Boten des Frühlings – den Huflattich. Aus den Blütenblättern habe ich mir noch am Abend eine Huflattichseife gesiedet.

Die Frühlings-Tag und Nachtgleiche (Äquinoktium) ist der erste Tag im Jahr, an welchen sich das Licht und die Dunkelheit zu gleichen Teilen die Waage halten. Die Kräfte der Natur sind ausgeglichen – das Leben kehrt zurück. Eis und Schnee sind geschmolzen, die Tiere erwachen aus dem Winterschlaf. Das keltische Fest dieses Tages ist Alban Eiler, das bedeutet übersetzt "das Licht der Erde". Gefeiert wurde die Rückkehr der Zugvögel, daher nennt man es auch das Vogelfest.