Donnerstag, 7. Dezember 2017

Centella und Rose zur Pflege reifer Haut


Nun im Winter ist die Sammel- und Erntezeit vorüber, daher greife ich jetzt auf meine Vorräte zurück. Übers Jahr hinweg habe ich viele Wirkstofföle und Extrakte hergestellt, aus denen ich jetzt pflegende Kosmetik rühren kann. Da ich mich auch im Winter viel im Freien bewege, schütze ich vor allem meine Gesichtshaut mit pflegenden Cremes. Aus den Blättern der Asiatischen Wassernabel, Centella Asiatica, habe ich ein Mazarat hergestellt, das ich nun zusammen mit Rosenwasser zu einer straffenden Augencreme verarbeite. Centella fördert nachweislich die hauteigene Collagenbildung und unterstützt die Hautregeneration. Das Rosenwasser, oder auch Rosen-Hydrolat, das als Nebenprodukt bei der Destillation von Rosenöl aus Rosenblüten anfällt ist eine vortreffliche Zutat für feine, wohlduftende Gesichtscremes, die der Hautalterung entgegenwirken. Das Centellaöl kann entweder selbst nach der unten stehenden Anleitung hergestellt werden, oder in Bio-Qualität bei Salandia gekauft werden. 

 

Rezept für die Herstellung eines Centella-Ölauszug 

Ich bevorzuge wegen des Duftes und der guten Gleiteigenschaften kaltgepresstes Aprikosenkernöl. Es kann jedoch jedes andere hochwertige Öl gewählt werden! 

Zutaten 

Zubereitung 

Die leicht angetrockneten oder getrockneten Blätter fein schneiden. 
In ein Glas geben und mit Öl aufgießen. Dabei sollte beachtet werden, dass die Blätter gut mir Öl bedeckt sind. 
Das Glas schließen und an einem warmen, hellen Ort für 3 bis 4 Wochen stehen lassen. 
Täglich kontrollieren und bewegen. 
Das Öl abseihen und in einem gut verschließbaren Glas dunkel und kühl aufbewahren. 
Bei sachgemäßer Lagerung ist das Öl etwa 1/2 Jahr haltbar. 





Rezept für eine straffende Augencreme mit Rosenwasser und Centellaöl 

Zutaten Fettphase 

Zutaten Wasserphase 

Zutaten Wirkstoffphase 

Zubereitung 

Emulsan in Centellaöl sanft schmelzen. 
Vom Herd nehmen und die Sheabutter im warmen Öl auflösen. 
Das Rosenwasser leicht erwärmen. Die Wasserphase in dünnem Strahl in die Fettphase einrühren. Rühren bis eine stabile Emulsion entstanden ist. 
Danach das Hagebuttenkernöl eintropfen und unterrühren.



Dienstag, 21. November 2017

Glanz und Halt für das Haar mit Quittenkernen und Rosenwasser

Ich werde oft gefragt, woher ich meine Rezepte für selbstgemachte Kosmetikprodukte habe. Die meisten Rezepte habe ich auf der Basis jahrelanger Erfahrung selbst entwickelt. Wenn sie nach der Probephase perfekt sind, veröffentliche ich meine Rezepte. 
Doch hin und wieder stoße ich auch auf Hinweise, Inspirationen oder Quellen. Wie im nachfolgenden Beispiel. Ein glücklicher Fund auf dem Flohmarkt bescherte mir dieses Buch, das im Jahr 1904 in Augsburg erschienen ist und von H.Mann verfasst wurde: 
„DIE MODERNE PARFUMERIE. EINE ANWEISUNG UND SAMMLUNG VON VORSCHRIFTEN ZUR HERSTELLUNG SAMTLICHER PARFUMERIEN UND KOSMETIKA. UNTER BESONDERER BERUCKSICHTIGUNG DER KUNSTLICHEN RIECHSTOFFE NEBST EINEM ANHANG UBER DIE PARFUMIERUNG DER TOILETTESEIFEN." 
Seit Jahrzehnten das unentbehrliche, praktische Nachschlagewerk für Parfumerien, Kosmetik und feine Seife. 
Ein unglaublicher Schatz! Vor allem haben es mir die zahlreichen Rezepte zur Herstellung von Haar- und Bartpflegeprodukten angetan. 




Da die Quitten der diesjährigen Ernte jetzt verarbeitet werden müssen, habe ich ausreichend Kerne für das nachfolgende Rezept zur Verfügung: 

Rezept für ein Haar-Spray aus Quittenkernen und Rosenwasser

Das Spray duftet köstlich und verleiht dem Haar Glanz. Die im Rezept weiterhin angegebene Borsäure habe ich weggelassen. Zudem habe ich es auf eine „haushaltsübliche“ Menge berechnet.


Zutaten 

Zubereitung 

Die Beschreibung der Zubereitung habe aus dem Buch übernommen. 
„Man gibt die Quittenkerne in ein Gefäß, übergießt sie mit dem Rosenwasser und lässt sie für ungefähr 2 Stunden stehen. Darauf gießt man das Ganze in ein Tuch, welches man frei über einer Schüssel aufhängt. Man presse den Schleim nicht aus, sondern lasse ihn von selbst in das Gefäß laufen, da man sonst unliebsame kleine Verunreinigungen durch das Tuch drückt, die nur schwer oder gar nicht mehr zu entfernen sind. Der Alkohol dient dazu eine Zersetzung und Schimmelbildung zu vermeiden, welcher der Schleim bereits nach 3 bis 4 Tagen unterworfen ist.“ 

Anwendung 

Das fertige Quitten-Rosenwasser-Gemisch zusammen mit dem Alkohol in eine Sprühflasche füllen. Das Spray in einem Abstand von ungefähr 25 cm auf das Haar aufsprühen. 
Anstatt des Alkohols habe ich einen Quittenextrakt verwendet:  


Rezept Quittenextrakt 

Zutaten 

Zubereitung 

Die fein abgeschälten Quittenschalen klein schneiden und frisch in ein verschließbares Glas geben. 
Nun mit Weingeist übergießen, so dass das Glas voll ist und die Schalen gut bedeckt sind. 
Das verschlossene Glas 2 bis 6 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. 
Dann durch ein feines Sieb und nochmals durch einen Kaffeefilter filtern, so dass keine Pflanzenreste im fertigen Extrakt verbleiben. 
Schließlich in eine dunkle Flasche füllen und beschriften. 


Hier noch eine Abwandlung des Rezeptes: 

Rezept für ein Styling-Gel aus Quittenkernen 

Das Gel lässt sich hervorragend verwenden, die Haare bekommen stabilen Halt ohne zu verkleben. 




Zutaten 

  • 5 g Quittenkerne 
  • 100 g Wasser 
  • 5 g Alkohol oder Quittenextrakt

Zubereitung 

Die Quittenkerne in ein Gefäß geben und mit kaltem Wasser übergießen. Für etwa 2 Stunden stehen lassen. Den entstandenen Schleim durch ein feines Sieb filtern und dann nochmals durch einen Teefilter ablaufen lassen. Der Schleim sollte von selbst ablaufen, damit sich keine Verunreinigungen darin befinden. Anstelle von Wasser können auch Hydrolate, wie z. B. Lavendelwasser oder Pfefferminzwasser, verwendet werden. Nun noch den Alkohol einarbeiten und in ein handliches Aufbewahrungsgefäß füllen.

Anwendung 

Etwas von dem Gel in die Haare verteilen und wie gewünscht formen. Am Haaransatz sorgt das Gel für mehr Stand und Volumen

Montag, 6. November 2017

Entspannendes Bad mit Wacholder und Kastanien

In diesem Herbst tragen die Wacholderbüsche auf den umliegenden Heiden besonders viele Beeren. Das Pflücken ist etwas mühsam, doch es lohnt sich auf jeden Fall einen kleinen Vorrat anzulegen. Die dunkelblauen Beeren des Wacholders sind eine wahre Hausapotheke. Äußerlich angewendet wirken die ätherischen Öle durchblutungsfördernd, belebend und lindern Muskel-und Gelenkschmerzen. Abgerundet wird das Bad durch die entspannenden und beruhigenden Eigenschaften des Rosmarins. Das ätherische Orangenöl sorgt ebenfalls für Entspannung und rundet den Duft ab. 


Rezept für ein entspannendes Wacholder-Kastanien-Bad 

Zutaten 

Zubereitung und Anwendung 

Ein Schraubglas gut reinigen und darin die gemahlenen Wacholderbeeren mit dem Kastanienschrot mischen. Nun heißes Wasser in das Glas schütten und verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Mischung durch ein feines Sieb filtern. Die ätherischen Öle und die Sahne in den Sud mischen. Die Milch dient sowohl als Emulgator für die ätherischen Öle, als auch zur Hautpflege. Die in der Ziegenmilch vorhandenen Inhaltsstoffe entsprechen dem natürlichen Säureschutzmantel unserer Haut. So wird dieser in seiner Regeneration durch die Ziegenmilch unterstützt. Zudem spenden die enthaltenen Proteine der Haut viel Feuchtigkeit. 
Der fertige Badezusatz sollten binnen der nächsten beiden Tage verbraucht werden. Er lässt sich aber auch bevorraten, indem man den Kastanienschrot und die Wacholderbeeren portionsweise in Schraubgläser füllt.

Freitag, 3. November 2017

Umweltfreundliches Buntwaschmittel aus Rosskastanien


Der heutige Novemberbeginn schenkt uns noch milde, warme Mittagsstunden. Die haben wir für eine Wanderung durch das nahegelegene Ries genutzt. Die Sonne schien durch die kahlen Bäume auf den Waldboden, der üppig mit bunten Laub bedeckt war. Dazwischen fanden sich noch reichlich Kastanien, die unsere Ernte aus dem heimischen Garten bereicherte. Nun haben wir einen Vorrat an Kastanien angelegt, der über Monate hinweg zu Waschmittel und Reinigungsprodukte verarbeitet wird.

Hier möchte ich genau beschreiben, wie ich die Rosskastanien verarbeite und bevorrate. 
  • Zuerst wasche ich die frisch gesammelten Früchte in einem Eimer Wasser, dem ungefähr 10 Esslöffel Speise-Natron (Natriumhydrogencarbonat) beigefügt sind. 
  • Dann verteile ich die Kastanien auf einem sauberen Leintuch und trockne sie. Ich schäle die Kastanien nicht, da die braune Samenschale wichtige Gerbstoffe enthält. 
  • Entweder werden die Kastanien als ganze Frucht trocken aufbewahrt oder gleich für die Weiterverarbeitung zerkleinert. Ich bevorzuge die zweite Methode, da frische Kastanien sind noch sehr weich sind und sich mühelos zerkleinern lassen. Zuerst einmal werden die Kastanien in ein Geschirrtuch gewickelt und mit dem Fleischklopfer grob zerschlagen. Für einen feineren Mahlgrad leistet mir eine alte Kaffeemühle gute Dienste. Leichter geht es jedoch mit einem Blender oder dem Thermomix. 
  • Diesen Kastanienschrot lasse ich auf einem Backbrett gut trocknen, bevor ich ihn in Gefäße fülle. Um Schimmel zu vermeiden, verschließe ich die diese nicht, sondern decke sie nur mit einem Tuch ab.


Rezept für ein umweltfreundliches Buntwaschmittel aus Rosskastanien 

Zutaten 

  • ½ Liter Wasser 
  • 250 g Kastanienschrot 
  • 1 Teelöffel Waschsoda (Natriumkarbonat)
  • 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl 

Zubereitung  

Die zerkleinerten Kastanien in ein Glas geben und mit heißem Wasser überbrühen. Für einige Stunden stehen lassen und dann durchsieben. Im gewonnenen Sud einen Teelöffel Waschsoda auflösen und das ätherische Öl eintropfen. 

Anwendung 

Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen.

Freitag, 27. Oktober 2017

Waschmittel selbst herstellen? Ja, aber nicht mit Seife!

Vor der Einführung moderner elektrischer Waschmaschinen wurde die Wäsche in Seifenlauge gereinigt. Diese ist jedoch für Waschmaschinen nicht geeignet, da geriebene Seife in der Waschmaschine sehr schäumt. Aus diesem Grund sind industriell hergestellten Waschmitteln sogenannte „Schaumbremser“ zugesetzt. Zu viel Schaum reduziert auch die Waschkraft, ähnlich wie beim Überdosieren von Waschmitteln, da die Wäsche durch die hohe Schaumentwicklung kaum noch Reibung in der Trommel hat. Diese mechanische Reibung an der Trommel ersetzt das Waschbrett und ist ausschlaggebend für die reinigende Wirkung. Letztendlich verstopfen selbst minimale Seifenreste den Abflussschlauch. 
Viele Rezepte für selbstgemachte Waschmittel auf Seifenbasis enthalten vor allem Kernseife als Ausgangsmaterial. Doch diese möchte ich nicht verwenden, denn Kernseife wird traditionell aus Rindertalg (Sodium Tallowate), pflanzliche Kernseife aus Palmöl (Sodium Palmate) hergestellt. Nach der Verseifung wird die Seifenmasse ausgesalzen und der Seifenkern abgetrennt, zurück bleibt die entkernte Seife. Ich habe mich daher für Betain entschieden, ein aus Kokos- und Palmkernfettsäuren gewonnenes Tensid, dessen pH-Wert im neutralen Bereich liegt. Das reizfreie Tensid hat eine sehr gute Reinigungsleistung und eignet sich nicht nur als Basis von Haushaltsreinigern, sondern auch als mildes, feuchtigkeitsspendendes Tensid in Waschlotionen und Shampoos. 
Die weiteren Zutaten Zitronensäure, Waschsoda, Speisenatron und Spülmaschinensalz sind im Drogeriemarkt erhältlich. Die Zitronensäure enthärtet das Wasser und vermeidet Kalkablagerungen. Waschsoda (Natriumcarbonat) sowie Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat) lösen Fett und Schmutz. Das Spülmaschinensalz ist hochgereinigtes Natriumchlorid, also Kochsalz ohne Rieselhilfe (Calciumcarbonat/Schlämmkreide) und Jod. 


Rezept für ein umweltfreundliches Flüssigwaschmittel 

Zutaten 

750 g Wasser 
50 g Spezialsalz für Spülmaschinen 
50 g Betain 
50 g Waschsoda (Natriumkarbonat) 
50 g Speisenatron (Natriumhydrogencarbonat) 
20 g Zitronensäure 
10 Tropfen ätherisches Öl nach Geschmack 

Zubereitung und Anwendung 

Das Wasser auf ungefähr 50 Grad erwärmen und die Zitronensäure darin auflösen. Speisenatron, Waschsoda und Spezialsalz mischen und im warmen Wasser auflösen. Zum Schluss das Betain unterrühren und die ätherischen Öle eintropfen. Ungefähr 25 bis 40 g des Waschmittels in das dafür vorgesehene Fach einfüllen. Ich habe immer ein Portionierglas neben der Waschmaschine stehen, das erleichtert mir das Abmessen. 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hildegard-von-Bingen-Kräuterbrot mit Wacholderbutter

Rund um unser Dorf prägen Wacholderheiden das Landschaftsbild. Zwischen den ausladenden Wacholderbüschen breitet sich in großen, duftenden Kissen der Quendel sich über das wilde Grasland aus. Diese beiden Wildkräuter möchte ich in einer einfachen, schmackhaften Mahlzeit vereinen.


Rezept Wacholder-Butter 

Zutaten 

250 g Butter
15 Wacholderbeeren
Saft einer halben Zitrone
½ Teelöffel Salz
2 bis 3 schwarze Pfefferkörner

Zubereitung 

Die Wacholderbeeren zusammen mit den Pfefferkörnern sehr fein zerkleinern. Alle Zutaten in die sehr weiche Butter einrühren.
Das Härtsfeld war während der Keltenzeit relativ dicht besiedelt. Für sie war der immergrüne Wacholder der Sitz der Ahnen.

Rezept Hildegard-von-Bingen-Kräuterbrot

Im Handel wird seit einiger Zeit Hildegard-von-Bingen-Brot angeboten. Was dieses Brot jedoch mit der Namensgeberin gemein hat, das erschließt sich mir nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Maltodextrin, Emulgatoren, Enzyme, Karamellzucker und Gerstenmalzextrakt zu den Backzutaten gehörten, die Hildegard von Bingen verwendet hätte. Nachdem die Quendelkekse sehr beliebt sind, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich ein Brot backen kann, das mit einfachen, wenigen Zutaten und den entsprechenden Kräutern die Philosophie der Hildegard von Bingen widerspiegelt. Das Brot enthält einen hohen Anteil an Dinkel, denn diesen hält sie für das beste Getreide.

Zutaten

350 g Dinkelvollkornmehl
150 g Roggenvollkornmehl
350 g Wasser
2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Honig
20 g Hefe
Kräutermischung aus Galgant, Bertram und Quendel

Zubereitung 

In 350 g lauwarmen Wasser den Honig und die Hefe auflösen. Die beiden Mehlsorten mit Salz in einer Schüssel mischen. In die Mitte eine Mulde machen und das Wasser mit der aufgelösten Hefe hineinschütten. Zugedeckt für eine gute Viertelstunde stehen lassen, bis die Mischung Blasen wirft. Dann den Teig für etwa 5 Minuten kneten, bis er elastisch ist und sich von der Rührschüssel löst. Zum Schluss noch die Kräutermischung unterrühren und den Teig zugedeckt für 1 bis ½ Stunden gehen lassen. Wenn sich das Volumen des Teiges deutlich vergrößert hat, dann wird dieser aus der Schüssel genommen und auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals kräftig mit den Händen durchgeknetet und in Form gebracht. Den Brotlaib mit einem Messer tief einschneiden. In eine Backform legen und zugedeckt für weitere 15 Minuten ruhen lassen, während der Backofen auf 240 Grad Ober/Unterhitze vorgeheizt wird. Eine Schale mit Wasser im Backofen sorgt für ausreichend Feuchtigkeit. Das Brot für 10 Minuten bei 240 Grad backen, dann die Hitze auf 200 Grad reduzieren und für weitere 40 Minuten backen. Nach der gesamten Backzeit von 50 Minuten das Brot aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Quendel, Galgant und Bertram – die Heilkräuter der Hildegard von Bingen 

Für die Kräutermischung wird der Quendel gewaschen, im Leinentuch getrocknet und klein gehackt. Der Hauptwirkstoff des Quendels oder Feldthymians ist ein ätherisches Öl. Dieses wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und über die Atemwege ausgeschieden. Auf diesem Weg erfüllt es eine den Körper reinigende Wirkung. Hildegard von Bingen schreibt unter anderem über den Quendel: "Und wenn das Gehirn krank und wie leer ist, dann pulverisiere er Quendel, und dieses Pulver vermische er mit Mehl und Wasser, und so mache er Törtchen, und er esse sie oft, und sein Gehirn wird sich besser befinden.
Der Galgant gehört zu den Ingwergewächsen. Die heilkräftige Wurzel wird im Handel bereits gemahlen angeboten. Als aromatisches Gewürz verleiht er Gerichten eine angenehme Schärfe. Hildegard von Bingen schreibt über den Galgant: "Er ist warm und heilkräftig. Wer hitziges Fieber hat, pulverisiere Galgant, trinke dieses Pulver in Quellwasser und er wird das hitzige Fieber löschen. Wer im Rücken oder in der Seite Schmerzen hat, siede Galgant in Wein, trinke ihn oft warm und der Schmerz wird aufhören. Wer Herzweh hat und im Herzen schwach ist, esse bald genügend Galgant und es wird ihm besser gehen..."
Die heilkräftige Wurzel des Bertram wird getrocknet und fein geschnitten. Die beliebte Zierstaude aus der Familie der Korbblütler ist im Mittelmeerraum heimisch und liebt mildes Klima. Zwar ähnelt Bertram äußerlich der Kamille, doch ist sein Geschmack scharf und würzig. Ohne Hildegard von Bingen wäre der Bertram womöglich in Vergessenheit geraten. Sie schreibt über ihn: „"Für einen gesunden Menschen ist er gut, weil er die Fäulnis in ihm mindert, das gute Blut vermehrt und einen klaren Verstand bereitet. Auch den Schwerkranken bringt er wieder zu Kräften und schickt nichts unverdaut aus dem Menschen hinaus. Wer viel Schleim im Kopf hat und Bertram isst, dem mindert er diesen Schleim. Oft genossen vertreibt er Brustfellentzündung, bereitet reine Säfte und macht die Augen klar. Wie auch immer er genommen wird, ist er nützlich und gut, sowohl für Kranke als auch für Gesunde. Wer ihn oft isst, dem vertreibt er die Krankheit und verhindert, dass er krank wird. Dass er beim Essen im Mund Speichel auslöst, kommt davon, dass er die üblen Säfte herauszieht und die Gesundheit zurückgibt."

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Aromatisches Basilikumsalz - einfach selbstgemacht

In den Mittagsstunden, wenn die Herbstsonne den Morgentau getrocknet hat, wird es Zeit für die Kräuterernte. Ich möchte noch einige Kräuter konservieren, bevor sie welk werden oder erfrieren. 
In diesem Jahr hat mich vor allem das Basilikum angenehm überrascht, das über Monate ausdauernd gewachsen ist. Während gekaufte Topfpflanzen auf der Fensterbank schon nach einer Ernte eingehen, konnte ich im Garten einen prächtigen Stock heranziehen. 

Bevor das einjährige Kraut abstirbt, habe ich die aromatischen Blätter geerntet, um daraus ein Gewürzsalz herzustellen. Getrocknete Kräuter, die mit Salz gemischt werden, geben die Geschmacksstoffe nicht gut an das Salz weiter. Daher Ich verarbeite ich das Basilikum frisch, denn so nimmt das Salz die geschmackvollen, ätherischen Ölen auf. 


Rezept Basilikumsalz 

Das aromatische Salz ist sehr gut zum Würzen von Tomaten geeignet und passt perfekt zu mediterranen Gerichten. 

Zutaten 

  • 50 g frische Basilikumblätter 
  • 200 g Speisesalz

Zubereitung

Die Basilikumblätter reinigen und sehr klein schneiden. 
Zusammen mit dem Salz mit einem Mörser zerrieben, bis eine feine grüne Masse entsteht. Schneller geht es im Blender oder in der Küchenmaschine. 
Diese grobe Paste für ein bis zwei Tage zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen lassen, damit das Salz das Aroma des Basilikums aufnehmen kann. 
Dann das noch feuchte Basilikumsalz auf einem Backbrett für ein bis zwei Tage trocknen lassen. Oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und für 2 bis 3 Stunden im Backofen trocknen. Hierfür sollte die Temperatur nicht über 60 Grad liegen und die Backofentür einen Spalt geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. 
 Das gut getrocknete Salz durch ein feines Sieb streichen, in Gläser füllen und verschließen.